Sonntag, 28. April 2013

Sonne am 28.04.2013


Sonne am 28. April 2013

Nach einigen Tagen mit nur kurzen oder gar keinen Wolkenlücken konnte ich heute morgen etwas ausgiebiger als sonst unser Tagesgestirn beobachten, erwischte aber leider einen Tag mit nur mäßigem Seeing.

Noch nahe des Ostrandes stand auf der Südhalbkugel die AR 11729 als J-Gruppe in einem Fackelfeld. Fast zur Sonnenscheibenmitte gerückt war die AR 11730 als D-Gruppe, der voran eine kleine C ohne NOAA-Nummer zu finden war. Auf der Nordhalbkugel tummelten sich die vor ein paar Tagen umd den Ostrand herumgekommende AR 11731, die aufgrund ihrer Ausdehnung noch ald D klassifiziert werden musste, aber das Potenzial zu wesentlich mehr hat, allein aufgrund ihrer umfänglichen Penumbren. Die Gruppe schien ohnehin fast nur aus Penumbren zu bestehen. Leicht versetzt dazu fand ich bei zunehmendem „Blubber-Seeing“ noch die AR 11728 als weitere J-Gruppe. Weitere Gruppen konnten auch nach längerer Beobachtungszeit nicht gefunden werden.

Nach dem Wechsel auf das PST offenbarte sich mir eine Sonne mit einer weitaus höheren Aktivität: Ich zählte heute 16 Protuberanzen, 1 Filamente und 6 helle Flaregebiete. Besonders auffällig war dabei eine große Protuberanz im Osten und die AR 11731, die einen hellen Lichtkranz mit – zum Zeitpunkt der Beobachtung – fünf sehr hellen Punkten aufwies: ein flareträchtiges Gebiet. Sie war auch der Ansetzpunkt für mindestens zwei große Filamente. Auch die im Weißlicht eher harmlos aussehende AR 11730 ist hier das Zentrum höherer Aktivität, auch sie ist von hellen Strukturen und vielen Filamenten umgeben. Daneben gab es am Ostrand noch ein weiteres Filament, das über den Rand herauslief und vor dem dunklen Hintergrund als helle Protuberanz wahrgenommen werden konnte.

Die Aktivität der Sonne scheint also wirklich endlich anzusteigen und nicht nur für ein paar Tage.

Montag, 22. April 2013

Sonne am 22.04.2013


Erstaunlicherweise traf mal ein Wetterbericht zu: Gegen Mittag löste sich die dichte Bewölkung über Hamburg auf, sodass ich nach Feierabend noch die Sonne beobachten konnte. Das Seeing war durchschnittlich bis gut, nur der Sonnenrand war mal wieder in Wallung geraten.

Die AR 11726 hatte enorm an Komplexität und Ausdehnung zugenommen, sodass man sie heute zweifelsfrei als F-Gruppe klassifizieren konnte. Besonders der p- und der f-Teil waren sehr auffällig, konnten von mir aber mit dem visuellen Objektivglasfilter nicht mit bloßem Auge gesehen werden. Beim Zählen der Gruppe kam ich auf 48 Einzelflecke. Daneben erschienen die restlichen 4 Gruppen eher unscheinbar. Die AR 11727 erkannte ich als C-Gruppe, drei weitere Gruppen, zwei A1 und eine B3 hatten noch keine NOAA-Nummer erhalten – was in den letzten Tagen, gerade bei kurzlebigen Gruppen, sehr häufig vorkam.

Das Seeing verhinderte denn auch so eindrucksvolle Beobachtungen wie gestern, so erschien die AR 11726 im H-Alpha heute weniger aktiv, wenn auch die beiden Zentren der Gruppe deutlicher hervortraten. Dafür gab es weniger Streamer und die Bogenprotuberanz hatte sich aufgelöst. Dennoch war die Beeinflussung der übrigen Umgebung in der Nähe der Aktiven Region sehr markant. Der Sonnenrand war dieses Mal geprägt von vier etwas größeren Protuberanzen (insgesamt zählt ich 10), auf der Sonne gab es 12 Filamente, die allesamt nur sehr klein waren – nur eine einzige davon war groß und bogenförmig -, außerdem entdeckte ich vier helle Flaregebiete.

Es war wie oft in den letzten Monaten: Wanderte eine E- oder F-Gruppe über die Sonne, hielt sich die Aktivität in den übrigen Gebieten vornehm zurück. 

Sonntag, 21. April 2013

Sonne am 21.04.2013


Wieder begann der Tag sehr sonnig, doch das Seeing war eher mittelprächtig. Kaum einen Moment lang stand der Sonnenrand still, die Oberfläche der Sonne schien davon aber kaum beeinflusst zu werden. Gegenüber gestern hatte sich die Sonnenaktivität im Weißlicht deutlich verändert: Aus den beiden schräg zueinander stehenden D-Gruppen war nunmehr eine E-Gruppe geworden – sofern ich gestern nicht „falsch“ klassifiziert habe – und hatte nach meiner Zählung 34 Einzelflecke aufzuweisen. Diese AR 11726 hatte an Ausdehnung und Komplexität zugenommen, Penumbren standen dicht an dicht und gingen zum Teil ineinander über. Davor befand sich eine J-Gruppe (bislang noch ohne NOAA-Nummer). Die restlichen Gruppen allerdings waren weniger auffällig: Die AR 11722 war nach wie vor als stabile D-Gruppe zu sehen, die AR 11724 nur noch als kleine J. Darunter konnte ich noch eine winzige A-Gruppe wahrnehmen, auf deren NOAA-Nummer ich auch noch warte. Die beiden B-Gruppen, die gestern noch in Fackelfeldern standen, waren heute nicht mehr zu sehen und haben sich offenbar aufgelöst.

Im H-Alpha machte sich das schlechte Seeing weitaus mehr bemerkbar, als im Weißlicht. Am Anfang der Beobachtung war kaum etwas zu sehen. Erst nach und nach fand ich insgesamt 13 Protuberanzen. Davon waren vier etwas größer und sahen aus wie ein Tannenbaum, wie das mathematische Zeichen für Pi, im Süden schienen sich zwei Bogenprotuberanzen zu überlagern, eine andere wirkte wie eine kleine Rampe. Das Auge wurde auf der Oberfläche – ich fand fast nur kleine, mickrige Filamente – von der auf hier sehr auffälligen AR 11726 in den Bann gezogen. Hier befanden ich zwei dunkle Zentren inmitten eines sehr hellen Gebietes, aus dem sich kleine helle und dunkle Streifen erhoben, die beinahe senkrecht nach oben standen – das PST zeigte sehr schön ihre dreidimensionale Form. Über allem spannte sich auch noch eine große Bogenprotuberanz. Auch wenn das Seeing oft nur für wenige Augenblicke den Blick auf das Geschehen ermöglichte: Es war spannend, an diesem Sonntagmorgen, der Entwicklung der Gruppe zuzuschauen!

Samstag, 20. April 2013

Sonne am 20.04.2013


Der Tag begann sehr sonnig und zum ersten Mal konnte ich wieder vom Dachboden aus die Sonne beobachten, ohne mich über die Bäume und ihre Äste zu ärgern, die von der Wohnung aus bis mittags die Sicht versperren.

Gegenüber der gestrigen Beobachtung stellte ich gleich beim ersten Blick fest, dass sich im Grunde nur wenig verändert hatte. Die gestrige Beobachtung litt wieder mal unter einem ziemlichen zeitlichen Druck – was man eigentlich vermeiden sollte -, da sich nur sehr wenige Wolkenlücken ergaben, nachdem der ganze Vormittag praktisch wolkenfrei war. Schon da war mir der dramatische Rückgang gegenüber der nunmehr vorletzten Beobachtung aufgefallen, wo eine Vielzahl kleinerer A-Gruppen nicht mehr zu sehen war.

Die AR 11719 war nicht mehr zu sehen, ebenso die AR 11721. Dafür war die 11722 klar als D-Gruppe auszumachen. Die AR 11723 hielt ich heute für zwei D-Gruppen, da die Achslagen beider Gruppen stark zueinander geneigt waren. Weiter fand ich die AR 11724 als C-Gruppe. Dicht am Ostrand standen dann noch zwei kleine B-Gruppen in Fackelfeldern, hatten aber noch keine NOAA-Nummern bekommen. Das müssten wohl 11725 und 11726 sein. Mehr gab die angebliche Maximumssonne heute nicht her, also wechselte ich per PST ins H-Alpha.

Aber auch im Lichte der roten Wasserstofflinie war die Aktivität allenfalls moderat. Ich fand auf Anhieb 11 Protuberanzen, von denen einige spritzenförmig, oder zikkadenähnlich aussahen. Eine davon glich einen Gekräusel über dem Ostrand, über dem sich ein weiterer Bogen spannte. Darüber wiederum hing frei im Raum eine kleinere Materiewolke. Auf der Oberfläche gab es nur 8 winzige Filamente und 5 helle Gebiete. Am spannendsten war dabei das Gebiet rund um die beiden D-Gruppen: aus dem Zentrum der Regionen standen mehrere kleinere „Striche“ senkrecht nach oben und ein „Mini-Bogen“ war zu sehen. Die südlichere der beiden B-Gruppen, die im Weißlicht nur knapp zu sehen war, wies im H-Alpha eine interessante magnetische Struktur auf, die mit einem hellen Flaregebiet assoziiert war. Direkt aus dem Kern stieg auch hier ein kleines Filament senkrecht in die Höhe.

Man kann es drehen und wenden, wie man will, weder die Weißlicht-, noch die H-Alpha Aktivität haben auch nur das geringste mit einer Sonne im Maximum zu tun!

Donnerstag, 18. April 2013

Sonne am 18.04.2013


Nachdem gestern Nachmittag nur kurze Wolkenlücken eine rasche Sonnenbeobachtung möglich machten, war der Himmel heute nicht nur am Vormittag klar, wie in der letzten Zeit sehr häufig zu beobachten war.

Allerdings musste ich heute mit starken Böen kämpften, die die Teleskope angriffen und das leichtere PST teilweise sogar umzuwerfen drohten – auch jetzt noch heult der Wind durch Straßenschluchten hindurch.

Zu sehen gab es nicht wirklich viel: Die AR 11719 war um den Sonnenrand rotiert und nur ihr Fackelfeld verriet noch etwas von ihrer Existenz. Die Regionen 11721 und 11722 stand dicht beieinander am Westrand und wurden von mir als J1 und D6-Gruppe klassifiziert. Die AR 11723 stufte ich ebenfalls in die Klasse D ein – mit 21 Einzelflecken - und als letztes war die AR 11724 für mich eine J3-Gruppe. Schade, dass der Wind so gnadenlos um das Haus wehte, denn das Seeing war recht ordentlich.

Nach Durchzug einer kleinen Wolkenschicht stellte ich das PST auf, hatte aber massive Probleme, mich auf die Erscheinungen im H-Alpha zu konzentrieren, da ich das Teleskop festhalten musste, damit es nicht umfiel. Das führte natürlich zu einem ziemlich nervigen Wackelbild. Dennoch zählte ich 9 Protuberanzen, 10 Filamente und 4 Flaregebiete, bin mir aber sehr sicher, einige der Protuberanzen und Filamente nicht erwischt zu haben, da das Bild zu sehr zitterte.

Sonntag, 14. April 2013

Sonne am 16.04.2013

Nachdem gestern eine beständige Wolkendecke den Blick auf die Sonne nachhaltig verhinderte, galt es heute, gegen den Hochnebel und immer noch vorhandene Wolken anzukämpfen. Erst kurz nach Mittag riss die Bewölkung endlich auch und man konnte an eine Sonnenbeobachtung denken.

Im Weißlicht traf ich auf sechs Gruppen. Die AR 11718 - immer noch von vielen Penumbren geprägt - hatte sich weiter an den Westrand vorgeschoben und gehörte weiter der Klasse D an. Dahinter die AR 11719, die ich heute eher wieder für eine D-Gruppe hielt. Auf der Südhalbkugel und leicht unterhalb der Sonnenscheibenmitte standen die AR 11721 und 11722, die ich als eine D- und eine C-Gruppe klassifizierte. Zum Ostrand hin waren die AR 11723 und 11724 erkennbar: eine C- und eine J-Gruppe.

Der während der ganzen Zeit doch recht milchige Himmel sorgte im H-Alpha für recht mittelmäßige Beobachtungsmöglichkeiten (der Himmelshintergrund war durchgehen mittel- bis dunkelorange, bei klarem Himmel ist er schwarz). Von den 14 Protuberanzen, die ich erkannte, wiesen viele sehr interessante Formen auf. Büschelförmige, trichterartige und Streifen gleichende Materiebögen sowie eine große aufsteigende Protuberanz waren zu sehen. Dagegen war die Oberfläche der Sonne im H-Alpha ziemlich unspektakulär. Zwar kam ich auf 16 Filamente, diese waren aber zumeist sehr klein  und nur ein deutlich geschwungenes Filament war zu sehen. Abgerundet wurde das Bild durch vier helle Flaregebiete.

Endlich hat sch die Sonne offenbar zu einer etwas höheren Aktivität durchgerungen, man kann nur hoffen, dass es auch dabei bleibt und das Ganze nicht schon bald wieder nachlässt.

Freitag, 12. April 2013

Sonne am 12.04.2013

Endlich komme ich wieder dazu, meinen Sonnenblog fortzusetzen. Entweder konnte ich in den letzten Wochen nur wenig beobachten oder ich hatte zu wenig Zeit, hier etwas zu schreiben. Heute aber geht es wieder.

An eine Sonnenbeobachtung war heute eigentlich nicht wirklich zu denken, denn der Tag begann neblig-trüb und erst am Nachmittag lockerte der Himmel soweit auf, dass man wieder an eine Beobachtung denken konnte.

Als die Wolken den Blick auf unser Tagesgestirn freigab, zeigten sich fünf Fleckengruppen, die sogar größer waren als die zuletzt beobachteten. Die AR 11714 stand als J1 nahe des Westrandes, ihr folgte die AR 11718 als große, penumbrareiche D-Gruppe nach. In der Sonnenscheibenmitte stand dann die AR 11719 - richtig positioniert, um durch Flares oder eruptive Filamente einen Teilchenschauer zur Erde zu schicken, um hier Polarlichter auszulösen. Ohne direkte Messung der Längsausdehnung war es schwer, die Waldmeierklasse zu bestimmen, nach "persönlichem Geschmack" tendierte ich aber zur Stufe E.

Auf der Südhalbkugel standen die AR 11721 und 11722 dicht zusammen, eine C- und eine B-Gruppen, die durch ihre Achslage bewiesen, dass sie zu zwei verschiedenen Regionen auf der Sonne gehören.

Die Wolkenlücken stabilisierten sich noch ein wenig, sodass ich noch mein PST einsetzen konnte. Das Seeing - das war bei den letzten Beobachtungen oft nicht der Fall - war ziemlich gut, so zählte ich 11 kleine und wenig beeindruckende Protuberanzen, 4 helle Flaregebiete und stolze 20 Filamente, von denen zwei am Sonnenrand direkt in Protuberanzen übergingen, der Rest aber eher unscheinbar blieb. Auch das ist fast schon typisch für diesen außergewöhnlichen und hinter allen Erwartungen zurück gebliebenen 24. Sonnenfleckenzyklus. 

Donnerstag, 4. April 2013

Die Sonne im März 2013

Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)

Auch wenn es nicht sehr augenfällig war: durch eine Vielzahl kleinerer Waldmeiergruppen kam es in diesem Monat zu einem recht ordentlichen Aktivitätsschub und zu der höchsten Monatsrelativzahl beim S.I.D.C. seit November 2011, ohne aber den damals bestimmten Wert zu überschreiten.

Mit vier Gruppen der Klassen C und D endete der 1. März, schon am 2. waren 6 zu sehen. Die AR 11683, am 28. erstmals als H-Gruppe am Ostrand zu sehen, entwickelte sich nach NOAA-Angaben binnen weniger Tage zu einer E-Gruppe, was aber anhand der Zeichnungen der Kanzelhöhe nicht nachvollzogen werden kann. Danach war es lediglich eine D-Gruppe. Und während die NOAA weiter an ihrer Klassifikation festhielt, wurde bei der Kanzelhöhe nur noch eine C-Gruppe erfasst (was auch den Beobachtungen des Autors entspricht). Ähnliches gilt für die AR 11689, die am 5. auf der Südhalbkugel als B-Gruppe erschien. Die Zeichnungen weisen eine sehr langgestreckte C-Gruppe aus, die nur im voranschreitenden Teil eine Penumbra aufwies, jedoch nicht im nachfolgenden. Von der Längenausdehnung her müsste es sich um eine E-Gruppe gehandelt haben, aber das wesentliche Merkmal der Penumbren in beiden Teilen, fehlte. Daher war auch diese keine echte E-Gruppe. Nach einer kleinen Delle am 9. und 10., wo die Zahl der Gruppen auf 4 zurückging, stieg die Aktivität wieder an.

Die erste echte E-Gruppe war die AR 11696: am 12. Als C-Gruppe am Ostrand aufgetaucht, wanderte sie über die Nordhalbkugel der Sonne und gehörte ab dem 15. der Waldmeierklasse E an. Dieses Mal war es eindeutig: je eine Penumbra an den beiden Enden, mit – allerdings nur wenigen – Flecken dazwischen. Sie hielt die Klasse konstant bis zu ihrem Verschwinden am 20. Verwirrend war die NOAA-Klassifikation der AR 11698. Am 15. konnte man sie am Ostrand als C-Gruppe auftauchen sehen. Vom 18. bis zum 21. soll sie der Klasse E angehört haben. Auf den Zeichnungen der Kanzelhöhe sah man sie durchgehend nur als D-Gruppe, auch hier reichte die Längsausdehnung nicht mal geschätzt an den für eine E-Gruppe notwendigen Wert heran.

Nach dem 22. ging die Sonnenaktivität dann aber wieder spürbar zurück, bis zum 24. Waren nur noch vier, vom 25. Bis 28. nur noch drei Gruppen zu sehen. Danach stieg die Aktivität wieder an und am 31. konnten zwei H- und drei C-Gruppen beobachtet werden. Viel zu wenig für einen Zyklus, der nach zumindest einer Prognose im Mai 2013 seinen Höhepunkt erreichen sollte.

Ganz im Gegensatz zur Aktivität im Weißlicht verlief die in der Wellenlänge des Hα. War man es nach den vergangenen Monaten gewohnt, dass es hier „mehr“ zu sehen gab, musste man im März bis zum 5. warten, bis der erste größere Flare zu sehen war: Ein M1, der um 7:54 UT aus der AR 11696 emporgestiegen war. Bis zum 15. musste man sich gedulden, bis wieder ein gleich starkes Ereignis zu sehen war. Dieses Mal entstieg der M1 um 6:58 UT der AR 11692. Ein weiterer M1-Flare wurde am 21. um 22:04 UT, ebenfalls in der AR 11692, beobachtet. Bemerkenswert außer den drei Flares war eine aufsteigende, eruptive Protuberanz, die am 15.3. aufstieg und mitsamt CME in Richtung Erde flog. In der Nacht vom 17. auf den 18.3., als es in Deutschland mal wieder total bewölkt war, gab es visuelle und fotografische Polarlichtsichtungen aus Polen, Südschweden und Südfinnland. Hier ging man mal wieder leer aus …

Insgesamt gesehen war der März wieder ein ausgesprochen schwacher Monat, die AR 11696 als E-Gruppe relativ inaktiv, sie produzierte nur geringenergetische Flares. Nach Beobachtungen der Kanzelhöhe gab es in den vier Wochen nur ganze 27 Subflareas und 3 Imp. 1-Flares im Optischen (H-Alpha) und 40C- und 3M-Flares im Röntgenlicht beobachtet werden.

Die Frage nach dem Maximum, die bei der Sonne nie im Voraus beantwortbar ist, wirkt sich besonders bei diesem außergewöhnlichen 24. Zyklus mehr denn je zu einem Problem aus. Nach der wohl eher exotischen Vorhersage des Wissenschaftler-Teams um Dr. Tony Philips  geht man von einer Doppelspitze 2013/2014, evtl. 2015 aus. Zumindest der dort vorhergesagte Mai 2013 dürfte sich bald als Irrtum herausstellen, weil es hierfür schlicht und ergreifend zu wenige Fleckengruppen der höheren Waldmeierklassen gibt. Allerdings haben die Wissenschaftler insofern Recht, als dass bisher die Nordhalbkugel der Sonne aktiver war als der Süden. Da sich das Verhältnis spätestens nach dem Maximum umkehrt und dann der Süden den aktiveren Part spielt – das Nord-Süd-Verhältnis kehrt sich in nachfolgenden 11 Jahren aufgrund der Orientierung im 22 jährigen magnetischen Zyklus um – müsste das Maximum noch bevorstehen. Aber in diesem Zyklus scheint irgendwie alles anders zu sein, als bisher.

Eine andere Vorhersage (Marshall Space Flight Center der NASA) geht vom Herbst 2013 bei einer mittleren Höhe der Relativzahlen von 67,0. Allerdings – diese Prognose ist seit Monaten sehr statisch und verändert sich nicht mehr - wurde der große Peak vom Ende 2011 mit einem Wert von 66,0 bis dato nicht übertroffen und seit dem scheinen auch alle Parameter nach unten zu zeigen. Wenn also nicht bald ein großer Aktivitätsschub kommt, der alle bisherigen Werte übertrifft, kann man sich schon mal auf das nächste Minimum einstellen.