Mittwoch, 15. Februar 2012

Sonne am 5.2.2012

-13° zeigte das Außenthermometer – keine wirklich idealen Bedingungen, wenn man seinen kleinen 80/400er Refraktor mit Tischstativ auf der Fensterbank aufstellen muss, um überhaupt die Sonne erreichen zu können. Und man steht dann auch ständig in einem Luftstrom, in dem sich die warme Innenluft mit der kalten Außenluft mischt, was das Seeing nicht egrade verbessert. Die Alternative wäre aber, gar keine Beobachtung zu bekommen, was ebensowenig akzeptabel war.

In diesen Tagen und Wochen kann man sehr schön sehen, wie flach der Tagbogen der Sonne verläuft (und wie in etwa die Bahn des Mondes in einem halben Jahr aussehen wird). Nur langsam kroch die Sonne über dem Nachbarhaus in Richtung Osten empor und man konnte dabei, wie bei einem Scanner, ihre Oberfläche im Weißlicht abtasten. Allerdings stehen auch hier Bäume im Weg, sodass ich notgedrungen zwischen den Ästen hindurch peilen musste. Aber bald hatte sie größere Höhen erklommen und ich konnte die ganze Oberfläche sehen.

Mit zunehmender Beobachtungsdauer wurde auch das Seeing besser – es bringt was, wenn man in der Nacht vor der Beobachtung die Heizung herunterdreht. Die Zahl der Fleckengruppen hatte sich gegenüber dem Vortag nicht verändert. Die H-Gruppe enthielt nur noch eine Umbra innerhalb des Hofgebietes, zudem nahm sie weniger Fläche ein. Die C-Gruppe wies kaum Veränderungen auf und bestand aus einer runden Penumbra und ein paar kleineren Einzelflecken. Auch die A-Gruppe war ohne Schwierigkeiten zu sehen, verschwand aber manchmal im Seeinggebluber. Am Rand waren nur wenige Fackeln zu sehen.

Wieder einmal zeigte sich die H-Alpha-Sonne wesentlich aktiver, gleich auf den ersten Blick fand ich im PST sechs Protuberanzen, 14 Filamente und dafür keine Plages. Besonders interessant waren an diesem Tag die verschiedenartigen Formen der Filamente, die oft, gestaffelt, hintereinander standen. Die sich weiter verbessernden Beobachtungsbedingungen ließen mir dann noch Zeit für eine weitere Zeichnung.

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