Dienstag, 6. März 2012

Sonne am 25.02.2012

Wieder lag es am Wetter, dass seit der letzten Sonnenbeobachtung vier Ausfalltage folgten. Und auch an diesem Tag war es ein steter Kampf mit den Wolken. Die Sonne stand knapp über dem Dach des Nachbarhauses hinter meinen wie immer nervigen Bäumen. Da sie in dieser Jahreszeit noch wenig Bewuchs zeigten, konnte man durch die Äste hindurch schauen. Das wird in ein paar Wochen nicht mehr möglich sein. Zwar wurde in den letzten Tagen der Baum etwas gelichtet, mir wäre es aber lieber gewesen, wenn man ihn gefällt hätte. Nicht nur wegen der Sonnenbeobachtung, sondern auch wegen der Tatsache, dass er so viel vom Tageslicht wegnimmt, dass ich im Winter schon ab 14 Uhr Licht anmachen muss.

Wäre da nicht der oft zu beobachtende Wolkenstau in Richtung Sonne, hätte ich die Passage einer astfreien Zone im Baum hindurch beobachten können, so musste ich mir leider den Anblick mit einem quer stehenden Ast teilen. So sah die Sonne teilweise aus wie Jupiter, mit Wolkenstreifen, die allerdings irdischen Ursprungs waren: Die Wolken zogen seitwärts vor der Sonne vorbei. Mühsam erklomm unser Tagesgestirn größere Höhen und die nächste baumfreie Zone. Die Sicht war nicht wirklich gut, man musste nicht nur durch Äste, sondern auch durch eine fast beständige Cirrusschicht hindurch schauen. Das Seeing war sehr schlecht, der Sonnenrand in starker Bewegung und Einzelheiten auf der Oberfläche kaum auszumachen. Dennoch konnte ich in den wenigen verbleibenden Momenten ruhiger Luft im Westen eine H1- und eine A1- und nahe des Ostrands eine H2-Gruppe sehen. Die Werte für Ruhe und Schärfe lagen gerade mal bei 4, alles eher suboptimal. Da kann man endlich mal wieder beobachten und just an dem Tag derart mieses Seeing, dass sich die Beobachtung kaum lohnt. Dennoch sah ich – fast schon im Abbauen – noch eine kleine B-Gruppe ziemlich zentral nahe der Sonnenscheibenmitte. Und gerade jetzt, als das Seeing für Momente etwas besser wurde, erkannte ich, dass die H-Gruppe in Wirklichkeit eine C war, da vorher die kleinen Flecken im nachfolgenden Teil der bipolaren Gruppe einfach nicht zu sehen waren.

Da sich die Luftqualität – wenn auch immer nur für ein paar Sekunden – zu bessern schien, baute ich noch mein PST auf. Quer zum Bildfeld lag nun erst mal wieder ein dicker Ast, der die Beobachtung extrem beeinträchtigte. Dennoch sah ich wieder mal eine etwas größere Büschelprotuberanz sowie etliche kleinere, von denen eine steil aufzuragend schien. Zu allem Überfluss kamen auch die Wolken zurück … Und in dem Moment, wo die Sonne ganz hinter dem Baum hervorkam, zog es endgültig zu, aber nur in Richtung Sonne. Der übrige Himmel war schön blau und klar! So konnte ich die Hα-Beobachtung nicht beenden und musste sie mittendrin abbrechen. Erst Stunden später, am Nachmittag, kam die Sonne wieder raus und es blieb sogar für längere Zeit klar. In dieser Phase beobachtete ich 11 Protuberanzen, 9 Filamente und 3 Plages. Besonders beeindruckend waren dabei mehrere Filamente, die nahezu im rechten Winkel angeordnet waren. Später stiegen diese auf und sorgten für Koronale Massenauswürfe. Diese waren dann aber für mich – dank rasch wieder aufziehender Wolken – nicht zu beobachten.

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