Sonntag, 5. Mai 2013

Sonne am 05.05.2013

Dass die Sonne ein physikalisch sehr dynamischer Himmelskörper ist, sollte eigentlich bekannt sein, aber von gestern auf heute offenbarte sich das wieder mal mit aller Deutlichkeit. Die AR 11731, vor Tagen noch als F eingestuft, war binnen Stunden zu einer C-Gruppe zerfallen und stand nun dicht am Sonnenrand in einem Fackelfeld. Die kleine A-Gruppe, die irgendwie die NOAA-Nr. 11737 erhalten hatte, war nur knapp an der Wahrnehmungsgrenze zu sehen und blitzte immer nur für ein paar Sekunden auf. Die beiden großen D-Gruppen AR 11732 und 11734 zeigten dagegen kaum Veränderungen. Die gestern neu aufgetauchte D-Gruppe im Süden – ein Sammelsurium von penumbralen Flecken – hatte die Nummer 11740 bekommen. Die AR 11739 war immer noch als D-Gruppe zu sehen und die AR 11738, eine kleine B-Gruppe mit zwei Einzelflecken, trat heute morgen bei bestem Seeing erheblich deutlicher hervor. So kam ich auf 7 Gruppen.

Im H-Alpha zeichnete sich – wie in den letzten Tagen oft zu beobachten – geradezu eine Aktivitätsexplosion ab. Am Sonnenrand waren nun 16 Protuberanzen zu finden, von denen eine im Süden wie ein nach hinten gebogenes Dreieck aussah, eine andere wie ein nach oben gerichteter Stab, wie Büschel oder kleine Bögen. Auf der Oberfläche konnte ich heute 24 Filamente zählen und besonders die Gegenden um die Aktiven Regionen 11732, 11734 und 11739 wiesen nicht nur viele helle, flareträchtige, Zonen auf. Die fast in der Sonnenscheibenmitte stehende AR 11734 zeigte gleich mehrere geschwungene Filamente, die man aber auch in anderen Regionen finden konnte. Gerade die extrem angestiegene Zahl der Filamente offenbart die in den letzten Tagen stark angestiegene Aktivität der Sonne. Hoffen wir, dass wir jetzt nicht nur einen kurzfristigen Anstieg, sondern endlich den lang ersehnten Durhbruch zum Maximum beobachten.

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