Mittwoch, 31. Juli 2013

Sonne am 31.07.2013


Am letzten Tag des Monats Juli – dieser brachte mir stolze 28 Beobachtungstage, gegenüber 29 im Vorjahr – war der Himmel zwar sehr wolkenreich, doch es taten sich ab und zu größere Wolkenlücken auf, die gut zu nutzen waren und in denen auch ein ganz ordentliches Seeing herrschte.

Die Aktivität war aber eher moderat als hoch. Zwar gab es sieben Fleckengruppen, doch keine war höher als die Waldmeierklasse D. Die AR 11805 war schon weitestgehend um den Westrand herumrotiert und nur noch ein kleiner Teil des f-Flecks zu sehen. Die AR 11801 war als J-Gruppe weiter zum Westrand gewandert, über ihr stand die AR 11807 als B-Gruppe. Die AR 11808 und die 11809 gehörten der Klasse C an; die AR 11806 war weiter zerfallen, gehörte aber weiter der Klasse D an. Zwischen der AR 11809 und der 11806 stand noch eine A-Gruppe, die aber noch ohne Nummer war.

Im H-alpha war die Situation im Prinzip nicht viel anders: am Sonnenrand zählte ich 12 Protuberanzen, im Osten gab es eine große, frei schwebende Protuberanz, eine dazu passende Aktive Region konnte aber (noch) nicht gesichtet werden. Nördlich davon gab es noch einen schönen Protuberanzenbogen, der Rest war dann eher klein und unauffällig. Auf der Sonnenoberfläche fand ich 5 chromosphärische Fackeln und 14 Filamente, von denen gerade mal eine etwas größer erschien; eine reichte vom Sonnenrand ein wenig über diesen hinaus und man konnte wieder mal eindrucksvoll beobachten, dass beide Erscheinungen ein und dasselbe sind.

Angesichts der nicht herausragenden Aktivität und den im ganzen Monat den Wert von 100,0 nicht übersteigenden Relativzahlen ist die Aussage des Marshall Space Flight Center der NASA, das wir uns just in diesen Monaten im Fleckenmaximum befinden sollen, schon etwas merkwürdig.


Dienstag, 30. Juli 2013

Sonne am 30.07.2013

Zum ersten Mal nach einer gefühlten Ewigkeit traf heute das Sprichwort vom reinigenden Gewitter zu: als ich nach Feierabend nach Hause kam, erwartete mich kein Sonnenschein, sondern eine drohende dunkle Wolkenwand im Nordwesten. Kaum angekommen, ging es auch schon los mit Sturm und Regen. Das Gewitter gab es dazu in weiter Ferne in Form von leichtem Grollen. Etwa zwei Stunden später das Gegenteil: In einem kleinen, schmalen Streifen war die dichte Wolkendecke unterbrochen und genau dieses wolkenfreie Gebiet konnte ich für eine Beobachtung nutzen. Das Seeing war fast das beste, was ich seit langem erleben durfte: Keine Bewegung am Sonnenrand und auf der Sonne und alle Fleckendetails traten klar hervor, wenn auch der Anblick der Sonne im Weißlicht eher etwas enttäuschend war. Die AR 11805 stand fast am Sonnenrand und war nach wie vor eine D-Gruppe, während die AR 11801 ihre Klasse J hielt. Nördlich von ihr stand eine B, die nun die Nummer 11807 erhalten hatte, in Richtung Osten war die AR 11808 als C-Gruppe zu sehen.

Einzig die AR 11806 wies starke Veränderungen auf: gestern noch als E einzustufen, hatte sie heute wesentliche Teile ihrer Penumbren verloren und war nur noch eine unauffällige D-Gruppe mit Mini-Hofgebieten. Erst bei näherem Hinsehen und auf Hinweis eines langjährigen Freundes fand ich dann nachträglich dann noch eine kleine J-Gruppe hart am Ostrand, ob es eine große Gruppe war, die herumwandert, musste man abwarten. Auf jeden Fall gab es in der Region im H-Alpha eine kleine Ansammlung von Protuberanzen zu sehen.

Das gute Seeing machte sich endlich auch mal im H-alpha bemerkbar, wenn auch die 11 zu erfassenden Protuberanzen und die gerade mal 9 Filamente eher klein waren. Den größten Materiebögen gab es im Südosten, dazu ein paar kleinere „Spritzer“, mehr nicht. Darüber hinaus fand ich noch 5 chromosphärische Fackeln , die besonders in der Osthälfte besonders auffällig waren. Auch dieser schöne Anblick hatte nichts mit einer Maximumssonne gemein und glich eher einer kurz nach oder vor dem Minimum.

Montag, 29. Juli 2013

Sonne am 29.07.2013


Alles schien auf einen typischen Murphtag hinaus zu laufen: am Tag bei Sonnenschein im Büro sitzen und bei Feierabend einen bewölkten Himmel vorzufinden. Kaum hatte ich die Haustür aufgeschlossen, zog sich der Himmel zu. Wolkentürme kündigten kommendes Unheil an – oft bleibt es aber dabei. Dazwischen gab es nur nichtblauen, schleimigen Himmel.

Ich hatte schon aufgegeben, als der Syph plötzlich verschwand und für etwa 5 Minuten den Blick auf die Sonne frei gab. Das Seeing war dafür gar nicht übel und so fand ich immerhin 6 der 7 von der Kanzelhöhe erfassten Fleckengruppen.

Von der AR 11800 war nur noch der f-Teil in Form eines H-Flecks zu sehen, die AR 11805 gleich dahinter war eindeutig eine Dm die sich seit gestern kaum verändert hatte. Auf der Südhalbkugel stieß ich in Richtung Osten auf die AR 11806, die ich mutig als E-Gruppe einstufte. Im Norden ging es weiter mit der AR 11801, die immer noch der Klasse H angehörte und in dessen Nähe eine C-Gruppe ohne Nummerierung stand. Am Ostrand stand eine weitere C ohne Nummer. Dazwischen hatte man auf der Kanzelhöhe noch eine kleine A-Gruppe gesehen, die ich partout nicht finden konnte.

Gegen Ende der Weißlichtbeobachtung verschmierte der Himmel wieder und ich musste mich beeilen, wenn ich die H-alpha-Sonne noch sehen wollte. Am Sonnenrand zählte ich 8 Protuberanzen und nur eine davon vertrug diesen Namen auch wirklich: im Südosten stand ein großer Materiebogen. Sieben chromosphärische Fackeln zeugten dann doch von etwas Aktivität, während die 11 Filamente eher klein und mickrig daherkamen und nicht mal eine einziges seinem Namen gerecht wurde. Nur ganz kleine Ansätze von Filamente bestimmten heute das Bild der Sonne im H-alpha, fast wie im Minimum.

Sonntag, 28. Juli 2013

Sonne am 28.07.2013


Die frühmorgendliche Beobachtung brachte – außer angenehmeren Temperaturen – heute keine Vorteile, denn aufgrund unterschiedlich dichter und hoher Cirrusbewölkung war das Seeing eine einzige Katastrophe. Selbst kleinte Details waren kaum zu erkennen. Dennoch gab es hin und wieder kurze Momente ruhigerer Luft, in denen man mit dem Auge zupacken musste. So fand ich als erstes die dicht am Westrand stehende AR 11800 als D-Gruppe. Die in ihrer Begleitung mitlaufende A, die sich als extrem stabil erwiesen hatte, konnte ich in dem allgemeinen Seeinggeblubber nicht mehr finden. Die zweite D war die AR 11805, die ich gestern noch als C klassifizierte. Als nächstes fand ich die AR 11801, die heute eine C sein soll, bei der ich die kleinen Flecken aber nicht sehen konnte. So erging es mir auch bei der AR 11806, die zur Klasse B gehören soll, von der ich aber gerade mal eben einen Fleck sah, der vor meinem Beobachtungsauge immer wieder verschwand. Das Seeing war schon außergewöhnlich schlecht.

Besser wurde es im H-alpha auch nicht – eigentlich hätte ich gleich darauf verzichten können. Der Hintergrund war total orange, es liefen Seeingwellen durch das Bild und die zum Ende der Beobachtung hin noch stärker werdende Cirrusbewölkung beendete schließlich das Geschehen. Dennoch meinte ich, unter den miesen Bedingungen 10 Protuberanzen, 5 chromosphärsche Fackeln und 5 Filamente gesehen zu haben. Interessant war, dass in dem Fackelfeld, dass die AR 11800 umgab, im H-alpha ein sehr heller Punkt zu sehen war, wo demnächst ein Flare entstehen dürfte. Dieser war auch bei den dichteren Wolken am Ende der Beobachtung immer noch zu sehen!

Samstag, 27. Juli 2013

Sonne am 27.07.2013

Eigene Unpässlichkeiten führten dazu, dass ich erst mittags die Sonne beobachten konnte. Das Seeing war entsprechend schlecht und die Temperatur hoch. Dennoch vermochte ich auf den ersten Blick gleich die neue A-Gruppe hinter der AR 11801 (Waldmeierklasse J) zu sehen. Die AR 11793 war nun vollends um den westlichen Sonnenrand herum verschwunden und die AR 11800 war – gestern noch aus drei Penumbren bestehend – heute teilweise in sich zusammengefallen, denn eines der Hofgebiete war verschwunden. Unter dieser Gruppe war auch noch die kleine A zu finden, die mal mitgezählt wurde und mal nicht. Aus der AR 11805 war nun eine C-Gruppe geworden.

Aus Nordwesten kam langsam eine Syphschicht heran, die die Beobachtung im H-alpha empfindlich störte. Allerdings zeigte sich heute nur eine geringe Aktivität: 10 Protuberanzen standen 7 chromosphärische Fackeln und 8 Filamente gegenüber. Weder die Protuben, noch die Filamente waren heuer besonders erwähnenswert.

Freitag, 26. Juli 2013

Sonne am 26.07.2013


Der Tag begann mit Hochnebel, der aber sehr schnell von der Sonne durchdrungen wurde, deren Licht im gefilterten Fernrohr nur schwach durchkam, dennoch eine Beobachtung ermöglichte. Das Seeing war ganz passabel, aber das gedämpfte Sonnenlicht hatte auch seine Nachteile. Die natürliche Dämpfung war so stark, dass die kleinen Fleckengruppen nur mit Mühe gesehen werden konnten.

Die AR 11793 stand nun schon fast am Westrand und hatte sich in eine langgestreckte C zurückverwandelt, im f-Teil war keine Penumbra mehr zu sehen. Die AR 11800 hatte sich weiterentwickelt, besonders die im Innern liegende Penumbra hatte an Größe zugenommen. In ihrem Umfeld war auch immer noch die kleine A, die von verschiedenen Beobachtern (Kanzelhöhe, NOAA) mal ale getrennte Gruppe gewertet wurden und mal nicht. Dahinter stand die AR 11805 als B-Gruppe (ich konnte partout keine Hofgebiete finden). Die gestern noch nachfolgenden beiden Gruppen waren in meinem kleinen Fernrohr nicht mehr zu sehen, was auch an der starken Lichtdämpfung gelegen haben mag. Im Ost war dann aber immer noch die AR 11801 als stabile J-Gruppe zu erkennen.

Im H-alpha war dann zunächst mal zu sehen, wie der Sonnenrand heftig am Wallen war und immer wieder scheinbar wellen durch das Bild liefen. Einzelheiten waren zunächst kaum zu erkennen. Das besserte sich erst nach ein paar Minuten. Was auf den ersten Blick auffiel, war die große schwebende Protuberanz im Südosten, in deren Umfeld sehr viele Materiebögen standen. Auf der gegenüber liegenden Seite waren im Gegensatz dazu fast keine Protuben zu finden. So kam ich auf 10 Stück, die ich am Rende zählen konnte. Chromosphärische Fackeln gab es 6 an der Zahl, wobei im Südosten ein größeres, zusammenhängendes Feld zu beobachten war. Und gleich darunter stand eine ganze Staffel zusammenhängender Filmente, deren Zahl auch heute wieder sehr hoch war: 20. Imposant war wieder bei einigen ihre Dreidimensionalität, besonders am Sonnenrand. 

Donnerstag, 25. Juli 2013

Sonne am 25.07.2013

Die Beobachtung an diesem freien Tag war – fast möchte man sagen typischerweise – kompliziert und anstrengend. Der Tag begann mit einer hochnebelartigen Bewölkung, die sich erst am späten Vormittag zu lichten begann. Leider wurde die Sonne zu dieser Zeit von Bäumen bedeckt, sodass ich keine Beobachtungsmöglichkeit hatte. Überdies zog es zwischendurch immer wieder zu. Erst ab 13 Uhr öffnete sich wieder das Beobachtungsfenster und just zu diesem Zeitpunkt kamen wieder Wolken auf: ein ständiger Wechsel zwischen Auf- und Abbau des Teleskops wurde erforderlich. Schließlich konnte ich mit der Weißlichtbeobachtung beginnen, die dann mehrfach durch Wolken unterbrochen wurde.

Der auch jetzt noch nicht vollständig verschwundene Hochnebel sorgte für ein sehr gutes Seeing, das ich lange nicht mehr erlebt hatte. Endlich konnte ich auch die schwächeren Gruppen erkennen, die mir in den letzten Tagen stets verborgen geblieben waren. Die AR 11793 näherte sich weiter dem Westrand an und wies auch heute nur zwei Flecken mit Penumbra auf. In ihrer unmittelbaren Umgebung stand eine kleine A-Gruppe, auf der Südhalbkugel hatte sich dicht am Westrand eine J-Gruppe gebildet (AR 11804). Die AR 11800 hatte sich indes kaum verändert und wurde auch weiterhin von der kleinen A-Gruppe begleitet, ein Überrest der ganzen Ansammlung kleiner Flecken in diesem Gebiet. Dahinter - in Richtung Osten - fand ich noch eine B-Gruppe, halb schräg darunter eine A. In Richtung Ostrand war auch heute die J1 zu entdecken.

Bis zur H-alpha-Beobachtung konnte ich mir eine Pause gönnen, denn erst einmal behinderten wieder Wolken die Sicht. Nach einer guten halben Stunde war die Sicht wieder freigegeben, doch kaum hatte ich die 8 Protuberanzen gezählt, eilten rasch wieder Wolken herbei. In zwei kleinen Lücken konnte ich noch 7 chromosphärische Fackelgebiete und 14 Filamente zählen, dann war der Himmel wieder richtig dicht. Immerhin: Wäre ich heute zur Arbeit gegangen, hätte ich wohl wieder einen meiner in diesem Jahr überreichlich vorhandenen Ausfalltage produziert.

Mittwoch, 24. Juli 2013

Sonne am 24.07.2013


Es war heute Beeilung angesagt, wenn ich noch zu einer Beobachtung kommen wollte: die Schlechtwetterfront rückte scheinbar immer schneller heran, je mehr sich mein Feierabend näherte. Als ich endlich zu Hause war, hatten sich im Nordwesten schon erste dichtere und bedrohlich dunkle Wolkenbänke, positioniert. Doch am Anfang hatte ich noch einen einigermaßen klaren Himmel und dazu ein ordentliches Seeing.

Als erstes fiel die große Veränderung im Bereich der AR 11800 auf: sie war nun eindeutig eine D-Gruppe, viele der Kleinstflecken, die man gestern noch sehen konnte waren verschwunden. Unterhalb davon stand die AR 11799 als kräftige A. Dahinter stand die AR 11803 als B-Gruppe, die bei zunehmend schlechter werdenden Beobachtungsbedingungen nur noch schwer zu beobachten war. Auf der bislang wenig dominanten Nordhälfte befand sich nun die doch deutlich geschrumpfte AR 11793, die ich nur noch als E-Gruppe mit zwei penumbralen Flecken erkennen konnte. Der „Kleinkram“ im Umfeld der Penumbren war auch hier verschwunden. Ganz im Osten stand einsam und verlassen die AR 11801. Ansonsten war die Osthälfte der Sonne fast ohne Flecken.

Es war durchaus mutig, bei den äußeren Bedingungen – die Sonne stand mittlerweile in einem Syphfeld – die Sonne im H-alpha zu beobachten. Dafür aber waren doch etliche Details zu sehen: 9 Protuberanzen, 7 chromosphärische Fackeln und 14 Filamente. Beeindruckend war hierbei die Dreidimensionalität, die mehrere der Gruppen zeigten. Kurz danach, war die Bewölkung herangezogen und beendete ein wenig vorzeitig die Beobachtung. Und während diese Zeilen entstehen, ist mein Blitzwarngerät „Strike Alert“ kräftig am Piepen ...

Dienstag, 23. Juli 2013

Sonne am 23.07.2013


Seit Tagen immer das gleiche Bild: das Sonnenbild wird gegen Abend eher schlechter als besser, was wohl an der Wärmeabgabe meiner Hausmauer herrührt. Da ich nachmittags in der Regel den kleinen 80/400er Fraunhofer mit seinem Glassonnenfilter auf meiner Fensterbank in der Küche aufstelle, schaut das Scope wohl durch die hausnahe Seeingsuppe hinaus. Mit zunehmenden Außentemperaturen (das Thermometer zeigte vorhin 45° an) wird das Seeing immer schlechter. So habe ich fast gleichmäßig einen Wert von 4 für die Ruhe und 3 für die Bildschärfe. Da ich früh morgens aus dem Haus zur Arbeit gehe, bleibt mir leider nur dieses kleine Zeitfenster, um überhaupt noch was beobachten zu können.

Neben einem wallenden Sonnenrand war das Oberflächenbild durchaus passabel. So fand ich als erstes die AR 11793, die heute nur noch zur Klasse E gehörte, da sich der Abstand zwischen dem p- und dem f-Teil deutlich verringert hatte. Ein Kuriosum war die D-Gruppe im Süden, die ich für eine kompakte Aktive Region hielt – die Kanzelhöhe hatte sie in 2 Gruppen aufgeteilt. Schwieriger wurde es dann mit den anderen Gruppen, die alle noch ohne Nummer waren: die A1 unter der D war auf den ersten Blick zu erkennen, ebenso die namenlose J1 am Ostrand. Aber schon die von der Kanzelhöhe hinter der D verzeichnete B konnte ich nicht mehr finden, sie lag wohl knapp an oder unter der Nachweisgrenze meines Teleskops.

Die Hitze war fast unerträglich und so beeilte ich mich auch ein wenig mit der H-alpha-Beobachtung. Das Bild im Fernrohr war auch hier ziemlich gut. Dafür gab es nur noch 12 Protuberanzenherde, 5 chromosphärische Fackeln und 19 Filamente, von denen drei im Süden noch recht ansehnlich waren. Im Nordosten stand ein Filament senkrecht in die Höhe und wirkte dadurch plastisch und dreidimensional, der Rest war eher unscheinbar und bisweilen ziemlich mickrig.

Montag, 22. Juli 2013

Sonne am 22.07.2013


Meine 100ste Sonnenbeobachtung in diesem nicht gerade sonnenreichen Jahr – die Nr. 100 hatte ich sonst schon im Juni erreicht – war begleitet von einem leicht verscirrten Himmel und einem durchschnittlichen Seeing. 

Im Weißlicht war der Hintergund wieder aufgehellt und nur die Aktiven Regionen 11793 und 11800 – die F- und die D, waren sofort zu sehen. In der F hatte sich nur wenig verändert und auch die D erschien mir wie am Vortag. Unterhalb der AR 11800 stand eine kleine A, die ich sofort bemerkte, hinter der D stand eine weitere A, die ich aber nur hart an der Auflösungsgrenze meines Kleinteleskops fand. Beide hatten bis eben noch keine Nummer durch die NOAA erhalten.

Nachdem die Aktivität im H-alpha am vergangenen Wochenende ja sehr beachtlich war, war ich heute gespannt, wie es weiter ging. Leider wurde ich wieder mal enttäuscht, wie so oft in diesem Zyklus: der Hintergrund erschien hell orange, die großen Protuberanzen waren verschwunden, lediglich 10 kleine Erhebungen waren zu sehen, dazu 7 chromosphärische Fackelgebiete und 20 (!) Filamente. 

Dass die Sonne vollkommen inaktiv war, könnte man so nicht sagen, aber zu einem Maximum passen die immer wieder zu beobachtenden Einbrüche eben auch nicht. Überdies zeigte sich heute ein großes Koronaloch im Norden - und mehrere große über die ganze Sonne verteilt -, womit klar sein dürfte, dass man von diesem 24. Fleckenzyklus wohl nicht mehr viel zu erwarten hat.

Sonntag, 21. Juli 2013

Sonne am 21.07.2013


Dass ein blauer Himmel und gute Beobachtungsbedingungen nicht unebdingt Hand in Hand gehen müssen, hatte ich an dieser Stelle schon mehrfach betont. Heute war wieder so ein Tag: der Himmel erschien auf den ersten Blick richtig blau, aber schon im Weißlicht war der Hintergrund nicht mehr dunkel, sondern milchig weiß: eine leichte Dunstschicht verschleierte die Sicht und der „Daumentest“ ergab rund um die Sonne einen weißen statt eines blauen Himmels. Das Seeing war dementsprechend eher unterdurchschnittlich, aber noch brauchbar.

Gleich auf den ersten Blick war der weitere Rückgang der Sonnenaktivität zu sehen: nur noch zwei Fleckengruppen konnten gefunden werden. Die AR 11793 war weiter auf der Nordhalbkugel zu sehen – ich stufte sie nach der Waldmeierskala in die Klasse F ein -, sie zeigte aber in den Penumbren kaum Veränderungen gegenüber der gestrigen Beobachtung. Aus der AR 11800 war binnen eines Tages eine D-Gruppe geworden, mehr Gruppen waren in meinem 80/400er Refraktor nicht zu sehen und selbst Satellitenaufnahmen zeigten nur noch über drei oder vier Pixel verteilt eine schwache Struktur. So blieb es bei nur noch zwei Gruppen im Weißlicht.

Dafür ging im H-alpha heute richtig die Post ab: die große Protuberanz, die gestern schon schön anzusehen war, hatte sich erneut vergrößert und wies nun drei übereinander liegende Schichten auf. Der Bogen auf der anderen Seite war ebenfalls deutlich größer geworden, überdies waren am Rand viele kleine Protuben zu finden. Auch auf der Oberfläche war es spannend: Beim Zählen kam ich auf 19 Filamente. Am interessantesten war der Bereich, wo man gestern mehrere kleine Protuben sehen konnte, die wie an einer Perlschnur aufgehängt zu sein schienen, diese hatten sich nun offenbar teilweise verbunden und hatten sich weiter ausgedehnt. Leider machte sich dabei auch das nicht ganz so gute Seeing bemerkbar, denn der Hintergrund war orange und die Details verschwammen bisweilen, doch wenn die Sicht wieder besser wurde, konnte man sich vor Einzelheiten nicht retten.

Zumindest im H-alpha war die Aktivität wenigstens mal im Ansatz einem Maximum würdig!

Samstag, 20. Juli 2013

Sonne am 20.07.2013


Hatte ich gestern noch mit Wolken und einem üblen Seeing zu kämpfen, sag das heute Morgen schon sehr viel besser aus. Der Himmel war wolkenfrei, leicht syphig und das Seeing relativ gut.

Die Rahmenbedingungen stimmten, leider spielte die Sonne nicht so ganz mit, denn man konnte heute den Zusammenbruch live erleben: Ganze vier Gruppen konnte ich noch erkennen: selbstredend die AR 11793 als F, die AR 11791 als J und die AR 11799 und die 11800 jeweils als A-Gruppe. Intensives Absuchen der Südhalbkugel, höhere Vergrößerung oder zusätzliche Abschwächung des Sonnenbildes mittels Graufilter – ich beobachte immer mit einem Objektivglasfilter – brachte kein besseres Ergebnis: die gestern nur unter großen Schwierigkeiten zu beobachtenden B-Gruppen waren mit meinem 80/400er Refraktor nicht mehr zu sehen.

Viel zu sehen gab es indes im H-alpha: eine der größten Protuberanzen, seit ich im Besitz eines PST bin (ca. anderthalb Jahre) saß am Ostrand und zeigte eine büschelartige Form am Sonnenrand und darüber zwei Schläuche, die an ihrem einen Ende scheinbar einen Ring hatten. Fast exakt gegenüber am Westrand stand eine weitere, aber nur etwas größere Protuberanz. Die restlichen 9 waren dann wieder eher mickrig. Auf der Oberfläche gab es 7 chromosphärische Fackelgebiete und 14 Filamente, von denen sich vier staffelartig über der Südhalbkugel ausbreiteten. Ein sonniger Sommertag und endlich mal jede Menge Zeit zum Beobachten, das hat was, wenn auch die Aktivität weit von den sonst üblichen Maxima entfernt ist und das NASA Space Flight Center an seiner Behauptung festhält, dass wir just in diesen Wochen das Maximum des 24. Sonnenfleckenzyklus erreicht hätten.

Freitag, 19. Juli 2013

Sonne am 19.07.2013

Auch wenn es fast eine Regel ist, dass das Seeing am frühen Morgen und am späten Abend am besten ist: heute traf das nicht zu. Begann der Tag noch mit strahlendem Sonnenschein, so zogen am frühen Nachmittag immer mehr Wolken herein und als ich das Teleskop aufbaute, war der Himmel schon reichlich mit Cirren verziert.

Im Weißlicht machte sich der Cirrus sehr störend bemerkbar, denn die gesamte Sonnenoberfläche schien mit einem leichten Schleier bedeckt. In der Folge war die Beobachtung und diue Erkennbarkeit gerade der schwachen Gruppen fast unmöglich. Auf den ersten Blick fand ich natürlich die AR 11793, die als F-Gruppe zur dominantesten Aktiven Region gehörte. Sie war nach wie vor die einzige, die über die Nordhalbkugel wanderte, während die übrigen Gruppen im Süden zu finden waren. Selten war der Fleckenüberschuss auf der Südhälfte so deutlich, wie heute.

Die AR 11791 war noch einigermaßen deutlich als A-Gruppe zu sehen, die AR 11797 – ebenfalls eine A - war da schon schwieriger zu erkennen. Noch schwieriger wurde es mit der nachfolgenden B, die – mal wieder – keine NOAA-Nummer erhalten hatte. Die dicht dabei stehende A wurde übersehen und war auch noch ohne Nummer. Der Komplex aus einer J und zwei A am Ostrand war nur noch teilweise zu erkennen, die AR 11799 verschwand im Seeinggeblubber immer wieder und tauchte kurz danach wieder auf.

Die Himmelsqualität wurde zunehmend schlechter und im Nordwesten baute sich eine massive Syphschicht auf, da musste ich mich mit der Beobachtung im H-alpha schon richtig beeilen, wenn ich noch etwas sehen wollte. Der Hintergrund erschien hellorange, was die Sichtbarkeit der Strukturen auf der Oberfläche stark beeinträchtigte, weswegen ich hier auch nur 14 Filamente und 6 chromosphärische Fackelgebiete erwischte. Die Protuberanzen waren noch problematischer, sie waren bei zunehmender Beobachtung kaum vom Hintergrund zu unterscheiden. Auch andere Filtereinstellungen halfen wenig. Am Ende zählte ich zwar 11 dieser faszinierenden Materiebögen, doch Details konnte ich in ihnen keine mehr sehen. Kurz nach dem Ende der Beobachtung zog aus Richtung Nordwest eine massive Wolkenschicht herein und beendete die sehr unter dem Seeing leidende Observation vorzeitig.

Trotz der hohen Zahl an Sonnenfleckengruppen ist die derzeitige Aktivität noch meilenweit von einer dem Maximum ähnelnden entfernt, da nur eine einzige F zu sehen war. In früheren Maxima, beispielsweise in den Jahren 1979/80 war die Sonne so voll mit E- und F-Gruppen besiedelt, dass man Schwierigkeiten hatte, die einzelnen Regionen auseinander zu halten. Das ist im aktuellen Zyklus noch nicht einmal der Fall gewesen.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Sonne am 18.07.2013


Jedem Neueinsteiger in die visuelle Sonnenbeobachtung gibt man die Empfehlung, unser Tagesgestirn am besten morgens nach dem Aufgang oder abends vor dem Untergang zu beobachten, weil dann die Luft ruhig und ausgeglichen ist und man beste Beobachtungsbedingungen vorfindet. In norddeutschen Gefilden ist das nicht ungefährlich, denn hier gilt der Grundsatz: Hast Du die erste Chance für eine Sonnenbeobachtung nicht genutzt, bekommst Du keine zweite!

Daher beobachte ich in der Tat am Wochenende frühmorgens und am Nachmittag – zumindest in den Sommermonaten – gleich nachdem ich Zuhause angekommen bin. Dabei treffe ich dann oft auf miserables Seeing. So auch heute. Der Sonnenrand und die Oberfläche waren jedoch nicht so sehr in Bewegung, wie gestern. Dafür schien wieder mal ein leichter Schleier über allem zu liegen, denn außer der AR 11793, die ich in die Klasse F einstufte und der beiden neuen A-Gruppen am Ostrand (AR 11796 und 11797) und der AR 11791 sah ich erst einmal nichts. Eine größere Wolke führte auch heute zu einer längeren Unterbrechung der Beobachtung. Als diese dann endlich den Blick auf die Sonne frei gab, war die Sicht immer noch nicht besser geworden. Wie auch. Erst allmählich erkannte ich die auf der Südhalbkugel zwei B-Gruppen (die seltsamerweise heute wieder keine Nummer hatten), eine weitere A, die sich unterhalb der B befand und kam so auf 7 Fleckengruppen. Als ich am Abend dann noch mal die Sonne beobachtete, war das Seeing deutlich besser und so fand ich am Ostrand noch eine kleine A, die mitten in einem Fackelfeld stand, sodass ich heute nunmehr auf 8 Fleckengruppen kam.

Das PST zeigte dann allerdings keine besonders auffälligen Protuberanzen und Filamente. Ich konnte lediglich 15 kleine Materiebögen am Rand, 20 geradezu mickrige vor der Sonne und 7 chromosphärische Fackelgebiete. Daran änderte sich auch bei der Nachbeobachtung dann nichts mehr. 

Sonne am 17.07.2013

Die Beobachtungsbedingungen waren zeitweise unterirdisch, der heftig tobende Sonnenrand und die wallende Oberfläche ließen kaum vernünftige Versuche zu, die heutigen Sonnenflecken zu zählen. Insbesondere die beiden schwachen Gruppen, die auf der Südhalbkugel – die ihre Dominanz der letzten Wochen weiter ausbaut – die zur Waldmeierklasse B gehören sollten (AR 11795 und eine „namenlose“), waren nur sehr schwer und nur für kurze Augenblicke wirklich auszumachen und kaum zu „halten“.

Wie durch einen Schleier konnte ich dann auch den „Rest“ beobachten, wobei ich immer wieder aufgrund durchziehender Wolken in der Konzentration unterbrochen wurde: die AR 11793 war auf der Nordhalbkugel als E-Gruppe zu sehen (sie hatte ihre Länge deutlich vergrößert, aber zwischen dem p- und f-Teil hatte sich noch nichts von Belang entwickelt), die AR 11791 und die AR 11796 im Süden, sodass zwischen Nord und Süd heute ein Verhältnis von 1:4 bestand.

Der überwiegend weiß Himmel ließ bei mir wenig Hoffnung auf eine sinnvolle H-alpha-Beobachtung aufkommen. Doch weit gefehlt: die im Grunde genauso schlechten Bedingungen wie gestern ermöglichten heute eine gut Beobachtung im H-alpha, wo ich aber nur 9 Protuberanzen, 15 Filamente und 5 helle Gebiete fand, nichts davon wirklich spektakulär und dem „Maximumsjahr“ angemessen.

Dienstag, 16. Juli 2013

Sonne am 16.07.2013

Die Sonnenbeobachtung wurde heute wieder mal durch das Wetter limitiert. Während es fast den ganzen Tag nach Auflösung der Wolken einen mehr oder weniger klaren, blauen Himmel gab, schmierte er am Nachmittag so langsam zu. In einigen Himmelsregionen war es noch wolken- und schleimfrei, aber diese Bereiche standen – wie nicht anders zu erwarten – nicht in Sonnenrichtung. Zu Hause angekommen, war der Himmel dann nahezu vollgesypht mit einigen Wolken, die träge dahinzogen.

Das hatte vor allem Auswirkungen auf das Seeing: heftig wallender Sonnenrand und kaum wahrnehmbare Strukturen auf der Oberfläche verhinderten vor allem nahezu das Erkennen der beiden kleinen A-Gruppen (AR 11792 und 11795). In nur ganz wenigen Augenblicken, als die Sicht ein wenig besser wurden, konnte man sie dennoch sehen. Dafür litt die Detailgenauigkeit extrem unter den Bedingungen, Die AR 11793 war noch gut als E-Gruppe zu sehen, aber schon kurze Zeit später war dies bei der AR 11791, einer D-Gruppe, nicht mehr möglich. Die Penumbren schienen regelrecht in einer Seeingsuppe zu schwimmen. Die AR 11794, gestern noch dicht am Westrand stehend, war nur noch in Form einer unscheinbaren J-Gruppe exakt am Rand zu sehen. Erst der zweite Blick ließ sie finden, sie war nur noch eine Ausbeulung, die von den Seeingbedingungen kaum zu unterscheiden.

Die nun rasch noch schlechter werdende Sicht verhinderte dann auch erfolgreich eine H-alpha-Beobachtung. Zwar hatte ich mein PST noch aufgebaut, doch es war ein sinnloses Unterfangen: Der Hintergrund war hellorange, Protuberanzen gar nicht und die größten Filamente nur ansatzweise zu sehen. Das war der Mühe nicht mehr wert. Später klarte es ein wenig auf, doch für den H-alpha-Bereich brachte das keine Verbesserung mehr.

Sonne am 15.07.2013

Nach einem Tag Pause wegen bedeckten Himmels – der Wetterbericht hatte ursprünglich für die ganze Woche wolkenfreie Tage angekündigt – konnte ich am nachmittags erstmals wieder mein Teleskop zur Sonnenbeobachtung aufbauen. Das Seeing war für die Uhrzeit (UT: 14:50) ganz passabel mit nur wenig Bewegung am Rand und auf der Oberfläche.

Obwohl nur knapp anderthalb Tage seit der letzten Beobachtung vergangen waren, hatte sich doch einiges verändert: von der AR 11787 war nun nichts mehr zu sehen, dafür konnten die AR 11793 und die 11794 als D-Gruppen, die AR 11791 als C-Gruppe eingestuft werden. Mit den beiden A-Gruppen (AR 11792 und 11795) wurde es schon schwieriger, weil diese an der Grenze des Auflösungsvermögens meines Kleinteleskops standen, immer nur blickweise erfasst wurden und nur schwer zu „halten“ waren.

Der Blick ins H-alpha war da schon spannender: am Rand fanden sich zwar nur 9 Protuberanzen, davon aber drei recht große bogenförmige – für das Maximum viel zu wenig, die zu den größten der letzten Zeit gehörten: hier waren die AR 11785 und die 11787 hinter dem Westrand verschwunden. Das wurde von den 16 Filamenten auf der Oberfläche mehr als wettgemacht, die teilweise eindrucksvolle Bögen entwickelt hatten, aber kaum in den derzeitigen Aktiven Regionen zu finden waren. Dafür war die Zahl der hellen, chromosphärischen, Fackelgebiete auf 5 zurückgegangen, auch ihre Fläche hatte insgesamt abgenommen.

Die Sonne vermittelte heute wieder mal eher den Eindruck einer Minimums-, denn einer Maximumssonne; derzeit mehren sich die Hinweise, dass wir in der Tat das Maximum bereits durchschritten haben, vor allem, was die Zahl der Koronalöcher angeht, die bekanntlich erst in der Nachmaximumsphase und während des Minimums gehäuft auftreten!

Samstag, 13. Juli 2013

Sonne am 13.07.2013


Der Himmel war weiß, als ich mit der Beobachtung begann, und es zogen vereinzelte „Syphschichten“ durch, die die Himmelsqualität negativ beeinflussten, während es sonst eigentlich wolkenlos war.

Der nur in Richtung zum Sonnenaufgangspunkt extrem abgesyphte Himmel hatte auch sein Gutes: die natürliche Lichtdämpfung sorgte für ein einigermaßen brauchbares Bild im Okular. Schwierig wurde es zwischendurch, als die Helligkeit soweit reduziert war, dass man fast gar nichts mehr erkennen konnte.

Und dann gab es noch recht wenig zu sehen: Die AR 11785 war völlig in sich zusammengebrochen und teilweise um den Westrand herumrotiert, so dass mitten im Fackelfeld nur noch ein paar unscheinbare Flecken ohne Penumbra standen. Die AR 11787 war nur noch eine C-Gruppe, die den vorderen Teil ihrer p-Teils vollkommen verloren hatte. Im Osten stand die AR 11791 als D-und die AR 11792 als A-Gruppe, die aber sehr schwer zu erkennen war und nur ab und zu „aufblitzte“. Etwas besser war es bei der AR 11789, eine weiteres, kleines Aktivitätsgebiet der Waldmeierklasse A.

Im H-Alpha schlugen die Beobachtungsbedingungen dann negativ durch: der Himmelshintergrund war leicht orange – in dieser Wellenlänge immer ein Zeichen schlechten Himmels - und die Detail auf der Oberfläche nur mit Mühe zu erkennen. Am Rande zählte ich 12 Protuberanzen, von denen zwei der Erwähnung bedürfen: im Südosten stand die große Bogenprotuberanz, die man gestern schon sehr schön beobachten konnte. Praktisch dem gegenüber auf der anderen Seite erhob sich eine stabförmige Protuberanz, über der eine kleine Materiewolke querab stand. Offenbar hatte sich in der Nacht ein Teil der Protuberanz abgelöst und stand nun frei schwebend im Raum: eine Erscheinung, die sich vergleichsweise hoch über der Sonnenoberfläche erhob. Zwar kennt man aus vergangenen Zyklen Materieauswürfe, die mehr als das doppelte des Sonnendurchmessers weit in den Weltraum hinaus griffen, doch in diesem Zyklus ist man schon froh, wenn man etwas in minimalerer Distanz zu sehen bekommt. Das große Feld chromosphärischer Fackeln war nun auch an den Westrand gerückt und rund um die AR 11791 sowie in einem Bereich, wo im Weißlicht nichts zu sehen war, hatten sich neue helle Gebiete gebildet. Die Zahl der Filamente war leicht auf 14 zurück gegangen; nur 4 hatten noch eine respektable Größe, der Rest war – wie schon bei den Protuberanzen – klein und mickrig, eines Maximumsjahrs nicht würdig.

Freitag, 12. Juli 2013

Sonne am 12.07.2013


Nach vielen Wolken am Morgen klarte es im Laufe des Tages immer mehr auf und je näher der am Freitag frühere Feierabend rückte, desto mehr verzogen sich die Wolken. Zurück blieb ein leicht cirriger Himmel, der aber nicht für das erwartete gute Seeing sorgte, ganz im Gegenteil.

Im Weißlicht war zunächst nur ein heftig pulsierender Sonnenrand und eine leicht unscharfe Sonnenoberfläche zu sehen. Die AR 11785 – inzwischen dramatisch zur C zerfallen – und die AR 11787 erfasste ich sofort, ebenso die D-Gruppe am Ostrand. Bei der A3, der A unterhalb der D und der A westlich des Sonnenmeridians sah es schon sehr viel schwieriger aus. Die konnte ich zum Teil erst sehr viel später auffinden, als das Seeing ein wenig besser geworden war. Die standen allerdings knapp an der Wahrnehmungsgrenze meines kleinen 80/400er Refraktors. Definitiv aufgelöst hatte sich die Gruppe unterhalb der AR 11785.

Die Aktivität im H-Alpha lag in etwa auf dem gleichen Niveau wie am Vortag, unter den 17 Protuberanzen waren aber zwei, die etwas größer waren: eine Bogenprotuberanz im Süden und eine schwebende im Südwesten. Der Rest kam kaum über den Sonnenrand hinaus.

Einen interessanten Bericht zum aktuellen Sonnenfleckenzyklus und einigen früheren gibt es hier, er deutet darauf hin, dass die derzeit magere Aktivität einem Trend folgt, der schon im 22. Zyklus, womöglich auch schon vorher, eingesetzt hat. Meine persönliche Einschätzung bleibt weiter gültig: Maximum Ende 2011, Nebenmaximum Anfang 2013 und nun geht es langsam in Richtung Minimum!

Sonne am 11.07.2013

Zum Zeitpunkt des Beginns meiner Beobachtung war der Himmel mal wieder weitgehend wolkenverhangen. Es gab zwar größere Wolkenlücken, da es aber nur wenig Wind in den höheren Wolkenschichten gab, kam das alles nur wenig voran. Schließlich tat sich dann aber doch ein Loch für eine schnelle Beobachtung auf. Verursacher war ein schmales Wolkenband, das von Nord nach Süd direkt über der Stadt lag.

Das Seeing war denn auch dementsprechend schlecht und zeigte sich durch einen heftigen wallenden Sonnenrand und der schlechten Detailwiedergabe bei den Penumbren der Sonnenflecken.

Im Weißlicht waren auf den ersten Blick nur die beiden großen Aktiven Regionen 11785 und 11787 zu sehen. Insbesondere die nun schon nahe dem Westrand stehende AR 11785 hatte sich stark verändert: viele ihrer Penumbren hatten sich zurückgebildet; viele ihrer Einzelflecken waren verschwunden. Ich kam hier nur noch auf insgesamt 17 Flecken. Schlimmer noch hat es die AR 11787 getroffen, sie hatte sich noch weiter zurück entwickelt und besaß jetzt nur noch kleine Penumbren im p- und f-Teil, dazwischen gab es keine mehr. Auch war die Zahl ihrer Einzelflecke auf 10 zurückgegangen. Unter der AR 11785 stand immer noch die kleine B-Gruppe ohne Nummer (die hatte sie zwischendurch mal für einen Tag erhalten). Direkt am Ostrand fand ich dann mitten in einem Fackelfeld eine kleine A-Gruppe, die noch keine NOAA-Nummer erhalten hatte. Später am Abend erwischte ich dann noch eine A1 unterhalb der AR 11787, die ebenfalls noch keine offizielle Nummer erhalten hatte.

Die Sicht im H-alpha litt dann schon sehr unter den zunehmend schlechter werdenden Bedingungen. Zwar war der Himmel noch überwiegend blau, doch mussten hohe Cirruswolken, die man mit bloßem Auge kaum sehen konnte, bereits die Sicht beeinträchtigen. Zwar war der Himmelshintergrund im Fernrohr schwarz, was eigentlich eher für gutes Seeing spricht, dafür waren aber die Protuberanzen am Rand nur schwer zu erkennen. Auf der Oberfläche stachen dann gleich wieder das immer noch präsente Feld der chromosphärischen Fackeln und etliche Filamente sofort ins Auge. Kleinere Materiebögen waren schon schwerer auszumachen und rund um das Gebiet der AR 11785 und der 11787 – die im H-alpha nun größer erschienen als im Weißlicht – waren nur vier kleine Filamente zu sehen.

Eines zeichnete sich auch heute wieder ab: Die beiden großen Gruppen hatten sich dem Westrand angenähert und die Osthälfte war nahezu fleckenfrei.

Mittwoch, 10. Juli 2013

Sonne am 10.07.2013


Das Wetter hatte heute mal wieder alle Register gezogen, erst Regen und starker Wind am Morgen, bedeckter Himmel bis zum frühen Nachmittag und danach sonnig mit träge dahinziehenden Wolken, die einen erhöhten zeitlichen Aufwand erforderten, um eine Relativzahl zu bekommen. Die Wetterverschlechterung hatte sich bereits gestern durch das eher unterdurchschnittliche Seeing angekündigt. Heute dagegen waren die Sichtbedingungen war nicht mal so schlecht.

Der erste Blick durch das Teleskop offenbarte eine doch recht übersichtliche Fleckentätigkeit: die AR 11785 und die AR 11787 standen dicht hintereinander und unter der AR 11785 stand noch immer die „namenlose“ B-Gruppe. Der Rest der Sonne war völlig fleckenfrei. Die beiden großen E-Gruppen waren nun deutlich im Zerfallen begriffen; sie verloren beide einen Großteil der Penumbren, viele ihrer Einzelflecke und schienen langsam zu zerfasern. Ob beide die „Ankunft“ am Westrand noch überleben, darf mittlerweile bezweifelt werden.

Im H-alpha war die Aktivität vor allem durch eine geringere Zahl an Protuberanzen gesunken. Aber nicht nur die Zahl, sondern auch die materielle Größe der einzelnen Erscheinungen hatte sich verringert. Immer noch auffällig war aber, dass es rund um die beiden AR 11785 und AR 11787 kaum Filamente gab, in den fleckenfreien Regionen der Sonne aber schon: eine skurrile Situation, denn eigentlich kann man auch die Häufigkeit der Filamente als ein Maß für die Aktivität sehen, wenn diese mit einem Aktivitätsgebiet verknüpft sind.

Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn solche Gebilde direkt über einer Fleckengruppe stehen, was aber derzeit offenbar nirgends der Fall zu sein scheint. Die beiden Gruppen sind zwar nach wie vor in ein gigantisches Feld chromosphärischer Fackeln eingebettet, doch konnte man heute nur ein aus dem p-Teil der AR 11785 herausragendes Filament sowie ein sinusförmiges, das genau zwischen den Gruppen stand beobachten.

Der 24. Sonnenfleckenzyklus scheint auch weiterhin reichlich mit Merkwürdigkeiten gesegnet zu sein.

Dienstag, 9. Juli 2013

Sonne am 09.07.2013


Das Wetter heute verlief genau entgegengesetzt zum gestrigen. Da wurde klarer Himmel angekündigt und es kamen Wolken. Heute wurden Wolken angekündigt und es blieb klar. Zum Glück. Denn so wurde ich trotz späten Feierabends in die Lage versetzt, die Sonne einigermaßen gründlich beobachten zu können.

Das Seeing war allerdings deutlich schlechter als gestern, mit wallendem Sonnenrand und leicht verschwommen wirkender Oberfläche: das heranrückende schlechtere Wetter macht sich anscheinend schon bemerkbar. Erst am Abend wurde die Sicht dann deutlich besser.

Insgesamt wirkte die Sonne heute etwas aufgeräumter, was hauptsächlich daran lag, dass bei der AR 11787 der Zersetzungsprozess eingesetzt hatte: die Penumbren hatten sich zurück gebildet und die Zahl der Einzelflecke war deutlich zurück gegangen. Die AR 11785 hingegen zeigte kaum Veränderungen. Die gestern noch ohne Probleme sichtbare AR 11789 konnte ich heute auch unter besseren Bedingungen nicht mehr finden, offenbar hatte sie sich im Laufe des Tages aufgelöst. Die AR 11784 war am Westrand nur noch als kleiner A-Fleck in einem Fackelfeld zu finden.

Im H-alpha fiel mir dann sofort eine große Bogenprotuberanz auf, die auch zur Stunde noch zu sehen ist. Insgesamt 14 Protuberanzen zählte ich am Rand, 6 helle Gebiete und 14 Filamente auf der Oberfläche. Die chromosphärischen Fackeln umhüllten immer noch die beiden großen Aktiven Regionen, während in diesem nur sehr wenige Filamente zu finden waren, die aus den Zentren der Gruppen heraus aufstiegen, wie man es schon gestern beobachten konnte.

Tendenziell scheint sich die Aktivität der Sonne wieder zu beruhigen, denn neue Gruppen sind im Osten bislang – mal wieder - nicht zu erkennen.



Sonne am 08.07.2013


Es war wieder mal so einer dieser nervigen Tage: den ganzen Tag bei strahlendem im über 30° heißen Büro gesessen, aber als ich nach Feierabend nach Hause kam, war der Himmel zum Teil von Wolken verhangen. Just in Richtung Sonne stapelten sie sich und bewegten sich, da es kaum Wind gab und offenbar auch keine intensivenhenströmungen, kaum vom Fleck. So musste ich nach einem ersten Blick durch das Teleskop erst einmal über 20 Minuten bis zur nächsten Wolkenlücke warten, die sich dann auch prompt fast wieder schloss. So ging das Spiel erst einmal weiter. Ein Blick offenbarte, dass die einzige Wolkenbank in Norddeutschland quer über der Stadt lag. Erst nach über einer Stunde konnte die Beobachtung im Weißlicht und H-alpha abgeschlossen werden. Ohne Wolken wäre das nach 10 Minuten der Fall gewesen.

Im Weißlicht war alles sehr übersichtlich, denn alle Gruppen befanden sich auf der Südhalbkugel: die AR 11784 war weitestgehend zerfallen, ich sah sie nur noch als C-Gruppe. Die beiden großen Fleckengruppen AR 11785 und 11787 gehörten nun beide der Klasse E an und beeindruckten vor allem durch ihre filigrane Feinstruktur. Unterhalb der AR 11785 befand sich eine kleine B-Gruppe, die anfangs noch von der Kanzelhöhe als eigenständige Gruppe eingestuft wurde, aber bislang keine NOAA-Nummer erhalten hat.Ich wertete sie aufgrund ihrer Ausrichtung gegenüber der E-Gruppe, aber auch deshalbals eigenständige Gruppe, weil sie keinerlei Verbindung zur E aufwies.

Die AR 11787 war etwas weniger komplex, befand sich aber anscheinend noch in der Weiterentwicklung, denn sie wies  wie im Übrigen auch die AR 11785  eine here Zahl an Einzelflecken auf, als noch am Vortag. 
Quasi unter der AR 11787 stand dann noch die AR 11789, eine kleine B-Gruppe mit 3 Einzelflecken.

Im H-alpha war am heutigen Tage eine deutlich höhere Aktivität anzutreffen, als gestern: der Sonnenrand wurde von 17 Protuberanzen dominiert, von denen einige sogar etwas weiter in den umgebenden Weltraum hinaus griffen und weitere interessante Strukturenbildeten. Der riesige Komplex rund um die beiden derzeitigen Hauptgruppen war immer noch von einem gigantischen Feld von chromosphärischen Fackeln umgeben und zeigten nun auch ein sinusförmiges Filament über der AR 11785 und mehrere kleine, die aus ihren beiden Polen der Gruppe heraus kamen. Die AR 11787 war demgegenüber etwas inaktiver. Die meisten Filamente befanden sich aber in ganz anderen Regionen der Sonnenoberfläche. Ein sehr heller Bogen in der AR 11785 ließ die Hoffnung auf einen live zu beobachtenden Flare aufkommen, aber damit hatte ich auch an diesem Abend leiderkein Glück. Nach wie vor produzierten beide Gruppen nur Flares der Klassen b und c, somit gehörten auch sie zu den inaktiven großen Gruppen des 24. Fleckenzyklus.

Sonntag, 7. Juli 2013

Sonne am 07.07.2013


Die Beobachtungsbedingungen waren mit den gestrigen vergleichbar: Ein nicht ganz blauer Himmel sorgte zwar für einigermaßen ruhiges Seeing, aber nicht für eine gute Erkennbarkeit der Details.

Schon beim ersten Blick durch das Okular fielen die beiden neuen Fleckengruppen auf, die aber zu diesem Zeitpunkt noch keine NOAA-Nummer erhalten haben: eine A1 und eine B3. Die Entwicklung der AR 11787 hatte große Fortschritte gemacht und gehört nun der Klasse E an. Auch die Komplexität ihrer penumbralen Strukturen hat enorm zugenommen. In dieser Gruppe konnte ich heute 15 Flecken zählen. Die AR 11785 hatte sich ebenfalls weiter fortentwickelt und so teilte ich sie heute der Klasse F zu, in Kauf nehmend, dass hierfür die Länge evtl. nicht ganz ausreichte, obwohl sie von der Ausdehnung her schon an der Grenze zwischen beiden Waldmeierklassen stand. In ihr zählte ich 43 Flecken. Zu erwähnen wäre dann noch die AR 11784, die allerdings kaum Veränderungen zeigte. Alle Gruppen befanden sich übrigens auf der Südhalbkugel der Sonne.

Im H-alpha zeigten sich dann die nicht optimalen Sichtbedingen mit aller Deutlichkeit: der Hintergrund war hellorange. Dennoch fand ich heute auf Anhieb 15 Protuberanzen, davon eine stabförmige, die über der Oberfläche hing, ein paar Büschel etc. Helle Flaregebiete stachen sofort ins Auge und versammelten sich fast überwiegend in dem Komplex der beiden Aktien Regionen 11785 und 11787. Darüber hinaus fand ich noch 15 zum Teil sehr lange Filamente. Auffällig war, das keines davon in dem Bereich der genannten Gruppen zu sehen, hier fand ich gerade mal zwei kleine Striche, einen (!) Bogen, der aus dem p-Teil der AR 11785 entsprang ein einen Protuberanzenstrich, der parallel dazu ausgerichtet war. Das zeigt, dass dieser Komplex, obwohl zum größten derzeit sichtbaren gehörend, ziemlich inaktiv ist. Sich der Mitte der Sonnenscheibe annähernd, wartet man nun beinahe schon sehnsüchtig auf einen X-Flare, um endlich mal wieder Polarlichter beobachten zu können, aber momentan sieht es absolut nicht danach aus, als würde diese Gruppe in der Hinsicht noch mal was ordentliches zustande bringen. 

Samstag, 6. Juli 2013

Sonne am 06.07.2013


Blauer Himmel und mittelprächtiges Seeing erwartete mich, als ich heute auf dem Dachboden mein Teleskop aufbaute, dennoch waren die Beobachtungsbedingungen noch ganz gut. Allerdings musste ich erst ein wenig warten, denn die Sonne stand am Beginn erst einmal wieder hinter einem meiner nervigen Bäume.

Sobald sie aber die Baumspitze passiert hatte, konnte die Beobachtung beginnen. Gegenüber gestern Abend hatte sich nicht viel verändert, die gleichen vier Gruppen waren auch heute zu sehen, eine neue war nicht entstanden oder um den Ostrand herum gewandert. Die AR 11787 war nach wie vor eine lange D im Westen. Die AR 11785, etwa ein bis zwei Tage vor der Passage des Sonnenmeridians stehend, hatte ich binnen Stunden ein wenig weiterentwickelt und ich fand hier schon 38 Einzelflecke. Die nummernlose B in ihrer unmittelbaren Umgebung hingegen war scheinbar etwas kleiner geworden und umfasste nur noch 5 Flecke. Die AR 11787 aber hat seit der letzten Beobachtung gestern Nachmittag einen deutlichen Sprung zur Klasse D gemacht. Mit Mühe konnte dann auch noch vier Fackelgebiete gesehen werden.

Im H-Alpha fiel mir als erstes auf, dass der Himmelshintergrund nicht schwarz, sondern orange war, somit war der Himmel doch wieder nicht rein blau; der „Daumentest“ ergab auch einen total weißen Himmel rund um die Sonne.

Mit meinem PST sah ich heute morgen deutlich mehr kleine und kleinste Protuberanzen - insgesamt 14 an der Zahl - und nur zwei davon waren etwas größer und bildeten zumindest andeutungsweise einen Bogen aus. Vier helle Flaregebiete stachen hingegen sofort ins Auge, die größten rund um die AR 11785 und 11787. Dafür gab es hier so gut wie keine Filamente – nur drei, die aus dem p-Teil des Flecks herausragen -, die meisten standen in Regionen, wo keine Flecken zu sehen waren. Es gab nur drei wirklich große Filamente, eines davon bewegte sich auf den Westrand zu und dürfte spätestens morgen über den Rand hinaus kommen, sofern es sich überhaupt so lange hält.

Freitag, 5. Juli 2013

Sonne am 05.07.2013

Nach zwei weiteren Ausfalltagen, an denen der Himmel über Hamburg entweder völlig, oder nur zu dem Zeitpunkt bedeckt war, als ich beobachten konnte, verzogen sich die Wolken gegen Nachmittag immer mehr und ließen mal wieder eine etwas längere Beobachtung zu. Das Seeing war zwar eher durchschnittlich, aber das reichte völlig aus.

Als erstes fiel mir die AR 11785 auf, die sich prächtig zu einer kompakten E-Gruppe mit viel Penumbra entwickelt hatte. Ich zählte in ihr fast 40 Einzelflecken. Dicht dabei war die AR 11787 als D-Gruppe zu finden sowie eine B, die von der NOAA keine Nummer bekommen hatte. In Richtung Osten stand die AR 11786 als lange C-Gruppe. So kam ich auf ganze vier Gruppen, was in der Gesamtzahl zu wenig ist für ein Maximumsjahr.

Obwohl der Himmel nicht ganz blau, sondern leicht verschmiert war, gelang dieses Mal auch die H-Alpha-Beobachtung. Rund um die AR 11785 gab es viele großflächige Flaregebiete. Da sich die Gruppe jetzt der Sonnenscheibenmitte annähert, darf auch mit erdwärts gerichteter Aktivität gerechnet werden, wenn diese AR auch bislang noch keine X-Flares zustande gebracht hat, die wenigstens eine kleine Garantie für Polarlichter geben könnte. Ansonsten war die H-Alpha-Sonne erstaunlich aktiv. Es gab nur 8 kleine Protuberanzen, 7 helle Flaregebiete und 13 zumeist unauffällige Filamente, von denen keines (!) bei der AR 11785 zu finden war.

Dafür gab es heute zwei KoronalöcherBereiche mit deutlich niedrigerer Temperatur und Dichte in der Korona der Sonne, die bevorzugt nach dem Maximum und während des Minimums auftreten. Ist entgegen aller Prognosen das Maximum schon Geschichte (eine Spitze gab es ja Ende 2011) und steht uns eingedenk mancher Horrorvision ein noch längeres und tieferes Minimum bevor? Gibt es gar ein zweites Maunder-oder Dalton-Minimum? Für das Marshall Space Flight Center der NASA findet das Maximum in diesem Sommer statt, was aber immer unwahrscheinlicher wird. Man wird im wahrsten Sinne des Wortes die Aktivität der Sonne beobachten müssen, um die Frage nach dem Maximumszeitpunkt zu bestimmen, wenngleich das auch erst mit Sicherheit gut 1 bis 2 Jahre nach dem Ereignis aufgrund der verwendeten Mittelungsverfahren möglich ist. Nur eines ist jetzt schon sicher: Der 24. Fleckenzyklus gehört zweifelsohne zu den denkwürdigsten seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen im 18. Jahrhundert.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Sonne am 02.07.2013

Endlich gab es wieder eine Sonnenbeobachtung unter guten Bedingungen, wo man nicht unter Zeitdruck stand, weil die nächste Wolkenschicht drohte. Dennoch war das Seeing bisweilen etwas suboptimal, was sich darin äußerte, dass eine der kleineren A-Gruppen nicht gesehen werden konnte, vorausgesetzt, sie hatte sich im Laufe des Tages nicht schon wieder aufgelöst.
Die AR 11781 war nach wie vor als D-Gruppe zu erkennen, wobei sie sich gegenüber dem Vortag abermals ein wenig länger zeigte, ohne jedoch die Grenze zur Klasse E zu überschreiten. Die Penumbren in der Gruppe waren recht unauffällig und nur als winziger, dunkler Saum zu erkennen. Dicht am Westrand stand die AR 11780, die man gerade eben noch als C-Gruppe definieren konnte und die in einem kleinen Fackelfeld stand. Etwas weiter in Richtung Osten stand die AR 11784, eine D mit ebenfalls schwach ausgeprägten Penumbren. In der Nahe fand sich dann noch die AR 11786 als C.
Am Ostrand hingegen wird es spannend, denn hier tummelten sich mehrere Fleckengruppen, die man nur durch die genaue Betrachtung ihrer Achslagen voneinander trennen konnte. Auf engstem Raum standen hier drei Gruppen, von denen aber nur eine größere, die AR 11785, eine reguläre NOAA-Nummer erhalten hatte. Diese Gruppe verspricht, in den kommenden Tagen interessant zu werden, aber wie wir aus Erfahrung wissen, hat das in diesem Zyklus praktisch nichts zu bedeuten, denn große Gruppen waren erstaunlich inaktiv oder setzten ein oder zwei Duftmarken und brachen danach zusammen. Man wird auch hier wieder abwarten müssen, was passiert.
Die relativ guten Sichtbedingungen ließen auch mal wieder eine H-Alpha-Beobachtung zu, doch war die Aktivität dort wieder mal überraschend gering. Zwar konnte ich 12 Protuberanzen, 17 meist kleine Filamente und 5 Flaregebiete finden, aber es waren eben auch keine Highlights, eher eine schwache Minimums-, als eine Maximumsaktivität.

Dienstag, 2. Juli 2013

Sonne am 01.07.2013

Die erste Beobachtung im Juli stand mal wieder unter dem Zeichen sehr schlechter Beobachtungsbedingungen. Den ganzen Tag über gab es nur wenige Wolkenlücken, aber gegen Abend besserte sich die Sicht, wenn auch nur wenig. Vor einem herannahenden Gewitter, das dann aber nicht kam, war der Himmel weiß und schleimig-verschmiert. Das Bild im Fernrohr zeigte zeitweise kaum Details und man musste die wenigen Momente ruhiger Luft abwarten. Auch die hohe Luftfeuchtigkeit trug offenbar nicht zu einer Beruhigung der Beobachtungsbedingungen bei. Durchziehende tiefe Wolken behinderten überdies zusätzlich die Beobachtung, die deswegen immer wieder unterbrochen werden musste.

In einigen wenigen klaren Momenten konnte nur wenig erkannt werden. Die AR 11781 war als D-Gruppe noch deutlich zu erkennen, manchmal auch die AR 11780 und die AR 11788, als C- bzw. A-Gruppe. In Richtung Ostrand erkannte ich eine weitere A-Gruppe (AR 11784), später dann eine weitere nahe dem Ostrand, die AR 11785. Fackelgebiete waren kaum zu erkennen und die Flecken eigentlich auch nur schemenhaft. Eine H-Alpha-Beobachtung war daher unter den gegebenen Umständen aussichtslos.

Montag, 1. Juli 2013

Die Sonne im Juni 2013

Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!
Der Juni begann mit einer moderaten Sonnenaktivität, die sich vor allem in einer großen Zahl kleinerer Fleckengruppen der Waldmeierklassen A bis D manifestierte. So war die AR 11762 als D-Gruppe dann auch die größte, die man finden konnte. Bei ihr entwickelte sich die Penumbra im f-Teil kräftiger als die im p-Teil und zeigte eine recht unregelmäßige Struktur. 

Diese zerfasterte dann immer mehr und befand sich am letzten Tag ihrer Sichtbarkeit schon im Auflösungsstadium. Gleichzeitig gab es wieder das alte Spiel, das wir schon seit Monaten kennen: Immer wenn ein größerer Pulk von Sonnenflecken sich dem Westrand näherte, kam aus Osten nichts hinterher. So sank die Gesamtaktivität erst einmal ab und am 8. war mit der AR 11765 nur noch eine einzige Fleckengruppe übrig geblieben: Szenen wie im Minimum. Dieser Zustand konnte bis zum 11. beobachtet werden.

Man erwartete fast wieder einen Tag mit einer fleckenfreien Sonne, denn die R 11765 dehnte sich immer weiter aus, überschritt aber nicht die Grenze zur Klasse E, im Gegenteil, je mehr sich die Gruppe dem Westrand annäherte, desto mehr zerfiel die Gruppe. Am 12. hatte sich dann mit der AR 11768 eine weitere D-Gruppe etwa in der Sonnenscheibenmitte, gebildet. Das war sozusagen der Auftakt für den nächsten Aktivitätsschub. Schon am 13. wurde die Sonne wieder von vier und am 14. von sechs Gruppen bevölkert. Aus Richtung Osten rückte nun wieder ein Pulk an kleineren Fleckengruppen heran, die sich zunehmend ausbreiteten. Schon am 16. standen viele kleine Gruppen so dicht beieinander, dass man Schwierigkeiten bekam, sie auseinander zu halten und die richtige Gruppeneinteilung beim Fleckenzählen vorzunehmen. In den kommenden Tagen schoben sich beiderseits des Sonnenäquators viele kleine Aktive Regionen voran, die alle zu den Klassen A bis D, H und J gehörten.

Und auch das gehört offenbar zu diesem Zyklus: die Gruppen blieben beieinander und zunächst schien es, als ob hinter dieser Ansammlung erst mal wieder nichts kam. Am 20. erschien am Westrand noch die AR 11777 als J-Gruppe, während sich nun auch mitten auf der Sonne neue Gruppen bildeten. Die Zahl der Fleckengruppen kletterte auf 10 am 21. und 22. Juni, fiel danach aber wieder ab, der Höhepunkt des monatlichen Aktivitätsschubs war überschritten. Und gerade in dieser Phase des Abschwungs entwickelte sich die AR 11778 zur einzigen im ganzen Monat sichtbaren E-Gruppe, während die Klasse F überhaupt nicht erreicht wurde. Sie war erstmals am 23. auf der Südhalbkugel als H-Gruppe zu sehen gewesen und schien zunächst überhaupt keine Ambitionen zu haben, mehr aus sich zu machen. Dann aber gab es auch hier einen Sprung in der Entwicklung, während alle anderen Gruppen dabei waren, sich zurück zu entwickeln. Am, 29. Aber hatte sie sich wieder zurück entwickelte und dehnte sich immer weiter aus, am 30. war sie dann in zwei Gruppen zerfallen, ohne vorher das Stadium der Klasse F zu erreichen, das Sonnenobservatorium Kanzelhöhe hatte sie zwischenzeitlich als G eingestuft: das Endstadium der Entwicklung einer F-Gruppe, das man nur dann erkennen kann, wenn man auch die Positionen der Aktiven Regionen über einen längeren Zeitraum misst, die Breitenwanderung berücksichtigt und so die Gruppe identifizieren kann.

Die moderate Sonnenaktivität im Weißlicht hatte eine ebensolche im H-Alpha zur Folge. Erst am 5. Wurde ein M1-Flare mit Höhepunkt um 8:57 UT registriert, dem erst am 7. um 22:49 UT ein weiterer folgte. Beide entstammten der AR 11762. Danach musste man bis zum 21. auf das nächste größere Ereignis warten, als um 3:14 UT aus der AR 11777 ein M2-Flare emporstieg. Am 23. folgte ein M2 um 20:56 UT, bis zum Monatsende blieb die Sonne dann erstaunlich ruhig. Während des ganzen Juni wurden mehrere c-class-Flares gesichtet, einige Tage waren sogar völlig flarefrei und man fand mehrmals weit ausgreifende Filamente, aber nur an wenigen Tagen wirklich große Protuberanzen. Mit einem nahen Fleckenmaximum hatte das aber nur wenig zu tun.