Freitag, 13. Januar 2012

Sonne am 13.1.2012

Freitag, der 13. soll ein Unglückstag sein. Für mich nicht, ich konnte heute nämlich nach einer guten Woche wieder die Sonne beobachten, die zwischen zwei gegenüber stehenden Hochhäusern hindurch schien. DAS hatte natürlich ein relativ ungünstiges Seeing zur Folge, weil der Sehstrahl genau durch zwei dicke Wärmequellen hindurchging. Das war zu erwarten, mir aber relativ egal.

Der Tag brachte so ziemlich alles, was das Wetter zu leisten imstande war: Regen, Schneeschauer, einen verunglückten Donnerschlag um die Mittagszeit, als es dunkel war, wie sonst nur kurz vor Sonnenaufgang, und, als ich kurz vor 15 Uhr nach Hause kam, eben auch einen klaren Himmel.

Überraschender Weise gab es im Weißlicht nicht viel zu sehen: Fünf Gruppen verteilten sich übersichtlich über die ganze, der Erde zugewandten Seite. Eine C8, eine D5, eine D8, eine H4 und eine H5 konnte ich erkennen, wobei die C-Gruppe, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Nummer von der NOAA erhalten hat, die meisten Probleme bei der Klassifikation verursachte. Sie sah auf wie ein spitz zulaufender Pfeil, auf der einen Seite mit, auf der anderen Seite ohne Penumbra. Die Einteilung in die Klasse C war sicher falsch, aber irgendwie muss man sich ja entscheiden, weil die Alternative, die Klassifikation als H-Gruppe, auch nicht gerade realistisch zu sein schien.

Ein auffälliges Fackelfeld gab es bei der randnahen AR 11393, nur drei weitere, kleine Bereiche waren unter den gegebenen Sichtverhältnissen auszumachen.

Nach dem Fleckenzählen, mit dem ich bis auf die eine Gruppe relativ schnell fertig war, kam mein PST an die Reihe. Das miese Seeing führte hier generell zu einer über die ganze Sonnenscheibe verteilten, leicht schwankenden Schärfe. Für die H-Alpha-Relativzahl konnte ich 7 Protuberanzenherde am Sonnenrand, 5 Filamente vor der Sonnenscheibe und 5 helle Gebiete ohne Fleckengruppen zählen.

Dabei war am interessantesten zum einen eine Bogenprotuberanz im Nordosten, sowie einige, wieder schön geschwungene, Filamente, deren Größe aber geringer war, als bei meiner letzten Beobachtung. Vom chromosphärischen Netzwerk war wegen der Sichtbedingungen nur ansatzweise etwas zu erkennen. Da habe ich schon bessere Tage erlebt. Insgesamt also eher eine moderate Sonnenaktivität an diesem Freitag ... und man kommt beim Ermitteln der Relativzahlen auch nicht so ins Schwitzen ...

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