Donnerstag, 23. Mai 2013

Sonne am 23.05.2013



Nach fünf Tagen ohne die geringste Chance auf eine Beobachtung – dadurch habe ich die weitere Entwicklung der großen AR 11748 vollkommen verpasst – riss am Morgen die Bewölkung endlich mal wieder auf. Aber auch das war nicht ohne Probleme, denn die Wolkenlücken waren gleich und schlossen sich durch mehrschichtige Bewölkung sehr schnell wieder. Begleitet wurde die Beobachtung dann auch noch durch einen Lärmorkan dank Laubbläser, Rasenmäher und Schredder …

In den wenigen Augenblicken klaren Himmels war das Seeing außergewöhnlich gut und ich erkannte sofort die beiden großen D-Gruppen AR 11755 und AR 11756. Die AR 11753 wurde als kleine B-Gruppe erkannt und von der AR 11748 – die vor Tage noch mit vier X-Flares auf sich aufmerksam gemacht hatte – waren nur noch ein paar penumbralose Flecken übrig geblieben, die von mir ebenfalls als B-Gruppe klassifiziert wurden. Knapp am Westrand erblickte ich dann noch die AR 11746 als J-Gruppe, die von einem großen Fackelfeld umgeben war.

Derzeit ist der Himmel weiter aufgelockert, als vorhin, dennoch ist keine H-Alpha-Beobachtung möglich, da die Sonne weitgehend von Bäumen verdeckt ist, ob es nach 13 Uhr, wenn sie um die Hausmauer herum kommt, noch klar sein wird, darf aber nach den Wettervorhersagen bezweifelt werden.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Die Sonne im April 2013


Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)


Weißlicht:
Das fast ständige Auf und Ab der Sonnenaktivität in den letzten Monaten machte auch vor dem witterungsmäßig launischen April nicht halt. Er begann nicht fünf C- und einer J-Gruppe, die am ersten Tag des Monats zu sehen waren. Diese fünf Gruppen zogen in den kommenden Tagen nahezu gemächlich über die Sonne, zeigten aber bisweilen in den Penumbren durchaus interessante Veränderungen, die man von Tag zu Tag verfolgen konnte. Die AR 11704 wurde zwischendurch zur D, die AR 11710 entwickelte sich zur Stufe B zurück, es tauchten ein paar neue Gruppen auf, aber alles blieb im Wesentlichen im gleichen Trott, wenn auch die Zahl der Flecken und die Größe der Gruppen erkennbar zunahm. Bis zum 10. stieg die Relativzahl der Vergleichsreihe des Sunspot Index Data Center (S.I.D.C.) in Brüssel zwar auf 94,0 an, überschritt die 100 jedoch nicht. Ein wenig Abwechslung brachte die am 7. die AR 11719, die sich binnen weniger Tage zu einer E-Gruppe entwickelte und über die Nordhalbkugel der Sonne lief. Sie verfiel erst am 14., als sie wieder auf die Stufe D zurückfiel. Gleichzeitig mit ihr standen auf der Südhalbkugel die beiden Regionen 11721 und 11722 so dicht beieinander, dass man sie auch als eine Gruppe hätte werten können. Da sie aber leicht unterschiedliche Achslagen aufwiesen, gab es dann doch ein mehr oder weniger deutliches Unterscheidungsmerkmal. In den Folgetagen nahm die Sonnenaktivität dann wieder leicht ab – ohne dabei das niedrige Niveau der Vormonate zu erreichen. Eine wesentliche Änderung trat erst gegen Ende des Monats ein, für die vor allem die AR 11731 verantwortlich war. Erste Vorboten traten schon in der Gestalt der AR 11726, die erstmals ab dem 20. als D-Gruppe auf der Nordhalbkugel zu sehen war. Sie binnen weniger Tage wurde zur ersten F-Gruppe seit Monaten. Neben der AR 11731, die erstmals am 26. am Ostrand beobachtet werden konnte, waren zwar nur sehr weniger Gruppen zu sehen, dafür kletterte aber die S.I.D.C.-Relativzahl am 30. die 100er-Marke und läutete damit einen kräftigen Aktivitätsschub ein, der bis weit in den Mai hinein anhielt.

H-Alpha:
War schon die Aktivität im Weißlicht in den ersten Tagen des Monats April eher moderat, so war sie dieses im A-Alpha erst recht: der erste M-Flare wurde am 5. April beobachtet (M2, Höhepunkt um 17:48 UT). Man musste danach bis zum 12. warten, als um 20:38 UT ein M3 aus der AR 11718 emporstieg. Die im Weißlicht schön anzusehende F-Gruppe AR 11726 blieb im H-Alpha seltsam inaktiv. Wer erwartet hatte, dass sie täglich eine Vielzahl von Flares ausschütten würde, sah sich enttäuscht. Sie brachte gerade mal einen mickrigen M-Flare zustande: einen M1 am 22. um 10:29 UT. Allerdings war sie schon Ursprung einer vermehrten Anzahl von C-Flares, die aber sind traditionell für die Erzeugung von Polarlichtern eher irrelevant, selbst wenn sie samt CME herausgeschleudert werden. Und so konnte man in Deutschland auch im April keine dieser heiß ersehnten und erwarteten „Himmelslichter“ beobachten. Die Kanzelhöhe zählte im Berichtszeitraum immerhin im Optischen 219 Subflares, 4 Imp.-1 Flares, ein Imp.-3-Flare sowie 158 C-Flares und 4 M-Flares im Röntgenlicht.

Freitag, 17. Mai 2013

Sonne am 17.05.2013



Sonnenbeobachtung ist immer dann am schönsten, wenn die Luftbedingungen gut und viele Einzelheiten wahrnehmbar sind. So wie heute Morgen. Bei Ruhe- und Schärfewerten von jeweils 2 waren alle derzeit auf der Sonne befindlichen Gruppen ohne Probleme zu sehen.

Von den 10 Gruppen gehörten nach meiner Schätzung – mehr macht man im Grunde bei der Relativzahlbestimmung eigentlich nicht – 3 der Klasse E an (AR 11748, AR 11744 und AR 11747), während sich die AR 11743 nun zu einer Gruppe der Klasse F weiterentwickelt hat: die beiden Penumbren hatten sich anscheinend noch weiter voneinander entfernt. Prinzipiell könnte es sich auch um den seltenen Typus einer G, also einer zusammengebrochenen F, handeln, doch das ist ohne die Bestimmung der Position der Gruppe nicht möglich, festzustellen. Allen E-Gruppen war gemein, dass sie gegenüber dem Vortag kaum Veränderungen zeigten, höchstens in der Struktur der Penumbren. Die AR 11749 war schon seltsam: dicht am Sonnenrand stehend, hatte man, bei Berücksichtigung der Achslage der anderen Gruppen, den Eindruck, zwei dicht beieinander stehende B mit jeweils 2 Flecken zu sehen. Die NOAA hielt dieses Gebiet aber für eine einzelne Gruppe, wozu ich mich aber nicht durchringen konnte. Leider gab es auf der Kanzelhöhe schlechtes Wetter, sodass ich keine Vergleichszeichnung heranziehen konnte.

Das gute Seeing hatte natürlich auch detailreiche Beobachtungen im H-Alpha zur Folge. Hier war die mittig stehende AR 11745 von einem großen, chromosphärischen, Fackelgebiet umgeben, das genügend Potenzial für weitere Flare aufwies, das aber nach dem vier X-Flares von vor ein paar Tagen erstaunlich ruhig blieb. Darüber konnte man eine größere  „Filamentwolke“ finden, während die AR 11748 ein intensiv helles Gebiet und ein Filament enthielt, das wie ein Klammerzeichen aussah. Die Gegend um die AR 11744 zeigte sich ebenfalls extrem aufgehellt, ebenso die Zone um die Regionen 11746 und 11747 herum. Dahinter, in Richtung Osten, tummelten sich ein paar größere Filamente, während am Westrand eines direkt in eine Bogenprotuberanz überging. Die Zahl dieser Erscheinungen war mit 14 recht ordentlich. Darunter waren zwei t-förmige, büschelartige, strichförmige und zwei recht wild aussehende und kaum zu beschreibende Protuberanzen.

Die hohe Aktivität hält weiter an, hoffen wir, dass es auch dabei bleibt.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Sonne am 16.05.2013

Nach den Gewittern und den heftigen Regengüssen von gestern Abend wurde die Luft anscheinend reingewaschen, denn heute Morgen war das Seeing sehr gut und die vielen kleinen Fleckengruppen, die zurzeit die Sonnenoberfläche bevölkern, waren sofort sichtbar.

Bei den 11 Gruppen, die ich fand, waren drei der Klasse E (AR 11743, allerdings ohne Flecken zwischen den beiden Polen, AR 11744, die dafür sehr viele Einzelflecken ausgebildet hatte und die neue AR 11748, die auch noch viele Penumbren aufwies) zuzuordnen, die AR 11747 stand an der Grenze zur E. Dazu kamen eine A, zwei B und 4 C.

Die sehr klare Luft ließ viele Details in den Penumbren und die Fackelgebiete am Sonnenrand erkennen.

Der Wechsel ins H-Alpha mittels PST zeigte ebenfalls, wie aktiv die Sonne derzeit ist. Am Rand zählte ich 11 Protuberanzen, auf der Oberfläche 19 Filamente und 12 (!!!) Flaregebiete. Besonders rund um die drei E-Gruppen und hier im Umfeld der AR 11748 waren die Filamente schön gebogen und die Flaregebiete besonders stark vertreten. Insbesondere von den Gebieten rund um die AR 11745, 11746, 11745 und natürlich 11748 dürfte noch einiges zu erwarten sein.

Der dezeitige Aktivitätsschub sollte dazu animieren, mehrmals täglich zu beobachten, denn schon nach einigen Stunden können sich bei Flecken und besonders im H-Alpha schon kleine Veränderungen ergeben.

Mittwoch, 15. Mai 2013

Sonne am 15.05.2013


Dass blauer Himmel und gutes Seeing nicht gleichbedeutend sein müssen, wurde heute Morgen wieder mal bestätigt: ich fand das miserabelste Seeing der letzten Wochen vor, das zeitweise sogar die Sichtbarkeit der Penumbren in den großen Gruppen – und davon gab es einige – verhinderte.

Schlechtes Seeing führt auch dazu, dass man die kleinen A- und B-Gruppen nicht erwischt. Dabei wimmelt es derzeit geradezu von diesen Gruppen auf der Sonne.

In den letzten beiden Tagen konnte ich entweder gar nicht, oder nur in mehr oder weniger kurzen Wolkenlücken beobachten. Gespannt sein durfte man dabei besonders die erst gestern am Ostrand erschienene AR 11748. Die heute von mir als D-Gruppe eingestufte Aktive Region brachte es innerhalb der letzten beiden Tage schon auf vier X-Flares (!), was auf ein beachtliches Potenzial hindeutet und Hoffnung macht, dass, wenn diese Gruppe richtig positioniert ist, wir das erste Mal in diesem nun schon 5 Jahre alten Zyklus richtige Polarlichter beobachten können.

Neben dieser Gruppe haben sich die beiden AR 11744 und 11743 jeweils zu E-Gruppen entwickelt, die AR 11745 ist derzeit die Gruppe mit der größten Penumbra und wurde von mir als C eingestuft. Auch die AR 11747 und die AR 11746, beides ebenfalls C-Gruppen, waren nicht gerade unauffällig. Die AR 11741 ist mittlerweile völlig in sich zusammengebrochen und nur noch als kleine B-Gruppe zu sehen – was mir bei dem heutigen Seeing nur für kurze Augenblicke glückte. Somit bevölkerten heute 8 Gruppen die Sonnenoberfläche.

Im H-Alpha wurde das Beobachten aufgrund des Seeing – der Himmelshintergrund war hellorange – sehr schwierig. Dennoch waren 9 helle Gebiete, die als Quellen für Flares in Frage kommen, 12 Protuberanzen – die machen sich momentan etwas rar – und 21 zumeist kleine Filamente zu sehen. Größere umgaben lediglich die Bereiche der großen Aktiven Regionen. Das Gebiet um die AR 11748 war am hellsten und deutet darauf hin, dass wir außer den vier X-Flares noch auf einiges mehr gespannt sein dürfen.

Sollten am Ende doch jene NASA-Wissenschaftler Recht behalten, die das Maximum des 24. Fleckenzyklus für diesen Monat vorhersagten? Die angestiegene Sonnenaktivität ist nun nicht mehr zu übersehen, wenn auch das Marshall Space Flight Center dieses erst für Ende 2013 erwartet.

Samstag, 11. Mai 2013

Sonne am 11.05.2013


Die Sonnenbeobachtung war heute wieder ein Kampf mit den Wolken, ich wurde aber mit einem selten erlebten, extrem guten Seeing belohnt, das mich sofort die vielen kleinen A- und B-Gruppen im Weißlicht erkennen ließ. Es war schon schwer, die oft dicht beieinander stehenden Regionen voneinander zu trennen, sodass heute wahrscheinlich sehr viele Beobachter sehr unterschiedliche Gruppenzahlen bestimmen werden.

Der hintere Teil der AR 11734 war noch als H-Gruppe mit mindestens zwei Flecken zu sehen und dürfte morgen verschwunden sein. Die Gruppen 11738 bis 11741 sind weiterhin in ihrer Entwicklung zurückgefallen und es wurde schwierig, bei ihnen noch so etwas wie Penumbren zu erkennen. Ganz am Ostrand stand eine H1 ohne Nummer, die 11744 war eine langgestreckte C, knapp darüber war die AR 11745 herumgewandert, eine große H, die Teil einer größeren Gruppe sein könnte, dann waren da noch die beiden AR 11742 und 11743. Erstaunlich war die hohe Zahl an Gruppen, bei gleichzeitig geringer Anzahl von Einzelflecken.

Die ruhige Luft rief geradezu nach einer H-Alpha-Beobachtung: hier zeigten sich 12 Protuberanzen, 17 Filamente und 4 Flaregebiete. Am auffälligsten war weiterhin der Südwestrand, der drei große Protuberanzen aufzuweisen hatte.

Freitag, 10. Mai 2013

Sonne am 10.05.2013

Das gute Wetter an diesem Freitagmorgen lockte mich nach dem Aufstehen als erstes auf den Dachboden, wo ich meinen kleinen 80/400er Refraktor auf einem Fotostativ ausrichtete. Mit dem ersten Blick registrierte ich das vollkommene Fehlen sämtlicher großer Fleckengruppen, dennoch waren es nicht gerade wenige, die ich dann nach und nach – bei gleichzeitig während der Beobachtung langsam schlechter werdendem Seeing – entdeckte.

Die AR 11732 hatte nun endgültig den voranschreitenden Teil verloren und war nur noch als H-Gruppe mit zwei dicken Penumbren zu sehen. Die der Klasse D angehörende AR 11736 stieß nun schon fast an den Sonnenrand. Weiterhin zur Stufe C gehörte die AR 11738 und die AR 11739, die gegenüber gestern – mein Arm erinnerte mich immer noch ein wenig an dem zusammengebrochenen Stuhl – kaum Veränderungen zeigten.

Dann musste ich schon ein wenig genauer hingucken, um die drei neuen Fleckengruppen in Osten zu sehen. Erst als ich den Sonnenrand mittig im Okular positionierte – mein Glassonnenfilter ist leider nicht ganz planparrallel geschliffen – erkannte ich die Aktiven Regionen 11742 bis 11744: Eine C, eine B und eine A. Und tief im Süden, nahe der Sonnenscheibenmitte, tauchte dann für wenige Augenblicke noch die AR 11741 aus dem hellen Untergrund auf. So zählte ich heute 9 Fleckengruppen, obwohl ich mit dem ersten Blick nur vier gesehen hatte.

Das eingangs schon erwähnte, nicht sonderliche gute, Seeing machte sich heute sehr viel stärker im H-Alpha bemerkbar: der Hintergrund war hell orange, was immer ein sicheres Zeichen für schlechte Durchsicht ist Und so musste ich bei meinem PST auch den Filter mehrmals hin- und herdrehen, um überhaupt irgendwas zu sehen. Schließlich kam ich auf 16 Protuberanzen – die große, die bis gestern noch zu sehen war, hatte anscheinend einen Teil ihrer Materie in den Weltraum abgegeben – und 6 helle Flaregebiete. Demgegenüber standen 17 Filamente, von denen vier recht fett aussahen und ebenso viele geschwungene Bögen aufwiesen, der Rest war nur „Kleinkram“.

Donnerstag, 9. Mai 2013

Sonne am 09.05.2013


Die heutige Sonnenbeobachtung wurde erst nach vollem körperlichen Einsatz möglich. Zunächst sah es dabei gar nicht nach einer Beobachtung aus. Erst am Mittag wurde eine sehr große Wolkenlücke sichtbar, die die Sonne aber leider nur am Rande erfasste, der gesamt nördliche Himmel war dagegen vollkommen wolkenfrei. So musste ich mich schon sehr beeilen, im dem kleinen Teil, der mir zur Verfügung stand, zu beobachten.

Wie üblich baute ich meinem kleinen Refraktor auf der Fensterbank auf und gerade als ich das erste mal durch das Okular schauen wollte, brach der Küchenstuhl unter mir zusammen und ich fiel nach hinten über, riss dabei einiges um. So lag ich dann auf dem Küchenboden, hatte den Plastikmüll über den Boden verteilt … und draußen schien die Sonne.

Schnell wieder aufrappeln und dann ran ans Fernrohr, das glücklicherweise nicht auch noch umgefallen war und sonst womöglich auf dem Gehweg aufgeschlagen wäre.

So waren bereits einige Minuten verstrichen, ehe ich mit der Beobachtung anfangen konnte. Zu sehen bekam ich zunächst die AR 11734, die ich nur noch als C-Gruppe einstufen konnte, da der voranschreitende Teil seine Penumbra nun völlig verloren hatte. Die AR 11736 hatte sich nun auch dem Westrand angenähert und zeigte noch immer kaum Veränderungen. Die beiden C-Gruppen AR 11738 und 11739 waren bei durchschnittlichem Seeing noch einigermaßen klar auszumachen. Schwieriger wurde es mit der beiden Regionen 11740 und 11741, die ich nur sehr schwer wiederfinden konnte. Ganz am Ostrand stand eine frisch herumrotierte D5, unter der eine C3 stand. Fast exakt am Rand entdeckte ich dann noch eine A-Gruppe sowie eine weitere – allerdings hart an der Wahnehmungsgrenze stehende – A1.

Nun musste ich mich beeilen, wenn ich noch das PST einsetzen wollte, denn die ersten Wolken kamen schon wieder, während Richtung Norden der Himmel vollkommen wolkenfrei war. Die gestern zu beobachtende und von der AR 11731 ausgehende große Protuberanz war noch immer an der gleichen Stelle und hatte sich nochmals ein wenig vergrößert. Neun weitere, ziemlich kleine, Protuberanzen hielten sich am Sonnenrand auf. Auf der Oberfläche identifizierte ich 6 Flaregebiete und 14 Protuberanzen mit teils sehr großen Ausmaßen. Weitere Beobachtungen wurden dann von den nun immer schneller herankommenden Wolken verhindert. Und erst in diesem Moment klart es draußen wieder ein wenig aus. Aber erst einmal brauche ich zwei neue Küchenstühle ...

Mittwoch, 8. Mai 2013

Sonne am 08.05.2013


Da hatte Murphy wieder ganze Arbeit geleistet: Das für gestern angesetzte Sonnenbeobachtertreffen in der Festen Burg musste wegen des Durchzugs eines Regengebietes kurzerhand abgesagt werden. Ein solches wird es – zumindest am Tage des GvA-Sonnenworkshops – in 2013 nicht mehr geben, da ich frühestens im Oktober wieder Urlaub haben werde und dann steht die Sonne nachmittags schon zu tief hinter den Häusern und Bäumen an unserem regelmäßigen Tagungsort.

Das Pech setzte sich dann heute zunächst fort: Der Vormittag gestaltete sich anfangs sehr neblig, aber ich hoffte, dass sich das gute Wetter bis nach 13 Uhr – wenn ich von meinem heimischen Fenster aus wieder beobachten kann – halten würde. Leider falsch gedacht, denn je näher der Zeitpunkt rückte, desto dichter wurden die Wolken.

Dennoch gelang mir zunächst noch unter recht ordentlichen Bedingungen eine Weißlichtbeobachtung. Es hatte sich abermals binnen eines Tages viel verändert. Die AR 11732 hatte nur zwei Penumbren vorzuweisen und wurde deshalb von mir als D2 klassifiziert, die AR 11734 war ebenfalls als eine D-Gruppe, aber mit 9 Flecken, zu sehen und die AR 11731 befand sich im Auflösungsstadium. Sie hatte nur noch eine große Penumbra im voranschreitenden Teil, der nachfolgende hatte sich stark zurückgebildet. Mit den Aktiven Regionen 11740 und 11741 waren dann noch zwei A-Gruppen zu sehen. Als extrem langgestreckte C-Gruppen konnten die AR 11738 und die 11739 eingestuft werden. Von der Länge her, hätte man sie auch als E klassifizieren können, aber nicht von der Komplexität her, sie hatten nämlich nur eine einzige Penumbra – im nachfolgenden Teil. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Ganz am Sonnenrand stand dann noch eine J-Gruppe mit einer unscheinbaren, aber von vielen Fackeln umrahmten, Penumbra und zwischen der AR 11740 und der 11741 war noch für wenige Augenblicke – sie entschwand immer wieder meinen Blicken und war nur sehr scher zu halten – eine kleine A-Gruppe zu sehen. Sie war aber für meinen kleinen 80/400er Refraktor eine extrem harte Nuss.

Aus Südwesten kamen nun immer dichtere Wolken heran, als ich auf das PST umstieg. Ich sah gerade noch die große Protuberanz am Westrand – sie entstammte der inzwischen wegrotierten AR 11731 – und dann war der Himmel erst mal zu. Mehrere Minuten vergingen, bis sich wieder Wolkenlücken zeigten. Das zuvor noch gute Seeing war nun plötzlich völlig abgestürzt und ich sah nur noch einen wabbelnden Sonnenrand und hin- und herspringende Details auf der Sonnenoberfläche. So machte die Ermittlung der H-Alpha-Relativzahl zunächst keinen Sinn. Eine längere Phase mit nur in Sonnenrichtung (!!!) bedecktem Himmel folgte. Doch dann kamen wieder etwas größere Wolkenlücken mit leicht besserem Seeing, in denen ich kurz die Relativzahl bestimmen konnte (ich kam auch 7 Protuberanzen, 16 Filamente und 5 helle Gebiete). Erstaunlich war für mich die wieder extrem niedrige Zahl an Protuberanzen, während die der Filamente gegenüber den Vortagen in etwa gleich blieb.

So gelang mir am Ende doch noch ein Sieg über Murphy, wenn auch mit hohem zeitlichen und nervlichen Aufwand. Manchmal frage ich mich, ob sich der Aufwand wirklich noch lohnt, zumal es bei den Sonnenfleckenrelativzahlen nach Wolf bei der VdS-Fachgruppe Sonne schon seit Ende 2009 keine Auswertung mehr gegeben hat und die Pettiszahl auch nicht mehr ausgewertet wird. Eigentlich nennt man das Beobachtungen für den Papierkorb, aber, wer vom "Virus Solaris" befallen ist, macht trotzdem weiter.

Dienstag, 7. Mai 2013

Sonne am 07.05.2013

Binnen 24 Stunden haben sich auf der Sonne viele Veränderungen ergeben. Die AR 12732 war sehr statisch und zeigt nur im hinteren Teil der Gruppe eine Penumbra, die immer länger zu werden schien; die AR 11734 war geschrumpft und hatte einen Teil ihrer Flecken verloren. In der näheren Umgebung war quasi über Nacht eine B-Gruppe entstanden, die zum Zeitpunkt der Niederschrift noch keine NOAA-Nummer erhalten hatte. Gleiches galt für die kleine A, die in einem Fackelfeld hinter der AR 11740 zu finden war. Völlig zerfallen war die AR 11739, die sich nach meinem Eindruck in zwei Gruppen, eine J und eine B, aufgeteilt hatte, während die dicht dabei stehende AR 11738 heute nur noch eine J-Gruppe ohne Einzelflecken in ihrem Umfeld war.

Im H-Alpha tobte wieder einmal das Leben – ein untrügliches Anzeichen für die nun offenbar doch ansteigende Sonnenaktivität. Ich zählte 15 Protuberanzen, 22 Filamente und 5 Flaregebiete. Bei den Protuberanzen gab es gleich mehrere bemerkenswerte Exemplare: im Südosten und Nordwesten zwei große bogenförmige, eine ypsilonartige und mehrere, die wie Büschel aussagen. Auf der Oberfläche fand ich allein 5 große Filamente, die durchaus das Potenzial für eine eruptive Auflösung haben. Die Orte, an denen die Filamente auftraten, waren ziemlich regellos verteilt, rund um die AR 11734 hatte ihre Zahl aber deutlich nachgelassen.

Die heutige Beobachtung konnte ich noch einmal genießen, für die kommenden Tage drohen mal wieder Regen und Gewitter ...