Freitag, 21. Juni 2013

Die Sonne im Mai 2013

Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!

Weißlicht:
Die Sonnenaktivität erlebte in den ersten drei Wochen des Mai einen Schub, den man in diesem Zyklus beinahe nicht mehr erwartet hätte: die bereits im April beobachtbaren Aktiven Regionen mit den Nummern 11730 und 11731 gehörten der Waldmeierklasse E an und waren umgeben von fünf weiteren Gruppen, hauptsächlich der Klasse D umgeben.

Während aber die 11730 alsbald an Kraft verlor und sukzessive in sich zusammenfiel, blieb die 11731 weiterhin aktiv und vergrößerte dabei sogar die von ihr eingenommene Fläche. Allerdings erreichte sie nie die für die Klasse F erforderliche Ausdehnung. Die ebenfalls schon im Vormonat zu beobachtende AR 11734, die gehörte konstant über mehrere Tage hinweg der Klasse D an, konnte ab dem 5., dann ebenfalls als E eingestuft werden. Einen Tag später war die AR 11731 dann schon fast um den Sonnenrand herumrotiert, während die AR 11734 jetzt allmählich ebenfalls an Fläche verlor und zunehmend kleiner wurde. Interessant war vor allem das aus sehr vielen kleinen Gruppen bestehende Beiwerk, das für hohe Relativzahlen sorgte, die bei der Vergleichsreihe des S.I.D.C. aber diesseits der 100 lag, wenn auch knapp darunter. Ab dem 9. war die 11734 dann wieder auf die Stufe D zurückgefallen und insgesamt gingen die Relativzahlen ganz leicht zurück, während die Zahl der Fleckengruppen konstant bei ungefähr 10 lag. So wurde der Anstieg hauptsächlich durch eine Vielzahl kleiner Gruppen verursacht. Die AR 11745, erstmals am 11. dicht am Ostrand zu sehen, erklomm am 13. die Klasse E und gehörte zu den auffälligsten Gruppen jener Tage, die vor allem durch sehr große Penumbren die Blicke auf sich zog.

Und der Monat war ja noch nicht zu Ende: am 14. erschien mit der AR 11748 die größte Gruppe des Monats. An diesem Tage war sie zwar nur als D-Gruppe dicht am Ostrand zu sehen, aber schon einen Tag später wurde ihre wahre Natur als E-Gruppe sichtbar. Anscheinend entwickelte sie sich dann aber wieder zur D-Gruppe zurück, um am 19. dann die höchste Waldmeierklasse F zu erreichen, die sie vor allem der Neubildung kleiner penumbraloser Flecken im f-Teil verdankte. In dieser Zeit bemerkte man wieder mal, wie alle Gruppen deutlich nach Westen gerückt waren und aus dem Osten nichts nachkam. Dieses Phänomen konnte man in den letzten Jahren des Öfteren beobachten und es kam, wie es wohl in diesem Zyklus immer irgendwie kommen muss: die Aktivität brach nach dem 20. Wieder ein, die AR 11748 entwickelte sich über die Klasse E binnen drei Tagen wieder zur Klasse D zurück und die neuen Gruppen aus dem Osten gehörte zunächst nur den Klassen A bis D an. Die AR 11756, ab dem 22. zu sehen, erreichte am 24. die Klasse E, die sie bis zum 27. hielt,  am 27. stieg sie zur Klasse F auf. Als wenn sie sich dabei vollkommen übernommen hatte, zerfiel sie danach binnen Stunden und konnte einen Tag später nur noch als sehr langestreckte C-Gruppe klassifiziert werden.

Inzwischen hatte sich die Zahl der Fleckengruppen, die eine Woche vorher noch bei 10 und 11 lag, glatt halbiert; es wurden nur noch 5 Gruppen registriert. So konnte man am Monatsletzten zwar schon wieder 6 Gruppen sehen, die aber alle nur den Klassen A, B, H und J angehörten. Vor einigen Monaten hatten Forscher der NASA errechnet, dass wir im Mai das Maximum des gegenwärtigen Zyklus durchschreiten würden. Danach sah es aber trotz des enormen Abktivitätsschubs nicht aus, denn auch dieser Monat dürfte es kaum schaffen, den bisherigen Höchststand Ende 2011 zu übertrumpfen.

H-Alpha:
Die erhöhte Aktivität im Weißlicht brachte dieses Mal auch einen Schub im H-Alpha mit sich, was in den zurückliegenden Monaten ja nicht immer der Fall war. Und so produzierte die AR 11731 gleich am 2. Einen M1-Flare, dessen Höhepunkt um 5:10 UT erreicht wurde. Am 3. folgte aus der AR 11739 um 17:32 UT ein M5- und am 5. um 17:56 UT ein M1-Flare. Danach fiel das Niveau erst einmal zurück und es kamen maximal nur c-Flares, davon aber eine ganze Menge. Erst am 10. gab es das nächste größere Ereignis: Die AR 11746 brachte um 00:57 UT einen M3-Flare hervor. Am Ostrand war am 12. ein M1 zu sehen, der wohl schon zur AR 11748 gehörte. Hier gab es am 13. um 2:31 UT, einen X1.7, um 16:45 UT einen X2.8-Flare, dem am 14. um 01:46 UT ein X3.2- und am 15. um 01:48 UT ein X1-Flare folgten. Vier X-Flare binnen 48 Stunden, das ließ hoffen. Doch wer auf eine hohe Aktivität mit vielen Polarlichtern hoffte, wurde ein ums andere Mal enttäuscht. Als hätte die Region ihr Pulver schon verschossen, ging ihre Aktivität in den kommenden Tagen spürbar zurück. Zwar ging aus ihr am 17. um 8:57 UT noch ein M3-Flare hervor, doch danach war Schluss. Die AR 11745 erzeugte erst am 22. um 13:32 UT einen M5-Flare, den letzten des Monats. Die AR 11748, im Weißlicht die größte Aktive Region des ganzen Monats, zeigte sich im H-Alpha hingegen seltsam inaktiv. Vielleicht auch das ein Hinweis auf den sehr schwachen, 24. Zyklus.

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