Sonntag, 30. Dezember 2012

Sonne am 30.12.2012

Recht klein war sie, die Wolkenlücke, die sich mir heute zur Beobachtung bot, sie war aber ausreichend, um zumindest die tägliche Sonnenfleckenrelativzahl bestimmen zu können. Das Seeing war überraschend gut und so konnte ich heute endlich auch mal alle Flecken sehen, die vom Sonnenobservatorium auf der Kanzelhöhe in der Zeichnung eingetragen waren.

Sechs Gruppen waren es, die ich heute erkennen konnte: Eine C7, eine H1, eine D6, wieder zweimal A1 und eine B5, dazu ein paar Fackelfelder.  Vor der heranrückenden Regenfront musste ich mich jedoch beeilen und so konnte ich auch am heutigen Tage die H-Alpha-Rekativzahl nicht mehr bestimmen, weil wir zwar am Vormittag immer wieder klaren Himmel hatten, was aber bis auf die eine kurze Gelegenheit nachließ, als die Sonne endlich hinter den Bäumen rauskam. Die nächste größere Wolkenlücke kam dann erst, als die Sonne wieder hinter dem "dämlichen" Hochhaus stand, wodurch ein weiteres Mal eine vollständige Sonnenbeobachtung verhindert wurde ...

PS: Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, war der Himmel solange vollkommen wolkenfrei, als die Sonne für mich unerreichbar hinter dem Hochhaus stand, als sie eben rechts davon wieder rauskam, stand sie nicht nur hinter Bäumen, auch die Wolken waren wieder da ... Unglaublich!

Samstag, 29. Dezember 2012

Sonne am 29.12.2012

Wieder war es ein Wettrennen gegen die Zeit, das ich dieses Mal zum Teil verloren habe. Zunächst kam die in den letzten Tagen häufig zu beobachtende Auflockerung in den Wolken mit erheblicher Verspätung an, was dazu führte, dass ich mich mit dem Beobachten beeilen musste, da gegen 13:20 Uhr die Sonne hinter dem Nachbarhaus verschwindet und danach weitere Beobachtungen unmöglich sind. Erst gegen 13:10 kam die Sonne aus dem Wolkenschleim hervor, sodass ich auf die Weißlichtbeobachtung beschränkt blieb, obwohl sich der Himmel danach richtig aufklarte, unser Tagesgestirn aber für mich unerreichbar war.

Von den sechs beim Sonnenobservatorium Kanzelhöhe registrierten Gruppen konnte ich fünf einigermaßen sicher ausmachen: eine H1, eine D9, zweimal A1 und eine B2. Das Seeing war etwas besser als gestern, doch der Wolkenschleim erschwte die Beobachtung und auch die Tatsache, dass die Beobachtungsbedingungen besser wurden, je näher das Hochhaus kam, bis die Sonne schließlich dahinter verschwand.

Freitag, 28. Dezember 2012

Sonne am 28.12.2012

Es bewahrte sich heute mal wieder der alte Grundsatz "Wenn Du die erste Gelegenheit zur Sonnenbeobachtung nicht nutzt, gibt es keine zweite Chance". Die letzte Nacht war weitgehend sternenklar und auch der Morgen versprach viel mit blauem Himmel, einer Nebensonne und kalten Temperaturen. Aufgrund der hohen Häuser und Bäume kann ich im Winter erst ab 12 Uhr mittags beobachten und da hieß es heute, schneller zu sein, als der sich aus Nordwesten heran schiebende Wolkenschleim. Was ist nicht beachtete: Auch rund um die Sonne nahm der Schleim immer mehr zu. Und so kam es, wie es kommen musste, als die Sonne endlich über dem verhassten Baum stand, war sie von Wolkenschleim umhüllt, der nur Beobachtungen unter extrem schlechten Bedingungen mit heftig in Bewegung befindlichem Sonnenrand zuließ. Auf der Oberfläche waren nur in Sekundenbruchteile die Flecken zu sehen.

Trotzdem konnte ich vier Gruppen erkennen: die H1 und D5 am Ostrand, die A1 in Richtung auf die Sonnenscheibenmitte und in Richtung Westrand die zur B zurückgestufte D von gestern.

Im H-Alpha war die Beobachtung noch schwieriger. Der Hintergrund war orangefarben und nicht schwarz, die Protuberanzen - von denen ich 9 zählte - kaum auszumachen, Filamente (nur 7 gefunden) fast nicht zu sehen und die 5 hellen Flaregebiete allenfalls grob zu schätzen. Die Werte für Ruhe und Schärfe lag zwischen 4 und 5, also fast wertlos, weil kaum Details wahrzunehmen waren, dennoch wage ich eine Zählung, da auch hier Momente ruhiger Luft für die Wahrnehmung von Details genutzt werden können, dazu die Fähigkeit des Beobachtungsauges, Strukturen schnell erkennen zu können. Im Ergebnis bleibt ein sonniger Tag mit grausigem Seeing - im Winter nichts ungewöhnliches.

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Sonne am 27.12.2012

Die mittäglichen Wolkenlücken, die mir gestern schon einen Blick auf die Sonne ermöglicht hatten, waren auch heute wieder da. Im Weißlicht hatte sich gegenüber gestern eine Menge getan. So war die randnahe A-Gruppe, die mitten in einem Fackelfeld stand, wegrotiert - nur das Fackelgebiet war noch zu sehen. Die "große" D-Gruppe hatte sich enorm zurückentwickelt und den Großteil ihrer Penumbren verloren. Am Ostrand sind heute zwei neue Fleckengruppen erschienen - derzeit noch ohne NOAA-Nummer - und die ich als J 1 und C 3, jeweils umgeben von ausgedehnten Fackelfeldern, klassifizierte.

Eine weitere Wolkenlücke erlaubte dann noch die Beobachtung mittels PST im H-Alpha. Die Sonne wies heute zum Zeitpunkt der Beobachtung 12 Protuberanzen - eher von geringerer Größe -, 15 Filamente - von denen die meisten aber eher klein und schwer als solche zu identifizieren waren - und vier helle Flaregebiete auf - keines davon erdwärts ausgerichtet. Am auffälligsten war dabei die sehr große Fackelzone im Aktivitätsgebiet rund um die D-Gruppe (AR 11635), das sich aber in den kommenden Tagen dem Westrand nähert und somit für Polarlichter, die nach wie vor Mangelware sind in diesem Zyklus, nicht mehr als Verursacher in Frage kommt.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Sonne am 26.12.2012

Völlig überraschend, weil von keinem Wetterbericht vorhergesagt, riss um die Mittagszeit die etwa eine Woche andauernde Hochnebeldecke zum zweiten Mal an diesem Tag auf, nachdem es bereits am Vormittag klar geworden, es sich dann aber binnen Minuten wieder zugezogen hatte.

Das Seeing war für die Jahres- und auch Tageszeit ganz passabel, die Sonnenaktivität aber enttäuschend. Nur drei Gruppen - eine D und zwei A - sowie ein paar auffallende Fackelgebiete, wahrlich keine hohe Fleckentätigkeit ein Jahr vor dem prognostizierten Maximum, das immer noch für Herbst 2013 erwartet wird. Aber wie realistisch ist das angesichts einer derzeit immer geringer werdenden Häufigkeit von Aktivitätsgebieten auf der Sonne.

Im H-Alpha sah es ein klein wenig besser aus. Das Seeing war hier zwar deutlich schlechter - wellenförmig schob sich die "schlechte Luft" durch das Bild -, offenbarte aber auch in dieser Wellenlänge keine wirklich hohe Aktivität, trotz der acht eher mickrigen Protuberanzen, den 10 auch nicht berauschend langen Filamenten und den drei hellen Fackelgebieten. Und genau die sind derzeit besonders interessant, weil in den letzten Tagen mehrfach, allerdings nicht erdwärts gerichtete, Ausbrüche registriert wurden.

Samstag, 15. Dezember 2012

Sonne am 15.12.2012


Heute mal umgekehrt: kein Sonnenschein angekündigt, aber ein schön blauer Winterhimmel ... mit typisch miesem Seeing. Ein extrem wallender Sonnenrand und nur ab und zu Einzelheiten auf der Sonnenoberfläche. Nur in wenigen Augenblicken gelang mal ein Blick auf die vier Fleckengruppen, die heute auf der Sonne zu sehen waren: Zwei D im Westen, eine D und eine J im Osten, schön verteilt. Aufgrund der schlechten Beobachtungsbedingungen - nach mehreren Frostnächten hat Tauwetter eingesetzt - konnten keine besonderen Merkmale in den Gruppen beobachtet werden. 

Das Seeing schlug im H-alpha auch heute nicht ganz so schlimm durch. 12 Protuberanzen, vier große Flaregebiete, aus denen durchaus noch was aufsteigen kann, aber nur 5 Filamente waren zu sehen. Ein Filament wölbte sich bogenförmig über ein im Weißlicht nicht sichtbares Aktivitätsgebiet und wirkte im PST annähernd dreidimensional. Starke Bewegungen am Sonnenrand waren aber auch hier zu sehen und manchmal liefen regelrecht Wellen durch das Bild, die alle Details verschwinden ließen. Ebensowenig konnte das chromosphärische Netzwerk beobachtet werden.

Andererseits darf man froh sein, in dieser Jahreszeit überhaupt die Sonne beobachten zu können. Und so habe ich mein Jahresziel mit mindestens 200 Beobachtungen nach einem Totalausfall im November doch noch erreicht.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Sonne am 11.12.2012

Kaum das letzte Posting beendet, ergab sich für mich, wo ich heute noch zu Hause bin, eine weitere Möglichkeit zur Sonnenbeobachtung, wenn ich richtig gezählt habe, ist es die 200te in 2012.

Eigentlich passte alles wunderbar zusammen: blauer Himmel und Zeit zum Beobachten. Doch die Rechnung habe ich wieder ohne den Wirt gemacht, denn auch an diesem Tage war das Seeing nahezu unerträglich. Wieder ein heftig wallender Sonnenrand, kaum erkennbare Konturen und die beiden einzigen Fleckengruppen - sie gehörten der Waldmeierklasse D an - verschwammen immer wieder vor meinem Auge. Dennoch bildete ich mir ein, für kurze Momente Strukturen in den Penumbren gesehen zu haben. Außerdem traten immer mal wieder ein paar Fackelgebiete hervor.

Aus dem Nordosten - eine für Hamburg eher seltene Richtung - rückte eine Wolkenfront heran, ließ aber den Himmelsabschnitt mit der Sonne frei. Daher entschloss ich mich, nach einem Monat Unterbrechung, mein PST aufzustellen. Erstaunlicherweise konnte ich mehr Einzelheiten wahrnehmen als im Weißlicht. Ich kam auf 8 eher kleinere Protuberanzen, 12 Filamente, die oft sehr fein strukturiert oder nur lokal begrenzt waren, und zwei helle Flaregebiete. Das chromosphärische Netzwerk war allerdings bedingt durch das miese Seeing nicht sichtbar und auch Protuben und Filamente verschwanden immer wieder mal für ein paar Sekunden. 

Im H-Alpha war die Sonnenaktivität fast analog zu der im Weißlich deutlich geringer als ein Jahr vor dem vermeintlichen Maximum zu erwarten ist. Und wenn ich dieser Tage lese, dass man für 2013 ein sehr hohes Maximum und globale Katastrophen erwartet, so kann ich darüber nur den Kopf schütteln, denn die gegenwärtige Sonnenaktivität und alle derzeit verfügbaren Prognosen sagen etwas vollkommen anderes.

Sonne am 07.12.2012

Aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung, die etliche Nebenwirkungen nach sich zog, komme ich erst heute zu meinem Bericht vom 7. Dezember 2012. Die Beobachtung an dem Tag war wieder geprägt von einem sehr dichten Zeitfenster, denn ich kann am frühen Nachmittag, wenn die Sonne zwischen zwei Hochhäusern steht, nur etwa für 15 Minuten beobachten, bis sie hinter Bäumen verschwindet. Eine elende Quälerei ...

Da ich an diesem Tage abends noch zwei Führungen auf der Bergedorfer Sternwarte vor mir hatte, hatte ich etwas früher Feierabend gemacht und kam so in den Genuss meiner ersten Sonnenbeobachtung im Dezember.

Doch ganz so einfach wie gedacht, war es wieder nicht, denn das Seeing war grausig, zeitweise wallte der Sonnenrand so heftig, dass man wandernde Zacken und Wellen sehen konnte, die über ihre Oberfläche dahinzuziehen schienen. Die allerschlimmsten Beobachtungsbedingungen, aber der Winter ist nun mal nicht die Zeit für Sonnenbeobachter.

Dennoch gelang es mir, drei Fleckengruppen, eine A1, eine B2 und eine H1 sowie drei kleine Fackelgebiete zu sehen. Wobei man das Sehen auch in Frage stellen konnte, denn das Seeinggeblubber war so intensiv, dass gerade bei der H-Gruppe oftmals keine Trennung zwischen Umbra und Penumbra mehr möglich war. Natürlich zog dann ausgerechnet in dem engen Zeitfenster auch noch eine Wolkenschicht durch und als diese weg war, stand die Sonne hinter Bäumen. Daher war auch an diesem Tage leider keine H-Alpha-Beobachtung mehr möglich.

Montag, 3. Dezember 2012

Die Sonne im November 2012


Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)

Weiterhin ausgesprochen gering war die Fleckentätigkeit in der ersten Dekade des Novembers, wo den meisten Beobachtern – besonders in Norddeutschland – die Sicht auf die Sonne durch andauernden Hochnebel verwehrt war. Die Zahl der Gruppen schwankte leicht zwischen drei und fünf und nicht eine davon kam über die Waldmeierklasse D hinaus. 

Am 6. wurden gar nur drei A- und eine H-Gruppe aufgezeichnet. Danach stieg die Zahl der Gruppen leicht an und am 10. konnte man erstmals wieder zwei D-Gruppen beobachten (eine davon wurde von der Kanzelhöhe – unverständlicherweise – als E klassifiziert, was aber anhand der eigenen Zeichnung nicht belegbar war). Die Aktive Region Nr. 11611 - erstmals am 9. auf der Nordhalbkugel sichtbar geworden – entwickelte sich am 11. zur Waldmeierklasse E (aber nur aufgrund ihrer Ausdehnung, nicht infolge großer Penumbren). Danach gewann die Sonnenaktivität allmählich an Fahrt: Die AR 11610 (erste Sichtung ebenfalls am 9., allerdings auf der Südhalbkugel) wurde am 13. ebenfalls zur E-Gruppe und die AR 11614 machte gar einen Sprung von D auf F. 

Schon einen Tag später aber – oder lag es an der Klassifikation durch die NOAA? -, gehörte nur noch die AR 11610 der Klasse E an. Für die kommenden Tage blieb die Aktivität erst einmal vergleichsweise hoch, dennoch stieg die Relativzahl beim S.I.D.C. in Brüssel nicht über 100 hinaus, obwohl die Kanzelhöhe bis zu 10 und die NOAA bis zu 9 Gruppen meldeten (was vorwiegend am Korrekturfaktor bei den S.I.D.C.-Zahlen lag, damit aber wieder mal offenbarte, dass die Zahlen nicht immer leicht zu interpretieren sind). Am 18. erschien am Ostrand die AR 11618, die schon am 19. einwandfrei als E- oder F-Gruppe (je nach Quelle) klassifiziert wurde. Lt. NOAA überschritt sie erst am 20. die Grenze zur Klasse F und zwar unzweifelhaft. 

Es war die erste wirkliche F-Gruppe seit ein paar Wochen, denn bei allen anderen waren bei der Klassifikation durchaus Zweifel angebracht. Hier lag der Fall anders. Ab 21. aber stufte sie die NOAA, aber auch die Kanzelhöhe, schon wieder nur als E-Gruppe ein. Überdies nahm die Zahl der sonstigen Gruppen wieder drastisch ab, am 26. gab es nur noch drei Aktivitätsgebiete, die man im Weißlicht finden konnte. Danach kam es wieder zu einem leichten Anstieg. Die AR 11620 war am 21. erstmals auf der Südhalbkugel zu sehen und entwickelte sich nur zögerlich, am 26. stieg sie zur Klasse D auf, am 27. zur Klasse E, sodass nach langer Zeit mal wieder zwei echte E-Gruppen parallel auf der Nord- und der Südhalbkugel über die Sonne wanderten. So waren am letzten Tag noch vier Gruppen zu sehen, wobei die AR 11618 schon halb über den Westrand wegrotiert war.

In den ersten Tagen war auch im Hα die Sonnenaktivität sehr gering, es wurden nur einige wenige Flares der Klassen b und c und ein leicht erhöhter Sonnenwind aus koronalen Löchern registriert. Die AR 11611 erzeugte am 8. einen mehrere 100.000 km weit ins All hinaus reichenden M1-Flare mit koronalem Massenauswurf (also Strahlung und Materie), der um 2:23 UT seinen Höhepunkt erreichte und mit einem Typ II Radiosturm verbunden war. 

Nach einem C1-Flare am 9. um 1:51 UT stieg um 15:24 UT ein eruptives Filament auf und erzeugte den zweiten CME des Tages. Einen relativ bescheidenen C2-Flare gab es am 10. um 5:04 UT samt CME und am Westrand tauchte u m 14:48 UT ein weiterer koronaler Massenauswurf auf. Leider stets zu den Zeiten, als die Sonne bei uns unter dem Horizont stand. Das gleiche, hinter dem Sonnenrand stehende, Aktivitätsgebiet warf um 22:24 UT abermals einen CME aus. 

Damit begann im November eine Phase deutlich höherer Sonnenaktivität. Die AR 11613 produzierte am 13. gleich mehrere M-Flares (der Höhepunkt des größten, eines M6-Flares wurde um 2:04 UT erreicht, allerdings ohne CME). Dem folgte am 14. um 4:04 UT ein M1-Flare. Um 16:31 UT gab es im Erdmagnetfeld einen leichten Sturm mit einer Spitzengeschwindigkeit der Teilchen von 466 km/s. Am 16. gab es aus der AR 11613 dann noch einen lang anhaltenden C1-Flare (Höhepunkt um 7:51 UT). Vorausgegangen war hier ein 24 heliographische Grade langes, eruptives Filament, das genau über der Region saß und seine Materie mit 511 km/s ins All hinaus schleuderte. 

Eine 700.000 km weit in den umgebenden Weltraum hinaus greifende Eruption (die deutlich das Gesichtsfeld von Sonnensatelliten und mancher Kamera auf der Erde überstieg) war am 16. ab 6:48 UT am Ostrand der Sonne zu sehen. Den nächsten größeren Ausbruch gab es erst wieder am 20. um 12:41 UT, zusammen mit einem erdwärts gerichteten CME, seine Teilchen trafen am Vormittag des 26. beim Erdmagnetfeld ein, ein Polarlicht war danach im deutschsprachigen Raum nicht zu sehen. Die AR 11618 meldete sich am 21. gegen 15:30 UT vehement zu Wort und ließ einen M3-Flare aufsteigen, der mit einem Typ IV und einem Typ II-Radiosturm mit Teilchengeschwindigkeiten von bis zu 1918 km/s verbunden war und einen 200 sfu Tenflare samt CME hervorbrachte. Zuvor hatte es um 6:56 UT bereits einen M1/1n-Flare (ebenfalls samt Radiostürmen und CME). 

Überdies stieg just in dieser Region zwischen 23:05 UT am 20. Und 2:00 UT am 21. ein bislang ruhendes, 14° langes Filament auf, allerdings ohne CME. Das nächste, nunmehr Filament, 29° lang, konnte am 23.11. zwischen 12:00 und 13:00 UT beobachtet werden, gefolgt von einem am 26. um 3:43 UT in der AR 11620. Am 27. zeigte die mittlerweile alte AR 11618 noch einmal eine beachtliche Reaktion, in dem sie um 15:57 UT einen M1/Sf-Flare hervorbrachte. Hinzu kamen zwei CMEs ohne Bezug auf eine AR, die um 2:45 UT und um 5:30 UT auf der Nordhalbkugel entstanden. Um 21:26 UT steig dann noch ein M1-Flare aus der AR 11620 auf. Der Monat verabschiedete sich dann mit einem M2/1f-Flare am 28. um 21:36 UT.

Samstag, 1. Dezember 2012

Sonne am 30.11.2012



Sonne am 30.11.2012

Erstaunlich, aber wahr: am letzten Tag des Monats gelang mir noch eine weitere, die insgesamt dritte Sonnenbeobachtung im November. Und das auch nur, weil sich der Tagbogen der Sonne mittlerweile soweit verkürzt hatte, dass sie tief zwischen zwei Hochhäuser knapp über den Wipfeln niedriger Bäume stand.

Schnell war der kleine 80/400er Refraktor auf dem Fotostativ auf dem Dachboden aufgestellt und schaute durch das schmale, geöffnete Bodenfenster hinaus. Die Sonne zeigte sich im Okular schon reichlich deformiert mit heftig wallendem Rand, aber einer doch ganz passablen Ruhe auf ihrer Oberfläche.

Die Bilanz meiner Zählung: drei D-Gruppen (eine davon war eine mir entgangene E- bzw. F-Gruppe, die gerade am Westrand verschwand und von der nur noch Teile zu sehen waren) und eine fast ellipsoid verformte H-Gruppe. Dazu sah ich noch drei Fackelfelder bevor die obligatorische Killerwolke kam und die Beobachtung vorzeitig beendete. 

Sie war selbstredend das einzige Exemplar ihrer Art, das man am Himmel finden konnte. Sie verhinderte dann auch wieder einmal eine H-Alpha-Beobachtung, es klarte dann aber noch mal für kurze Zeit auf, da aber stand die Sonne schon wieder tief hinter den Bäumen. Es ging also auch am heutigen Tage nicht ganz ohne Murphy im Gepäck …