Montag, 10. September 2012

Die Sonne im August 2012

Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)

Die Fleckentätigkeit unterschied sich am 1.8. kaum von der am Vortag. Der einzige Unterschied: Die Aktiven Regionen 11535 und 11538 waren zur Klasse E aufgestiegen, die 11535 auf der Süd- und die 11538 auf der Nordhalbkugel der Sonne. Diese entwickelte sich aber schon einen Tag später wieder zu einer D-Gruppe zurück, während die 11535 zunächst noch die Klasse hielt. 

Insgesamt konnte man übrigens am 1. und am 2. 11 bzw. 10 Fleckengruppen erkennen, die meisten gehörten aber unteren Klassen an. Am 3. raffte es auch die AR 11535 dahin, sie zerfiel binnen Stunden und war trotz der Klasse D nur noch ein ferner Abglanz einer einstmals imposanten Erscheinung. Die Zahl der Fleckengruppen blieb zunächst weiter etwas erhöht, doch die nächste E-Gruppe, die AR 11543, verblieb nur einen Tag in der zweithöchsten Waldmeierklasse (und auch das könnte man prinzipiell in Zweifel ziehen). 

Ab dem 14. ging die Zahl der Fleckengruppen stark in den Keller. An diesem Tag waren es drei, am 15. zwei, am 16. drei und am 17. vier Gruppen. Die höchste Klasse, die an diesem Tag erreicht wurde, war die D. Bis zum Monatsende plätscherte die Fleckentätigkeit so vor sich hin, es gab lediglich Gruppen der Klassen A bis D, H und J, deren Zahl am 31. wieder auf 9 anstieg.

Die ersten August-Tage waren im H-Alpha ebenfalls sehr ruhig, es gab, wenn überhaupt, nur Flares der Klasse c. Erst am 7. entstand in der AR 11542 um 4:38 UT ein M1-Röntgenflare – mit Typ II und IV-Radiostürmen mit bis zu 552 km/s-Geschwindigkeit und zwei koronalen Massenauswürfen, die aber nicht erdwärts gerichtet waren. Bis zum 11. musste man dann auf den nächsten größeren Flare warten (dazwischen gab es viele kleinere). An diesem Tag produzierte die AR 11540 um 12:20 UT einen M1/2n samt CME. Am 17. gab es um 13:19 UT am nordwestlichen Sonnenrand einen M2-Flare mit CME, um 17:20 UT einen M1 und 140 sfu Tenflare. Tags darauf legte die Sonne los: Einen M5/Sf-Flare gab es bereits um 1:02 UT (inkl. 150 sfu Tenflare), in der AR 11548. Dem folgte um 3:23 UT ein M1/Sn samt 120 sfu Tenflare, um 16:07 UT ein M2/1N, um 22:54 UT ein M1/Sf und um 23:22 UT ein M1/Sn. 

Außerdem entstanden hier und in der AR 11543 eine Vielzahl von koronalen Massenauswürfen, die aber allesamt keine erdgerichtete Komponente hatten. Hiernach beruhigte sich die Sonne aber wieder und bis zum Ende des Monats nahm die Zahl der Flares wieder deutlich ab, allenfalls Ausbrüche der Flareklassen B und C wurden noch beobachtet.

Für den August hat das Sunspot Index Data Center (S.I.D.C.) in Brüssel einen leichten Rückgang der Sonnenaktivität ermittelt. Aus deren Beobachtungen ergeben sich folgende Zahlen: Relativzahl (gesamt) = 63.1, Relativzahl (Nord)= 30.7, Relativzahl (Süd)= 32.4. Der im letzten Monat zu beobachtende überdeutliche Überschuss an Sonnenflecken auf der Südhalbkugel war im August praktisch nicht mehr vorhanden. Das lag vor allem am Ausbleiben der großen Fleckenkomplexe und der Tatsache, dass die Waldmeierklasse nicht mehr erreicht wurde und nur eine Gruppe, wenn überhaupt, zur Klasse E gezählt werden konnte. Dass dennoch die Relativzahlen nicht noch weiter abgesackt sind, lag an der Vielzahl kleiner Fleckengruppen der niedrigen Waldmeierklassen, wodurch Aussagen über die aktuelle Sonnenaktivität wieder relativiert werden.

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