Sonntag, 28. Oktober 2012

Sonne am 28.10.2012

Eine ganze Woche hat es gedauert, bis ich endlich mal wieder die Sonne beobachten konnte. Die Umgebung meines Beobachtungsplatzes, das Wetter und die gestrige Fahrt zur Bochumer Herbsttagung verhinderte, dass ich in der Zwischenzeit unser Tagesgestirn vor das Fernrohr bekam.

Am heutigen, leicht frostigen, Sonntag gelang mir dies aber endlich wieder. Die Sonne stand über dem Nachbarhaus aber unter den tief hängenden Ästen der Bäume, so das ich ein einigermaßen freies Gesichtsfeld bekam.

Durch die vielen Ausfalltage bekam ich die Entwicklung der letzten Tage nicht mit, daher war ich einigermaßen überrascht, als ich nur noch drei mittelgroße Sonnenflecken vorfand: eine H1, eine D6 (die praktisch nur aus zwei Penumbren mit darin eingebetteten Flecken bestand, aber etwas größer war) und eine H11 (dem Überrest einer E-Gruppe, die ich verpasst hatte).

Im H-Alpha hält die erhöhte Aktivität offenbar weiter an und scheint mir mittlerweile recht stabil zu sein. Drei etwas größere Protuberanzen am Sonnenrand, die sich in Form von Filamenten bis über die Sonnenoberfläche hinein fortsetzen, 10 weitere Filamente sowie 4 Flaregebiete rundeten das Bild ab. Aufgrund des Seeings war das chromosphärische Netzwerk, jene feine, über die ganze Sonne verteilte netzartige Sturkur - daher auch der Name - heute nur ansatzweise zu sehen. Auch schoben sich immer wieder mal Wellen schlechter Luft durch das Bild. Dennoch war eine einwandfreie Sichtung der Phänomene ohne Probleme gegeben.

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