Sonntag, 13. Januar 2013

Sonne am 13.012013

Das Beobachten der Sonne war im Vergleich zu gestern heute wesentlich unentspannter, denn immer wieder zogen Wolken vor der Sonne durch und erschwerten die Beobachtung. Und so wurde es - wie sollte es anders sein - erst richtig klar, als unser Tagesgestirn hinter meinem verhassten Hochhaus stand ...

Dennoch reichten die Wolkenlücken aus, um das aktuelle Geschehen auf der Sonne verfolgen zu können. Vor Beginn der Beobachtung konnte ich mit meinem Glasobjektivfilter für das Fernrohr die Sonne mit bloßem Auge beobachten und drei (!) Flecken sehen: die Penumbren der großen F-Gruppe (AR 11654). Im Okular des Teleskops sah dass dann noch interessanter aus, denn die Penumbren hatten sich leicht vergrößert und waren von Lichtbrücken durchzogen. Die gesamte Struktur der Gruppe gleicht jetzt einem überdimensionierten Haken, der sich geradewegs auf die Mitte der Sonnenscheibe zubewegt und in den kommenden Tagen bestens platziert ist, um Ausbrüche in Richtung Erde zu schicken und hier Polarlichter auszulösen. Ob es letztlich dazu kommt, hängt von sehr vielen Faktoren ab, aber erst einmal muss die Gruppe Flares der Klassen M und vor allem X auswerfen, damit wir zumindest theoretisch in den Genuss von - wenn auch nur fotografischen -Polarlichtern kommen können.

Bei den anderen Gruppen gab es nur wenige Veränderungen, die AR 11656, gestern noch als D-Gruppe zu sehen, gehörte heute nur der Klasse C an, und auch die AR 11652 ist deutlich geschrumpft. Eine der gestern noch von mir hart an der Auflösungsgrenze des Teleskops wahrnehmbare A-Gruppe konnte ich heute nicht mehr sehen, so kam ich nur noch auf 7 Gruppen: eine A 1, eine C3, eine C8, eine C11, eine F43, eine H2 und eine J1.

Im H-Alpha war die Aktivität entsprechend hoch, wenn auch die 13 von mir registrierten Protuberanzen wiederum nur sehr klein ausfielen. Etwas spektakuläres war wieder einmal nicht dabei. Die 8 hellen Flaregebiete waren da schon spannender, ebenso die 16 zum Teil sehr großen Filamente. Auffällig waren ein besonders langgestrecktes im Norden und eines im Westen. Rund um die AR 11654 war aber erwartungsgemäß eine höhere Aktivität zu beobachten. Wie schon am Vortag standen hier mehrere Filamente direkt über der Gruppe oder kamen aus ihr heraus. Überdies gab es sehr viele helle Flaregebiete, von denen noch einiges zu erwarten ist. Und auch die ehemalige E-Gruppe AR 11652 - im Weißlicht längst im Zerfallen begriffen - weist im H-Alpha immer noch komplexe Strukturen, ein Filament und Flarezonen auf.

So eine aktive Sonne wünscht man sich auch für das Frühjahr und den Sommer, wenn man wieder öfter beobachten kann und nicht bei klarem Wetter - wenn man das denn hat - durch frühe Sonnenuntergänge und einen tiefen Sonnenstand daran gehindert wird.

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