Montag, 3. Dezember 2012

Die Sonne im November 2012


Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)

Weiterhin ausgesprochen gering war die Fleckentätigkeit in der ersten Dekade des Novembers, wo den meisten Beobachtern – besonders in Norddeutschland – die Sicht auf die Sonne durch andauernden Hochnebel verwehrt war. Die Zahl der Gruppen schwankte leicht zwischen drei und fünf und nicht eine davon kam über die Waldmeierklasse D hinaus. 

Am 6. wurden gar nur drei A- und eine H-Gruppe aufgezeichnet. Danach stieg die Zahl der Gruppen leicht an und am 10. konnte man erstmals wieder zwei D-Gruppen beobachten (eine davon wurde von der Kanzelhöhe – unverständlicherweise – als E klassifiziert, was aber anhand der eigenen Zeichnung nicht belegbar war). Die Aktive Region Nr. 11611 - erstmals am 9. auf der Nordhalbkugel sichtbar geworden – entwickelte sich am 11. zur Waldmeierklasse E (aber nur aufgrund ihrer Ausdehnung, nicht infolge großer Penumbren). Danach gewann die Sonnenaktivität allmählich an Fahrt: Die AR 11610 (erste Sichtung ebenfalls am 9., allerdings auf der Südhalbkugel) wurde am 13. ebenfalls zur E-Gruppe und die AR 11614 machte gar einen Sprung von D auf F. 

Schon einen Tag später aber – oder lag es an der Klassifikation durch die NOAA? -, gehörte nur noch die AR 11610 der Klasse E an. Für die kommenden Tage blieb die Aktivität erst einmal vergleichsweise hoch, dennoch stieg die Relativzahl beim S.I.D.C. in Brüssel nicht über 100 hinaus, obwohl die Kanzelhöhe bis zu 10 und die NOAA bis zu 9 Gruppen meldeten (was vorwiegend am Korrekturfaktor bei den S.I.D.C.-Zahlen lag, damit aber wieder mal offenbarte, dass die Zahlen nicht immer leicht zu interpretieren sind). Am 18. erschien am Ostrand die AR 11618, die schon am 19. einwandfrei als E- oder F-Gruppe (je nach Quelle) klassifiziert wurde. Lt. NOAA überschritt sie erst am 20. die Grenze zur Klasse F und zwar unzweifelhaft. 

Es war die erste wirkliche F-Gruppe seit ein paar Wochen, denn bei allen anderen waren bei der Klassifikation durchaus Zweifel angebracht. Hier lag der Fall anders. Ab 21. aber stufte sie die NOAA, aber auch die Kanzelhöhe, schon wieder nur als E-Gruppe ein. Überdies nahm die Zahl der sonstigen Gruppen wieder drastisch ab, am 26. gab es nur noch drei Aktivitätsgebiete, die man im Weißlicht finden konnte. Danach kam es wieder zu einem leichten Anstieg. Die AR 11620 war am 21. erstmals auf der Südhalbkugel zu sehen und entwickelte sich nur zögerlich, am 26. stieg sie zur Klasse D auf, am 27. zur Klasse E, sodass nach langer Zeit mal wieder zwei echte E-Gruppen parallel auf der Nord- und der Südhalbkugel über die Sonne wanderten. So waren am letzten Tag noch vier Gruppen zu sehen, wobei die AR 11618 schon halb über den Westrand wegrotiert war.

In den ersten Tagen war auch im Hα die Sonnenaktivität sehr gering, es wurden nur einige wenige Flares der Klassen b und c und ein leicht erhöhter Sonnenwind aus koronalen Löchern registriert. Die AR 11611 erzeugte am 8. einen mehrere 100.000 km weit ins All hinaus reichenden M1-Flare mit koronalem Massenauswurf (also Strahlung und Materie), der um 2:23 UT seinen Höhepunkt erreichte und mit einem Typ II Radiosturm verbunden war. 

Nach einem C1-Flare am 9. um 1:51 UT stieg um 15:24 UT ein eruptives Filament auf und erzeugte den zweiten CME des Tages. Einen relativ bescheidenen C2-Flare gab es am 10. um 5:04 UT samt CME und am Westrand tauchte u m 14:48 UT ein weiterer koronaler Massenauswurf auf. Leider stets zu den Zeiten, als die Sonne bei uns unter dem Horizont stand. Das gleiche, hinter dem Sonnenrand stehende, Aktivitätsgebiet warf um 22:24 UT abermals einen CME aus. 

Damit begann im November eine Phase deutlich höherer Sonnenaktivität. Die AR 11613 produzierte am 13. gleich mehrere M-Flares (der Höhepunkt des größten, eines M6-Flares wurde um 2:04 UT erreicht, allerdings ohne CME). Dem folgte am 14. um 4:04 UT ein M1-Flare. Um 16:31 UT gab es im Erdmagnetfeld einen leichten Sturm mit einer Spitzengeschwindigkeit der Teilchen von 466 km/s. Am 16. gab es aus der AR 11613 dann noch einen lang anhaltenden C1-Flare (Höhepunkt um 7:51 UT). Vorausgegangen war hier ein 24 heliographische Grade langes, eruptives Filament, das genau über der Region saß und seine Materie mit 511 km/s ins All hinaus schleuderte. 

Eine 700.000 km weit in den umgebenden Weltraum hinaus greifende Eruption (die deutlich das Gesichtsfeld von Sonnensatelliten und mancher Kamera auf der Erde überstieg) war am 16. ab 6:48 UT am Ostrand der Sonne zu sehen. Den nächsten größeren Ausbruch gab es erst wieder am 20. um 12:41 UT, zusammen mit einem erdwärts gerichteten CME, seine Teilchen trafen am Vormittag des 26. beim Erdmagnetfeld ein, ein Polarlicht war danach im deutschsprachigen Raum nicht zu sehen. Die AR 11618 meldete sich am 21. gegen 15:30 UT vehement zu Wort und ließ einen M3-Flare aufsteigen, der mit einem Typ IV und einem Typ II-Radiosturm mit Teilchengeschwindigkeiten von bis zu 1918 km/s verbunden war und einen 200 sfu Tenflare samt CME hervorbrachte. Zuvor hatte es um 6:56 UT bereits einen M1/1n-Flare (ebenfalls samt Radiostürmen und CME). 

Überdies stieg just in dieser Region zwischen 23:05 UT am 20. Und 2:00 UT am 21. ein bislang ruhendes, 14° langes Filament auf, allerdings ohne CME. Das nächste, nunmehr Filament, 29° lang, konnte am 23.11. zwischen 12:00 und 13:00 UT beobachtet werden, gefolgt von einem am 26. um 3:43 UT in der AR 11620. Am 27. zeigte die mittlerweile alte AR 11618 noch einmal eine beachtliche Reaktion, in dem sie um 15:57 UT einen M1/Sf-Flare hervorbrachte. Hinzu kamen zwei CMEs ohne Bezug auf eine AR, die um 2:45 UT und um 5:30 UT auf der Nordhalbkugel entstanden. Um 21:26 UT steig dann noch ein M1-Flare aus der AR 11620 auf. Der Monat verabschiedete sich dann mit einem M2/1f-Flare am 28. um 21:36 UT.

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