Donnerstag, 4. Oktober 2012

Sonne am 04.10.2012

Das war heute so ein typischer Herbsttag mit Dauerregen bis in den Nachmittag und die Sonne kam erst heraus, als sie hinter dem Hochhau im Westen stand. Dem folgte dann ganz schnell noch mal ein Sturzbachregen, doch dann klarte es von Nordwesten her auf.

Die Sonne stand mittlerweile bedrohlich tief über einem Baum, doch war der Himmel mit einem Mal richtig klar und tiefblau. Dementsprechend war auch das Seeing, nämlich grottenschlecht. Nach Durchzug der Regenfront war die Luft so aufgewühlt, dass der Sonnenrand beständig vor sich hin waberte, dafür waren aber die Flecken auf der Oberfläche ganz gut im Weißlicht zu sehen. Eine Trennung zwischen Umbra und Penumbra war einwandfrei möglich, doch wies die Sonne auch heute nur die gleichen vier Gruppen von gestern auf. Fackelgebiete am Rand waren nur schwer zu erkennen.

Dieses Mal wagte ich es, auch das PST aufzustellen - prompt, quasi als Strafe, fiel der Objektivdeckel aus dem 2. Stock rein in die Botanik vor dem Haus und sofort nach der Beobachtung eingeleitete Suchmaßnahmen verliefen bislang ergebnislos.

Das miserable Seeing machte sich im H-Alpah leider deutlich bemerkbar. In Wellen lief die schlechte Luft durch das Bild und nur mit sehr viel Mühe sah ich 11 Protuberanzen, vier Filamente und vier helle Flaregebiete. Ein Drehen des Filters brachte kaum eine Verbesserung des Bildes und der Sonnenrand wallte im H-Alpha noch stärker als im Weißlicht, so verschwanden auch immer wieder Einzelheiten während der Beobachtung und tauchten kurz danach wieder auf. Aber mann kann dieser Tage schon froh sein, wenn man unser Tagesgestirn überhaupt zu Gesicht bekommt.

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