Montag, 1. Juli 2013

Die Sonne im Juni 2013

Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!
Der Juni begann mit einer moderaten Sonnenaktivität, die sich vor allem in einer großen Zahl kleinerer Fleckengruppen der Waldmeierklassen A bis D manifestierte. So war die AR 11762 als D-Gruppe dann auch die größte, die man finden konnte. Bei ihr entwickelte sich die Penumbra im f-Teil kräftiger als die im p-Teil und zeigte eine recht unregelmäßige Struktur. 

Diese zerfasterte dann immer mehr und befand sich am letzten Tag ihrer Sichtbarkeit schon im Auflösungsstadium. Gleichzeitig gab es wieder das alte Spiel, das wir schon seit Monaten kennen: Immer wenn ein größerer Pulk von Sonnenflecken sich dem Westrand näherte, kam aus Osten nichts hinterher. So sank die Gesamtaktivität erst einmal ab und am 8. war mit der AR 11765 nur noch eine einzige Fleckengruppe übrig geblieben: Szenen wie im Minimum. Dieser Zustand konnte bis zum 11. beobachtet werden.

Man erwartete fast wieder einen Tag mit einer fleckenfreien Sonne, denn die R 11765 dehnte sich immer weiter aus, überschritt aber nicht die Grenze zur Klasse E, im Gegenteil, je mehr sich die Gruppe dem Westrand annäherte, desto mehr zerfiel die Gruppe. Am 12. hatte sich dann mit der AR 11768 eine weitere D-Gruppe etwa in der Sonnenscheibenmitte, gebildet. Das war sozusagen der Auftakt für den nächsten Aktivitätsschub. Schon am 13. wurde die Sonne wieder von vier und am 14. von sechs Gruppen bevölkert. Aus Richtung Osten rückte nun wieder ein Pulk an kleineren Fleckengruppen heran, die sich zunehmend ausbreiteten. Schon am 16. standen viele kleine Gruppen so dicht beieinander, dass man Schwierigkeiten bekam, sie auseinander zu halten und die richtige Gruppeneinteilung beim Fleckenzählen vorzunehmen. In den kommenden Tagen schoben sich beiderseits des Sonnenäquators viele kleine Aktive Regionen voran, die alle zu den Klassen A bis D, H und J gehörten.

Und auch das gehört offenbar zu diesem Zyklus: die Gruppen blieben beieinander und zunächst schien es, als ob hinter dieser Ansammlung erst mal wieder nichts kam. Am 20. erschien am Westrand noch die AR 11777 als J-Gruppe, während sich nun auch mitten auf der Sonne neue Gruppen bildeten. Die Zahl der Fleckengruppen kletterte auf 10 am 21. und 22. Juni, fiel danach aber wieder ab, der Höhepunkt des monatlichen Aktivitätsschubs war überschritten. Und gerade in dieser Phase des Abschwungs entwickelte sich die AR 11778 zur einzigen im ganzen Monat sichtbaren E-Gruppe, während die Klasse F überhaupt nicht erreicht wurde. Sie war erstmals am 23. auf der Südhalbkugel als H-Gruppe zu sehen gewesen und schien zunächst überhaupt keine Ambitionen zu haben, mehr aus sich zu machen. Dann aber gab es auch hier einen Sprung in der Entwicklung, während alle anderen Gruppen dabei waren, sich zurück zu entwickeln. Am, 29. Aber hatte sie sich wieder zurück entwickelte und dehnte sich immer weiter aus, am 30. war sie dann in zwei Gruppen zerfallen, ohne vorher das Stadium der Klasse F zu erreichen, das Sonnenobservatorium Kanzelhöhe hatte sie zwischenzeitlich als G eingestuft: das Endstadium der Entwicklung einer F-Gruppe, das man nur dann erkennen kann, wenn man auch die Positionen der Aktiven Regionen über einen längeren Zeitraum misst, die Breitenwanderung berücksichtigt und so die Gruppe identifizieren kann.

Die moderate Sonnenaktivität im Weißlicht hatte eine ebensolche im H-Alpha zur Folge. Erst am 5. Wurde ein M1-Flare mit Höhepunkt um 8:57 UT registriert, dem erst am 7. um 22:49 UT ein weiterer folgte. Beide entstammten der AR 11762. Danach musste man bis zum 21. auf das nächste größere Ereignis warten, als um 3:14 UT aus der AR 11777 ein M2-Flare emporstieg. Am 23. folgte ein M2 um 20:56 UT, bis zum Monatsende blieb die Sonne dann erstaunlich ruhig. Während des ganzen Juni wurden mehrere c-class-Flares gesichtet, einige Tage waren sogar völlig flarefrei und man fand mehrmals weit ausgreifende Filamente, aber nur an wenigen Tagen wirklich große Protuberanzen. Mit einem nahen Fleckenmaximum hatte das aber nur wenig zu tun.

 

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