Sonntag, 19. Februar 2012

Sonne am 19.2.2012

Vier Tage ohne weitere Sonnenbeobachtung liegen hinter mir, wodurch ich im Februar mal wieder mehr Ausfall- als Beobachtungstage produziert habe. Und die Sonnenaktivität liegt auch immer noch weit hinter den Erwartungen zurück. im Weißlicht gab es sechs Gruppen: A1, A1, B2, C8, D8 und J1, keine davon wirklich aufregend. Das Seeing war trotz der wieder gesunkenen Außentemperaturen ausgesprochen gut. Nervig waren nur die permanent durchziehenden Wolken.

Diese erschwerten dann auch die Beobachtung im H-Alpha. Aber mit sechs Protuberanzen, acht Filamenten - nur zwei davon erreichten größere Ausmaße - sowie zwei Plages, eine davon im Umfeld der D-Gruppe, sieht das doch ganz ordentlich aus. in Momenten klaren Himmels und ruhiger Luft sprang mir dann noch das chromosphärische Netzwerk regelrecht ins Auge. Leider nur für ein paar Sekunden, für eine Zeichnung reichte es nicht.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Sonne am 15.2.2012

Schon wieder sind fünf Tage ohne eine Sonnenbeobachtung vergangen, doch heute ist mir erstmals wieder nach Feierabend eine Fleckenzählung aus dem Dachbodenfenster heraus gelungen. Man merkt richtig, wie die Tageslänge zunimmt und man wieder mehr Gelegenheiten zum Beobachten am Taghimmel bekommt.

Schnell hatte ich meinen kleinen Refraktor auf mein Fotostativ gestellt, bin zum Dachboden gelaufen und öffnete das schmale Fenster.

Aufgrund des Zeitmangels, weil auch der Dachboden nicht hoch genug liegt, um das Hochhaus zu überragen, blieb es bei einer reinen Weißlichtbeobachtung, das PST kam leider nicht zum Einsatz.

Ganze vier Fleckengruppe (J1, D2, H1, C5) konnte ich bei relativ ruhigen Sichtbedingungen zählen. Nicht üppig, aber immerhin. Die Sonnenaktivität ist auch etwas mehr als ein Jahr vor dem prognostizierten Maximum im Juni 2013 sehr gering und so fand ich heute nur 9 Flecken in den Gruppen vor. Kaum der Rede wert.

Sonne am 10.2.2012


Es gibt so Tage, da wird man als Sonnenbeobachter nicht geliebt. Von der Arbeit über den Wochenmarkt nach Hause gehetzt, baute ich schnell meinen kleinen 80/400er Refraktor auf der Fensterbank meiner Küche auf, nur um zu sehen, dass der Himmel nur in Richtung Sonne bewölkt war. Überall war der Himmel blau und klar, nur vor der Sonne zogen ständig mehr oder weniger dicke Wolken vorüber. Dabei näherte sich unser Tagesgestirn immer mehr dem nervenden Hochhaus, ohne dass ich auch nur den Hauch einer Chance hatte, die Sonne zu beobachten. Und der restliche Himmel war absolut wolkenfrei.

In den wenigen Lücken, die sich boten, sah ich zunächst eine A-Gruppe am Ostrand, eine B-Gruppe am Westrand mitten in einer dicken Fackel und dann in der Nähe der Sonnenscheibenmitte eine D-Gruppe mit 18 Flecken, die ich aber nur schätzen und wegen der durchziehenden Wolken nicht wirklich zählen konnte. Die Penumbren waren schon sehr auffällig und wäre nicht die geringe Längenausdehnung der Gruppe, könnte sie auch schon die Grenze zur E geschafft haben.

Nun wurde es extrem stressig, da ich noch eine H-Alpha-Beobachtung haben wollte. Es zog eine größere, wolkenfreie Zone heran, die mich nicht nur die Weißlichtbeobachtung vollenden ließ.

Mein PST stand griffbereit, ich musste es nur noch auf das Tischstativ setzen und ausrichten. Das ging heute wie von selbst und schon beim ersten Blick sah ich 8 Protuberanzen, von denen lediglich eine etwas größer war. Dazu kamen noch 9 Filamente und 2 helle Gebiete, eines in der Nähe der D-Gruppe, das andere als chromosphärische Fackel am Sonnenrand.

Trotz der Hektik bei der Beobachtung – die Hauswand kam bedrohlich näher – fiel das ausgesprochen ruhige Seeing auf, welches durchaus detailreichere Beobachtungen ermöglicht hätte, wäre da nicht der enorme Zeitdruck, unter dem ich unter den gegebenen Umständen stand. Und schon verschwand die Sonne hinter dem Haus und damit aus meinem Blickfeld, für eine ordentliche Zeichnung hat es leider nicht mehr gereicht.

Die Sonne im Januar 2012

Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)

Weißlicht:
Der Anblick der Neujahrssonne war schon beeindruckend, zeigte aber nur wenig Veränderungen gegenüber der Silvestersonne. So begannen Jahr und Monat mit fünf Fleckengruppen, von denen der Komplex rund um die AR 11389 am interessantesten war. Hier offenbarten sich wieder einmal die unterschiedlichen Ansichten bei der Klassifikation von Sonnenfleckengruppen. Für die NOAA war es eine E-Gruppe, für die Kanzelhöhe eine C und eine D. Betrachtet man die Zeichnung der Österreicher von diesem Tage, so könnte man aufgrund der Achslage der beiden Fleckengruppen zueinander eher der Einteilung der Kanzelhöhe folgen. Und während man dort bei der Einteilung in zwei Gruppen blieb, sah die NOAA die AR 11389 am 2. als F-Gruppe an. Allerdings passen die Magnetogramme für diesen Tag auch eher zu zwei, als zu einer Gruppe. Dafür viel bei der NOAA die Zahl der Fleckengruppen auf drei ab und blieb bei der Kanzelhöhe bei fünf. In den folgenden Tagen stieg die Fleckentätigkeit erst einmal wieder ordentlich an, täglich kamen neue Gruppen hinzu, aber nur solche der unteren Waldmeierklassen A bis D. Die immer noch sehr aktive AR 11389 zerfiel am 6. Januar nach NOAA-Angaben zur Klasse C und war am 8. nur noch als randnahe H-Gruppe zu sehen, bis sie nach dem 10. nicht mehr gesehen wurde. In dieser Zeit nahm gleichzeitig die Zahl der Fleckengruppen wieder deutlich ab: ein neuerlicher Einbruch der Sonnenaktivität stand bevor, der bis zum Monatsende anhalten sollte. Die am 6. erstmals als D-Gruppe am Ostrand aufgetauchte AR 11393 entwickelte sich langsam, aber stetig zur E-Gruppe. Dieses Mal waren sich Kanzelhöhe und NOAA einig: Beide sahen dieses Gebiet ab dem 10. als E an und auch die ihr vorangehende AR 11391, die am 3. um den Ostrand herumgekommen war, stieg plötzlich zur Klasse E auf, sodass am 10. Februar zwei westlich stehende E-Gruppen und eine weit im Osten sichtbare C-Gruppe das Antlitz der Sonne prägten. Allerdings fiel die AR 11391 schon einen Tag später auf die Stufe D zurück und verschwand dann am 13. am Westrand der Sonne. Die AR 11396 bis 11398 erschienen einen tags darauf und gehörten alle der Klasse D an. Sehr schön war ihre Wanderung über die Sonne in den kommenden Tagen zu verfolgen, da sie kaum Veränderungen zeigten. Lediglich ihre penumbralen Strukturen waren einem steten, aber unspektakulären Wandel unterworfen. Am 15. kamen vier weitere Fleckengruppen hinzu, am 16. eine und am 17. zwei. Die Kanzelhöhe sah dann am 16. zwölf und am 17. neun Gruppen. Und diese hatten es buchstäblich in sich: Die am 15. als H-Gruppen dich am Ostrand zu beobachtenden AR 11401 und 11402 konnten am 16. als D- und ab dem 17. als E-Gruppen gesehen werden, die fast gemeinschaftlich über die Nordhalbkugel wanderten. Beide wiesen weitschweifige Penumbren auf, die aber binnen Stunden leichte Veränderungen – bei hochaktiven Gruppen ein ganz normaler Vorgang – aufzeigten. Schon einen Tag später ergab sich ein vollkommen anderes Bild: Die AR 11401 hatte ihre Längenausdehnung vergrößert und war zur F-Gruppe geworden, während der AR 11402 die Puste ausging und sie sich zur D zurück entwickelte. Ab dem 18. nahm dafür die Aktivität der übrigen Gruppen stark ab, deren Zahl ging bis zum 21. so weit zurück, dass an diesem Tage nur noch insgesamt vier Gruppen gefunden werden konnten, die noch dazu ausschließlich im Umfeld der beiden großen Regionen zu finden waren. An diesem Bild änderte sich bis zum Monatsende nicht mehr viel. Der ganze Komplex wanderte, unter zunehmenden Auflösungserscheinungen, in Richtung Westrand und nur gelegentlich entstanden neue Gruppen oder es rotierten welche um den Ostrand herum. Die AR 11402 zerfiel zusehends und gehörte ab dem 24. nur noch zur Klasse C, während die AR 11401 bis zum 26. konstant bei E blieb und danach auf die Stufe D zurück fiel. Am 27. war die AR 11401, am 29. die AR 11402 verschwunden. Da kaum neue Fleckengruppen nachkamen, gab es an jenem Tag nur noch drei Gruppen zu sehen, zwei der Klasse H und eine unscheinbare A-Gruppe. Am 30. kamen drei kleine B-Gruppen hinzu, die sich am 31. kaum verändert hatten. So endete der erste Monat des Jahres 2012 mit insgesamt 22 neuen Fleckengruppen, was eher niedrig bis durchschnittlich zu bewerten ist.

H-Alpha
Es ist kein großes Geheimnis und wer im Minimum regelmäßig im H-Alpha beobachtet hat, wird es bestätigen können: Auch wenn im Weißlicht fast nichts los ist, kann es trotzdem im Wasserstofflicht richtig interessant sein. Die ersten Januartage schienen diesem Beobachtungsbefund allerdings widersprechen zu wollen, denn die Aktivität im H-Alpha war eher gering und die wenigen Flares kamen nicht über die Stufe c hinaus. Es gab zwar durchaus Eruptionen mit einem koronalen Massenauswurf, aber entweder war dieser nicht zur Erde hin ausgerichtet, oder so schwach, dass man in unseren Breiten keine Polarlichter sehen konnte. Am 14. kam endlich wieder Bewegung in die Sache: Um 13:18 UT wurde aus der AR 11401 heraus ein M1-Röntgenflare beobachtet, der aber nicht erdwärts gerichtet war. Das gilt auch für den M1/1n-Flare, der am 17. um 4:53 UT in der gleichen Region entstand. Ihm folgte am 18. Um 19:12 UT ein weiterer M1/1n-Ausbruch. Am 19. kam endlich auch die AR 11402 in die Gänge und produzierte ein intensiven und über fünf Stunden anhaltenden M3/2-Flare, dess Höhepunkt um um 16:05 UT erreicht wurde. Der Ausbruch war mit einem Typ IV-Radiosturm sowie einem kräftigen koronalen Massenauswurf verbunden war. Zwei Radioausbrüche mit Geschwindigkeiten von 933 km/s (12:52 UT) und 694 km/s (19:33 UT) folgten aus der AR 11401. Und in der Nacht vom 21. auf den 22. konnte, wer mit dem Wetter Glück hatte, an der Ostseeküste ein schwaches Polarlicht mit einigen Streamern sehen. Aus zwei Plages – das sind helle Zonen in der Chromosphäre rund um Aktivitätsgebiete, die mit den Fackeln im Weißlicht gleichzusetzen sind – stiegen am 20. um 21:12 UT und um 23:33 UT Radiostürme der Klassen II und IV mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 945 km/s auf, waren aber nicht erdwärts gerichtet. Am 23. produzierte die AR 11402 ab 3:59 UT einen weiteren, multifrequenten Flares samt CME und einem Frequenzgang zwischen 25 MHz und 15,4 GHz. Die Hoffnung war groß, dass der Ausbruch, schön zentral gelegen, endlich auch mal Polarlichter über Deutschland erzeugen würde. Leider geschah in der Nacht vom 24.auf den 25. rein gar nichts: Man war froher Erwartung, doch trotz hoher Teilchengeschwindigkeit und großer Teilchendichte war es wohl so, dass der Sturm nördlich am Erdmagnetfeld vorbei ging und man wieder nichts sah. Allerdings gab es vereinzelt – meist unsichere – Meldungen aus dem Ostseeraum, wo man bis zu einer maximalen Höhe von 10° über dem örtlichen Horizont leichte Verfärbungen gesehen hat oder haben will, die einem Polarlicht zugeschrieben wurden. Es hat aber wohl ein sehr schwaches fotografisches Polarlicht gegeben, doch die vorliegenden Ergebnisse lagen nur ganz knapp über dem Bildrauschen. Nach einigen kleineren koronalen Massenauswürfen brachte die AR 11402 am 27. um 18:37 UT einen X1/1f-Flare, verbunden mit einem Typ IV-Radiosturm hervor, der trotz seiner 1523 km/s aufgrund seiner Position nahe des Westrandes das irdische Magnetfeld nicht mehr zu beeinflussen vermochte. Bis zum Ende des Monats nahm die Zahl der Ausbrüche wieder ab und man hoffte vergebens auf große Polarlichter auch in unseren Breiten.

Sonne am 9.2.2012

An diesem Tag hatte ich aus persönlichen Gründen etwas früher Feierabend machen können und kam dadurch in den Genuss einer Sonnenbeobachtung mitten in der Woche, was im Februar wirklich echter Luxus ist.

Die Sonne im Weißlicht war, ein paar Tage nach der letzten Beobachtung am 5. Februar, noch geringer geworden und ich fand nur noch zwei Gruppen vor: Eine D mit 9 und eine B mit 2 Flecken, wobei die B-Gruppe am Westrand in einem ausgedehnten Fackelfeld steht und aufgrund des Seeings nur blickweise zu erkennen war.

Die H-Alpha-Sonne war demgegenüber geradezu umwerfend: Man sah 9 Protuberanzen, 11 wild über die Oberfläche verstreute Filamente in unterschiedlichsten Formen sowie zwei helle Bereiche einmal bei der D-Gruppe und einmal weiter im Süden, wo sich im Weißlicht kein Aktivitätsgebiet ausgebildet hatte. Es boten sich somit gleich mehrere potentielle Ursprungsorte für eruptive Aktivitäten an.

Die Beobachtungsbedingungen waren für die Mittagszeit gar nicht mal so schlecht wie an anderen Tagen und sowohl für die Weißlicht-, als auch für die H-Alpha-Beobachtung ganz brauchbar, dafür störten durchziehende Wolken immer wieder die Beobachtung. Deshalb fand ich an diesem Tage keine Zeit für eine Zeichnung der Sonne im H-Alpha. Und eine halbe Stunde nach der Beobachtung war der Himmel dann ganz zugezogen. Es wurde erst wieder klar, als die Sonne hinter dem schon mehrfach erwähnten Hochhaus stand ...

Sonne am 5.2.2012

-13° zeigte das Außenthermometer – keine wirklich idealen Bedingungen, wenn man seinen kleinen 80/400er Refraktor mit Tischstativ auf der Fensterbank aufstellen muss, um überhaupt die Sonne erreichen zu können. Und man steht dann auch ständig in einem Luftstrom, in dem sich die warme Innenluft mit der kalten Außenluft mischt, was das Seeing nicht egrade verbessert. Die Alternative wäre aber, gar keine Beobachtung zu bekommen, was ebensowenig akzeptabel war.

In diesen Tagen und Wochen kann man sehr schön sehen, wie flach der Tagbogen der Sonne verläuft (und wie in etwa die Bahn des Mondes in einem halben Jahr aussehen wird). Nur langsam kroch die Sonne über dem Nachbarhaus in Richtung Osten empor und man konnte dabei, wie bei einem Scanner, ihre Oberfläche im Weißlicht abtasten. Allerdings stehen auch hier Bäume im Weg, sodass ich notgedrungen zwischen den Ästen hindurch peilen musste. Aber bald hatte sie größere Höhen erklommen und ich konnte die ganze Oberfläche sehen.

Mit zunehmender Beobachtungsdauer wurde auch das Seeing besser – es bringt was, wenn man in der Nacht vor der Beobachtung die Heizung herunterdreht. Die Zahl der Fleckengruppen hatte sich gegenüber dem Vortag nicht verändert. Die H-Gruppe enthielt nur noch eine Umbra innerhalb des Hofgebietes, zudem nahm sie weniger Fläche ein. Die C-Gruppe wies kaum Veränderungen auf und bestand aus einer runden Penumbra und ein paar kleineren Einzelflecken. Auch die A-Gruppe war ohne Schwierigkeiten zu sehen, verschwand aber manchmal im Seeinggebluber. Am Rand waren nur wenige Fackeln zu sehen.

Wieder einmal zeigte sich die H-Alpha-Sonne wesentlich aktiver, gleich auf den ersten Blick fand ich im PST sechs Protuberanzen, 14 Filamente und dafür keine Plages. Besonders interessant waren an diesem Tag die verschiedenartigen Formen der Filamente, die oft, gestaffelt, hintereinander standen. Die sich weiter verbessernden Beobachtungsbedingungen ließen mir dann noch Zeit für eine weitere Zeichnung.

Dienstag, 14. Februar 2012

Sonne am 4.2.2012

Erstmals in diesem Jahr kann ich wieder am Vormittag die Sonne beobachten, obwohl es anfangs wegen einer hartnäckigen Wolkendecke nicht danach ausgesehen hatte. Und wenn ich gestern noch dachte, aufgrund des schlechten Seeings einige Gruppen nicht gesehen zu haben, so bestätigte sich der niedrige Pegel an diesem Morgen (was ich aber schon vorher auf spaceweather recherchieren konnte).

Um 8:50 Uhr UT konnte ich eine kleine C-Gruppe mit drei und eine H-Gruppe mit zwei Flecken sowie eine einzelne H-Gruppe nahe der Sonnenscheibenmitte sehen, die von einer gemeinsamen Penumbra umspannt wurde. Das Seeing war ein klein wenig besser als am Vortag, auch waren die Sprünge rund um den Schärfepunkt nicht annähernd so schlimm. Zeitweise sind sogar mehrere Fackelgebiete am Sonnenrand auszumachen.

Die heute bessere Sicht ermöglichte endlich auch den Einsatz des PSTs: Im Gegensatz zum Weißlicht liegt die Sonnenaktivität im H-Alpha deutlich höher. Auf den ersten Blick fallen fünf Protuberanzenherde auf, dazu kommen acht Filamente - die meisten davon im Südwesten und hier besonders zum Sonnenrand hin, wo es im Weißlicht kein Aktivitätsgebiet zu sehen gibt –, aber keine Plages.

Dafür habe ich mich an diesem Tage an meiner ersten H-Alpha-Zeichnung versucht, die ich aber erst noch mal scannen und bearbeiten muss, bevor ich sie hier präsentieren kann.

Sonne am 3.2.2012

Die Zeit für eine vernünftige Sonnenbeobachtung war an diesem Tage extrem knapp, zu dem Zeitpunkt, als ich nach Hause kam, stand die Sonne links vom meinem gegenüber liegenden Hochhaus und wurde überdies von einer (nur dort befindlichen) Wolkenbank bedeckt.

Es wurde zu einem Nerven aufreibenden Spiel. Würde sich die Sonne vor Erreichen des Hauses noch einmal in voller Pracht zeigen, oder würde es – wie so oft – erst klar werden, wenn sie, für mich unerreichbar, dahinter stand? Hektik und bange Blicke zum Himmel bestimmten das Bild und als sich die Sonne immer noch nicht zeigte, war klar, dass ich die H-Alpha-Beobachtung schon mal getrost von meinem Beobachtungsplan streichen konnte.

Dann war es aber doch soweit, die Sonne stand nur noch knapp den eigenen Durchmesser von der Hausmauer entfernt, die sich durch die Wärmeausstrahlung unangenehm bemerkbar machte. Dennoch offenbarte sich für kurze Zeit die im Augenblick wieder sehr niedrige Sonnenaktivität im Weißlicht. In meinem kleinen 80/400er – Refraktor sehe ich lediglich eine C-Gruppe mit 9 und eine D mit 8 Flecken (mehr geschätzt als gezählt). Das ist insofern erstaunlich, weil man doch damit gerechnet hatte, dass drei Jahre nach dem Minimum die Aktivität nun endlich wieder kräftiger ansteigen würde. Aber anscheinend ist das Gegenteil der Fall. Die Aktivität scheint wieder zusammengebrochen zu sein, was allerdings bei Anstieg nach dem Minimum immer wieder mal vorkommt.

Um 15:23 MEZ musste ich dann wegen des Hochhauses meine ohnehin abgeschlossene Weißlichtbeobachtung abschließen. Zu einer Beobachtung mit dem PST im H-Alpha kam es nicht mehr, obwohl das Wetter es zugelassen hätte …

Sonne am 1.2.2012

Nach fast zwei Wochen gab es endlich mal wieder einen Himmel, den man für eine Sonnenbeobachtung nutzen konnte. Allerdings waren die Beobachtungsbedingungen – typisch für den Winter – sehr schlecht. Die Luft war sehr unruhig, die Außentemperaturen niedrig, der Sonnenrand waberte stark und gab Einzelheiten der Sonnenoberfläche oft nur für Sekunden frei. Mit sehr viel Mühe sah ich eine H-Gruppe mit einem Fleck, eine D mit 6 oder 8 Flecken sowie zwei A-Gruppen, die am Westrand mitten in einem Fackelfeld standen und eine B-Gruppe im Süden. Unweit davon gab es noch eine kleine B-Gruppe.

Aufgrund des miserablen Seeings, das auch ein Scharfstellen nahezu unmöglich machte, war dann auch erst mal keine H-Alpha-Beobachung möglich. Man sah deutlich, wie das Seeing zwischen Schärfe und Unschärfe hin und her sprang. Bei so einer Situation ist jeder Versuch vergebens, dem Seeing hinterher zu fokussieren.

Ein wenig später hatte sich das Seeing ein wenig beruhigt, sodass man auch im H-Alpha beobachten konnte. Ich kam beim Zählen auf 15 Aktivitätsgebiete: 7 Protuberanzen, 5 kleinere Filamente und 3 Plages, aus denen, zumindest theoretisch, bei einer Zunahme der magnetischen Aktivität in diesem Gebiet Flares und CMEs entstehen können. Mit M- oer gar X-Flares ist bei dieser Sachlage momentan aber nicht zu rechnen.