Dienstag, 6. März 2012

Sonne am 20.2.2012

Schon beim ersten Blick durch das 9 mm Okular in der Steckhülse meines auf der Fensterbank stehenden 80/400 mm Refraktor mit Glasobjektivfilter fällt auf, dass sich die D-Gruppe vom Tag zuvor ganz enorm weiterentwickelt hatte. Sie bestand zwar immer noch aus insgesamt 12 Flecken, dafür hatten sich aber beide Penumbren – sowohl im voranschreitenden als auch im nachfolgenden Teil – enorm vergrößert. Daneben fand sich dann aber nur noch eine J-Gruppe, alle anderen Gruppen vom Vortag hatten sich quasi über Nacht aufgelöst und konnten nicht mehr gefunden werden. Die aktuelle SOHO-Satellitenaufnahme ließ zwar noch zwei klitzekleine A-Gruppen erkennen, in meinem Fernrohr waren sie aber nicht mehr zu sehen.

Die Beobachtungsbedingungen waren am Anfang recht gut, doch die sich im Nordwesten aufbauende Wolkenschicht schickte schon mal erste Cirren voran, die die Sonne dann mehr und mehr verdeckten. In der Folge verschlechterte sich das Seeing dramatisch und am Ende konnte man nicht mal mehr einen Schärfepunkt finden, da nun der Sonnenrand heftig wallte und auf der Sonnenoberfläche im Weißlicht nicht mal mehr eine Trennung penumbraler Strukturen möglich war.

Obwohl eigentlich kaum Hoffnung bestand, bei diesen Voraussetzungen im Hα etwas zu sehen, baute ich dennoch das PST auf. Und siehe da, trotz schlechter werdenden Seeings waren im Nordosten eine große schwebende Protuberanz, daneben eine Büschelprotuberanz, mehrere – auch ausgedehnte – Filamente sowie im Südosten eine weitere Büschelprotuberanz zu finden. Mehrere kleinere rundeten das Bild ab. Insgesamt 8 Protuberanzen, 14 Filamente und zwei Plages waren zu finden. Beendet wurde die Beobachtung dann aber durch die stärker werdende Cirrusbewölkung, die am Ende keine Wahrnehmung feiner Details mehr zuließ.

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