Sonntag, 30. September 2012

Sonne am 30.09.2012

Am letzten Tag des Monats gab es endlich mal richtigen Sonnenschein über Hamburg. Doch der Herbst macht sich nicht nur durch die zunehmend geringer werdenden Nacht- und Tagestemperaturen, sondern auch durch den sich rasch verkürzenden Tagbogen der Sonne bemerkbar. Die Folge: Sie geht immer später und immer weiter südlich auf, sodass ich erst einmal warten musste, bis sie hinter den Bäumen und Häusern meiner Gegend herauskam. Da muss man immer Zittern und Bangen, ob das Wetter auch in seiner ständigen Unbeständigkeit so lange halten würde. Doch es gelang. Die Sonne war unter die Äste gerutscht und ich konnte sie doch noch - bei allerdings nur eher durchschnittlichem Seeing - beobachten.

Doch ich wurde für das Warten entschädigt. Im Weißlicht waren immer noch die gleichen H-Gruppen wie gestern zu sehen, allerdings hatte die C-Gruppe alle penumbralosen Einzelflecken verloren und die D-Gruppe war teilweise hinter dem westlichen Sonnenrand verschwunden, sodass ich heute eine randnahe D, zwei H und zwei J sah.

Inzwischen rief mich ein Freund an, und fragte nach, ob ich schon beobachtet hätte. Während des Telefonats baute ich meinen 80/400er Refraktor auf seinem Tischstativ auf und fand die Gruppen. Noch während des Gesprächs wechselte ich die Instrumente und setzte das PST auf das Stativ.

Im H-Alpha waren wieder 11 Protuberanzen, 7 Filamente und 8 helle Flaregebiete zu sehen. Am beeindruckendsten war dabei eine große aufsteigende Protuberanz, die die Form eines aufrecht stehenden "Männchens" angenommen hatte und weit über en Sonnenrand hinausreichte. Eine weitere große Protuberanz hatte eine typische Bogenform. Eine dritte, schwächere, dieser genau gegenüber, sah ebenfalls, bedingt durch die Magnetfelder, auf der sie saß, nach einem großen Bogen aus.

Was mir auffiel: Gestern und heute gab es auffallend wenig Filamente, nur zwei große, die einander gegenüber standen. Dafür waren in dem Gebiet, wo sich die Aktiven Regionen 11575 bis 11577 versammelten, viele Flaregebiete anzutreffen. Die hatten das Potenzial für Flares, die aber nicht erdgerichtet gewesen wären.

Die Größe der drei heutigen Protuberanzen ist zwar ganz schön, aber nicht mit der früherer Jahre zu vergleichen, so sie groß waren, dass sie nicht zusammen mit der Sonne ins Gesichtsfeld des PST gepasst hätten.


Sonne am 29.09.2012

Die Zeit der Beobachtungen am frühen Morgen ist jetzt leider definitiv vorbei: Die Sonne geht zu spät und zu weit südlich auf, als das ich sie von meinem Dachbodenfenster noch erreichen könnte. Hohe Bäume und die Häuser ringsherum sind ein weiteres Hindernis, das systematische Beobachtungen der Sonne in der vor uns liegenden Jahreszeit fast immer verhindern. Dadurch entgehen einem natürlich viele Gruppen und die Auswertung der wenigen Relativzahlen ist dann immer etwas fragwürdig. 

So konnte ich vormittags trotz aufgebautem Teleskop die Sonne nicht mehr erreichen und als sie endlich hinter dem Nachbarhaus hervorkommen sollte zog der Himmel binnen Sekunden zu.

Für den heutigen Tag war ein Besuch der Messe "Du und Deine Welt" in Hamburg geplant, allerdings war ich früher als geplant zu Hause und so konnte ich doch noch die Sonne beobachten.

Im Weißlicht gab es kaum Veränderungen zum Vortag: Die gleichen fünf Gruppen vom Vortag: Eine C, zwei D und zwei H. Dafür war die Sonne im H-Alpha bedeutend aktiver - endlich war die Wolkenlücke mal groß genug, um auch das PST einsetzen zu können. 11 zum Teil konfus aufragende Protuberanzen, 15 Filamente - nur vier davon waren größer und wiesen schön geschwungene Bögen auf - und 7 helle Flaregebiete waren die Bilanz des Tages. Und nur wenige Augenblicke später ging ein so heftiger Starkregenschauer nieder, dass bei mir ein Teil der Straße überflutet war ...

Freitag, 28. September 2012

Sonne am 28.09.2012

Nach zwei Ausfalltagen ohne die geringste Chance auf eine Beobachtung - der Regen hatte die Stadt mal wieder voll im Griff - riss am Nachmittag die Bewölkung teilweise auf und gab den Blick auf die Sonne frei. Allerdings - wie sollte es nach Murphys Gesetz auch anders sein -, als sie hinter dem Hochhaus gegenüber stand. Auf den Boden konnte ich niicht mehr ausweichen, weil die Sonne schon zu tief stand.

Kurz vor dem Ende der heutigen Sichtbarkeit erreichte ihr Licht dann endlich mein Teleskop und es begann die Jagd nach Wolkenlücken. Teleskop aufgebaut, Sonne weg, Teleskop weg, Sonne wieder da. Irgendwann schaffte ich es dann doch fünf der insgesamt lt. dem Sonnenobservatorium Kanzelhöhe sieben sichtbaren Fleckengruppen bei recht gutem Seeing (Ruhe und Schärfe 2) zu finden: eine B8, eine C6, eine D5 und zwei H mit jeweils einem Fleck.

Nach dem Vergleich mit der Zeichnung der Kanzelhöhe - die ich mir immer nach meiner eigenen Beobachtung anschaue -, war keine Kontrollbeobachtung mehr möglich, denn die Sonne stand mittlerweile so tief im horizontnnahen Dunst, dass sie im Okular schon eher wie ein abgeplatteter Jupiter mit zahlreichen dunklen Streifen aussah: die Refraktion der Erdatmosphäre hatte zu der scheinbaren Form der Sonne geführt. Kurze Zeit später versank sie hinter den Bäumen und war damit nicht mehr zu beobachten. Somit entfiel auch heute wieder die H-Alpha-Beobachtung mit dem PST.

Dienstag, 25. September 2012

Sonne am 25.09.2012

Was für ein Tag, da war der Himmel den ganzen Tag über bedeckt, aber getreu dem Motto "Abends wird der Faule fleißig" kam nach mehreren Schauern am Nachmittag doch noch die Sonne raus, allerdings - wie sollte es nach Murphy auch anders sein -, erst in dem Moment, wo sie knapp über der Baumgrenze stand. Also schnell das Teleskop aufgebaut und hektisch durchgeguckt. Fast schon zu spät, denn die ersten Äste ragten bereits ins Bild hinein.

Im 9mm Okular erkannte ich mit Mühe - bei grauenhaftem Seeing - sieben Fleckengruppen (eine A, zwei B, eine C, zwei D und eine H), während es beim Sonnenobservatorium Kanzelhöhe derer elf waren. Allerdings wich die Gruppeneinteilung dort sehr von meiner eigenen ab und eine A-Gruppe konnte ich dank miesem Seeing nicht finden.

Dafür musste man dort sicher bei der Beobachtung nicht aufpassen, dass der Glassonnenfilter nass wird, denn während der Beobachtung regnete es und im Osten zeigte sich ein Regenbogen, den ich wegen der Bäume in der Richtung aber kaum überblicken konnte.

Und als die Sonne vollends hinter Bäumen stand, klarte der Himmel weiter auf, auf eine H-Alpha-Beobachtung musste ich somit wieder mal verzichten.

Sonntag, 23. September 2012

Sonne am 23.09.2012

Eine im doppelten Sinne ganz frische Beobachtung am Sonntagmorgen: Bei nur noch +4°, dafür aber unter blauem Himmel, konnte ich heute morgen die Sonne beobachten. Doch die Bedingungen waren nur vermeintlich gut. Der Tagbogen der Sonne hat sich mittlerweile soweit verkürzt - am Tag zuvor hatten wir das Herbstäquinoktium -, dass die Sonne um 8:20 Uhr noch teilweise  hinter der Häuserreihe im Südosten stand. 

So konnte ich am Dach quasi die Sonnenflecken aufgehen sehen. Mit dem zu erwartetenden Ergebnis eines äußerst miserablen Seeing. Der Sonnenrand war heftig am Wallen, die Oberfläche aber oft für ein paar Sekunden frei vom "Seeingschleier" und so gelang es mir, die fünf Gruppen, die ich nur ein paar Stunden vorher am Abend beobachten konnte, auch zu dieser frühen Stunde wieder zu finden: Eine A-, zwei C-, eine D- und eine H-Gruppe. Sie hatten sich auch strukturell nur wenig bis gar nicht verändert.

Das schlechte Seeing machte sich naturgemäß auch im H-Alpha störend bemerkbar. Der Sonnenrand schien hier noch mehr in Bewegung zu sein, außerdem liefen regelrechte Wellen durch das Bild. Der Güte des Instrumentes ist es zu verdanken, dass ich dennoch mehr Details als im Weißlicht wahrnehmen konnte. So fielen mir als erstes überdurchschnittlich viele helle Flaregebiete auf, die prinzipiell Ursprungsort für koronale Massenauswürfe und andere Eruptionen, etwa bei aufsteigenden und explodierenden Filamentenbögen sein können. So fand ich 7 Flaregebiete, 9 eher durchschnittlich große Filamente - von denen eines über den westlichen Sonnenrand emporhob - und nur 6 mickrige Protuberanzen. Ein Vergleich mit dem aktuellen Satellitenbild ergab hinterher, dass ich trotz der weniger guten Rahmenbedingungen alle wesentlichen Erscheinungen erfasst hatte. Nur kurze Zeit später tauchten am Himmel wieder Wolken auf und eine Syphschicht sorgte dafür, dass der Himmel über Hamburg wieder weiß wurde ...


Samstag, 22. September 2012

Sonne am 22.09.2012

Die Sonne zu beobachten, wenn man zwei Tage lang darauf verzichten musste, und man am Tage des Herbstanfanges dann erst mal arbeiten muss, anschließend beim Astro-Tag bei Conrad in Hamburg-Wandsbek vorbeischaut, um am Ende festzustellen, dass man die Sonne nur dicht über den Baumwipfeln stehend beobachten will, dann bedeutet das puren Stress. 

Manchmal aber lohnt sich dieser. Aber ich musste mich schon sehr beeilen, denn unser Tagesgestirn sackte während der Beobachtung immer weiter hinter die Bäume und so sah ich sie nur teilweise - was im Vergleich zum Satellitenbild aber nicht so tragisch war, weil zufällig nur die Westhälfte des Tagesgestirns verdeckt war, wo heute ohnehin keine Flecken standen.

So erkannte ich fünf Fleckengruppen, eine A am Ostrand in einem Fackelgebiet,  zwei S, eine D und eine H. Den Einteilungen des Sonnenobservatoriums Kanzelhöhe mochte ich mich heute nicht anschließen, weil ich die beiden dort verzeichneten J-Gruppen eher als eine D und die zweite A erst gar nicht gesehen habe.

Am Ende der Beobachtung war dann die Sonne vollständig hinter den Bäumen verschwunden, sodass eine H-Alpha-Beobachtung mit dem PST nicht mehr möglich war.

Mittwoch, 19. September 2012

Sonne am 19.09.2012

Starke Bewölkung mit Gewitter und Starkregen und dann eine große Wolkenlücke, keine gute Voraussetzung für gute Beobachtungsbedingungen. Nach Abzug eines mittelschweren Gewitters riß plötzlich die Bewölkung auf, leider mit unguten Folgen für das Seeing: heftig wallender Sonnenrand gepaart mit partiellen Unschärfen vor der Sonnenscheibe lassen Flecken nicht gut aussehen. In dem ganzen Geflirre konnte ich gerade so eben fünf mickrige Fleckengruppen sehen: eine A, eine C, eine D, eine H und eine J sowie ein paar unauffällige Fackeln am Sonnenrand.

Da sich die Sonne anschickte, hinter dem Baum vor meinem Küchenfenster zu verschwinden - das tut sie just in dem Moment, wo ich das hier schreibe - musste ich mich beeilen, um noch mittels PST im H-Alpha zu beobachten.

Auch hier war der Anblick eher ernüchternd, neun kleine Protuberanzen, wobei sich bei einer Material abgelöst hat und frei im Raum schwebt, sechs Filamente, die kaum der Rede Wert sind und ebenso viele helle Flaregebiete.

Eher ein durchschnittlicher Tag und eine gehetzte Beobachtung zwischen zwei Regenschauern, denn im Nordosten kündigt sich das nächste Gewitter an.

Montag, 17. September 2012

Sonne am 17.09.2012

Wiederum hat es im Weißlicht gegenüber dem Vortag nur ein paar minimale Veränderungen gegeben. Im Weißlicht konnten nur noch vier Gruppen beobachtet werden: eine neu hinzugekommene A-Gruppe (noch ohne Nr., müsste aber die 11575 sein) in Richtung auf dem Ostrand, die Gruppe zwischen den Regionen 11569 und 11571 hat sich binnen Stunden aufgelöst, dafür ist die AR 11574 als kleine C-Gruppe neu entstanden. 

Wenig Aktivität auch im H-Alpha: zwei große und ein paar kleinere Filamente, acht mikrige Protuberanzen und vier helle Flaregebiete, mehr war da heute nicht drin. Hohe Sonnenaktivität ist was anderes.

Sonntag, 16. September 2012

Sonne am 16.09.2012

Sonnenbeobachtungen am frühen Morgen können den Vorteil haben, dass man auf noch eine vergleichsweise ruhige Luft trifft, bevor die allgemeine Thermik einsetzt, wenn die Sonne die Atmosphäre erwärmt. Die Wolken, die gestern noch weitestgehend eine Beobachtung verhindert haben, lösten sich bei Sonnenaufgang auf, zurück blieb ein leicht dunstiger Himmel. Eigentlich allerbeste Voraussetzungen, wenn der Dunst nicht solche Ausmaße annehmen würde, dass im Fernrohr zwar der Sonnenrand relativ ruhig erschien, aber kaum Einzelheiten auf der Sonnenoberfläche auszumachen waren. 

Schwächere Einzelflecken, wie die am Westrand stehende AR 11566, waren überhaupt nicht mehr zu sehen und auch die AR 11571 nur schwerlich als C-Gruppe zu erkennen. So komme ich heute - im Gegensatz etwa zur NOAA, oder der Kanzelhöhe - auf nur noch drei Gruppen, die zu dem Gebilde in der Sonnenscheibenmitte gehören. Hier sehen beide die AR 11569 als E-Gruppe an, ich erkenne aber beispielsweise zwischen dem voranschreitenden Teil der Fleckengruppe und dem in der Mitte keine Verbindung, auch gibt es unterschiedliche Neigungen der Fleckenachse, so dass ich hier drei Gruppen aufgeschrieben habe.

Im H-Alpha schlugen die schlechten Bedingungen voll durch und so sah ich das chromosphärische Netzwerk überhaupt nicht mehr und nur noch neun Protuberanzen, acht Filamente und drei hellere Flaregebiete. Ein Vergleich mit dem Bild des GONG-Netzwerks aber zeigt mir, dass ich da gar nicht so weit daneben liege, da es heute in der Tat nur sehr wenig in der Chromosphäre zu sehen gibt.

PS: Bei einer Nachbeobachtung fand ich nachträglich doch die A-Gruppe, randnah und mitten in einem Fackelgebiet stehend. Und auch das PST konnte ich noch mal einsetzen, aber trotz der schlechten Bedingungen am Morgen habe ich alle Erscheinungen erfasst, nur dass sie jetzt viel deutlicher zu sehen waren nd man auch das chromosphärische Netzwerk klar sehen konnte.

Samstag, 15. September 2012

Sonne am 15.09.2012

Es war nur eine kurze Wolkenlücke, die mir für die Beobachtung zur Verfügung stand, da das Wetter heute sehr wechselhaft und sonnige Abschnitte rar waren. Das Seeing in der etwas größeren Wolkenlücke war ganz brauchbar und so konnte ich fünf Fleckengruppen beobachten, eine C, eine D, eine H und zwei J, nichts berauschendes, was man nunmehr ein Jahr vor dem Maximum, erwarten würde. 

Für eine Beobachtung im H-Alpha reichte die Zeit, bzw. die Wolkenlücke zunächst nicht aus, da aus Nordwesten wieder tiefhängende, dunkle Regenwolken heranzogen. Damit verbunden war auch ein zeitweise sehr böiger Wind, der am Teleskop zerrte und die Beobachtung zusätzlich erschwerte. 

Besser wurde es danach nicht mehr, einmal konnte ich noch eine etwas größere Wolkenlücke nutzen und mindestens acht Protuberanzen sehen, doch dann schob sich sehr schnell eine weitere Wolkenschicht heran und beendete diese Beobachtungsmöglichkeit. Danach gab es keine weitere mehr und so blieb - wie so oft in letzter Zeit - die H-Alpha-Beobachtung unvollendet.


Freitag, 14. September 2012

Sonne am 13.09.2012

Nur wenige Augenblicke standen für eine Sonnenbeobachtung zur Verfügung. Nachdem ich tagsüber auf der Arbeit war, bezog sich der Himmel im Laufe des Tages und erst kurz vor 18 Uhr stand die Sonne so neben dem Baum vor meiner Haustür und knapp über der Baumreihe am Horizont, dass ich unseren G2V-Hauptreihenstern so gerade eben noch erreichen konnte.

Dafür wurde ich nicht mit einer besonders hohen Sonnenaktivität belohnt. Die J-Gruppe (AR 11566) auf der Nordhalbkugel war noch vorhanden und im Süden reihten sich drei Gruppen hintereinander auf, die aber von der NOAA als eine Gruppe (AR 11569) eingestuft wurde. Ich hielt sie – Ausschlag gebend waren hier die unterschiedlichen Ausrichtungen der Fleckenachse – für zwei D- und eine C-Gruppe.

Das PST konnte ich dann nicht mehr für die H-Alpha-Beobachtung nutzen, weil die Sonne gegen 18:20 Uhr vollends hinter der Baumreihe versank und der Himmel ohnehin von Cirren erfüllt war, die kein klar definiertes Bild im Okular, sondern einen schönen orangefarbenen Hintergrund ergaben. Überdies störten die ins Bildfeld hereinragenden Äste dann schon sehr die Beobachtung.

Sonne am 12.09.2012

Trostlos geht immer, fiel mir gerade beim Beobachten der Sonne im Weißlicht ein. Gerade mal fünf Fleckengruppen sind im Augenblick zu sehen, eine C, eine D, eine J und zwei A, wobei die letzteren nur mit reichlich Beobachtungsgeschick überhaupt unter den eher durchschnittlichen Seeingbedingungen zu finden sind. Insbesondere die am Westrand in einem Fackelfeld stehende zweite A-Gruppe ist nur sehr schwer auszumachen.

Der leicht vercirrte Himmel stört überdies die Beobachtung im H-Alpha. Er reicht aber aus, um acht - nicht besonders beeindruckende - Protuberanzen zu zeigen. Sie sind aber kaum der Rede Wert, da sie sich nur wenig über die Chromosphäre erheben. Eine leicht bogenförmige Protuberanz ist noch das auffälligste, was da zu finden ist.

Nur ganze drei helle Flaregebiete konnte ich ausmachen und auch die Anzahl der Filamente war mit neun Stück eher gering. Nur drei von ihnen waren etwas größer und hatten längliche Form, zwei davon standen am Ostrand, in dem Gebiet, wo sich heuer die C- und die D-Gruppe befanden.

Montag, 10. September 2012

Die Sonne im August 2012

Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)

Die Fleckentätigkeit unterschied sich am 1.8. kaum von der am Vortag. Der einzige Unterschied: Die Aktiven Regionen 11535 und 11538 waren zur Klasse E aufgestiegen, die 11535 auf der Süd- und die 11538 auf der Nordhalbkugel der Sonne. Diese entwickelte sich aber schon einen Tag später wieder zu einer D-Gruppe zurück, während die 11535 zunächst noch die Klasse hielt. 

Insgesamt konnte man übrigens am 1. und am 2. 11 bzw. 10 Fleckengruppen erkennen, die meisten gehörten aber unteren Klassen an. Am 3. raffte es auch die AR 11535 dahin, sie zerfiel binnen Stunden und war trotz der Klasse D nur noch ein ferner Abglanz einer einstmals imposanten Erscheinung. Die Zahl der Fleckengruppen blieb zunächst weiter etwas erhöht, doch die nächste E-Gruppe, die AR 11543, verblieb nur einen Tag in der zweithöchsten Waldmeierklasse (und auch das könnte man prinzipiell in Zweifel ziehen). 

Ab dem 14. ging die Zahl der Fleckengruppen stark in den Keller. An diesem Tag waren es drei, am 15. zwei, am 16. drei und am 17. vier Gruppen. Die höchste Klasse, die an diesem Tag erreicht wurde, war die D. Bis zum Monatsende plätscherte die Fleckentätigkeit so vor sich hin, es gab lediglich Gruppen der Klassen A bis D, H und J, deren Zahl am 31. wieder auf 9 anstieg.

Die ersten August-Tage waren im H-Alpha ebenfalls sehr ruhig, es gab, wenn überhaupt, nur Flares der Klasse c. Erst am 7. entstand in der AR 11542 um 4:38 UT ein M1-Röntgenflare – mit Typ II und IV-Radiostürmen mit bis zu 552 km/s-Geschwindigkeit und zwei koronalen Massenauswürfen, die aber nicht erdwärts gerichtet waren. Bis zum 11. musste man dann auf den nächsten größeren Flare warten (dazwischen gab es viele kleinere). An diesem Tag produzierte die AR 11540 um 12:20 UT einen M1/2n samt CME. Am 17. gab es um 13:19 UT am nordwestlichen Sonnenrand einen M2-Flare mit CME, um 17:20 UT einen M1 und 140 sfu Tenflare. Tags darauf legte die Sonne los: Einen M5/Sf-Flare gab es bereits um 1:02 UT (inkl. 150 sfu Tenflare), in der AR 11548. Dem folgte um 3:23 UT ein M1/Sn samt 120 sfu Tenflare, um 16:07 UT ein M2/1N, um 22:54 UT ein M1/Sf und um 23:22 UT ein M1/Sn. 

Außerdem entstanden hier und in der AR 11543 eine Vielzahl von koronalen Massenauswürfen, die aber allesamt keine erdgerichtete Komponente hatten. Hiernach beruhigte sich die Sonne aber wieder und bis zum Ende des Monats nahm die Zahl der Flares wieder deutlich ab, allenfalls Ausbrüche der Flareklassen B und C wurden noch beobachtet.

Für den August hat das Sunspot Index Data Center (S.I.D.C.) in Brüssel einen leichten Rückgang der Sonnenaktivität ermittelt. Aus deren Beobachtungen ergeben sich folgende Zahlen: Relativzahl (gesamt) = 63.1, Relativzahl (Nord)= 30.7, Relativzahl (Süd)= 32.4. Der im letzten Monat zu beobachtende überdeutliche Überschuss an Sonnenflecken auf der Südhalbkugel war im August praktisch nicht mehr vorhanden. Das lag vor allem am Ausbleiben der großen Fleckenkomplexe und der Tatsache, dass die Waldmeierklasse nicht mehr erreicht wurde und nur eine Gruppe, wenn überhaupt, zur Klasse E gezählt werden konnte. Dass dennoch die Relativzahlen nicht noch weiter abgesackt sind, lag an der Vielzahl kleiner Fleckengruppen der niedrigen Waldmeierklassen, wodurch Aussagen über die aktuelle Sonnenaktivität wieder relativiert werden.

Die Sonne im Juli 2012

Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)

Mit Beginn des neuen Quartals setzte sich die vergleichsweise hohe Sonnenaktivität zunächst fort. Dominierende Fleckengruppe war auf der Südhalbkugel die AR 11515, die nun zur Klasse E gezählt werden konnte und die sich durch ausschweifende und filigrane Penumbren auszeichnete. Begleitet wurde sie von fünf weiteren Gruppen der Klassen A bis D. Auf der Nordhalbkugel hatte sich – wieder einmal – ein Konglomerat aus mehreren Aktiven Regionen (Nr. 11513, 11516 und 11517) gebildet, das man gut und gerne auch als eine F-Gruppe hätte zählen können. 

Bei der Betrachtung der Achslage der Gruppen allerdings kamen dann und wann schon Zweifel ob der Richtigkeit der Klassifikation aus. Generell ist die Achse einer Fleckengruppe immer zum Sonnenäquator hin geneigt, ganz gleich, auf welcher heliographischen Breite sie sich gerade bewegt. Deutlicher wurde die Dreiteilung dann am 3., wobei man auch die AR 11515 nicht außer Acht lassen durfte, denn diese entwickelte sich rasant weiter, bildete immer größere Penumbren aus und bekam mehr und mehr Flecken. 

In den Folgetagen entwickelten sich die drei Gruppen im Norden wieder zurück, während die Anzahl der Flecken bei der AR 11515 alsbald die 100 überschritt. Gleichzeitig rückten im Osten zwei neue, allerdings bedeutend kleinere Aktivitätsgebiete nach (AR 11518 und 11519), die zu den Klassen C und J gehörten. Und während ab 6. die AR 11515 mit Annäherung an den westlichen Sonnenrand nun an Größe abnahm (was nicht nur an der perspektivischen Verkürzung lag), kam um den Ostrand eine weitere Zusammenballung von Fleckengruppen herum. Sie waren ähnlich problematisch zu klassifizieren, da auch hier die Trennung der einzelnen Gebiete zueinander nicht zweifelsfrei möglich war. Insbesondere die AR 11520 entpuppte sich alsbald als weitere F-Gruppe, die auf der Südhalbkugel um den Sonnenrand herumwanderte. Der Anblick im Fernrohr war schon eindrucksvoll: Je eine F-Gruppe gleichzeitig am Ost- und am Westrand. 

Die Zahl der Fleckengruppen insgesamt ging nun aber trotz der immer größer werdenden AR 11520 wieder leicht zurück, um am 9. wieder anzusteigen. Besonders bemerkenswert war die Zahl der Fleckengruppen, die sich rund um die AR 11520 neu bildeten und erneut die Abgrenzung zueinander erschwerten. Sowohl das Sonnenobservatorium Kanzelhöhe, als auch die NOAA und die Sonnenleute bei www.spaceweather.com lieferten in diesen Tagen höchst unterschiedliche Einschätzungen. Immerhin waren die Penumbren der AR 11520 so groß geworden, dass man sie auch mit bloßem Auge und Sonnenfinsternisbrille bequem ohne Fernrohr beobachten konnte. Am 10. war das Riesengebiet sogar das einzige Aktivitätszentrum, welches sich nun auch der Sonnenscheibenmitte annäherte und somit auch genügend Potenzial für Polarlichter in sich barg. Die entsprechenden Ausbrüche (s. nachfolgendes Kapitel) fanden statt, allerdings gab es danach in Europa keine Polarlichter, sondern in Kanada und Nordamerika. 

Am 15. hatte sich der Fleckenkomplex weiter dem westlichen Sonnenrand angenähert (es tauchten danach zunächst keine neuen Gruppen im Osten auf) und die auch hier zu beobachtende Dreiteilung blieb weiter bestehen. Am 18. war nur noch der hintere Teil zu sehen, während ansonsten im Osten nur ein Verbund aus mehreren kleinen Gruppen (den man auch als eine Gruppe hätte klassifizieren können) zu sehen war. Am 19. war der große Fleckenkomplex dann endgültig wegrotiert und zurück blieben nur kleine Grüppchen. Am 22. nahm die Gruppenzahl sogar auf 2 ab, bis am nächsten Tag diese Zahl wieder auf 5 anstieg, weil am Osten mehrere kleine Aktivitätsregionen aufgetaucht waren. 

Bis zum 27. erreichte keine dieser Gruppen eine der höheren Waldmeierklassen. Erst an diesem Tag erschienen – wieder auf der Südhalbkugel - gleich zwei Sammelsurien unterschiedlicher Flecken am Ostrand.Sie entwickelten sich sehr rasch und standen auch wieder sehr dicht beieinander, sodass zum wiederholten Male eine Aufteilung sehr schwierig wurde. Am Monatsletzten konnte man dann schon der Auffassung sein, eine weitere F-Gruppe würde über die Sonne wandern, die Kanzelhöhe und die NOAA waren aber übereinstimmend der Auffassung, dass es sich hier um zwei D-Gruppen handelte.

Die Hα-Beobachtung war im Juli recht wechselvoll. In den Anfangstagen gab es nur eine bescheidene Anzahl an Ausbrüchen, was sich aber mit dem Erscheinen der AR 11515 und insbesondere der AR 11520 rasch ändern sollte. 

Am 1. war um 19:18 UT aus der Region 11513 ein M2/Sb-Flare aufgestiegen. Nur ein paar Stunden später, um 0:20 UT entstieg hier ein M1/1n-Flare. Die AR 11515 sorgte um 10:52 UT ein M5/2b-Flare, der mit einem Typ II-Radiosturm assoziiert war, einen 380 sfu-Tenflare erzeugte und die Teilchen mit 1063 km/s ins All schleuderte. Ein paar Stunden darauf gab es hier um 20:07 UT einen M3/2b-Flare (190 sfu Tenflare). Die AR 11513 produzierte am 4. umd 16:39 UT einen M1/2n-Flare (inkl. Typ II und IV-Radiosturm, 200 sfu Tenflare und CME), die AR 11515 um 4:37 UT einen M2/Sn und um 9:55 UT einen M5/2b. So ging es dann munter weiter, jeden Tag gab es gleich mehrere C- und M-Flares. Am 6. stieg dann um 23:08 UT aus der AR 11515 ein X1-Flare auf, der gleich von mehreren M-Flares begleitet wurde. Um 23:42 UT – man konnte es fast erwarten – entlud sich ein CME, der mit einem 520 sfu Tenflare, einem TYP II und einem Typ IV-Radiosturm verknüpft war und dessen Teilchen eine Spitzengeschwindigkeit von 1771 km/s erreichten. 

Die gleiche Region brachte am 8 um 16:32 UT einen M6/1n-Flare mit 640 sfu Tenflare, Typ II und Typ IV-Radiosturm hervor. Hier lag die Teilchengeschwindigkeit bei 2271 km/s. Und auch die AR 11520 macht sich das erste Mal bemerkbar, sie schleuderte einen M1/Sf-Flare um 9:53 UT ins All. Danach beruhigte sich das Geschehen etwas, dafür produzierte aber auch die AR 11520 gleich eine ganze Reihe von C- und M-Flares. Das war aber nur die Ruhe vor dem (Sonnen-)Sturm. 

Am 12. um 16:49 UT entfleuchte ihr ein X1/2b Flare, auch wieder samt Typ II und IV-Radiosturm und 800 sfu Tenflare. Die Maximalgeschwindigkeit der Teilchen lag diesmal bei 1268 km/s. Unterdessen machte sich auch de AR 11521 mit einem M1/1f-Flare am 14. um 4:58 UT bemerkbar. Einen über Stunden andauernden M1-Flare erzeugte die AR 11520 am 17., der von 12:03 bis 19:04 UT andauerte und sein Maximum um 17:15 UT erreichte. 

Selbst nach dem Überschreiten der „Westgrenze“ der Sonne war diese Region weiter aktiv. Hier entstand am 19. mit Höhepunkt um 5:58 UT ein M7-Flare, der mit Typ II und IV-Radiosturm (Geschwindigkeit der Teilchen: 1110 km/s), 1000 sfu Tenflare und einem koronalen Massenauswurf assoziiert war. Danach ebbte die Flaretätgkeit spürbar ab und erst am 27. gab es wieder einen M2/1f-Flare, der kurioserweise zwischen den Aktiven Regionen 11530 und 11532 entstanden war und einen leichten Radiosturm (Typ II und IV, Geschwindigkeit 2099 km/s, 340 sfu Tenflare) entfachte. Damit stieg in den letzten Tagen des Juli die Aktivität wieder an. Die AR 11532 produzierte am 28. um 20:56 UT einen M6/2n Flare mit 370 sfu Tenflare und Typ II und IV Radiosturm (Spitzengeschwindigkeit 1387 km/s). Am 29. war es um 6:22 UT ein M2/1n-Röntgenflare und am 30. um 15:48 UT ein M1/Sn. Damit endete dieser doch sehr flarereiche Monat.

Das Sunspot Index Data Center (S.I.D.C.) in Brüssel errechnet folgende Mittelwerte für den Juli: Relativzahl (gesamt) = 66.5, Relativzahl (Nord)= 15.2, Relativzahl (Süd)= 51.3, woran erkennbar wird, dass es momentan einen deutlichen Fleckenüberschuss auf der Südhalbkugel gibt, während in den ersten Monaten des 24. Zyklus eher der Norden bevorzugt war.

Sonne am 10.09.2012

Die Sonnenaktivität kann man derzeit nur als moderat bezeichnen. Von den Vorhersagen, dass im kommenden Frühjahr mit dem Maximum zu rechnen sei, ist in der Realität nicht viel zu spüren. Gerade mal 5 Fleckengruppen der Waldmeierklassen D und J können im Fernrohr bei mittlerer Vergrößerung sehen. Zumindest scheint sich zu bestätigen, dass das kommende Maximum deutlich niedriger ausfallen wird, als man noch vor drei bis vier Jahren erwartete, dass der 24. Fleckenzyklus um einiges höher ausfallen wird, als der vorangegangene 23. Weit gefehlt, denn das lange und tiefe Minimum und der nur schleppende Wiederbeginn danach lassen nur den Schluß zu, dass der laufende Zyklus einer der niedrigsten seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert sein wird.

Überdies krankte die heutige Beobachtung vor allem an den Wolkenfeldern, die fast den ganzen Himmel bedecken und nur äußerst mühsam vom Fleck kommen. Schon die Relativzahlbestimmung litt arg unter dem leicht schleimigen Himmel. Und als sich endlich eine Wolkenlücke ergab, die etwas größer war und ihren Namen auch verdiente, stand die Sonne hinter einem meiner Bäume ... ergo: Wieder keine vollständige H-Alpha-Beobachtung.

Zunächst, den zwei Stunden später, als die Sonne sich anschickte, die Baumreihe am Horizont zu streifen und es lt. Wetterbericht regnen und gewittern sollte ... war der Himmel völlig aufgeklart und ich konnte mit meinem PST schnell noch mal die H-Alpha-Sonne begutachten.

Auch hier war die Aktivität erschreckend gering, ganze 9 Protuberanzen und gerade mal 7 Filamente, von denen eine sinusförmige Erscheinung noch die auffälligste war. Zusammen mit vier hellen Flaregebieten kam ich so auf eine H-Aplha-Relativzahl von 200. Da hatte ich schon höhere Ergebnisse ...


Sonntag, 9. September 2012

Sonne am 09.09.2012

Nach Nebelauflösung kam die Sonne raus und bescherte mir eine weitere Möglichkeit, die Sonne zu beobachten. Hinter der immer noch interessanten, aber keineswegs eindrucksvollen AR 11564 ist eine C-Gruppe entstanden, die aber noch keine NOAA-Nr. erhalten hat. Ich habe sie erst mal als D-Gruppe klassifiziert. Die war aber auch schon die einzige Neuerung, die auf der Sonne zu beobachten war. Die AR 11564 hat zwar immer noch die erforderliche Länge für die Klasse F, aber auch bei den Penumbren verloren. Sie besteht mittlerweile überwiegend aus Flecken ohne Hofgebiet.

Für die H-Alpha-Beobachtung gibt es nachher ggf. einen Nachtrag, da der Himmel so weiß ist, dass er keine Beobachtung zulässt.

PS: Der Himmel hat sich erstaunlicherweise wieder etwas aufgeklart, sodass ich doch noch mit meinem PST beobachten konnte. Neben 11 Protuberanzen, 13 Filamenten und 4 hellen Flaregebieten, die ich erkennen konnte (der "Himmelshintergrund" im PST war orange), ist am auffälligsten ein chromosphärischer Loop zu sehen, der quasi von einem Filament nachgezeichnet wird und der mit der AR 11546 assoziiert ist. Er wirkt selbst im kleinen PST sehr plastisch, dreidimensional und scheint aufrecht über der Sonne zu schweben.

Auch in den anderen Aktivitätsgebieten gab es einige H-Alpha-Aktivitäten zu beobachten. Sie haben durchaus das Potenzial, Flare auszubilden. Warten wir es mal ab.

Sonne am 08.09.2012

Das launische Wetter über Hamburg sorgte mal wieder für leichten Beobachtungsfrust, aus den angekündigten Sonnenscheinstunden wurde mal wieder nichts, der sonnige Nachmittag blieb aus, aber um die Mittagszeit herum kam die Sonne mal für etwa 10 Minuten aus den Wolken hervor.

Der Vorteil kleiner Instrumente ist, dass diese schnell einsatzbereit sind und so stellte ich meinen kleinen 80/400er Refraktor auf die Fensterbank und konnte die gerade mal vier Gruppen beobachten. 

Die Aktivität ist wieder zurück gegangen und einzig die AR 11564 brachte etwas Abwechslung. Nicht besonders spektakulär, gehört sie aufgrund ihrer Ausdehnung zur Waldmeierklasse F, warum sie aber das Sonnenobservatorium Kanzelhöhe als E-Gruppe eingestuft hat, bleibt mir unverständlich. Die übrigen drei Gruppen gehörten den Klassen B und J an.

Für die H-Alpha-Beobachtung reichte dann leider die Zeit nicht mehr und erst gegen Abend, als die Sonne hinter einem Baum stand, klarte es wieder auf.

Donnerstag, 6. September 2012

Sonne am 06.09.2012

Die frühmorgendliche Sonnenbeobachtung - gleich nach dem Aufstehen und noch vor dem Frühstück - war heute kein wirklicher Quell der Erquickung und der Freude. Trotz blauem Himmel war das Seeing grottenschlecht. Die AR 11566, eine J-Gruppe, war scheinbar ständig dabei, ihre Größe zu verändern, die AR 11565, eine kleine B-Gruppe, war mal zu sehen und mal nicht. Zeitweise zogen richtig Wellen schlechter Luft durch das Bild. Dennoch habe ich es mit einer Relativzahlbestimmung versucht.

Hatte ich gestern noch7 Gruppen gesehen, waren es heute nur noch 5 (das aktuelle Bild bei Spaceweather bestätigt mir das) und die gestern noch eindrucksvolle AR 11566 ist mehr und mehr dem Zerfall preisgegeben und erscheint auch durch die Nähe zum Sonnenrand perspektivisch verkürzt.

Die "große" AR 11564 mit ihren vielen Einzelflecken scheint sich auch ein wenig zurückentwickelt zu haben, die Zahl der Penumbren hat abgenommen, wohingegen die Zahl der Gesamtflecken annähernd gleich geblieben ist. Doch die Abnahme der Penumbren deutet auf den baldigen Zerfall auch dieser Gruppe, die just an diesem Tage die Sonnenscheibenmitte erreicht hat. Sie könnte durchaus für ein paar CMEs - koronale Massenauswürfe - verantwortlich sein, doch bislang gab es da nur sehr schwache Ausbrüche.

Im H-Alpha war es heute Morgen ganz gruselig. Am Anfang waren im PST überhaupt keine Protuberanzen zu sehen, das ging erst nach ein paar Minuten. Ich konnte den Filter einstellen, wie ich wollte. Erst nach einiger Zeit waren dann erste Materiebögen zu sehen. Auch mit den Filamenten tat ich mich heute schwer, das chromosphärische Netzwerk war fast überhaupt nicht zu sehen, von hellen Flaregebieten einmal ganz abgesehen.

Und während ich das hier schreibe, wird der Himmel in Richtung Sonne immer weißlicher, und das schon zu dieser frühen Stunde. Auch schieben sich gerade dünne Cirren vor unser Tagesgestirn. Ziemlich durchschnittliche Bedingungen für eine Sonnenbeobachtung in der Stadt.

Mittwoch, 5. September 2012

Sonne am 05.09.2012

Nur wenige Minuten standen heute für die Sonnenbeobachtung zur Verfügung, denn es gab nur wenige Wolkenlücken über der Stadt. Um Mittag herum - die für die Beobachtung eigentliche schlechteste Zeit mit dem in der Regel schlechtesten Seeing des ganzen Tages - entstand eine ganz passable Wolkenlücke richtig blauem Himmel, die ich für die Relativzahlbestimmung nutzen konnte.

Die Fleckengruppen waren durchaus überschaubar. Im Osten stand einsam und verlassen eine J-Gruppe auf der Nordhalbkugel. In Richtung Sonnenscheibenmitte folgten eine C und eine A sowie die AR 11560, die aufgrund ihrer Form schon seit Tagen bei der Klassifikation Probleme bereitet. Von Anfang an, habe ich sie mutig als eine Gruppe eingestuft, da bis auf den hinteren Teil eine einheitliche Ausrichtung zum Sonnenäquator aufwies. Wer mit Teleskopen arbeitete, die nicht die schmale Brücke an winzigen penumbralosen Flecken zum nachfolgenden Teil zeigte, konnte leicht auf den Gedanken verfallen, hier zwei dicht beeinander stehende Flecken zu sehen. Bleibt die Frage, zu welcher Waldmeierklasse sie zu rechnen ist. Ich habe mich fur die E entschieden.

Ähnlich konfus sieht die AR 11564 auf der Südhalbkugel aus. Sie ist, seitdem sie vor etwa einer Woche erstmals am Ostrand auftauchte, ein ganz und gar merkwürdig Ding. Es erscheint mir ganz vernünftig, sie als eine größe F-Gruppe zu sehen, aber besonders in den ersten Tagen ihrer Sichtbarkeit habe ich sie noch für zwei oder drei Gruppen gehalten. Ihre Struktur ist auch vollkommen wirr. Vorne einige Penumbren und hinten ein regelrechtest Wirrwarr an einzelnen Flecken, die keiner bekannten Form zu gleichen scheinen. Pfeilförmig bewegt sich dieses Gebiet auf die Mitte der Sonnenscheibe zu und dürfte noch für so manche Überraschung und manchen Ausbruch gut sein.

Und damit wären wir bei H-Alpha. Was moch heute besonders wunderte: Gestern noch sah ich gleich mehrere schwebende Protuberanzen, die ich aufgrund einer Magenerkrankung aber nur kurz beobachten konnte, und zahlreiche, bogenförmige Filamente. In der kurzen Wolkenlücke war davon heute nichts mehr zu sehen. Nur kleine Protübchen und nur drei oder vier etwas auffälligere Filamente. Als hätte sich über Nacht die H-Alpha-Tätigkeit gelegt ... wie meine Magenschmerzen.