Sonntag, 30. September 2012

Sonne am 30.09.2012

Am letzten Tag des Monats gab es endlich mal richtigen Sonnenschein über Hamburg. Doch der Herbst macht sich nicht nur durch die zunehmend geringer werdenden Nacht- und Tagestemperaturen, sondern auch durch den sich rasch verkürzenden Tagbogen der Sonne bemerkbar. Die Folge: Sie geht immer später und immer weiter südlich auf, sodass ich erst einmal warten musste, bis sie hinter den Bäumen und Häusern meiner Gegend herauskam. Da muss man immer Zittern und Bangen, ob das Wetter auch in seiner ständigen Unbeständigkeit so lange halten würde. Doch es gelang. Die Sonne war unter die Äste gerutscht und ich konnte sie doch noch - bei allerdings nur eher durchschnittlichem Seeing - beobachten.

Doch ich wurde für das Warten entschädigt. Im Weißlicht waren immer noch die gleichen H-Gruppen wie gestern zu sehen, allerdings hatte die C-Gruppe alle penumbralosen Einzelflecken verloren und die D-Gruppe war teilweise hinter dem westlichen Sonnenrand verschwunden, sodass ich heute eine randnahe D, zwei H und zwei J sah.

Inzwischen rief mich ein Freund an, und fragte nach, ob ich schon beobachtet hätte. Während des Telefonats baute ich meinen 80/400er Refraktor auf seinem Tischstativ auf und fand die Gruppen. Noch während des Gesprächs wechselte ich die Instrumente und setzte das PST auf das Stativ.

Im H-Alpha waren wieder 11 Protuberanzen, 7 Filamente und 8 helle Flaregebiete zu sehen. Am beeindruckendsten war dabei eine große aufsteigende Protuberanz, die die Form eines aufrecht stehenden "Männchens" angenommen hatte und weit über en Sonnenrand hinausreichte. Eine weitere große Protuberanz hatte eine typische Bogenform. Eine dritte, schwächere, dieser genau gegenüber, sah ebenfalls, bedingt durch die Magnetfelder, auf der sie saß, nach einem großen Bogen aus.

Was mir auffiel: Gestern und heute gab es auffallend wenig Filamente, nur zwei große, die einander gegenüber standen. Dafür waren in dem Gebiet, wo sich die Aktiven Regionen 11575 bis 11577 versammelten, viele Flaregebiete anzutreffen. Die hatten das Potenzial für Flares, die aber nicht erdgerichtet gewesen wären.

Die Größe der drei heutigen Protuberanzen ist zwar ganz schön, aber nicht mit der früherer Jahre zu vergleichen, so sie groß waren, dass sie nicht zusammen mit der Sonne ins Gesichtsfeld des PST gepasst hätten.


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