Montag, 30. Dezember 2013

Sonne am 30.12.2013


Schon bei Sonnenaufgang zeichnete sich ein zunehmend klarer Himmel ab, was aber kein Hinweis darauf war, dass dies auch um die Mittagszeit so sein würde. Schließlich habe ich das schon mehrmals in diesem Monat erlebt, dass die wolkenfreie Zone nur bis kurz vor dem Zeitpunkt reichte, wo die Sonne über den Bäumen rauskommen würde. Doch dieses Mal hielt der Vormittag, was er versprach und so konnte ich kurz nach 12 Uhr das Teleskop aufbauen und es kamen nicht, wie gestern, gleich tiefliegende Wolken an, um alle Bemühungen zunichte zu machen.

Dafür war das Seeing eine einzige Katastrophe, ein heftig wallender Sonnenrand, kaum Details in den Fleckengruppen, nur in wenigen Sekunden mal ein etwas klareres Bild, die das Auffinden von drei kleinen Gruppen ermöglichten. Östlich der AR 11938, einer H-Gruppe, sah ich für Sekundenbruchteile einen A-Fleck, der bislang noch keine NOAA-Nummer erhalten hat. Ganz klar war die AR 11936 als F-Gruppe und die AR 11934 als E zu sehen. Ebenfalls in kurzen Aufgenblicken stieß ich auf die AR 11937 als B-Gruppe. Die AR 11931 als H war noch unschwer inmitten eines Fackelfeldes zu finden, bei der AR 11939 sah es schon deutlich schwieriger aus. Ich konnte sie nur in einem einzigen Moment sehen, oder war es eher eine Vermutung? Klar war die Beobachtung an dieser Stelle jedenfalls nicht.

Da der Himmel immer noch weitgehend wolkenfrei, aber zunehmend syphiger war, probierte ich noch eine H-alpha-Beobachtung aus. Nun ja. Das Seeing schlug hier noch mehr durch, die Protuberanzen – ich zählte nur 7 Stück – waren nur schwer zu sehen bei dem Blubberkram, der sich Seeing nannte. Helle Flaregebiete waren wohl fünfe da und Filamente, mehr verschwommen zu sehen, als Einzelheiten zu offenbaren, zählte ich 11, alles in der Hoffnung, dank der miesen Luftunruhe nicht falsch beobachtet zu haben.

Auch heute war wieder deutlich zu sehen, wie sich die Flecken der Südhälfte der Sonne entlang des Sonnenäquators positionierten und im H-alpha die Aktivität auch eher gering war.

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Sonne am 25.12.2013


Was mir fast zwei Wochen lang partout nicht gelingen wollte, passierte heute Mittag: zur passenden Zeit öffnete sich ein Wolkenloch und gab den Blick auf die Sonne frei, bei einem sogar recht ordentlichen Seeing. Wenn die Beobachtung auch erst im zweiten Anlauf durchgeführt werden konnte und größere Wolkenlücken meist an der Sonne vorbei wanderten oder in Richtung Norden zu beobachten waren.

Am Ostrand stand ein vereinsamte A-Fleck (noch ohne NOAA-Nummer) in einem Fackelgebiet und die AR 11936 daneben, die ich, da sie sehr langgestreckt erschien, als eine A- und eine B-Gruppe klassifizierte. Die AR 11935 war nunmehr auch heute nur eine kleine A und der einzige Fleck auf der Nordhälfte der Sonne. Der Rest befand sich äquatornah im Süden. Die AR 11934 schien mir zerbrochen zu sein und aus einer B und einer H zu bestehen, die AR 11931 war für mich eine H, daneben befand sich eine weitere B. Ganz im Westen war die AR 11930 als eine H und eine seitlich dazu versetzte B. Die AR 11928 am Westrand konnte ich dann nicht mehr beobachten.

Im H-alpha fielen vor allem zwei größer gewordene Protuberanzen am Ostrand auf sowie eine weitere in der 14 Uhr-Position, die etwas mehr über den Rand ragten, als vor zwei Tagen. Ansonsten gab es nur wenig zu sehen: die Zahl der Protuberanzen belief sich auf insgesamt 9, die der Filamente auch auf 9 – nur im Süden waren ein paar kleinere Bögen zu sehen – und 5 Flaregebiete. Kurz nach Beendigung der Beobachtung zog es dann auch wieder ganz schnell zu. Immerhin: endlich mal wieder das Glück gehabt, welches mir wochenlang fehlte.

Montag, 23. Dezember 2013

Sonne am 23.12.2013



Nach mehreren vergeblichen Anläufen – meist scheiterten die Möglichkeiten zur Beobachtung an Wolkenlücken an falscher Stelle des Himmels oder zur falschen Zeit – passte heute endlich einmal alles zusammen. In der Nacht war der Himmel aufgeklart und das blieb im Prinzip auch bis zu dem Zeitpunkt der Fall, als die Sonne hoch genug über den Bäumen stand. Die ist bei mir so gegen 12 Uhr der Fall (ab 11:30 Uhr kommt die Sonne ums Haus herum). Gegen 13:15 Uhr endet dann das kurze Zeitfenster, in dem im Winter bei mir überhaupt Sonnenbeobachtungen möglich sind. Zunehmende Bewölkung ließ zunächst Befürchtungen aufkommen, dass alles wieder so enden würde, wie an den übrigen Tagen, wo stabile Wolkenlücken vor oder nach dem Zeitfenster auftraten, aber nie darin. Am Ende kamen dann aber doch noch ein paar Gelegenheiten, nicht wieder vergebens das Teleskop aufgebaut zu haben.

Im Weißlicht offenbarte sich nicht ein eher suboptimales und gerade noch brauchbares Seeing (eine kleine B-Gruppe konnte ich partout nicht finden). Der Sonnenrand wallte heftig und auch die übrige Sonnenoberfläche war bisweilen sehr blubberig. Deutlich war die Anordnung der Fleckenentlang des Sonnenäquators zu sehen und der enorme Fleckenüberschuss auf der Südhälfte der Sonne. Beides eigentlich Indizien für einen zu Ende gehenden Zyklus. Aber was ist bei diesem Fleckenzyklus schon normal.
Am Ostrand fand ich als erstes eine A in einem Fackelfeld und in ihrer Nähe eine J, beide ohne erkennbar NOAA-Nummer. Die AR 11934 klassifizierte ich als eine D-Gruppe mit 8 Flecken, die AR 11931 als einen einpoligen H-Fleck, die AR 11929 sah ich als eine kleine Ansammlung von unipolaren Flecken der Klasse B. Die AR 11930 war eine D mit 9 Flecken und fast am Westrand stand die AR 11928 als E-Gruppe mit 15 Flecken. Eine kleine B-Gruppe auf der Nordhälfte, die auf Weltraumbildern der Sonne noch zu sehen ist, hatte keine NOAA-Nummer und war auch in meinem kleinen Refraktor nicht zu sehen.

Ähnlich ruhig wie im Weißlich ging es auch im H-Alpha zu. Nur 10 Protuberanzen, von denen sich nur einige wenige etwas höher über dem Sonnenrand erhoben, 7 Flaregebiete und nur 7 magere Filamente, von denen gerade mal 1 eine größere, sinusförmige Struktur aufweist, waren zu sehen, bis dann Wolken die Beobachtung beendeten und sie Sicht auf die Sonne erst wieder freigaben, als sie hinter einem meiner Hochhäuser stand.

Angesichts der derzeitigen Wetteraussichten war die sehr wahrscheinlich die letzte Beobachtung im laufenden Jahr. Für den 28. gibt es zwar noch eine vage Hoffnung, aber darauf kann man sich hier nicht verlassen, wo angekündigter Sonnenschein oft nicht kam und der Himmel stattdessen bedeckt war. Dass aus bedecktem mal klarer Himmel wird, ist hier kaum zu erwarten und tritt auch eher selten ein.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Sonnenbeobachtung im Winter


ist etwas für Masochisten oder Leute, die auf fortgesetzte Enttäuschungen stehen oder Mutter und Vater erschlagen haben. Bedingt durch den niedrigen Stand kommt unser Tagesgestirn kaum hoch genug, um über Häuserschluchten und Bäume hinweg zu kommen. Die Folgen für Sonnenbeobachter sind stets die gleichen: eine extrem hohe Rate an Ausfalltagen gerade in den Monaten November bis Januar verhageln einem regelmäßig die Auswertungen, wenn man wegen zu weniger Beobachtungstage nicht gleich durch das Raster fällt und die wenigen Daten unberücksichtigt bleiben.

Hinzu kommt noch das im Norden Deutschlands eher immer unbeständige Wetter und jede Menge Astromurphs. Ist man auf der Arbeit, scheint die Sonne, nach Feierabend ist sie in Dunkeldeutschland bereits unter dem Horizont verschwunden. Gerade das letzte Frühjahr, als weite Teile des Landes unter einer permanenten Wolkendecke lagen, fiel das besonders auf. An Wochenenden, wo man im Prinzipt Zeit genug hätte für eine Beobachtung, ist das Wetter schlecht. Manchmal helfen dann freie Tage rund um das Weihnachtsfest, um die Statistik noch ein wenig aufzubessern. Fallen auch diese aus, hat man em Ende gerade mal eine oder zwei Beobachtungen zustande gebracht, die natürlich für keine Auswertung der Welt irgendeine Relevanz besitzen. Und so fallen bei mir die für das vierte Quartal auch immer am schlechtesten aus.

Das liegt nicht nur an den mageren Tagen an Beobachtungen, sondern an den Beobachtungsbedingungen an sich. Oft hat man hier keinen wirklich klaren Himmel, der ist eher verschleimt und wenn es dann mal wirklich klar sein sollte, ist das Seeing extrem schlecht mit wallendem Sonnenrändern und Flecken, die man nur ab und zu real erkennen kann.

Durch den niedrigen Stand kommt bei mir noch etwas anderes hinzu: In den Monaten zwischen November und Januar kann ich nur um die Mittagszeit herum beobachten, im Dezember nur zwischen 11:30 und 13:15 Uhr. Vorher steht sie Sonne zu niedrig, um über die Nachbarhäuser herum zu kommen, danach verschwindet die Sonne hinter einem Hochhaus. Auch ein Ausweichen hilft wenig, da mir immer irgendwelche Bäume die Sicht verdeckten. Zwischen zwei Höchhäusern ergibt sich noch eine für etwa 10 Minuten nutzbare Lücke, aber genau in der steht ein Baum in der Sichtlinie und verhindert auch da eine Beobachtung.

Und noch etwas passiert mit in dieser Zeit: Murphy. Als ich Ende November / Anfang Dezember für ein paar Tage im Krankenhaus lag, schien natürlich zur passenden Zeit die Sonne, seit dem 6. Dezember ist nun Schluss damit. Entweder klart es vor oder nach dem mittäglichen Beobachtungsfenster auf, nur nicht innerhalb. Das ist mir in diesem Monats jetzt schon fünfmal passiert, sodass ich am Ende immer wieder ohne Beobachtung dastand. Daher weiß ich jetzt schon, dass auch dieses Mal im 4. Quartal die die Auswertung schlecht ausfallen wird, weil nur eine Beobachtung – sofern sich daran nicht doch noch was ändert – eher dem Zufall entspricht und man daran absolut keinen Trend erkennen kann, was wichtig wäre, für eine sinnvolle Verarbeitung der Daten. Zum Glück wird ja eigentlich das ganze Quartal bei der Auswertung betrachtet, dennoch ist eine einzelne Beobachtung viel zu wenig. Früher bin ich dann in den dunklen Monaten auch immer wieder aus den Auswertungen ausgeflogen, wenn ich weniger als 5 Beobachtungen im Monat hatte. Mittlerweile wurde – bedingt durch das sehr lange Minimum im Jahr 2008 – das Auswerteverfahren bei der Fachgruppe Sonne der VdS umgestellt, sodass auch Zufallsbeobachtungen eine Berücksichtigung finden können.

Dennoch ist die Beobachtung unseres Tagesgestirns im Winter eine extrem frustrierende Angelegenheit, vor allem im zurück liegenden Jahr. Durch das extrem schlechte Wetter im Frühjahr 2013 gingen mir im Vergleich zu den Vorjahren rund 40 Beobachtungstage verloren, d.h. erstmals in diesem Jahrtausend werde ich wieder weniger als 200 Beobachtungen schaffen und wenn man sich das Wetter dieser Tage anschaut, wo nur der Norden unter Wolken liegt, der Rest des Landes aber Sonnenschein hat, kann man schier verzweifeln. So geht dieses Jahr für mich als das schlechteste Astrojahr seit Langem zu Ende, zumal ich auch nachts kaum was machen konnte und nur während meines Aufenthaltes auf der Sternwarte Kirchheim Astrofotos und visuelle Beobachtungen zustande gebracht habe – abgesehen von zwei Abenden, als ich den Kometen PANSTARRS fotografieren konnte.

Montag, 16. Dezember 2013

Sonne im November

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!


Weißlicht:
Die hohe Fleckentätigkeit setzte sich zunächst im November fort, aufgrund des Wetters aber leider von vielen Beobachtern eher unbeachtet. Die AR 11884, am 27. Oktober erstmals als randnahe H-Gruppe zu sehen, war am 30. zur  E-Gruppe geworden, hielt die Klasse bis zum 4. November und fiel danach auf die Stufe D zurück.

Am 3. zeigte sich die AR 11890 ebenfalls als H am Ostrand, konnte aber schon einen Tag später der Waldmeierklasse E zugeordnet werden. Gleichzeitig pendelte die Zahl der Fleckengruppen zwischen 6 und 9 hin und her. Was in jenen Tagen besonders auffiel, war die enorme Größe der AR 11890, die mehr als 100 Flecken auf sich vereinigte und auch mit bloßem Auge (und Sonnenfinsternisbrille) klar zu sehen war. 

Am 8. überschritt sie die Grenze zur Klasse F, während alle anderen Gruppen sich zurückbildeten (von 8 Gruppen am 10. Gehörten drei zur Klasse A), sodass am 10. nur noch vier aktive Regionen zu finden waren. Danach stieg die Aktivität wieder leicht an und neben der AR 11890 hatte sich auch die 11897, am 12. als D-Gruppe auf der Südhalbkugel aufgetaucht, zur Klasse E entwickelt. Nach dem 16. war die AR 11890 nicht mehr zu sehen, weil sie um den Westrand herumrotiert war, so verblieb die AR 11897 als einzige E-Gruppe, umgeben aber von sehr vielen kleineren Fleckengruppen, die vorwiegend auf der Südhalbkugel zu sehen waren.   

Ab dem 17. gehörte sie dann ebenfalls zur Klasse F, wobei die Kanzelhöhe hier aber eher zwei dicht beieinander stehende E-Gruppen sah, die Zahl der Gruppen stieg in dem Zeitraum auf 12 bis 13 an. Die AR 11893, am 9. zum ersten Mal als H-Gruppe zu sehen, hatte sich sehr bedächtig weiterentwickelt und wurde erst am 19., als sie schon nah am Westrand stand, zur E-Gruppe, am 22. war sie dann den Augen der Beobachter entschwunden und war um den Rand herumrotiert. Nach dem 20. begann der sukzessive Zerfall der großen AR 11897 und nach dem 22. war sie dann auch nicht mehr zu sehen und befand sich auf der erdabgewandten Seite der Sonne. Zum gleichen Zeitpunkt ging die Aktivität spürbar zurück und man konnte nur noch etwa 4 aktive Regionen finden, die nur den unteren Waldmeierklassen angehörten. Am 27. fiel die Zahl der Flecken sogar auf drei ab, um am 28. wieder auf fünf anzusteigen. Am 27. war auch die AR 11907 erschienen und zählte schon ab dem 29. zur Klasse E. Der November endete also halbwegs mit einer leicht erhöhten Aktivität, die in diesem Monat vier E-Gruppen, von denen eine zur Klasse F aufstieg, hervorbrachte. 

Was besonders auffiel war, dass sich die Gruppen schön beiderseits des Sonnenäquators gruppierten und ein enormer Fleckenüberschuss auf der Südhalbkugel bestand.

H-alpha:
Die erhöhte Aktivität führte selbstverständlich auch zu einer ganzen Reihe von Ausbrüchen, großen Protuberanzen und langgeschwungenen Filamenten. Der erste größere Flare, ein M6, wurde am 1. um 19:53 UT in der AR 11884 registriert, gefolgt von einem M5 am 3. um 5:22 UT, ebenfalls aus der AR 11884. Am 5. gab es um 8:18 UT in der AR 11890 einen M2. 

Noch am selben Tag, um 22:12 UT, brachte die AR 11890 einen, allerdings nicht erdwärts gerichteten, X3-Flare hervor. Sie war auch für den M2 am 7. um 14:25 UT verantwortlich, ebenso wie für den zweiten X-Flare des Monats, dem X1 vom 8. um 4:26 UT. Auch der dritte X-Flare des Monats stammte aus dieser Region. Er stieg am 10. um 5:14 UT auf. Ein M2 hingegen, der am 11. um 11.18 UT beobachtet wurde, entstammte keine der gerade sichtbaren Aktiven Regionen. Danach wurde es spürbar ruhiger auf der Sonne. 

Erst am 15. Konnte in der unauffälligen AR 11899 um 2:29 UT wieder ein M1-Flare beobachtet werden. Die AR 11900 brachte am 16. um 7:49 UT und am 17. um 5:10 UT  je einen M1 hervor. Richtig los ging es erst wieder am 19. um 10:26 UT, als die AR 11893 einen X1-Flare – den mittlerweile vierten des Monats – ausstieß. Hier folgte am 21. um 11:11 UT ein M1. Die AR 11904 brachte es am 23. Um 2:32 UT ebenfalls zu einem M1, danach gab es bis zum Monatsende nur noch C-Flares zu sehen. 

Mit vier X-Flares gehörte der November dann neben dem Oktober schon zu den aktivsten Monaten im Jahr 2013.

Sonntag, 10. November 2013

Sonne am 10. November 2013



Einen Tag vor Beginn der fünften Jahreszeit gelang mir überraschend die zweite Beobachtung in diesen Monat. Allerdings nicht ohne Murphy Besuch. So konnte ich das erste Zeitfenster nicht nutzen, weil die Sonne erst hinter dem Hochnebel herauskam, als sie hinter Bäumen stand und die Lücke schloss sich wieder, als sie die Passage verlassen hatte. Also hieß es wieder, jede Menge Geduld aufbringen und hoffen. Dann kam eine Wolkenlücke, die aber zu kurz war, um die Beobachtung zu beenden. Erst eine gute Stunde später – am Himmel waren teilweise drei verschiedene Wolkenschichten unterwegs – riss es auf und ich konnte am Küchenfenster mit meinem kleinen 80/400er Refraktor mit der Beobachtung beginnen.

Die AR 11890 war auch heuer die auffälligste Gruppe, hatte aber Federn gelassen und wies eine fast völlig andere Form als noch am gestrigen Tag auf. Auch gehörte sie aufgrund der Länge nicht mehr der Klasse F, sondern nur noch der Klasse E an. Ich schätzte hier die Zahl der Flecken auf 40. Am Ostrand waren zwei J-Gruppen (noch ohne NOAA-Nummer) neu erschienen. Die AR 11893 war auch ein wenig in sich zusammen gefallen und gehörte nur noch zur Klasse H an. Ganz am Westrand fand ich die AR 11887 als A. In der Nähe der 11893 stand eine A ohne Nummer und nördlich der AR 11890 eine kleine B, auch ohne Nummer.

Für die H-alpha-Beobachtung musste ich die nächste Wolkenlücke abwarten, da aber war das Seeing schon wieder schlechter geworden. Ich fand am Rand 14 Protuberanzen (darunter zwei größere, eine büschelförmig, eine wie eine Rampe), 20 Filamente (eine davon dreidimensional) und 5 Flaregebiete. Den X-1-Flare von heute Morgen hatte ich natürlich verpasst.

Nun lege ich wieder eine fünftägige Zwangspause ein, da ich frühestens am nächsten Samstag, sollte ich dann zur Bochumer Herbsttagung fahren, am Sonntag beobachten kann, vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

Samstag, 9. November 2013

Sonne am 9. November 2013



Stürmisches Wetter an einem freien Tag waren die Grundvoraussetzungen für eine Sonnenbeobachtung im November. Innerhalb der Woche sind derzeit keine Beobachtungen möglich, da sich die Auf- und Untergangszeiten unseres Tagesgestirn zu meinen Ungunsten entwickelten (im Dunkeln zur Arbeit, im Dunkeln wieder zurück).

Nachdem am vergangenen Woche trotz Sonnenschein wegen meiner Führungen auf der Bergedorfer Sternwarte alle Beobachtungen gescheitert waren, konnte ich heute endlich wieder einen Blick auf die Sonne werfen. Allerdings nur bei sehr schlechtem Seeing. Ständig durchziehende Wolken und eine Sonne, die direkt hinter einem meiner Nachbarhäuser aufging, um kurz danach hinter Bäumen zu verschwinden sorgten für ein etwa 30 minütiges Zeitfenster, das es zu nutzen galt.

Die erste Sichtung zeigte eine Sonne, die noch zum Teil hinter einem Schornstein stand, aber die große AR 11890 zeigte, die irgendwie an das Sternbild Corona Borealis erinnerte. Dann schälte sich die die AR 11893 als H- und die AR 11891 als D-Gruppe heraus. Dann fand ich noch die AR 11887 als J-Gruppe. Mehr Aktivitätszentren fand ich bei dem nun rasch schlechter werdenden Seeing nicht und auch an H-alpha war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.

Erst am Nachmittag riss die Bewölkung wieder auf. Damit hatte ich aber das Problem, dass mein PST im kräftigen Westwind stand. Das erschwerte meine Beobachtungen und die weiter durchziehenden Wolkenfetzen nervten ziemlich. Zwar fand ich 15 Protuberanzen, 12 Filamente und 7 Flaregebiete, war dann aber froh, die Beobachtung beenden zu können, weil Windstöße immer wieder in die Küche drangen und hier einiges umwarfen. Nach zwei beobachtungslosen Wochen konnte ich jedoch froh sein, überhaupt mal wieder was „live“ zu sehen.

Freitag, 1. November 2013

Die Sonne im Oktober 2013

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!

Bereits Ende September zeichnete sich ein Anstieg der Sonnenaktivität an, der sich nicht nur in den Oktober hinein fortsetzte, sondern auch deutlich an Heftigkeit zunahm. Ob dieser neuerliche Höhepunkt das Maximum des 24. Fleckenzyklus darstellt oder unter dem hohen Peak 2011/12 bleibt, wird man freilich erst in ein paar Monaten feststellen können, weil immer erst ein paar Monate vergehen müssen, um abzuwarten, ob nicht nach diesem kleinen Maximum noch ein weitaus höheres folgt.
In den ersten Oktobertagen sah es aber zunächst aus wie immer: nach einem moderaten Aktivitätsschub gingen die Gruppenzahlen erst einmal wieder zurück. Bis zum 6. war die Entwicklung sehr statisch, man fand stets nur die 4 Gruppen, die man auch am 1. und 2. hatte beobachten können. Danach setzte der erste neue Schub gemächlich, aber beständig ein. Die Zahl der täglich zu beobachtenden Gruppen stieg auf bis zu 12 an, dennoch waren am Anfang keine E- und F-Gruppen darunter, sondern nur jene der Klassen C, D und H. Die erste E-Gruppe seit Wochen war die AR 11861, die am 8. als B-Gruppe am Ostrand erschien und erst kurz vor ihrem Verschwinden am Westrand die Klasse E am 17. erreichte. Die AR 11875, am 18. erstmals am Ostrand zu sehen, entwickelte sich am 20. zur Klasse E und läutete damit einen nächsten Schub ein, während der vorherige noch nicht mal ganz abgeflaut war. Nebenher vergrößerte sich auch die AR 11877, am 19. Oktober erstmalig als H-Gruppe zu sehen, sehr dynamisch binnen weniger Tage zur Klasse E und war ebenfalls auf der Südhalbkugel der Sonne zu sehen. Sie erreichte aber sehr schnell ihren Höhepunkt und fiel danach in der Entwicklung ganz stark ab, während die AR 11875 nun ein sehr kompaktes, von Penumbren überzogenes, Feld aufwies und in der Nähe der Sonnenscheibenmitte stand, was die Hoffnung auf Polarlichter näherte.
Die Zahl der Fleckengruppen ging nun wieder zurück und man rechnete schon mit einem neuerlichen Einbruch, als die AR 11875 zur Klasse F aufstieg. So erstaunlich es klingt: Andere Aktive Regionen zeigten zwar auch sehr große Penumbren, es mangelte ihnen ansonsten aber an Größe, sodass sie nur maximal der Waldmeierklasse D angehörten und nicht mal die Grenze zur E überschritten. Dies gelang nur der AR 11884, die am 27. als H im Osten auftauchte und am 30. die E erreichte. Mit vier E-Gruppen, von denen eine auch die Stufe F erreichte, war der Oktober 2013 im Weißlicht der fleckenreichste im ganzen Jahr.
Der im Weißlicht nicht zu übersehende Aktivitätsschub trat mit einiger Verzögerung auch im H-alpha ein. Der erste nennenswerte Flare seit mehr als einem Monat wurde am 9. registriert, ein M2, der aus der AR 11865 kam und um 1:48 UT seinen Höhepunkt erreichte. Am 11. folgte um 7:25 UT ein M1 und am 13. um 00:43 UT noch einer. Beide kamen aus der AR 11865, wie der M1 am 15. um 23:36 UT. Einen weiteren M1 produzierte die AR 11861 am 17. um 15:41 UT.
Den Auftakt zu einer auch im H-alpha sehr stürmischen Epoche machte die AR 11865: ein M4 stieg am 22. um 21:20 UT empor. Die AR 11877 schaffte am 24. um 0:30 einen M9 und die AR 11882 am 25. um 15:03 UT sogar einen X2, den ersten seiner Klasse seit vielen Monaten. Aus der AR 11884 kam am 26. um 19:37 UT ein M3, aus der AR 11875 am 27. um 12:48 UT ein M3, am 28. um 2:03 UT ein X1.7 und am 29. um 21:54 UT einen X2.1. Am Monatsletzten brachte sich die AR 11877 dann noch mal mit einem M1 um 13:51 UT in Erinnerung. Mit drei X- und 10 M-Flare war damit der Oktober der Monat im H-alpha– analog zum Weißlicht – der mit der höchsten Flareaktivität im ganzen Jahr 2013.
Eine Filamenteruption vom 30.09.2013 – hier hatte sich ein Materiebogen erhoben, Teile davon waren auf die Sonnenoberfläche zurückgefallen und hatten dadurch einen CME ausgelöst - hatte in der Nacht von 2. auf den 3. Oktober für ein schwaches visuelles bzw. fotografisches Polarlicht gesorgt. Kein Polarlicht brachte dagegen der X1.7 oder der X2.1, weil dessen Teilchenschauer an der Erde vorbeigingen. Anders in der Nacht vom 30. Auf den 31. Oktober, als mehrere kleinere CMEs sich gegenseitig verstärkten und zu einem fotografischen Polarlicht im Norden führten.