Samstag, 23. Februar 2013

Sonne am 23.02.2013

Nach zwei Wochen ohne die Möglichkeit einer Sonnenbeobachtung - meine schlechteste Bilanz für einen Februar seit Beginn meiner Beobachtungen im April 1979 - riss die nahezu immer währende am heutige Morgen endlich soweit auf, dass man auch nach dem Aufbauen des Teleskops die Sonne noch beobachten konnte.

Das Seeing war allerdings - wie sollte es anders sein, wenn man schon mal beobachten kann - eine mittelschwere Katastrophe, denn das Bild flirrte und blubberte nur so vor sich hin, Umbra und Penumbra waren nicht zu trennen, die beiden Fleckengruppen - zwei J1 - waren nur in kurzen Momenten sichtbar. Vom Anstieg der Aktivität innerhalb der letzten beiden Wochen habe ich natürlich wieder alles verpasst. Schon im vergangenen Jahr gingen mir im Winter die besten Gruppen durch die Lappen, weil es immer dann bedeckt war, wenn die Aktivität der Sonne hoch war. Dieser Trend scheint sich fortzusetzen.

Im H-Alpha wirkte sich das schlechte Seeing auch extrem aus: Der Sonnenrand war völlig zerzaust und blubberte auch hier munter vor sich hin. Das chromosphärische Netzwerk war gar nicht zu sehen, die Protuberanzen - nur eine war etwas größer - waren kaum auszumachen und auch die Zahl der Filamente war eher gering, soweit ich das beurteilen konnte. So kam ich auf 7 Protuberanzen, 6 Filamente und zwei Flaregebiete. 

Ob ich allerdings noch eine Chance auf eine Beobachtung unter besseren Bedingungen erhalten werde, ist fraglich, denn nun sind wieder die Wolken heran und die Sonne quält sich hinter  Bäumen über den Himmel. Sicher gilt wieder der alte Grundsatz: Wenn man die erste Chance für eine Beobachtung nicht nutzt, bekommt man keine zweite. Ich habe heute gleich bei der ersten Auflockerung beobachtet, wenn auch unter extrem schlechten Bedingungen.

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