Samstag, 12. Januar 2013

Sonne am 12.01.2013

Zum ersten Mal in diesem Jahr und nach einer gefühlten Ewigkeit mit dauerhaft bedecktem Himmel gab es heute einen sonnigen Tag in Hamburg. Zwar störten immer wieder durchziehende Wolken die Beobachtung, es war aber heuer nicht ganz so schlimm wie im Dezember oder November. Angesichts der Außentemperaturen von ungefähr -4° und den Wolkenbewegungen war das Seeing erstaunlich gut.

Was noch überraschte war die hohe Zahl an Sonnenflecken. Noch im Dezember sah es ja recht trübe aus, was die Fleckenaktivität anging, doch mit Beginn des neuen Jahres scheint die Sonne all das nachholen zu wollen, was sie im letzten Jahr versäumt hat. Ja, man kann sogar vorsichtig von einem regelrechten Ausbruch sprechen, Wie anhand der Zeichnungen des Sonnenobservatoriums Kanzelhöhe sehr schön abzulesen war, stieg die Zahl der Aktivitätsgebiete im Januar bislang fast exponentiell an. Ob das reichen wird, in diesem Jahr das Maximum zu erreichen, bleibt allerdings abzuwarten.

So war der erste Blick durch meinen 80/400er Refraktor im Weißlicht schon irgendwie aufregend. Mit 8 Gruppen lag ich nur knapp unter den Angaben der Kanzelhöhe, was aber nur daran liegt, dass ich eine A-Gruppe in meinem Fernrohr nicht auflösen konnte. Mit dem bloßen Auge konnte ich die große F-Gruppe schon kurz nach 9 Uhr an einem Standort neben unseren Glascontainern zwischen zwei Bäumen mit einer Sonnenfinsternisbrille sehen. Teleskopische Beobachtungen waren wegen anderer Bäume und den Häusern bei mir zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht möglich.

Der Blick in die H-Alpha-Linie war dann noch spannender: 13 eher winzige Protuberanzen, 18 Filamente und 7 Flaregebiete - eines davon direkt am Ostrand - warend beredtes Zeugnis für die heutige Aktivität. Rund um die AR 11654 - die große F-Grupe - gab es viele helle Flareebiete - hier sollten in den kommenden Tagen vermehrt Ausbrüche stattfinden, die dann bei uns zu Polarlichtern führen könnten - und Filamente, die eindeutig über der Region standen oder aus dem Zentrum herausführten. Eine gute Gelegenheit für Detailstudien, auch wenn man "nur ein PST sein Eigen nennt.

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