Freitag, 20. Januar 2012

Sonne am 20.1.2012

Unverhofft kommt oft. So erging es mir bei der heutigen Sonnenbeobachtung. Kurz nach 13:30 MEZ riss die dichte Bewölkung über Hamburg auf und gab den Blick auf eine, zugegeben eher mageren, Sonnenaktivität frei. Ganze vier Fleckengruppen konnte das Auge erspähen: eine B5, eine C12, eine D6 und eine F26. Doch die F-Gruppe war wenig spektakulär, es gab einige interessante Feinstrukturen in den Penumbren und mindestens zwei bis drei (seeingbedingt bin ich mir da nicht ganz so sicher) Lichtbrücken (das sind helle Punkte oder Einbrüche in den Flecken, siehe auch hier). Doch waren die Penumbren weder im voranschreitenden noch im nachfolgenden Teil sonderlich ausgeprägt und so verdankt die Gruppe ihre Klassifikation vor allem durch ihre Längenausdehnung.

Wolken und eine ständig näher kommende Hauswand schränkten die Möglichkeiten für eine H-Alpha-Beobachtung sehr ein. Beime rsten kurzen Blick fiel mit einer trichterförmige Protuebranz am Ostrand auf sowie mehrere kleinere und zunächst zwei Filamente. Die Wanderung hinter dem Hochhaus nutzte ich für einen Wochenendeinkauf auf dem Wochenmarkt. Wieder zurück, hatten die Wolken weiter zugenommen, doch dann ergab sich für ca. 5 Minuten noch eine nahezu wolkenfreie Zone.

Die Trichterprotuberanz war immer noch da, am Rand sah ich mit meinem PST nun insgesamt sieben, zumeist sehr kleine, Protuberanzenherde, vier Plages und 5 Filamente, von denen die meisten im Südwesten standen. Nur eine von ihnen war weit aufgefächert und hatte eine beachtenswerte Ausdehnung. Aus diesen  Beobachtungen ergab sich eine H-Alpha-Relativzahl von 160. Ein versöhnlicher Abschluss für einen sonst wettermäßig eher durchwachsenen Tag.

Dienstag, 17. Januar 2012

Sonne am 17.1.2012

Die heutige Beobachtung fand unter äußerst widrigen Umständen statt. Der Himmel war weitgehend bewölkt oder vercirrt, so richtig konnte man die Flecken nicht sehen, oft nur erahnen. Dennoch habe ich 9 Fleckengruppen definitiv gesehen, wenn sich ihr Anblick zwischendurch auch immer wieder verschleierte. Diese acht Gruppen setzen sich wie folgt zusammen: A1, A1, B4, B5, C5, C8, E14, J1, J1. Besonders die kleinen A- und B-Gruppen boten wenig Anlaufpunkte für das Auge und verschwanden immer wieder, wenn sich die Sicht verschlechterte. Deutlich zu sehen waren aber die Entwicklung der beiden neuen Aktivitätsgebiete, die AR 11401, hat sich zu einer E-Gruppe weiterentwickelt und dürfte in den kommenden Tagen noch viel Aktivität sorgen. Neben der AR 11402 war sie auch die einzige, wirklich große Fleckengruppe.

Da die Sicht so schlecht war, dass sich immer wieder Nebensonnen bildeten, habe ich mein PST gar nicht erst aufgebaut, denn bei dem versyphten Himmel würde man ohnehin kaum was sehen.

Sonntag, 15. Januar 2012

Sonne am 15.1.2012

Der erste Dreier des Jahres ist perfekt: Drei Sonnenbeobachtungen an drei aufeinander folgenden Tagen. Und das in einem ansonsten vom Wetter eher mäßigen Januar.

Das Seeing war heute ausnahmsweise mal ausgesprochen gut, und der Blick zur Sonne lohnte sich: Am Ostrand sind mit den Aktiven Regionen Nr. 11401 und 11402 zwei interessante Gruppen erschienen, die das Potential für eine höhere Aktivität haben. Flächenmäßig sind sie - geschätzt - größer als die beiden D-Gruppen, die ihre Form gegenüber gestern ein wenig verändert haben (so wurde aus der C8 eine beinahe schon in sich geschlossene D 12), Darüber hinaus sind auf der Südhalbkugel, die gegenüber der Nordhalbkugel, die im bisherigen Verlauf des 24. Sonnenfleckenzyklus bisher die aktivere Hemisphäre der Sonne war, mehrere kleinere Flecken der Klasse A und B entstanden. Insgesamt ergibt sich heute diese Klassifikationsfolge: A1, A1, B4, B4, B8, C7, D12, D12 und H4. Ich konnte also 9 Sonnenfleckengruppen und vier Fackelgebiete erkennen. In dreien davon befanden sich Flecken.

Das gute Seeing wirkte sich erwartungsgemäß auf die Sichtbarkeit der Strukturen im H-Alpha aus. 9 Protuberanzen, 14 Filamente unterschiedlicher Größe und dazu noch 6 Plages ergaben eine H-Alpha-Relativzahl von 290, deutlich mehr als gestern. Dafür waren die Protuberanzen am Westrand, die gestern noch sehr eindrucksvoll zu sehen waren, mittlerweile verschwunden. Dafür gab es am Ostrand eine sehr aktive Szenerie: Eine große, in der Spitze nur kaum wahrnehmbare, Bogenprotuberanz und mehrere kleinere in dem Bereich, in dem gerade die AR 11401 und 11402 im Weißlicht zu sehen sind. Am Fuße der AR 11402 bilden sich auch helle Gebiete, die auf heute noch entstehende Flares hindeuten können. Das wird man im Auge behalten müssen, was bei mir aber nur noch für eine gute halbe Stunde möglich sein wird. Hier findet man auch ein sehr schönes Filament.

Genau gegenüber befindet sich am Ostrand eine kleine Ansammlung weiterer, allerdings kleinerer, Filamente, die teilweise bis an den Sonnenrand heran reichen. Etwas weiter nördlich stehen gleich drei Filamente. Außerdem ist heute das chromosphärische Netzwerk besonders gut zu sehen.

Das Seeing hat mitgespielt, man konnte sowohl im Weißlicht, als auch im H-Alpha eine Menge sehen, was will man als Sonnenbeobachter mehr? Vielleicht, das eine oder andere Foto, aber da bin ich noch nicht soweit.

Samstag, 14. Januar 2012

Sonne am 14.1.2012

Der heutige, sehr sonnige und kalte Tag brachte leider kein gutes Seeing, was sich auf die nur sekundenweise Sichtbarkeit der Sonnenflecken und insbesondere der Details im H-Alpha auswirkte.

Gegenüber dem gestrigen Tag ist eine leichte Veränderungen bei den Fleckengruppen eingetreten, eine D-Gruppe hat sich strukturell zurückentwickelt und nimmt jetzt weniger Fläche ein als am Tag zuvor. Eine kleine A-Gruppe ist am Ostrand aufgetaucht, am Westrand ist von der AR 11391 nur noch ein kümmerlicher Rest in Form einer Ansammlung von kleinen Flecken in einen Fackelfeld zu sehen. Meine heutige Klassifikationsfolge lautet daher: A1, A4, B8, C3, C8, D15. Selbst die letzt genannte Gruppe ict kaum spektakulär zu nennen. Sieben Gruppen, aber eine größere ist nicht darunter.

Im H-Alpha gestaltete sich aufgrund des schlechten Seeings als relativ schwierig. Am Sonnenrand waren 8 Protuberanzenherde zu sehen, darunter drei am Westrand, von denen eine über dem Rand zu schweben und eine andere weit in den Raum hinauszugreifen scheint. Auf der Sonnenoberfläche sind kaum Filamente zu sehen. Mit Mühe und durch mehrfaches Drehen an der Filtereinstellung konnte ich 7 kleinere Filamente und drei Plages zählen, woraus sich eine H-AlphaRelativzahl von 180 ergab.

Es zeigte sich wieder einmal, dass klarer Himmel im Winter keinesfalls gleichbedeutend mit guten Sichtbedingungen ist.

Freitag, 13. Januar 2012

Sonne am 13.1.2012

Freitag, der 13. soll ein Unglückstag sein. Für mich nicht, ich konnte heute nämlich nach einer guten Woche wieder die Sonne beobachten, die zwischen zwei gegenüber stehenden Hochhäusern hindurch schien. DAS hatte natürlich ein relativ ungünstiges Seeing zur Folge, weil der Sehstrahl genau durch zwei dicke Wärmequellen hindurchging. Das war zu erwarten, mir aber relativ egal.

Der Tag brachte so ziemlich alles, was das Wetter zu leisten imstande war: Regen, Schneeschauer, einen verunglückten Donnerschlag um die Mittagszeit, als es dunkel war, wie sonst nur kurz vor Sonnenaufgang, und, als ich kurz vor 15 Uhr nach Hause kam, eben auch einen klaren Himmel.

Überraschender Weise gab es im Weißlicht nicht viel zu sehen: Fünf Gruppen verteilten sich übersichtlich über die ganze, der Erde zugewandten Seite. Eine C8, eine D5, eine D8, eine H4 und eine H5 konnte ich erkennen, wobei die C-Gruppe, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Nummer von der NOAA erhalten hat, die meisten Probleme bei der Klassifikation verursachte. Sie sah auf wie ein spitz zulaufender Pfeil, auf der einen Seite mit, auf der anderen Seite ohne Penumbra. Die Einteilung in die Klasse C war sicher falsch, aber irgendwie muss man sich ja entscheiden, weil die Alternative, die Klassifikation als H-Gruppe, auch nicht gerade realistisch zu sein schien.

Ein auffälliges Fackelfeld gab es bei der randnahen AR 11393, nur drei weitere, kleine Bereiche waren unter den gegebenen Sichtverhältnissen auszumachen.

Nach dem Fleckenzählen, mit dem ich bis auf die eine Gruppe relativ schnell fertig war, kam mein PST an die Reihe. Das miese Seeing führte hier generell zu einer über die ganze Sonnenscheibe verteilten, leicht schwankenden Schärfe. Für die H-Alpha-Relativzahl konnte ich 7 Protuberanzenherde am Sonnenrand, 5 Filamente vor der Sonnenscheibe und 5 helle Gebiete ohne Fleckengruppen zählen.

Dabei war am interessantesten zum einen eine Bogenprotuberanz im Nordosten, sowie einige, wieder schön geschwungene, Filamente, deren Größe aber geringer war, als bei meiner letzten Beobachtung. Vom chromosphärischen Netzwerk war wegen der Sichtbedingungen nur ansatzweise etwas zu erkennen. Da habe ich schon bessere Tage erlebt. Insgesamt also eher eine moderate Sonnenaktivität an diesem Freitag ... und man kommt beim Ermitteln der Relativzahlen auch nicht so ins Schwitzen ...

Mittwoch, 11. Januar 2012

Die Sonne im Dezember

(Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)

Weißlicht:
Als Überbleibsel vom letzten Monat waren am 1. Dezember noch 7 Fleckengruppen auf der Sonne vorhanden. Dabei hielt die NOAA zunächst noch an ihrer Einteilung der AR 11356 als F-Gruppe fest, obwohl anhand der Zeichnung der Kanzelhöhe ersichtlich ist, dass an diesem Tage zwar viele Aktivitätsgebiete zu sehen waren, aber eben keine der höchsten Waldmeierklasse. Erst am 2. stufte auch die NOAA diese Gruppe auf die – realistischere – Klasse C zurück. Das vergleichsweise hohe Niveau der Sonnenaktivität wurde in den kommenden Tagen noch ein wenig gesteigert. Die Relativzahlen der Vergleichsreihe vom S.I.D.C. überschritt gleich an mehreren Tagen die 100er-Marke und auch die Fleckengruppen erreichten höhere Entwicklungsstufen. Das lag aber zum wiederholten Male an einer Vielzahl von Fleckengruppen, als an deren Klasse. Schließlich ist bei der Bildung der allgemein verwendeten Wolfschen Relativzahl die Zahl der Gruppen der gewichtigere Faktor, da deren Zahl verzehnfacht wird.

Gleichwohl erreichten die Aktiven Regionen 11362 und 11363, die am 29. bzw. 30. November um den Ostrand herum rotierten, am 4. bzw. 3. Dezember die Klasse E. Doch schon am Nikolaustag war die AR 11362 auf die Stufe D zurückgefallen, während das bei der AR 11362 aber lt. NOAA erst am 9. der Fall war. Die in dieser Zeit – witterungsbedingt – sehr spärlichen Zeichnungen der Kanzelhöhe weisen aber schon für den 6. Dezember keine E-Gruppe mehr auf. Daneben entwickelten sich – teilweise in rascher Folge – Gruppen der Klassen A bis D, die aber oft nur für wenige Tage oder Stunden zu sehen waren. Der Höchststand der Sonnenaktivität wurde bereits am 10. erreicht, als die NOAA 9 und die Kanzelhöhe 12 Gruppen zählten. Von da an ging es stetig und kontinuierlich bergab mit der Sonnenaktivität. War der November noch ein relativ aktiver Monat, der sogar den Oktober übertraf, so flaute das alles im letzten Monat des Jahres 2011 insgesamt und besonders in der zweiten Monatshälfte sehr deutlich ab. Der Tiefpunkt wurde nach S.I.D.C.-Angaben am 15. mit einer Relativzahl von 38 erreicht, einen Tag später sahen die NOAA und die Kanzelhöhe mit 3 bzw. 5 Gruppen die geringste Aktivität. Danach stieg die Zahl der Fleckengruppen auf Zahlen zwischen 5 und 8 (NOAA) bzw. 5 und 12 (Kanzelhöhe) wieder an. Die AR 11386, die am Heiligen Abend erstmals am Ostrand als H-Gruppe zu sehen war, entwickelte sich in den Folgetagen ziemlich rasch zur E-Gruppe.

Diesen Stand erreichte sie schon am 27., fiel aber schon einen Tag später auf die Klasse D zurück, woran sich bis zum Jahresende dann aber nicht mehr viel ändern sollte (NOAA), während die Kanzelhöhe sie weiterhin als E-Gruppe bezeichnete. Am 29. konnte man auf der Südhalbkugel die neue AR 11389 finden. Sie wurde von der NOAA als D Klassifiziert (für diesen Tag liegt keine Zeichnung aus Österreich vor). Am 30. soll sie lt. NOAA zur Klasse E aufgestiegen sein, was auch für den 31. gelten sollte, die Zeichnungen der Kanzelhöhe sagen aber etwas anderes aus, denn dort gab es keine höherklassigen Fleckengruppen an den letzten beiden Tagen des Jahres 2011.

Hα:
Im Gegensatz zum Weißlicht war die Sonnenaktivität im Hα eher gering, die Ausbrüche gingen bis zum 11. nicht über die Klasse c hinaus, obwohl schon ein PST eine erhebliche Zahl von Aktivitätsherden offenbarte. So erreichte die Hα-Relativzahl der Zeitschrift interstellarum fast durchgängig hohe Werte, was aber auch damit zusammen hängt, dass bei der Ermittlung Protuberanzen, Filamente, Plages und Flares mit einbezogen werden. Im Dezember wurde ein Mittelwert von 304,69 bei 19 Beobachtungstagen gebildet. Filamente zeigen sich nicht nur oft als über der Sonnenscheibe schwebende, filigran gezeichnete Strukturen, aus ihnen können aber bei entsprechenden magnetischen Aktivitäten innerhalb des Magnetfeldschlauches auch durchaus heftige Eruptionen hervorgehen. So geschehen am 11. Dezember, als um 6 Uhr UT ein immerhin 40 heliographische Grade langes Filament auf der Nordhemisphäre plötzlich aufstieg und ins All hinaus eruptierte, gefolgt von mehreren kleineren koronalen Massenauswürfen aus dem gleichen Gebiet. Bis zum 25. musste man nach einer ganzen Reihe von c-Flares auf ein größeres Ereignis warten (wobei auch die Protuberanzen in dieser Zeit durchaus sehenswert waren).

Am 1. Weihnachtsfeiertag um 18:16 UT entstand aus der noch sehr randnahen und daher für das Erdmagnetfeld uninteressanten Region 11387 ein M4/1N-Flare ohne einen CME. Ein weiter westlich stehendes eruptives Filament hatte da theoretisch schon mehr Potential, aber auch hier vermochten die mit 400km/s davonfliegenden Teilchen nicht, das Erdmagnetfeld in heftige Wallungen zu versetzten und somit Polarlichter zu generieren, die man auch in unseren Breiten hätte sehen können.

Die AR 11387, im Weißlicht gar nicht mal so auffällig geworden, war im Hα dann aber das genaue Gegenteil. Am 25. folgten dem Flare noch eine weitere eruptive Protuberanz, am 26. um 20:30 ein M2/Sf, und am 27. zusammen mit der AR 11386 eine ganze Reihe von c-class-Flares. Die AR 11389 brachte am 29. um 13:50 UT einen M1/1F- und um 21:51 UT einen M2/Sf-Flare zustande. Sie produzierte am 30. um 3:09 UT einen M1/Sn-Flare und am Silvestertag nochmals zwei: M2/Sf (13:15 UT) und M1/1f (16:26 UT). Damit ging das Jahr 2011 im roten Wasserstofflicht nicht nur recht turbulent zu Ende, das war auch der Auftakt zu einigen Aktivitäten am Beginn des Jahres 2012, worüber im nächsten Monat mehr zu berichten sein wird.

Freitag, 6. Januar 2012

Sonne am 6.1.2012

Nach einem Tag mit Regen, Sturm und völlig wolkenverhangenem Himmel nun etwas, was ich seit Wochen nicht mehr erlebt habe: Ein völlig klarer Himmel und ein Sonnenaufgang. Durch die dichte Bebauung in meinem Wohnviertel kann ich die Sonne im Winter aber immer erst ab 12 Uhr MEZ für etwa 1,5 Stunden beobachten. Und nun, wo ich diese Kurzbeitrag blogge, kommen erste Cirren.

Im Weißlicht hat sich erstaunlich wenig getan, von den fünf vorhandenen Gruppen gehört nur eine (die AR 11391) der Waldmeierklasse D an und weist nach meiner Schätzung (aufgrund des miserablen Seeings ist ein wirkliches Zählen fast unmöglich) 14 Einzelflecken auf. Dazu kommen heuer noch zwei B-Gruppen mit 6 bzw. 7 Flecken und eine H1 und eine J1. Die Aktivität der Sonne scheint auf niedirgem bis mittlerem Niveau verharren zu wollen.

Im H-Alpha ist es derzeit - die Küchenuhr zeigt 12:18 MEZ an - auch eher ruhiger, am Sonnenrand finde ich gerade mal fünf niedrige Protuberanzen, vor der Sonnenscheibe sind es exakt 10 Aktivitätsherde (Filamente und Plages). Der jetzt nur von leichten Cirren in Sonnenrichtung bedeckte, ansonsten aber richtig schön blau erscheinende, Himmel täuscht über das grausame Seeing hinweg, das weder im Weißlicht, noch im H-Alpha ein störungsfreies Beobachten ermöglicht. Viele Details gehen verloren. Man kann sich nur damit trösten, dass man dankbar sein muss, im Winter überhaupt mal die Sonne zu Gesicht zu bekommen.

Mittwoch, 4. Januar 2012

Sonne am 4.1.2012

Geschafft: Nach drei sturmumtosten und regenreichen Tagen riß die dichte Bewölkung über Hamburg für wenige Augenblicke auf. Dem aktuellen Sturmgebiet sei Dank, war endlich mein erster Blick auf die Sonne im neuen Jahr möglich.

Leider war am Ende die Wolkenlücke zu kurz, um neben dem Weißlicht auch im H-Alpha beobachten zu können, aber für die erste Relativzahl in 2012 reichte es aus. Dabei hatte die Sonne zunächst Schwierigkeiten, aus den Wolkenschichten herauszutreten, denn im Fernrohr konnte nur ein Teil der Sonne, nochdazu stark verschleiert, beobachtet werden, ein Teil blieb hinter Wollen. Dann hatte die Quälerei aber ein Ende und die Wolken gaben die Sonne völlig frei.

Gegenüber meiner letzten Beobachtung vom 31.12.2011 war keine wesentliche Steigerung der Sonnenaktivität zu spüren. Beim Zählen bin ich auf 6 Fleckengruppen gekommen: D14, H3, J1, C6, B7 und B9. Für sich genommen durchaus interessanten Gruppen, doch die 5 Penumbren sahen wenig spektakulär aus und auch sonst wirkte die Sonne eher bieder, ohne herausragende Merkmale für eine drastisch ansteigende Sonnenaktivität, wie es 2012-Jünger so gerne prognostizieren.

Und gerade, wo ich hier so über mein iPad gebeugt sitze, schiebt sich wieder eine Wolkenlücke heran, leider reicht sie noch nicht so tief, um auch die Sonne zu erreichen.

Oh ja, oder doch lieber nicht? Eine wolkenverschleierte Sonne sieht auch im H-Alpha nicht besser aus als im Weißlicht ...

In den Wolken zeichnen sich immer leichte Regenbogenfarben ab, doch die Sonne war nur für Sekunden ohne Bewölkung, darin konnte ich drei größere Protuberanzgebiete am Ostrand sehen.

Ein paar Minuten war die Sonne nun frei von Wolken. Und ich konnte auch heuer wieder eine H-Alpha-Relativzahl ermitteln. 22 Herde (Protuberanzen, Filamente und Plages) konnte ich zählen. Aber nun, wo der Himmel fast völlig aufgeklart ist, wandert die Sonne geradewegs hinter das nächste Haus und entschwindet für heute meinen Blicken.