Sonntag, 15. Oktober 2017

Sonne am 15.10.2017

Nach vielen Tag mit viel beruflichem Stress und Aufregung, an denen ich zwar beobachten konnte, aber keine Zeit fürs Bloggen hatte, nehme ich mir diese jetzt einfach mal. Der Tag begann herbstlich mit viel Nebel, der sich aber rechtzeitig auflöste und den Blick auf die Sonne freigab. Das Seeing war zwar nicht ganz so gut, aber noch ganz brauchbar.

Nachdem die beiden Aktiven Regionen mit den Nummern 12682 und 12683, die bis zum 7. Oktober das Geschehen auf der Sonne bestimmt hatten – sie waren eher unauffällig und zogen gemächlich mit der Rotation über den Westrand dahin – hat die Sonne ihre Fleckentätigkeit erst einmal eingestellt. So konnte ich auch heute keinen Fleck erkennen und auch keine Fackelgebiete in den randnahen Zonen.

Ähnlich das Bild im Hα-Licht: auch hier ist die Sonnenaktivität fast zum Erliegen gekommen. Am Rand konnte ich heute im Südwesten eine schöne Bogenprotuberanz sehen: ein kleines »Etwas« im Südosten und zwei kleine Spitzen im Nordwesten. Bis auf ein längeres, waagerecht stehendes, Filament im Osten eine kleine Kette im Norden sowie 4 kleinen, punktförmigen Matschflecken war die Oberfläche der Sonne auch in dieser Wellenlänge praktisch leer. Die Sonne steckt derzeit mitten in einem neuen Aktivitätsloch. Nicht ungewöhnlich für einen zu Ende gehenden Fleckenzyklus.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Sonne am 1.10.2017

Durch den jetzt rasch abnehmenden Tagbogen der Sonne verringern sich für mich auch die Möglichkeiten, die Sonne zu beobachten. In der Woche, wenn ich auf der Arbeit bin, werden dadurch keine Beobachtungen mehr möglich sein, vor allem durch veränderte, längere, Arbeitszeiten. So beschränken sich die wenigen Möglichkeiten im vierten Quartal – stets der schlechteste Teil des Jahres für mich – rund um die Mittagszeit, wenn das Seeing schlecht ist.

Daher muss ich über jede Beobachtungsmöglichkeit nutzen, die sich mir bietet. Und da wurde ich heute überrascht. Normalerweise steht die Sonne vormittags bei mir in Richtung Osten fast ständig hinter einem dichten Blätterwald. Einer der Bäume muss jedoch einen dicken Ast verloren haben, sodass sich eine große Lücke ergibt, durch die ich heute erstmalig hindurchschauen konnte.

Im Weißlicht hatte sich nur wenig verändert, die Aktivität war in der letzten Zeit eher statisch. Die AR 12681 war nun fast an den Westrand gerückt und stand mitten in einem großen Fackelfeld. Die AR 12682 war nach wie vor eine H1-Gruppe und die AR 12683 eine große und deformierte AR 12673 – sie war mit meiner Sonnenfinsternisbrille sogar grenzwertig mit bloßem Auge zu sehen – war eine H2 mit einer punktförmigen Lichtbrücke darin.

Die Aktivität im Hα-Licht war dagegen vergleichsweise hoch. Am Ostrand standen gleich vier Protuberanzen dicht beieinander, sodass sie als regelrechte Büschel wirkten, die teilweise schon über den Rand hinausgingen und als Filamente zu sehen waren. Im Südosten stand eine pyramidenförmige Protuberanz, dazu kamen noch ein paar kleinere am Westrand. Insgesamt 7 zählte ich am Rand. Die Oberfläche schien regelrecht gesprenkelt zu sein mit 12 verschieden großen und unsystematisch angeordneten Filamenten. Die 5 Flaregebiete waren eher unscheinbar und erst auf dem zweiten Blick zu erkennen. Lediglich im Bereich der AR 12683 leuchtete ein kleiner Bogen heller als die Umgebung. Hier könnte es demnächst einen kleinen Flare geben, wenn dieser nicht schon vorüber war. Nimmt man die Aktivität in diesem Wellenlängenbereich zum Massstab, so könnte ein neuer kleiner Anstieg erwartet werden. Dass es in den letzten Jahren aber oft ganz anders kam, sollte skeptisch machen gegenüber solchen Annahmen.

Freitag, 29. September 2017

Sonne am 23., 27. und 29.9.2017

Nachdem ich am 23. und 27. immer nur kurz die Sonne beobachten konnte, war der Himmel heute um die Mittagszeit sonnig, blau mit mittelprächigem, aber noch aushaltbarem Seeing. Damit geht ein September zu Ende, in dem ich nicht nur fast 50% Einbuße gegenüber dem Vorjahr mit 27 Beobachtungen zu verzeichnen habe. Er ist zudem der schlechteste seit 2002, als ich mit 13 Beobachtungen noch weniger einfahren konnte. Das Jahresziel von 200 Beobachtungen ist damit natürlich passé, wie überhaupt das bisherige Astrojahr 2017 nicht sonderlich herausragendste war. Doch zurück zur Sonne:

Am 23. war noch die AR 12681 als J1 zu sehen, zu der bis zum 27. noch zwei weitere Gruppen hinzugekommen waren: die AR 12682 als H1 und die 12683 als H2. Heute, am 29., hatte sich nicht so sehr viel verändert. Die AR 12681 war weiter eine J1, die AR 12682 hatte sich zu einer C8 entwickelt und die AR 12683 war eine H1 mit zwei Umbren innerhalb der Penumbra. Beim Versuch, die AR 12683 mit meiner Sofibrille mit bloßem Auge zu sehen, war ich mir nicht wirklich sicher, ob ich sie gesehen hatte. Ich konnte sie jedenfalls nicht »halten«. Daher habe ich für die A-Zahl die 0 gewählt.

Im Hα-Licht schwankte die Aktivität zwischen moderat (23. mit 7 Protuberanzen, 5 Filamenten und 3 Flaregebieten) und aktiv (27. mit 8 Protuberanzen, 7 Filamenten und 3 Flaregebieten). Heute waren es 10 mittelgroße Protuberanzen, die am West- und am Ostrand dicht beieinander standen, 7 kleine und kaum wahrnehmbare Filamente sowie 4 schwache Flaregebiete. Durch das schlechte Wetter gingen mit die beiden geomagnetischen Stürme vom 25. (G2, aus Koronaloch) und 28. (G3, ebenfalls aus einem Koronaloch) und die danach sichtbaren Polarlichter durch die Lappen. Seitdem ich mit digitalen Kameras fotografiere, ist mir keine Sichtung von Polarlichtern mehr gelungen. Und auch bei dem Nachtleuchtenden Wolken (NLCs) gab es nur Pleiten, besonders in diesem Jahr.

Dienstag, 19. September 2017

Sonne am 19.9.2017

Viele Überstunden und andauernde Wettermurphs – es war meist nur bis zum Mittag klar, danach zog es regelmäßig zu – waren der Grund für weitere drei Ausfalltage. Heute sah es wieder ganz genauso aus, doch dann zeigte sich gegen 17:30 Uhr die erste Wolkenlücke. Das Seeing in der Lücke war erstaunlich gut, weswegen es sowohl im Weiß-, als auch im Hα-Licht sehr kontrastreiche Bilder zu sehen gab. Allerdings machte sich das nahende Solstitium bemerkbar: die Herbst-Tag- und Nachtgleiche am 22.09. um 22:02 MESZ. Die Sonne stand schon teilweise wieder hinter einem der nervenden Hochhäuser und verschwindet schon mehr als eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Sonnenuntergang hinter horizontnahen Bäumen. Es beginnt nun wieder die fast 7-monatige Phase, in der Botanik und Gebäude regelmäßig Beobachtungen von meinem üblichen Standort unmöglich machen.

Im Weißlicht gab es heute nicht sehr viel zu sehen. Die AR 12680 war die einzige sichtbare Fleckengruppe und eine J1. Am Ost- und am Westrand entdeckte ich noch je ein kleines Fackelgebiet, das war es dann aber auch schon.

Im Hα-Licht war die Aktivität ebenfalls sehr schwach. Am Rand konnte ich nur 5 Mini-Protuberanzen beobachten, die den Namen eigentlich noch nicht einmal verdienen. Die Oberfläche zeigte 3 winzige Flaregebiete und 4 kleine Filamente. Die Sonne legt offenbar wieder ein kleines Aktivitätspäuschen ein.

Freitag, 15. September 2017

Sonne am 15.9.2017

Regen, Sturm und Wind sowie sehr viele Überstunden – ich hatte meine Regelwochenarbeitszeit bereits am Donnerstag überschritten – verhinderten in den letzten drei Tagen erfolgreich eine Sonnenbeobachtung. Nach drei Ausfalltagen am Stück konnte ich erst heute wieder beobachten. Zunächst sah es zwar nicht danach aus, doch dann kam eine große Wolkenlücke, von der ich wieder nur einen schmalen Teil am Rand mitbekam. Aufgrund des trägen Durchzugs weiterer Wolken musste ich die Beobachtung mehrfach unterbrechen und nach einer Zwangspause von gut 30 Minuten kam denn auch das PST zum Einsatz. Das Seeing war allerdings erstaunlich gut.

So verpasste ich im Weißlicht die weitere Entwicklung nach dem Verschwinden der AR 12674 und konnte heute nur noch die AR 12680 als J2 beobachten. Weitere Sonnenflecken waren nicht und nur zwei kleine Fackelgebiete schwer auszumachen. Durch die Lappen ging mir auch das fotografische Polarlicht in der Nacht vom 14. auf den 15.9.2017, weil es just da bewölkt war.

Im Hα-Licht war die Aktivität – vor ein paar Tagen noch deutlich ansteigend – nun fast völlig zusammengebrochen. Am Rand zählte ich zwar noch 12 Protuberanzen, doch nur 4 davon waren etwas auffälliger, der Rest lugte nur knapp über den Rand hinaus und wäre bei schlechterem Seeing wohl nicht zu sehen gewesen. Die Oberfläche war nahezu »leer«: nur ein Flaregebiet in der Region 12680 und 5 kleine Filamente – immerhin war ein kleiner Rundbogen dabei – waren zu finden. Die Sonne hat ihre Aktivität wieder heruntergefahren. Wie lange dieser Zustand dieses Mal andauert, wird man abwarten müssen.




Montag, 11. September 2017

Sonne am 11.9.2017

Der erste Arbeitstag nach dem Urlaub brachte mir über 2 Überstunden und fast einen Ausfalltag ein. Zum Glück konnte ich gerade noch eine Wolkenlücke nach einem heftigen Regenschauer nutzen. Das Seeing war allerdings entsprechend schlecht: der Rand war gezackt und auch die Oberfläche war nicht freu von blubbereigem Aussehen. Das machte die Beobachtung schwierig.

Im Weißlicht konnte ich vom hintersten Teil der AR 12674 – oder der AR 12679, je nachdem, ob man die Gruppe geteilt hat, oder nicht – gerade noch etwas Penumbra erkennen, weswegen ich sie als J2 einstufte. Die AR 12678 hatte sich überraschend aufgelöst und auf der Ostseite befand sich die AR 12680 als J1. Es waren demnach nur noch 2 Gruppen vorhanden.

Mein PST zeigte im Hα-Licht weiterhin eine höhere Aktivität als im Weißlicht, die aber aufgrund der schlechten Beobachtungsbedingungen nur unter größten Schwierigkeiten auszumachen waren. Am Sonnenrand standen 9 Protuberanzen, die interessantesten im Nordosten. Die Oberfläche zeigte noch 4 Flaregebiete und 5 unscheinbare Filamente. Die Aktivität scheint nun wieder abzunehmen. Die AR 12673 ist auch »hinter« der erdzugewandten Seite noch hoch aktiv: nach dem X1.3-Flare am 7. folgte am 10. um 16:06 UT ein X8.2-Flare samt lang anhaltenem koronalen Massenauswurf und Type II Radiostrum, dessen Teilchen auf bis zu 928 km/s beschleunigt wurden. Sie waren allerdings nicht erdwärts gerichtet. Momentan sieht es so aus, als ob nun ein paar ruhigere »Sonnentage« bevorstehen. Aber bei der Sonne kann man das ja nie mit letzter Gewissheit vorhersagen, auch nicht mit den neuesten Methoden deSonnenforscher.

Sonntag, 10. September 2017

Sonne am 10.9.2017

Die Wettervorhersage war für den Vormittag gar nicht mal so schlecht, dennoch begann der Morgen mit einem Mega-Murph: fast der gesamte Himmel war wolkenfrei, nur ein kleiner, hart begrenzter, Streifen aus dünnen Wolken stand in Richtung Osten. Natürlich genau dort, wo die Sonne stand!!! Das machte die Beobachtung sehr schwer und im Hα-Licht war zunächst kaum etwas zu sehen. Entsprechend schlecht war anfangs das Seeing.

Im Weißlicht geht die Aktivität nun mit dem Verschwinden der AR 12673 deutlich zurück. Auf Satellitenaufnahmen konnte man zwar noch Reste des östlichsten Teils dieser AR sehen, doch bei miesem Seeing und ständig durchziehenden Wolken war das nicht mehr möglich. Die AR 12674, verwirrenderweise heute sowohl von der NOAA als auch der Kanzelhöhe wieder als eine Gruppe gesehen - ich habe sie als H2 und J2 klassifiziert – stand genau am Westrand. Die AR 12678 als B5 hatte den Sonnenmeridian in Richtung Westen passiert und am Ostrand war eine kleine J1 herumgekommen, die inzwischen die NOAA-Nummer 12680 erhalten hat.

Ganz im Gegensatz dazu die Aktivität im Hα-Licht, was selbst unter den mir zur Verfügung stehenden schlechten Beobachtungsbedingungen deutlich erkennbar wurde. Ich konnte das Geschehen verfolgen, bis der Winkel durch das Dachlukenfenster zu steil wurde und ich nicht mehr an die Sonne herankam. Der Sonnenrand schien von Protuberanzen gesprenkelt zu sein. 10 Stück waren zu sehen: drei voluminöse am Ost-, eine am Westrand. Darunter große Bögen, schwebende Wolken und im Südosten eine stehende Protuberanz, die sogar über das Gesichtsfeld beim GONG-H-Alpha-Monitor hinaus ging. Dafür war die Aktivität auf der Oberfläche moderater: neben 4 hellen Flaregebieten gab es hier nur 5 unscheinbare Filamente. Der gesamte Osten war weiter erscheinungsfrei. Der Gesamteindruck jedoch erinnerte eher an das Maximum als an das Minimum. Bekanntermaßen kann es aber auch gut zwei Jahre vor dem Minimum plötzliche Aktivitätsausbrüche geben, wie es nach dem Minimum zu Aktivitätseinbrüchen kommen kann.