Dienstag, 11. Dezember 2012

Sonne am 11.12.2012

Kaum das letzte Posting beendet, ergab sich für mich, wo ich heute noch zu Hause bin, eine weitere Möglichkeit zur Sonnenbeobachtung, wenn ich richtig gezählt habe, ist es die 200te in 2012.

Eigentlich passte alles wunderbar zusammen: blauer Himmel und Zeit zum Beobachten. Doch die Rechnung habe ich wieder ohne den Wirt gemacht, denn auch an diesem Tage war das Seeing nahezu unerträglich. Wieder ein heftig wallender Sonnenrand, kaum erkennbare Konturen und die beiden einzigen Fleckengruppen - sie gehörten der Waldmeierklasse D an - verschwammen immer wieder vor meinem Auge. Dennoch bildete ich mir ein, für kurze Momente Strukturen in den Penumbren gesehen zu haben. Außerdem traten immer mal wieder ein paar Fackelgebiete hervor.

Aus dem Nordosten - eine für Hamburg eher seltene Richtung - rückte eine Wolkenfront heran, ließ aber den Himmelsabschnitt mit der Sonne frei. Daher entschloss ich mich, nach einem Monat Unterbrechung, mein PST aufzustellen. Erstaunlicherweise konnte ich mehr Einzelheiten wahrnehmen als im Weißlicht. Ich kam auf 8 eher kleinere Protuberanzen, 12 Filamente, die oft sehr fein strukturiert oder nur lokal begrenzt waren, und zwei helle Flaregebiete. Das chromosphärische Netzwerk war allerdings bedingt durch das miese Seeing nicht sichtbar und auch Protuben und Filamente verschwanden immer wieder mal für ein paar Sekunden. 

Im H-Alpha war die Sonnenaktivität fast analog zu der im Weißlich deutlich geringer als ein Jahr vor dem vermeintlichen Maximum zu erwarten ist. Und wenn ich dieser Tage lese, dass man für 2013 ein sehr hohes Maximum und globale Katastrophen erwartet, so kann ich darüber nur den Kopf schütteln, denn die gegenwärtige Sonnenaktivität und alle derzeit verfügbaren Prognosen sagen etwas vollkommen anderes.

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