Dienstag, 27. März 2012

Sonne am 25.03.2012

Am Tag nach dem Astronomietag wollte ich hochmotiviert an die tägliche Sonnenbeobachtung herangehen, wurde zunächst jedoch durch nervigen Hochnebel abgehalten. Als sich diese auflöste blieb ein grottiges bis katastrophales Seeing zurück. Den ganzen Tag über hatte ich extrem schlechte Sichtbedingungen (trotz tiefblauem Himmel) mit heftig wallendem Sonnenrand, der ein Fokussieren fast unmöglich machte. Bei der D- und der J-Gruppe war eine Trennung zwischen Umbra und Penumbra nicht möglich. Kleinere Fleckengruppen verschwanden gleich ganz unter den heftigen Luftbewegungen. Es sind nur wenige Sekunden, die die kleinen Gruppen schwach erahnen lassen. So ein schlechtes Seeing hatte ich lange nicht mehr erlebt, eine einzige Enttäuschung. Auch am Nachmittag wurde das nicht besser, im Gegenteil. Nur mit viel Konzentration und ständigem Suchen erkenne ich folgende Gruppen: J1, D8, C14, A1, A1 und B2, die Kanzelhöhe sah noch eine weitere Gruppe.

Die Hα -Beobachtung litt extrem unter den schlechten Bedingungen. Eigentlich lohnte es sich überhaupt nicht, das PST aufzubauen. Ich probierte es dennoch und wurde enttäuscht. In den wenigen Augenblicken, wo die Sonne nicht hinter dem feinen Geäst meines nervigen Baumes stand und das Seeing für Sekundenbruchteile mal ein klein wenig besser wurde, zählte ich 7 Protuberanzen, 7 Filamente und 2 helle Plages.

Überdies sah ich im Südwesten und Südosten zwei größere Protuberanzen durchschimmern, doch das Seeing, der blubbernde und wallende Sonnenrand, verschwischte die Eindrücke immer mehr. Störend waren auch die fast permanent durchziehenden Hochnebelschwaden und die vor dem PST dahin wischenden Äste. So machte die Beobachtung keinen Spaß. Auch der am Nachmittag klarere Himmel änderte daran nichts, denn das Seeing war und blieb katastrophal schlecht, so dass man eigentlich fast gar nichts mehr sehen konnte. Selbst die Momente ruhiger Luft blieben aus.

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