Sonntag, 23. September 2012

Sonne am 23.09.2012

Eine im doppelten Sinne ganz frische Beobachtung am Sonntagmorgen: Bei nur noch +4°, dafür aber unter blauem Himmel, konnte ich heute morgen die Sonne beobachten. Doch die Bedingungen waren nur vermeintlich gut. Der Tagbogen der Sonne hat sich mittlerweile soweit verkürzt - am Tag zuvor hatten wir das Herbstäquinoktium -, dass die Sonne um 8:20 Uhr noch teilweise  hinter der Häuserreihe im Südosten stand. 

So konnte ich am Dach quasi die Sonnenflecken aufgehen sehen. Mit dem zu erwartetenden Ergebnis eines äußerst miserablen Seeing. Der Sonnenrand war heftig am Wallen, die Oberfläche aber oft für ein paar Sekunden frei vom "Seeingschleier" und so gelang es mir, die fünf Gruppen, die ich nur ein paar Stunden vorher am Abend beobachten konnte, auch zu dieser frühen Stunde wieder zu finden: Eine A-, zwei C-, eine D- und eine H-Gruppe. Sie hatten sich auch strukturell nur wenig bis gar nicht verändert.

Das schlechte Seeing machte sich naturgemäß auch im H-Alpha störend bemerkbar. Der Sonnenrand schien hier noch mehr in Bewegung zu sein, außerdem liefen regelrechte Wellen durch das Bild. Der Güte des Instrumentes ist es zu verdanken, dass ich dennoch mehr Details als im Weißlicht wahrnehmen konnte. So fielen mir als erstes überdurchschnittlich viele helle Flaregebiete auf, die prinzipiell Ursprungsort für koronale Massenauswürfe und andere Eruptionen, etwa bei aufsteigenden und explodierenden Filamentenbögen sein können. So fand ich 7 Flaregebiete, 9 eher durchschnittlich große Filamente - von denen eines über den westlichen Sonnenrand emporhob - und nur 6 mickrige Protuberanzen. Ein Vergleich mit dem aktuellen Satellitenbild ergab hinterher, dass ich trotz der weniger guten Rahmenbedingungen alle wesentlichen Erscheinungen erfasst hatte. Nur kurze Zeit später tauchten am Himmel wieder Wolken auf und eine Syphschicht sorgte dafür, dass der Himmel über Hamburg wieder weiß wurde ...


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