Mittwoch, 22. Mai 2013

Die Sonne im April 2013


Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)


Weißlicht:
Das fast ständige Auf und Ab der Sonnenaktivität in den letzten Monaten machte auch vor dem witterungsmäßig launischen April nicht halt. Er begann nicht fünf C- und einer J-Gruppe, die am ersten Tag des Monats zu sehen waren. Diese fünf Gruppen zogen in den kommenden Tagen nahezu gemächlich über die Sonne, zeigten aber bisweilen in den Penumbren durchaus interessante Veränderungen, die man von Tag zu Tag verfolgen konnte. Die AR 11704 wurde zwischendurch zur D, die AR 11710 entwickelte sich zur Stufe B zurück, es tauchten ein paar neue Gruppen auf, aber alles blieb im Wesentlichen im gleichen Trott, wenn auch die Zahl der Flecken und die Größe der Gruppen erkennbar zunahm. Bis zum 10. stieg die Relativzahl der Vergleichsreihe des Sunspot Index Data Center (S.I.D.C.) in Brüssel zwar auf 94,0 an, überschritt die 100 jedoch nicht. Ein wenig Abwechslung brachte die am 7. die AR 11719, die sich binnen weniger Tage zu einer E-Gruppe entwickelte und über die Nordhalbkugel der Sonne lief. Sie verfiel erst am 14., als sie wieder auf die Stufe D zurückfiel. Gleichzeitig mit ihr standen auf der Südhalbkugel die beiden Regionen 11721 und 11722 so dicht beieinander, dass man sie auch als eine Gruppe hätte werten können. Da sie aber leicht unterschiedliche Achslagen aufwiesen, gab es dann doch ein mehr oder weniger deutliches Unterscheidungsmerkmal. In den Folgetagen nahm die Sonnenaktivität dann wieder leicht ab – ohne dabei das niedrige Niveau der Vormonate zu erreichen. Eine wesentliche Änderung trat erst gegen Ende des Monats ein, für die vor allem die AR 11731 verantwortlich war. Erste Vorboten traten schon in der Gestalt der AR 11726, die erstmals ab dem 20. als D-Gruppe auf der Nordhalbkugel zu sehen war. Sie binnen weniger Tage wurde zur ersten F-Gruppe seit Monaten. Neben der AR 11731, die erstmals am 26. am Ostrand beobachtet werden konnte, waren zwar nur sehr weniger Gruppen zu sehen, dafür kletterte aber die S.I.D.C.-Relativzahl am 30. die 100er-Marke und läutete damit einen kräftigen Aktivitätsschub ein, der bis weit in den Mai hinein anhielt.

H-Alpha:
War schon die Aktivität im Weißlicht in den ersten Tagen des Monats April eher moderat, so war sie dieses im A-Alpha erst recht: der erste M-Flare wurde am 5. April beobachtet (M2, Höhepunkt um 17:48 UT). Man musste danach bis zum 12. warten, als um 20:38 UT ein M3 aus der AR 11718 emporstieg. Die im Weißlicht schön anzusehende F-Gruppe AR 11726 blieb im H-Alpha seltsam inaktiv. Wer erwartet hatte, dass sie täglich eine Vielzahl von Flares ausschütten würde, sah sich enttäuscht. Sie brachte gerade mal einen mickrigen M-Flare zustande: einen M1 am 22. um 10:29 UT. Allerdings war sie schon Ursprung einer vermehrten Anzahl von C-Flares, die aber sind traditionell für die Erzeugung von Polarlichtern eher irrelevant, selbst wenn sie samt CME herausgeschleudert werden. Und so konnte man in Deutschland auch im April keine dieser heiß ersehnten und erwarteten „Himmelslichter“ beobachten. Die Kanzelhöhe zählte im Berichtszeitraum immerhin im Optischen 219 Subflares, 4 Imp.-1 Flares, ein Imp.-3-Flare sowie 158 C-Flares und 4 M-Flares im Röntgenlicht.

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