Dienstag, 6. März 2012

Die Sonne im Februar 2012

Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)

Weißlicht
Im Monat Februar ist die Sonnenaktivität wieder deutlich zurück gegangen. Das drückt sich auch in der Tatsache aus, dass lediglich 12 neue Fleckengruppen registriert werden konnten. Die Fleckenzahlen verharren damit weiter aus sehr niedrigem Niveau, was dem Stand, etwa ein Jahr vor dem prognostizierten Maximum (neuerdings im Januar) 2013 ganz und gar widerspricht. Und so startete der Monat mit lediglich vier Gruppen (AR 11408, 11410, 11411 und 11413), die am 1. als zwei C-, eine D- und eine H-Gruppe sichtbar waren. Am 3. war die AR 11408 um den Sonnenrand herum rotiert und nur die beiden C-Gruppen bildeten einen – wenngleich auch recht ordentlichen mit großflächigen Penumbren versehenen – Blickfang für das Beobachterauge. Am 4. waren nur noch die AR 11410 und 11413 als eine C- und eine D-Gruppe vorhanden. Erst einen Tag später, am 5., erschien mit der AR 11414 die erste neue Gruppe des Monats: eine B-Gruppe, die man bei schlechtem Seeing schon leicht übersehen konnte. Und während sich die AR 11413 zur C-Gruppe zurück entwickelte, gab es bei den anderen zwei Gruppen keine Veränderungen. Am 7. soll nach Angaben der NOAA die AR 11410 zur E-Gruppe geworden sein, was sich aber auf der Zeichnung der Kanzelhöhe vom 8. nicht verifizieren lässt. Ein Vergleich der beiden unterschiedlichen Tage ist durchaus möglich, da sich E-Gruppen nur zu Zeiten einer hochdynamischen Sonnenaktivität – von der wir grad meilenweit entfernt sind – so dramatisch zurückbilden, um dann einen Tag später so auszusehen, wie auf der Zeichnung. Hier handelt es sich offenbar um eine weitere Fehlinterpretation, wie sie in den letzten Jahren immer häufiger vorgekommen ist. Für den 8. selber wies die NOAA die kleine D-Gruppe immer noch als E aus, aber immerhin war man sich bei der zweiten Gruppe, ein der Klasse A, einig. In der Nacht vom 8. auf den 9. war auf der Südhalbkugel der Sonne die AR 11415 – eine Gruppe der Waldmeierklasse C – neu entstanden. Am nächsten Tag war die AR 11410 – ohnehin dicht am Sonnenrand stehend – verschwunden, während am Ostrand die AR 11416, eine kleine J-Gruppe, auftauchte. Die AR 11416 hatte sich inzwischen zu einer stattlichen D-Gruppe mit ausgeprägten Penumbren im voranschreitenden und nachfolgenden Teil entwickelt. Am 11. kam mit der AR 11417 eine weitere B-Gruppe hinzu. Und nachdem sich am 12. die AR 11415 nach nur wenigen Tagen schon wieder aufgelöst hatte, traute man am 13. kaum seinen Augen zu trauen. Quasi über Nacht waren mit den Aktiven Regionen 11418 bis 11420 gleich drei neue Fleckengruppen entstanden: eine B, eine C und eine H und die AR 11416 hatte sich zu einer E-Gruppe weiterentwickelt. Dafür verschwand am nächsten Tag die AR 11415 und am 16. waren es nur noch vier Gruppen, wobei die AR 11416 binnen zwei Tagen zu einer C-Gruppe zerfiel. Danach war der Aktivitätsausbruch auch schon wieder vorbei, die Zahl von vier gleichzeitig zu beobachtenden Gruppen blieb erst einmal stabil. Am 19. sah die Kanzelhöhe sechs, die NOAA aber nur vier Gruppen (was wiederum unverständlich ist, da ich die sechs Gruppen selbst in meinem kleinen 80/400er Refraktor ohne Probleme beobachten konnte. Am 20. kamen die Aktiven Regionen mit den Nummern 11421 und 11422 (eine A- und eine D-Gruppe) hinzu. Die nachfolgenden Tage brachten dann eine immer weiter zurückgehende Zahl an Fleckengruppen, sodass am 23. nur noch die AR 11420 und 11422 übrig waren, wobei die Kanzelhöhe aber doch noch ein paar Flecken mehr sah. Am 24. erschien mit der AR 11423 eine H-, am 25. mit der AR 11424 noch eine H- und am 27. mit der AR 11426 eine D-Gruppe als letzte Neuerscheinung des Monats Februar. An all diesen Tagen waren auch wieder Unterschiede in den Angaben zwischen der NOAA und der Kanzelhöhe festzustellen, wobei meine eigenen Beobachtungen in dieser Zeit eher mit der Kanzelhöhe als mit der NOAA überein stimmten. So endete der Schaltmonat am 29. mit drei Gruppen, die den Waldmeierklassen A, B. und H angehörten.

Hα:
Die Hα-Aktivität war in ganzen Monat äußerst gering und neben stets vorhandenen Filamenten und Protuberanzen gab es vor allem Flares der niedrigsten Klasse c oder Ausbrüche mit schwachen CMEs, die aus Filamenten heraus entstanden. So am 3., um 20:13 UT, als nordöstlich der AR 11410 plötzlich ein derartiger Materiebogen aufstieg. Der koronale Massenauswurf war aber nicht erdwärts ausgerichtet. Am 6. um 20:00 UT raffte sich die AR 11410 zu einem M1-Röntgenflare auf, dessen Teilchen aber an der Erde vorbei gingen. Am 9. um 21:17 UT stellte SOHO einen CME fest, der im Nordosten nahe der AR 11417 entstanden war. Diesem folgte am 10. um 11:47 UT ein weiterer Ausbruch, der aus einem immerhin 23° langen, aufsteigenden, Filament entstand. Um 19:00 UT explodierte in der gleichen Gegend ein 27° langes Filament. Aufgrund ihrer Position wurde das Erdmagnetfeld nicht durch diese Eruptionen beeinträchtigt. Am 17. wurden zwei weitere, explodierende Filamente gesichtet (eines 9°, das andere 16° lang). Erst am 24. um 3:46 UT gab es wieder einen nennenswerten CME, der sogar erdwärts gerichtet war. Ein paar Tage zuvor hatte ein kleinerer Substorm - eine in diesem Fall wohl spontane Verdichtung des ständig von der Sonne ausgehenden Teilchenstroms - am Morgen des 19. für ein kurzes Polarlicht über Norddeutschland gesorgt. Auf den Impakt nach dem CME vom 24. War man gespannt, aber Sichtungen wurden nicht gemeldet, weil Norddeutschland zu der Zeit unter einer kompakten Wolkenschicht lag, die keine Beobachtungen zuließ. Damit endete auch dieser  Monat ohne herausragendes Ereignis auf unserer Sonne.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen