Freitag, 17. Mai 2013

Sonne am 17.05.2013



Sonnenbeobachtung ist immer dann am schönsten, wenn die Luftbedingungen gut und viele Einzelheiten wahrnehmbar sind. So wie heute Morgen. Bei Ruhe- und Schärfewerten von jeweils 2 waren alle derzeit auf der Sonne befindlichen Gruppen ohne Probleme zu sehen.

Von den 10 Gruppen gehörten nach meiner Schätzung – mehr macht man im Grunde bei der Relativzahlbestimmung eigentlich nicht – 3 der Klasse E an (AR 11748, AR 11744 und AR 11747), während sich die AR 11743 nun zu einer Gruppe der Klasse F weiterentwickelt hat: die beiden Penumbren hatten sich anscheinend noch weiter voneinander entfernt. Prinzipiell könnte es sich auch um den seltenen Typus einer G, also einer zusammengebrochenen F, handeln, doch das ist ohne die Bestimmung der Position der Gruppe nicht möglich, festzustellen. Allen E-Gruppen war gemein, dass sie gegenüber dem Vortag kaum Veränderungen zeigten, höchstens in der Struktur der Penumbren. Die AR 11749 war schon seltsam: dicht am Sonnenrand stehend, hatte man, bei Berücksichtigung der Achslage der anderen Gruppen, den Eindruck, zwei dicht beieinander stehende B mit jeweils 2 Flecken zu sehen. Die NOAA hielt dieses Gebiet aber für eine einzelne Gruppe, wozu ich mich aber nicht durchringen konnte. Leider gab es auf der Kanzelhöhe schlechtes Wetter, sodass ich keine Vergleichszeichnung heranziehen konnte.

Das gute Seeing hatte natürlich auch detailreiche Beobachtungen im H-Alpha zur Folge. Hier war die mittig stehende AR 11745 von einem großen, chromosphärischen, Fackelgebiet umgeben, das genügend Potenzial für weitere Flare aufwies, das aber nach dem vier X-Flares von vor ein paar Tagen erstaunlich ruhig blieb. Darüber konnte man eine größere  „Filamentwolke“ finden, während die AR 11748 ein intensiv helles Gebiet und ein Filament enthielt, das wie ein Klammerzeichen aussah. Die Gegend um die AR 11744 zeigte sich ebenfalls extrem aufgehellt, ebenso die Zone um die Regionen 11746 und 11747 herum. Dahinter, in Richtung Osten, tummelten sich ein paar größere Filamente, während am Westrand eines direkt in eine Bogenprotuberanz überging. Die Zahl dieser Erscheinungen war mit 14 recht ordentlich. Darunter waren zwei t-förmige, büschelartige, strichförmige und zwei recht wild aussehende und kaum zu beschreibende Protuberanzen.

Die hohe Aktivität hält weiter an, hoffen wir, dass es auch dabei bleibt.

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