Dienstag, 16. Oktober 2012

Sonne am 16.10.2012

Gestern auf der Sternwarte Kirchheim angekommen, konnte ich hier nach drei Tagen endlich mal wieder die Sonne beobachten, da wir hier unter strahlend blauem Himmel aufwachten. Im Gepäck steckte mein 80/400er Refraktor und mein PST und so konnte ich ohne Behinderung durch Häuser oder Bäume unser Tagesgestirn beobachten.

Im Weißlicht war die Aktivität aber immer noch nicht wirklich spektakulär: Sieben Fleckengruppen, die fast gleichmäßig über die Sonne verteilt waren, aber nur niedrigen Waldmeierklassen angehörten. Ich fand eine A, zwei B, zwei C, eine D und eine J. Leider stand zum Zeitpunkt der Beobachtung - Murphy war mitgereist - die einzige, gerade am Himmel sichtbare, allerdings sehr dünne, Wolkenschicht.

Im H-Alpha war die ganze Geschichte schon spannender. Nicht nur, dass ich 16 Protuberanzen - zwei davon ziemlich interessant am Ostrand - und 16 oft aber nur sehr kleine Protuberanzen sah, ich beobachtete auch 6 helle Flaregebiete, von denen gleich zwei ungefähr in der Sonnenscheibenmitte standen. Hieraus waren im Laufe des Tages sechs b-class- und ein c-class-Flare entstanden, die aber kaum zu nennenswerten Polarlichtern führen dürften. Dafür hat sich die bereits um den westlichen Sonnenrand herum rotierte AR 11592 mit einem kräftigen CME verabschiedet, dessen Plasmawolke bis über 100.000 km in den Weltraum hinausreichte. Man darf gespannt sein, wie die Region in etwa 12 Tagen aussehen wird, wenn sie wieder am Ostrand erscheint, es sei denn, sie hat sich vorher aufgelöst. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen