Montag, 12. November 2012

Die Sonne im Oktober 2012

Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)

Wer im Oktober die Sonne beobachtete, konnte sich schon manches Mal verwundert die Augen reiben, denn mit einer Sonnenaktivität, ein Jahr vor dem vermeintlichen Maximum, hatte das wenig zu tun, was man in jenen Tagen im Fernrohr erblicken konnte. Zwei H-Gruppen (AR 11575 und AR 11582) dominierten das Geschehen, wobei von Tag zu Tag der Durchmesser ihrer Penumbren ein ganz klein wenig zunahm.

Daneben konnte man nur ein paar kleinere B-C- oder D-Gruppen finden, die eigentlich nicht der Rede wert waren. An diesem doch eher beschaulichen Anblick sollte sich bis zum Monatsende auch kaum etwas ändern. Vom 4. bis zum 6. waren nur noch vier Fleckengruppen zu sehen, am 7. sank diese Zahl auf 3 herab: eine H-Gruppe stand am Westrand, eine J am Ostrand und in der Mitte gab es eine C. Während die Kanzelhöhe schon am 8. wieder vier Gruppen sah, waren es bei der NOAA immer noch nur drei. Gleichwohl machte sich nach diesem Tief ein kleiner Anstieg in der Zahl der Fleckengruppen bemerkbar. Die interessanteste Gruppe war dabei die AR 11589, die erstmals am 10. als C-Gruppe am Ostrand erschien, einen Tag später dann ihre wahre Natur als D-Gruppe offenbarte. Sie wies bald eine irregulär geformte Penumbra und eine Vielzahl von Einzelflecken auf, deren Zahl bei über 30 lag, die aber auch – dem Schicksal vieler Gruppen folgend – kurze Zeit später ihren Lebenszenit überschritten hatte und dann von Tag zu Tag sukzessive in sich zusammenfiel.

Am 18. fiel sie auch die Stufe C zurück und bald verlor sie auch die letzten Penumbrateile und löste sich vor den Augen des Beobachters vollständig auf, bevor sie den Westrand erreicht hatte. In ihrem Umfeld bildeten sich Mitte Oktober viele kleine Gruppen, wobei aber nur die Klassen C und H als höchste Stufen beobachtet werden konnten. Das änderte sich aber mit dem 19. Oktober, als die AR 11596 am Westrand auftauchte und eindeutig als D-Gruppe mit einer großen Penumbra im voranschreitenden Teil der Fleckengruppe. Die NOAA machte – fälschlicherweise – am 20. eine E-Gruppe daraus, doch für diese Waldmeierklasse war sie einfach zu kurz, das war auch ohne Messung eindeutig zu erkennen. Immerhin vergrößerte sich ihre Penumbra zusehends und der eine oder andere Beobachter konnte den Fleck auch mit Hilfe einer Sonnenfinsternisbrille oder einem Objektivglasfilter mit bloßem Auge beobachten – mir gelang das jedoch nicht. Die AR 11598 erschien am 21. und war ebenfalls gleich als D-Gruppe zu identifizieren.

Beide Gruppen waren nun die Hauptmerkmale der Sonnenaktivität. Die AR 11596 hatte aber um den 25. herum ihren Höhepunkt überschritten, schrumpfte zusammen und zerfiel wieder, während die AR 11598 noch bis zum Monatsende sichtbar blieb, dafür aber binnen Tagen zur H zerfiel. Auch sonst ging die Fleckentätigkeit in der zweiten Monatshälfte wieder stark zurück. Am 26. konnten wieder nur drei Gruppen gesehen werden, die Zahl stieg danach wieder bis zum Ende des Monats auf fünf an, mehr als die Klassen C, H oder J wurden aber nicht mehr erreicht.

Neben vielen Protuberanzen und Filamenten zeigte die Hα-Sonne im Oktober eine ganze Reihe heller Flaregebiete, doch nur selten kam es zu einem nennenswerten Ausbruch. Am 9. konnte im Südosten mit Maximum um 23:31 UT ein M1-Flare beobachtet werden, dem am 10. um 5:04 UT ein weiterer folgte.

Die nächsten Tage gab es dann wieder nur maximal c-class-flares. Erst am 20. wurde ein – allerdings recht heftiger – M9-Flare registriert, dessen Höhepunkt um 18:14 UT erreicht wurde. Mit einer Geschwindigkeit von 516 km/s  jagten die Teilchen ins freie All hinaus, allerdings war der CME nicht erdwärts positioniert, sodass danach keine Polarlichter gesehen werden konnten. Am 21. stieg aus der AR 11598 ein M1/Sf-Flare auf, am 22. folgte hier um 18:51 UT ein M5/1f, und am 23. um 3:17 UT sogar ein X1-Flare, der mit einem Tenflare und einen Typ II-Radiosturm verknüpft war. Ein klassischer CME konnte jedoch nicht beobachtet werden, es handelte sich hier also nur um einen reinen Strahlungsausbruch, bei dem keine Materie mit nach außen gestoßen wurde.

Danach fiel die Häufigkeit der solaren Ausbrüche wieder auf das Niveau der Vorwochen zurück, als man nur maximal Flares der Klasse c beobachten konnte.

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