Montag, 6. Mai 2013

Sonne am 06.05.2013

Beobachten, bis der Schleim kommt“, war das Credo bei meiner heutigen, frühmorgendlichen Beobachtung. Während ich nach Westen schaute, sah ich nur blauen Himmel, in Richtung Osten aber, exakt dort, wo die Sonne stand, bildete sich der verhasste Syph, jener Wolkenschleim, der eine gute Sicht auf die Sonne verhindert.

Dennoch war zu Beginn der Beobachtung die Sicht noch relativ gut. Die AR 11731 hatte nun fast den westlichen Sonnenrand erreicht und war von einem ausgedehnten Fackelfeld umgeben, heute aber nur noch als C zu klassifizieren, obgleich sie den Großteil ihrer Penumbren verloren hatte. Die AR 11732 war, ebenso wie die größere AR 11734, ebenfalls der Waldmeierklasse D zuzuordnen, wobei Letztgenannte derzeit die größte Aktive Region auf der Sonne ist. Die AR 11740 hatte ein paar kleine Flecken hinzugewonnen und war jetzt eine A4; die AR 11739 stufte ich ebenfalls noch als D ein, obwohl ihre Länge zugenommen hatte, die Komplexität aber auf der Strecke geblieben war. Die AR 11738 kam als weitere A-Gruppe mit nur noch zwei kleinen Fleckchen daher. Während der Beobachtung wurde das Seeing allmählich schlechter und ich sah einzelne Wolkenfetzen vorüberziehen.

Schnell noch auf das PST gewechselt breitete sich hier – viel stärker als im Weißlicht – das Elend aus: Der Hintergrund war nicht schwarz, sondern orangefarben und die Detailsichtbarkeit war erheblich schlechter, als am Vortag. SO bemerkte ich heute nur 14 Protuberanzen, 17 Filamente und 7 helle Flaregebiete, besonders und die AR 11734 herum. Einige der Filamente hatte beachtliche Ausmaße angenommen, aber das chromosphärische Netzwerk ließ sich mit zunehmender Beobachtungsdauer immer seltener sehen. Am Ende war denn der Himmel Richtung Osten auch nicht mehr blau, sondern weiß und die Sonne verschleierte sich immer mehr. Im Okular war zu sehen, dass der Sonnenrand immer schwieriger zu sehen war, dass regelrechte Wellen durch das Bild liefen und dass der Rand faserig und ausgefranst den Bewegungen der turbulenter werdenden Luft ausgesetzt war.

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