Dienstag, 19. März 2013

Sonne am 17.03.2013

Es waren lausige Bedingungen, unter denen ich an diesem Tag beobachten „musste“. Die Sonne hing, verschleiert vom allgemeinen Syph und hinter Bäumen, die sich ständig im Wind bewegten und nur selten den Blick auf die Sonne freigaben. Immerhin sah man heute mehr als gestern, wo im Okular nicht mal ein scharfer Sonnenrand zu sehen war.
So litt denn auch die Beobachtung wieder mal sehr unter den äußeren Bedingungen, nur selten war die Luft ruhig genug, um mehr als die Penumbren der größten Gruppen zu finden und gerade dann wischten wieder die Äste vor dem Fernrohr hin und her. Das Seeing war grausam und machte es fast während der ganzen Zeit unmöglich, eine Trennung zwischen Umbra und Penumbra vorzunehmen.
Trotzdem konnte ich sieben Fleckengruppen sehen: A1, C5, D5, D8, E14, H1, H1. An eine H-Alpha-Beobachtung war unter diesem Umständen nicht zu denken und alsbald zog der Himmel auch wieder ganz zu, wie am gestrigen Astronomietag 2013, als man nicht einmal einen wirklich klaren Himmel hatte.

Sonne am 15.03.2013

Waren die Beobachtungsbedingungen vor zwei Tagen sehr gut, so war heute das Seeing wieder eine einzige Katastrophe. Nur selten konnte ich eine der 6 Gruppen im Weißlicht sehen: B4, C4, C7, D7, E9, H2. Die E-Gruppe war zwar am auffälligsten, die Zahl ihrer Einzelflecke konnte aber nur blickweise erahnt werden.
Etwas besser war es hingegen im H-Alpha. Hier erfasste ich 13 Protuberanzen, 10 Filamente und 5 Flareregionen. Auch heute musste ich mich wieder beeilen, denn der „Baum-Encounter“ stand kurz bevor und am Abend war wieder eine Beobachtung des Kometen PANSTARRS in Hamburg-Neu-Allermöhe geplant.

Sonne am 12.03.2013

Sechs Tage dauerte es, bis ich nach Feierabend mal wieder die Sonne zu Gesicht bekam und das bei recht guten Bedingungen (Ruhe und Schärfe = 2!). Eine Seltenheit in diesen Tagen und so konnte ich leicht die 9 Gruppen des Tages in meinem kleinen 80/400er sehen: B2, B2, B4, C7, D8, D8, H1, H2, J1. Eine Trennung der Penumbren war ohne Problem möglich und auch die Fackeln am Sonnenrand zeigten sich heute besonders auffällig. Allerdings musste ich mich mit der Beobachtung ein wenig beeilen, denn die Sonne versank allzu schnell hinter einem der unsäglichen Bäume.
Für eine H-Alpha-Beobachtung reichte es dann aber noch: 11 Protuberanzen, 14 Filamente und 4 Flaregebiete konnte ich zählen. Für eine detailliertere Beobachtung blieb aber keine Zeit mehr, denn kurz nach der Beobachtung brach ich auf, um den Kometen PANSTARRS zu beobachten.

Sonne am 06.03.2013

Die langsam zu Ende gehende Phase schönen Wetters machte sich beim gerade noch durchschnittlichen Seeing bemerkbar. Nun ist es wieder an der Zeit, dass sich der Tagbogen der Sonne soweit vergrößert hatte, dass ich auch nach Feierabend beobachten konnte. Die tiefen Temperaturen beeinträchtigten jedoch die Beobachtung. Da ich nur von der Fensterbank aus die Sonne erreichen konnte, vermischte sich die kalte Außen- mit der warmen Innenluft, und das Fernrohr stand genau in diesem Luftstrom.
Die sieben Fleckengruppen waren im Weißlicht dennoch gut zu sehen: A1, A1, A1, B4, D6, D7, J1. Im H-Alpha waren die Bedingungen auch gerade noch gut, sodass ich hier auf 14 Protuberanzen, 14 Filamente und 4 Flaregebiete kam. Allerdings gab es weder bei den Protuberanzen noch bei den Filamenten irgendwelche außergewöhnlichen Erscheinungen.

Mittwoch, 6. März 2013

Sonne am 05.03.2013

Vier Beobachtungen in fünf Tagen: Mehr als im ganzen Februar, dazu noch solche unter relativ guten Bedingungen, denn die Luft war erstaunlich ruhig, wenn auch nicht ganz so stehend, wie noch vor zwei Tagen. Das reichte aber völlig aus, um sechs der sieben vom Sonnenobservatorium Kanzelhöhe beobachtete Gruppen zu finden. Gegenüber gestern ergaben sich aber nur wenige Veränderungen. So hatten sich die beiden D-Gruppen nur marginal verändert, die Zahl ihrer Einzelflecke ging leicht zurück, eine A-Gruppe war nicht mehr zu sehen und die beiden J-Gruppen hatten sich in die Klassen A und B zurückverwandelt. Daraus ergab sich die Klassifikationsfolge: 3xA1, 1xB7, 1xD6, 1xD9.
Im H-Alpha ging es da schon ein wenig turbulenter zu. Am Vormittag hatte es einen M1 aus der randnahmen AR 11686 gegeben, dazu konnte man im Südosten ein Protuberanzengebiet sehen, dass sich im Laufe des Tages beständig weiterentwickelte und zu meiner Beobachtungszeit seltsam verdreht aussah. Im PST kam ich auf insgesamt 11 Protuberanzen, 8 Filamente, die dieses Mal etwas größer wirkten sowie 5 hellere Flaregebiete, die zwar das Potenzial für weitere Ausbrüche hatten, aber keine weiteren Ausbrüche erzeugten. Für das Jahr des Sonnenfleckenmaximums, das einige Wissenschaftler in zwei Monaten erwarten, ist das entschieden zu wenig.

Dienstag, 5. März 2013

Die Sonne im Februar 2013

Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)

Das ausnehmend schlechte Wetter im Februar verhinderte bei vielen Beobachtern im Norden den Blick auf die Sonne. Viel versäumt haben sie dabei indes nicht, denn gegenüber dem Januar haben sich die Relativzahlen glatt halbiert. Der Aktivitätsschub vom Vormonat wiederholte sich nicht und die höchsten Waldmeierklassen E und F wurden auch nicht mehr erreicht. Im ganzen Monat kamen die Relativzahlen der Vergleichsreihe des S.I.D.C. nicht über 68,0 (am 18.) hinaus und wurden vorwiegend durch eine Vielzahl kleinerer Gruppen der Waldmeierklasse A bis C, H und J gebildet. Selbst die D-Gruppen traten vergleichsweise selten auf, was auch das Sonnenobservatorium Kanzelhöhe beklagt.
Um den 20. herum waren maximal 7 Fleckengruppen zu sehen, in den Tagen zuvor lag diese Zahl oft nur bei 2 und 3! Im Februar gab es insgesamt nur 21 neue Fleckengruppen.
Im H-Alpha fiel die Sonnenaktivität noch geringer aus als im Weißlicht. Abgesehen von einer geringeren Zahl von immer vorhandenen Protuberanzen, Filamenten (selbst diese waren an einigen Tagen eher mickrig) und hellen Flaregebieten wurden kaum Flares verzeichnet. Der erste größere wurde erst am 17. mit Höhepunkt um 15:50 UT verzeichnet: In der Aktiven Region 11675 stieg ein M1.9 auf, der aber nicht erdwärts gerichtet war. Einen Tag später gab es noch einen koronalen Massenauswurf (CME) dazu. Bis zum Monatsletzten traten dann nur noch vereinzelt C-Flares auf und so endete ein mehr als unterdurchschnittlicher Beobachtungsmonat.
Wie sich die abermals äußerst geringe Sonnenaktivität auf den weiteren Verlauf des Zyklus auswirkt, bleibt erst einmal abzuwarten, denn hier wird diskutiert, ob der seit Monaten anhaltende Fleckenüberschuss auf der Nordhalbkugel der Sonne nicht ein Zeichen dafür ist, dass das Maximum noch längst nicht vorüber ist, wenn man hier daran festhält, dass wir in der Nachmaximumsphase leben. Wie auch immer: Der 24. Fleckenzyklus dürfte einer der ungewöhnlichsten sein, der jemals beobachtet wurde.

Montag, 4. März 2013

Sonne am 04.03.2013

Der März fing als Sonnenbeobachtungsmonat schon mal ganz gut an: Mit dem heutigen Tage habe ich schon genauso viel Beobachtungen zusammenbekommen, wie im ganzen Monat Februar. Dabei hat sich im Weißlicht nur wenig verändert. Bei den D-Gruppen hatte sich nicht viel Neues ergeben und aus einigen A-Gruppen sind J mit tlw. rudimentären Penumbren geworden. So ergabe sich heute diese Klassifikationsfolge: J1, D5, D6, J2, 2xA1und 1xA2.

Das unerwartet gute Seeing bot dann dank der in den letzten zwei Tagen deutlich angestiegenen Höhe über dem Horizont zur Beobachtungszeit auch nach der "Tannenbaum-Passage" noch Möglichkeiten zur H-Alpha-Beobachtung. Die Protuberanzen waren zwar eindrucksvoll, aber dennoch gering an der Zahl. Nur 7 davon sowie 8 unauffällige Filamente und 4 Flaregebiete zeigten sich im chromosphärischen Netzwerk. So gab es trotz extremem Nebel am Vormittag doch noch ein paar Stunden Sonnenschein, wenn auch weniger als vorausgesagt.

Sonntag, 3. März 2013

Sonne am 03.03.2013

Nach einem durchweg neblig-bewölkten und kalten Tag war der Himmel, von durchziehenden Wölken und unterschiedlich dichtem Syph abgesehen, endlich mal klar. So konnte ich bereits kurz nach 9 Uhr MEZ mit der Beobachtung anfangen. Das Seeing war trotz der Wolken relativ gut und einigermaßen stabil, nur ab und zu gab es ein paar durchlaufende Wellen, die das Bild spürbar verschlechterten. 

Der höhere Sonnenstand führte nun auch dazu, dass die Sonne deutlich über dem Haus im Südosten stand, als ich mit der Beobachtung anfing. Allerdings ging der Blick fast permanent durch dünne Äste hindurch, was auf Dauer etwas nervig war.

Im Weißlicht fand ich 7 Gruppen: 3xA1, 1xB7, 1xB8, 1xD4 und 1xD9. Große Penumbren oder filigrane Strukturen in den Gruppen, wie sie im Maximumsjahr an der Tagesordnung sein sollten, waren nicht auszumachen.

Im H-Alpha bot sich ebenfalls ein eher gemäßigtes Bild: 11 nur kleinere Protuberanzen, 10 Filamente und 7 Flaregebiete sowie das chromosphärische Netzwerk, mehr war nicht zu erkennen. Auch hieran ließ sich das Jahr des Fleckenmaximums nicht abzulesen, was weiter den Verdacht nährt, dass dieses tatsächlich schon vorbei ist.

Freitag, 1. März 2013

Sonne am 01.03.2013

Endlich hielt der Wetterbericht mal das, was er versprach und spätestens ab mittags schien auch bei mir die Sonne. Die Zeit bis zum Feierabend verstrich nur sehr langsam und dank stockender Bahn am Hauptbahnhof (Feuerwehreinsatz in Neugraben) und ständigen Stopps auf der S1 in Richtung Poppenbüttel verpasste ich die Sonne, bevor sie hinter dem Hochhaus verschwand. Zum Glück kam sie kurz vor 17 Uhr, schon relativ tief stehend, rechts dahinter wieder zum Vorschein. Allerdings nur für etwa eine gute Viertelstunde, dann stand sie hinter einer Tanne und verhinderte weitere Beobachtungen. Da hat man mal Sonne und es wird nichts unversucht gelassen, die Beobachtung zu verhindern ...

In den wenigen Minuten, die mir noch zu Verfügung standen, zog ausgerechnet auch noch ein Kondensstreifen quer über die Sonne ...

Erstaunlicher Weise war das Seeing ausgesprochen gut, auch der Kondensstreifen vermochte das nicht zu trüben. Bei den beiden D-Gruppen des heutigen Tages war eine Trennung zwischen Umbra und Penumbra problemlos möglich. Außerdem fand ich noch vier A-Gruppen, sodass ich sechs Gruppen sah: 3xA1, 1xA3, 1xD6 und einmal D9.

Aufgrund der nachfolgenden "Tannen-Passage" der Sonne war eine H-Alpha-Beobachtung nicht mehr möglich, da sie danach hinter anderen Bäumen stand. So konnte ich froh sein, überhaupt noch etwas gesehen zu haben.