Freitag, 28. Dezember 2012

Sonne am 28.12.2012

Es bewahrte sich heute mal wieder der alte Grundsatz "Wenn Du die erste Gelegenheit zur Sonnenbeobachtung nicht nutzt, gibt es keine zweite Chance". Die letzte Nacht war weitgehend sternenklar und auch der Morgen versprach viel mit blauem Himmel, einer Nebensonne und kalten Temperaturen. Aufgrund der hohen Häuser und Bäume kann ich im Winter erst ab 12 Uhr mittags beobachten und da hieß es heute, schneller zu sein, als der sich aus Nordwesten heran schiebende Wolkenschleim. Was ist nicht beachtete: Auch rund um die Sonne nahm der Schleim immer mehr zu. Und so kam es, wie es kommen musste, als die Sonne endlich über dem verhassten Baum stand, war sie von Wolkenschleim umhüllt, der nur Beobachtungen unter extrem schlechten Bedingungen mit heftig in Bewegung befindlichem Sonnenrand zuließ. Auf der Oberfläche waren nur in Sekundenbruchteile die Flecken zu sehen.

Trotzdem konnte ich vier Gruppen erkennen: die H1 und D5 am Ostrand, die A1 in Richtung auf die Sonnenscheibenmitte und in Richtung Westrand die zur B zurückgestufte D von gestern.

Im H-Alpha war die Beobachtung noch schwieriger. Der Hintergrund war orangefarben und nicht schwarz, die Protuberanzen - von denen ich 9 zählte - kaum auszumachen, Filamente (nur 7 gefunden) fast nicht zu sehen und die 5 hellen Flaregebiete allenfalls grob zu schätzen. Die Werte für Ruhe und Schärfe lag zwischen 4 und 5, also fast wertlos, weil kaum Details wahrzunehmen waren, dennoch wage ich eine Zählung, da auch hier Momente ruhiger Luft für die Wahrnehmung von Details genutzt werden können, dazu die Fähigkeit des Beobachtungsauges, Strukturen schnell erkennen zu können. Im Ergebnis bleibt ein sonniger Tag mit grausigem Seeing - im Winter nichts ungewöhnliches.

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