Samstag, 29. Juni 2013

Sonne am 29.06.2013


Der Juni ist bislang eher ein Monat der Minusrekorde: Das Wetter so schlecht wie lange nicht mehr, so wenig Beobachtungen in einem Juni seit Beginn meiner Aufzeichnungen und nun fast eine Woche ohne eine Möglichkeit zur Sonnenbeobachtung, eine so lange Unterbrechung ist in meinen Daten nur schwer zu finden. Das passt zu dem ohnehin merkwürdigen Jahr 2013.

So lichtete sich erst am Nachmittag die permanent dicht Wolkendecke und gab den Blick auf eine nur von einer schwachen Aktivität geprägten Sonne frei. Die Lücke war nur kurz, aber immerhin konnte ich in dem kurzen Zeitraum alle vier gerade sichtbaren Gruppen erkennen: die AR 11777 stand irgendwie zwischen den Klassen J und H, die AR 11778 wurde vom Sonnenobservatorium Kanzelhöhe als G-Gruppe eingestuft. Diese sind nur sehr schwer und eigentlich nur durch die Bestimmung ihrer Position und der Breitenwanderung zu erkennen, da sie Spätstadien der Fleckenentwicklung sind. Da sie für eine Gruppe der Klasse C aber zu lang war, stimmt wohl doch die Einstufung. Überdies waren noch die AR 11782 als eine A-Gruppe zu sehen und die AR 11781 als D.

Das Seeing in der Wolkenlücke war gut, aber es mussten noch fast zwei Stunden vergehen, bis auch eine Beobachtung im H-Alpha möglich war. Hier war die Aktivität eher durchschnittlich: neben 4 Flaregebieten konnte ich nur 10 Filamente – von denen gerade mal vier etwas größer waren – und 14 Protuberanzen sehen. Abgesehen von einem großen Herd im Südwesten, wo sich scheinbar Materiebogen an Materiebogen gliederte, gab es noch eine, die bleistiftförmig in den Raum hinaus griff und eine weitere, die eher unförmig war sowie diverse kleine, die kaum über den Rand hinaus kamen.

Eine passable Aktivität, wenn diese auch mit einer Maximumsphase kaum etwas zu tun hat.

Sonntag, 23. Juni 2013

Sonne am 23.06.2013



Das fast ständig wechselnde und eher an den April erinnernde Wetter bescherte mir am Nachmittag endlich mal eine längere Phase blauen Himmels und die Möglichkeit, die Sonne im Weißlicht und im H-Alpha zu beobachten.

Der im Juni nach einem nochmaligen Rückgang zu beobachtende Aktivitätsschub hält offenbar länger an. So konnte ich heute neun Fleckengruppen  zählen. Die AR 11776 war schon weit gegen den Westrand gerückt und gehörte der Klasse D an. Die AR 11773 hat sich meiner Meinung nach geteilt: eine B-Gruppe mit einer Ausdehnung einer E, das deutet eigentlich auf die Teilung der Gruppe hin. Zwischen den beiden Polen konnte ich keine weiteren Flecken erkennen. Das könnte aber auch an der begrenzten Auflösung meines kleinen 80/400er Refraktors  liegen. Ein wenig südlicher standen gleich drei Gruppen: die AR 11770, die ich nur als A-Gruppe erkannte, die AR 11774, die ich als C einstufte und die AR 11772, die für mich eine H-Gruppe war.  Immer noch beeindruckend war die AR 11775, die anscheinend alle penumbralosen Flecken verloren hatte und nur noch aus vier Hofgebieten bestand. In Richtung Osten stieß ich auf die AR 11777 (Klasse H) und die AR 11778, die nur noch aus einem einzigen Fleck bestand (Klasse J).

Das relativ gute Seeing führte auch zu einer guten Beobachtung im H-Alpha: 10 Protuberanzen, 14 Filamente und 7 helle Gebiete führten zu einer H-Alpha-Relativzahl von 310. Vier größere Protuberanzen, davon eine schwebende, eine bogenförmige, eine sehr helle und eine, die wie eine Rampe aussah, waren die auffälligsten. Die sieben hellen Flaregebiete hatten zumindest das Potenzial für mehr und von den 14 Filamenten ragte eine über den Rand hinaus und drei waren lang und bogenförmig. Trotz des guten Wetters, ließ sich auch bei mehrmaliger Beobachten das chromosphärische Netzwerk nicht blicken.

Kurz nach der letzten Beobachtung setzen wieder starker Regen und heftiger Wind ein …

Samstag, 22. Juni 2013

Sonne am 22.06.2013

Die Sonnenbeobachtung war heute sehr anstrengend an der Grenze zur Quälerei. Erst war der Himmel bedeckt, dann war ich unterwegs und die Sonne schien. Als ich wieder zu Hause war, war es wieder bedeckt. Dann klarte es auf, aber nur solange, bis ich mein Teleskop fertig aufgebaut hatte. Dann zog es wieder zu und es ging über Stunden so weiter: Teleskop aufbauen, Himmel zu, Teleskop abbauen und die nächste Wolkenlücke tat sich auf. Das Teleskop stehen zu lassen, brachte auch nichts. Solange es stand, blieb der Himmel zu oder die Wolkenlkücken zogen stets irgendwie an der Sonne vorbei.

Erst am späten Nachmittag, als die Lücke nur klein und der Himmel versypht war, kurz bevor die ersten dichteren Wolken kamen, konnte ich dann bis etwa eine Minute lang beobachten. In dieser äußerst knappen Zeit konnte ich 8 Gruppen beobachten, eine D9, eine E12, eine J1, eine H1, eine D12, eine D8, eine H3 und noch eine J1 dicht am Sonnenrand. Detailbeobachtungen und eine nähere Beschreibung war nicht mehr möglich, denn danach zog es endgültig zu … und nun stürmt und regnet es wieder mal. Eine H-Alpha-Beobachtung war unter den gegebenen Umständen natürlich nicht möglich.

Freitag, 21. Juni 2013

Die Sonne im Mai 2013

Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!

Weißlicht:
Die Sonnenaktivität erlebte in den ersten drei Wochen des Mai einen Schub, den man in diesem Zyklus beinahe nicht mehr erwartet hätte: die bereits im April beobachtbaren Aktiven Regionen mit den Nummern 11730 und 11731 gehörten der Waldmeierklasse E an und waren umgeben von fünf weiteren Gruppen, hauptsächlich der Klasse D umgeben.

Während aber die 11730 alsbald an Kraft verlor und sukzessive in sich zusammenfiel, blieb die 11731 weiterhin aktiv und vergrößerte dabei sogar die von ihr eingenommene Fläche. Allerdings erreichte sie nie die für die Klasse F erforderliche Ausdehnung. Die ebenfalls schon im Vormonat zu beobachtende AR 11734, die gehörte konstant über mehrere Tage hinweg der Klasse D an, konnte ab dem 5., dann ebenfalls als E eingestuft werden. Einen Tag später war die AR 11731 dann schon fast um den Sonnenrand herumrotiert, während die AR 11734 jetzt allmählich ebenfalls an Fläche verlor und zunehmend kleiner wurde. Interessant war vor allem das aus sehr vielen kleinen Gruppen bestehende Beiwerk, das für hohe Relativzahlen sorgte, die bei der Vergleichsreihe des S.I.D.C. aber diesseits der 100 lag, wenn auch knapp darunter. Ab dem 9. war die 11734 dann wieder auf die Stufe D zurückgefallen und insgesamt gingen die Relativzahlen ganz leicht zurück, während die Zahl der Fleckengruppen konstant bei ungefähr 10 lag. So wurde der Anstieg hauptsächlich durch eine Vielzahl kleiner Gruppen verursacht. Die AR 11745, erstmals am 11. dicht am Ostrand zu sehen, erklomm am 13. die Klasse E und gehörte zu den auffälligsten Gruppen jener Tage, die vor allem durch sehr große Penumbren die Blicke auf sich zog.

Und der Monat war ja noch nicht zu Ende: am 14. erschien mit der AR 11748 die größte Gruppe des Monats. An diesem Tage war sie zwar nur als D-Gruppe dicht am Ostrand zu sehen, aber schon einen Tag später wurde ihre wahre Natur als E-Gruppe sichtbar. Anscheinend entwickelte sie sich dann aber wieder zur D-Gruppe zurück, um am 19. dann die höchste Waldmeierklasse F zu erreichen, die sie vor allem der Neubildung kleiner penumbraloser Flecken im f-Teil verdankte. In dieser Zeit bemerkte man wieder mal, wie alle Gruppen deutlich nach Westen gerückt waren und aus dem Osten nichts nachkam. Dieses Phänomen konnte man in den letzten Jahren des Öfteren beobachten und es kam, wie es wohl in diesem Zyklus immer irgendwie kommen muss: die Aktivität brach nach dem 20. Wieder ein, die AR 11748 entwickelte sich über die Klasse E binnen drei Tagen wieder zur Klasse D zurück und die neuen Gruppen aus dem Osten gehörte zunächst nur den Klassen A bis D an. Die AR 11756, ab dem 22. zu sehen, erreichte am 24. die Klasse E, die sie bis zum 27. hielt,  am 27. stieg sie zur Klasse F auf. Als wenn sie sich dabei vollkommen übernommen hatte, zerfiel sie danach binnen Stunden und konnte einen Tag später nur noch als sehr langestreckte C-Gruppe klassifiziert werden.

Inzwischen hatte sich die Zahl der Fleckengruppen, die eine Woche vorher noch bei 10 und 11 lag, glatt halbiert; es wurden nur noch 5 Gruppen registriert. So konnte man am Monatsletzten zwar schon wieder 6 Gruppen sehen, die aber alle nur den Klassen A, B, H und J angehörten. Vor einigen Monaten hatten Forscher der NASA errechnet, dass wir im Mai das Maximum des gegenwärtigen Zyklus durchschreiten würden. Danach sah es aber trotz des enormen Abktivitätsschubs nicht aus, denn auch dieser Monat dürfte es kaum schaffen, den bisherigen Höchststand Ende 2011 zu übertrumpfen.

H-Alpha:
Die erhöhte Aktivität im Weißlicht brachte dieses Mal auch einen Schub im H-Alpha mit sich, was in den zurückliegenden Monaten ja nicht immer der Fall war. Und so produzierte die AR 11731 gleich am 2. Einen M1-Flare, dessen Höhepunkt um 5:10 UT erreicht wurde. Am 3. folgte aus der AR 11739 um 17:32 UT ein M5- und am 5. um 17:56 UT ein M1-Flare. Danach fiel das Niveau erst einmal zurück und es kamen maximal nur c-Flares, davon aber eine ganze Menge. Erst am 10. gab es das nächste größere Ereignis: Die AR 11746 brachte um 00:57 UT einen M3-Flare hervor. Am Ostrand war am 12. ein M1 zu sehen, der wohl schon zur AR 11748 gehörte. Hier gab es am 13. um 2:31 UT, einen X1.7, um 16:45 UT einen X2.8-Flare, dem am 14. um 01:46 UT ein X3.2- und am 15. um 01:48 UT ein X1-Flare folgten. Vier X-Flare binnen 48 Stunden, das ließ hoffen. Doch wer auf eine hohe Aktivität mit vielen Polarlichtern hoffte, wurde ein ums andere Mal enttäuscht. Als hätte die Region ihr Pulver schon verschossen, ging ihre Aktivität in den kommenden Tagen spürbar zurück. Zwar ging aus ihr am 17. um 8:57 UT noch ein M3-Flare hervor, doch danach war Schluss. Die AR 11745 erzeugte erst am 22. um 13:32 UT einen M5-Flare, den letzten des Monats. Die AR 11748, im Weißlicht die größte Aktive Region des ganzen Monats, zeigte sich im H-Alpha hingegen seltsam inaktiv. Vielleicht auch das ein Hinweis auf den sehr schwachen, 24. Zyklus.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Sonne am 19.06.2013

Es war wie fast immer in den vergangenen Tagen: Man ging morgens aus dem Haus, saß schwitzend bei Sonnenschein im Büro und kam unter einen eigentlich nicht nutzbaren Himmel wieder zu Hause an. So auch heute: Mit Betreten des Hauses zog eine dünne Schicht Schleierbewölkung vor die Sonne und machte zunächst einmal nur Beobachtungen im Weißlicht möglich. Und da musste ich mich schon mehr beeilen, denn die Sicht verschlechterte sich praktisch von Sekunde zu Sekunde, mit der Folge, dass ich am Ende nur noch mühsam irgendwelche Details erkennen konnte.
Ich erblickte immerhin 6 Fleckengruppen: die neue 11776, die AR 11775 und die AR 11774 erkannte ich als C-, die AR 11770 als J, die AR 11773 und die AR 11772 als D-Gruppe. Spannend machte es die AR 11772, die für mich an der Grenze zur Klasse E stand. Sehr detailreich war auch die AR 11775, leider konnten wegen des drastisch schlechter werdenden Wetters die Detailbeobachtungen hier nicht zu Ende geführt werden.
So war auch klar, dass an eine H-Alpha-Beobachtung nicht mal zu denken war. Erst später ergab sich eine Wolkenlücke, die trotz allgemeinem Syph noch ein wenig H-Alpha zuließ. Das chromosphärische Netzwerk war nur zu erahnen, am Rand zählte ich 8 Protuberanzen, auf der Sonne 5 helle Flaregebiete und immerhin 15 Filamente, von denen einige sehr schön geschwungen waren und am Rand in eine Protuberanz übergingen. Danach zog doch ziemlich schnell ein Gewitter auf.

Montag, 17. Juni 2013

Sonne am 17.06.2013



Es war beinahe wie erwartet: Am Morgen bin ich bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel zur Arbeit gegangen, doch nach Feierabend war er nur wieder abgesypht. Die Syphschicht war aber für die Weißlichtbeobachtung noch gut durchlässig. Von der AR 11768 war nurmehr nur noch der hintere Teil zu sehen, den ich als J-Gruppe einstufte. Um den Ostrand war eine kleine Ansammlung mehrerer Aktivitätsgebiete herumgekommen und in Richtung auf die Sonnenscheibenmitte ein Stück weitergewandert. Die AR 11769 hatte eine ganze Reihe kleinerer Flecken hinzugewonnen und an Ausdehnung zugenommen. Sie stand an der Grenze zwischen den Waldmeierklassen D und E, die sie möglicherweise in den kommenden Tagen überschreiten wird. Darüber stand die AR 11770 als weitere J-Gruppe. Dem schlossen sich mit der AR 11774 und der 11775 zwei C-Gruppen an, darüber stand, auf der Nordhalbkugel, die AR 11773 als D-Gruppe. Das Seeing war noch ganz gut, aber der Himmel wurde immer weißlicher. In Richtung Osten schimmerte noch der blaue Himmel durch, in der Beobachtungsrichtung aber war er nur noch weißlich.

Diese schlechten Beobachtungsbedingungen wirkten sich negativ auf die Beobachtung im H-Alpha aus. Der Hintergrund im PST war hellorange, nur wenige Protuberanzen und Filamente konnte gefunden werden, dafür aber fünf helle, großflächige Flaregebiete. Die zwei größten Protuberanzen waren aber dennoch, wenngleich auch nur schemenhaft, zu sehen: Eine, die wie ein gekringelter Faden aussah und eine, die wie eine Pyramide aufgebaut war. Beide reichten über das Gesichtsfeld des PST hinaus: es war das erste Mal, dass ich das mit diesem Instrument beobachten konnte, leider unter immer schlechter werdenden Beobachtungsbedingungen, die alsbald auch die Filamente auf der Oberfläche scheinbar verschwinden ließen.

Sonntag, 16. Juni 2013

Sonne am 16.06.2013


Die visuelle Sonnenbeobachtung ist derzeit eine quälende Angelegenheit. Obwohl die Sonne in der kommenden Woche ihren Höchststand erreicht, scheitern just in diesem Monat viele Beobachtungen am Wetter. Morgens bei strahlendem Sonnenschein aus dem Haus gehen und abends bei bedecktem Himmel wiederkommen, ist Standard. Und wenn es dann doch mal Wolkenlücken gab, waren diese so klein, dass man zwar Fleckenzählen, aber keine Detailstudien anstellen konnte.

Entsprechend hoch sind meine Ausfalltage im Juni, d.h. jene Tage, an denen man keine Beobachtung bekommt. Und das ist bei der Sonne fatal: Ein Tag ohne Beobachtung lässt sich niemals wiederholen!

Und so ging es heute morgen weiter: Bis ca. 6:45 Uhr war der Himmel klar, danach zog es zu, allerdings ließ der Wolkenschleim und die darunter liegende Wolkenschicht zumindest zeitweise einen Blick auf die Sonne zu, wenn auch die permanent durchziehenden Wolken extrem nervig waren.

Überdies hat die Sonne anscheinend auch wenig Ambitionen, ins Maximum einzutreten, denn die Zahl ihrer täglichen Fleckengruppen erinnerte auch heute einmal mehr an die Zeit kurz nach dem Minimum: In Richtung auf den Westrand stand die AR 11768 unzweifelhaft als D-Gruppe. Erst zum Ostrand hin konnte man wieder ein paar ziemlich dicht beieinander stehende Gruppen sehen: die AR 11769 als Konglomerat vieler kleiner Flecken, die man getrost als B-Gruppe klassifizieren konnte, die AR 11770 und die AR 11774, jeweils eine J-Gruppe, die AR 1173 und die AR 1175 dann noch als C-Gruppe. Salopp gesagt: Alles nur billiger Kleinkram. Die letzte E- oder F-Gruppe ist auch schon eine Weile her.

Das Seeing war angesichts der Bedingungen überraschend gut, allerdings konnte auch das nicht die Tatsache verhindert, dass Wolkenschleim und dünne Wolkenschichten die Beobachtung im H-Alpha an diesem Morgen praktisch unmöglich machten, denn außer einer fast strukturlosen roten Sonne mit ein paar Filamenten und einigen schwachen Protuberanzen bei orangefarbenem Himmelshintergrund gab es nichts zu sehen.