Mittwoch, 23. Mai 2012

Die Sonne im April 2012

Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)

Vier Fleckengruppen der Waldmeierklassen B bis D erwarteten den Beobachter am 1. April. Daran änderte sich in der ersten Dekade auch nicht sonderlich viel, lediglich die AR 11450 entwickelte sich zunehmend, bis sie am 6. Nach NOAA-Angaben die Klasse E erreichte und aufblühte, je mehr sie sich dem Sonnenrand annäherte. Täglich entstanden hier neue Penrumbren, bereits vorhandene änderten ihre Strukturen oder bildeten sich in Teilen zurück. Nach dem 8. zerfiel die Gruppe aber wieder und rotierte gleichzeitig um den Westrand der Sonne herum.

In diesen Tagen ging die Zahl der gerade sichtbaren Fleckengruppen wieder extrem stark zurück. Am 9. war nur noch ein Rest der AR 11450 in Form einer dicht am Sonnenrand stehenden J-Gruppe zu erkennen. Einen Tag später konnte man, je nach Seeing, dann gleich 3 kleine A-Gruppe erkennen, von denen sich eine am 11. schon wieder aufgelöst hatte und die anderen zu kleinen B-Gruppen weiterentwickelt waren. So ging es munter weiter. Lediglich die AR 11455, erstmals am 12. beobachtet, entwickelte sich ziemlich rasch von einer A-Gruppe zu einer D, die sich mehr und mehr ausdehnte, dafür aber wie bei einem gedehnten Gummiband immer dünner wurde. Je mehr sie an Länge zunahm, desto mehr verlor sie an Struktur.

Die Zahl der sie begleitenden Gruppen nahm dann zeitgleich auch wieder ab. Mit den Aktiven Regionen 11458 und 11459, die am 15. um den Ostrand herumrotierten, sollte sich das eher gemächliche Bild der Sonnenaktivität im Weißlicht drastisch ändern. Insbesondere die AR 11459 entwickelte sich binnen Tagen zu einer auffälligen F-Gruppe mit großen Penumbren, vielen Einzelflecken und Lichtbrücken auf der Nordhalbkugel. Die AR 11458 auf der Südhalbkugel wurde unterdessen zu einer großen D-Gruppe. Ihr auffälligstes Merkmal war ihre schlanke Form, die wenig Penumbren, dafür aber umso mehr Einzelflecke enthielt. Die Zahl der Flecken insgesamt nahm deutlich zu, auch wenn sie außer den beiden D-Gruppen nur die Waldmeierklasse B bis C erreichten. In der Nachbarschaft der AR 11459 hatten sich die AR 11462 und 11465 ebenfalls zu D-Gruppen mit teils komplizierter Penumbra entwickelt. Bis Ende April gab es keine nennenswerten Neuentwicklungen in den Gruppen. Sie wanderten allesamt fast schon wie im Trab über die Sonne und nur die AR 11471 gab Anlass zu Diskussionen, weil sie bei der Kanzelhöhe eine E-Gruppe, bei der NOAA aber nur eine D war.

In den ersten Tagen des Aprils war die Sonnenaktivität im Hα ausgesprochen niedrig. Es gab nur b- und c-class-Flares, nur kleine und beinahe schon mickrige Protuberanzen. Das erste nennenswerte Ereignis trat am 7. ein, als zwischen 18:25 UT und 19:00 UT im Nordwesten ein Filament explodierte und seine Energieströme ins All hinaus schleuderte. Verbunden war das Ganze mit einem CME, dessen Teilchen mit 690 km/s von der Sonne wegflogen. Vom 9. bis zum 11. konnten gar keine Flareereignisse mehr registriert werden. Danach baute sich die Aktivität mit vielen b- und c-class-Flares langsam wieder auf. Aber erst am 16. um 17:45 UT gab es wieder einen M1-Flare, der aus der AR 11459 ausgestoßen wurde. Bereits um 13:00 UT war bei S43E33 ein eruptives Filament mit einem kräftigen CME aufgestiegen. Einen Tag später, am 17. um 13:30 UT explodierte bei N24W40 ein weiteres Filament. Den nächsten M1/1n-Flare gab er erst wieder am 27. Um 8:24 UT stieg er aus der AR 11466 auf, begleitet von einer Vielzahl von c-class-Flare in den anderen Fleckengruppen. Am 28. explodierte um 10:45 UT ein 16 heliographische Grade großes Filament bei S32W33. Das nächste explodierende Filament, dieses Mal nur 6° lang, beobachtete man um 18:00 UT bei N06E36 nahe der AR 11467, womit der eher etwas ereignisarme Monat dann zu Ende ging.

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