Freitag, 23. März 2012

Sonne am 19.03.2012

Es war fast die ganze Beobachtungszeit über ein quälender Kampf mit den Wolken. Hatte man sich auf ein Gebiet konzentriert, wischten wieder Wolkenfetzten durch das Bild oder bedeckten die Sonne, sodass man sich bei der nächsten Wolkenlücke aufs Neue auf den gerade beobachteten Bereich auf der Sonnenoberfläche konzentrieren musste. Kaum war dies geschehen, kann schon wieder der Rand des Wolkenstreifens und ich musste die Beobachtung wieder für ca. eine Viertelstunde oder länger unterbrechen.

Und natürlich lag der einzige Wolkenstreifen am Himmel quer zur Sonne, der Rest war völlig wolkenfrei. Der Rand der Wolke strich immer knapp an der Sonne vorüber. Nur ab und zu kam sie mal richtig durch. Die Beobachtung war sehr anstrengend und ermüdend für die Augen, da, kaum, dass man eine Fleckengruppe gesehen hatte, die Sonne wieder verdeckt wurde. Von einer Stunde am Fernrohr konnte ich sie vielleicht grad mal für 10 Minuten wirklich sehen.

In den wenigen, kleinen Wolkenlücken erfasste ich am Anfang nur drei der sechs von der Kanzelhöhe aufgezeichneten Fleckengruppen sehen. Der Rest war zunächst zwischen den Wolkenlücken kaum zu erkennen. Erst als die Sonne sich dem nächsten Baum näherte – nunmehr schon recht tief stehend – sackte sie quasi unter der Wolkenschicht durch und konnte auch mal für einen längeren Zeitraum beobachtet werden.

Erst jetzt registrierte ich neben der D5, der D8 und der C6 drei weitere der niedrigsten Waldmeierklasse A. Dadurch, dass die Sonne schon tiefer stand und die Spitze der Baumgruppe berührte, hatte ich nicht mehr viel Zeit für die H-Alpha-Beobachtung. So erkannte ich – unterbrochen durch nun wieder durchziehende Wolkenstrukturen - noch kurz eine größere aufsteigende Protuberanz im Südwesten, mehrere kleinere und ein paar Filamente. Mehr war heute nicht drin, denn während der Beobachtung verschwand die Sonne hinter den Bäumen. Etwa zeitgleich kamen Wolken auf und beendeten damit endgültig die Beobachtung. Deren Wirkung war aber schon vorher zu bemerken: Binnen Sekunden war es nicht mehr möglich, Oberflächenstrukturen wahrzunehmen, das Seeing kippte von einem Moment zum nächsten. Statt einer roten Sonne mit viel Detail gab es nur noch eine einheitlich rote Fläche ohne Einzelheiten.

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