Freitag, 5. Juli 2013

Sonne am 05.07.2013

Nach zwei weiteren Ausfalltagen, an denen der Himmel über Hamburg entweder völlig, oder nur zu dem Zeitpunkt bedeckt war, als ich beobachten konnte, verzogen sich die Wolken gegen Nachmittag immer mehr und ließen mal wieder eine etwas längere Beobachtung zu. Das Seeing war zwar eher durchschnittlich, aber das reichte völlig aus.

Als erstes fiel mir die AR 11785 auf, die sich prächtig zu einer kompakten E-Gruppe mit viel Penumbra entwickelt hatte. Ich zählte in ihr fast 40 Einzelflecken. Dicht dabei war die AR 11787 als D-Gruppe zu finden sowie eine B, die von der NOAA keine Nummer bekommen hatte. In Richtung Osten stand die AR 11786 als lange C-Gruppe. So kam ich auf ganze vier Gruppen, was in der Gesamtzahl zu wenig ist für ein Maximumsjahr.

Obwohl der Himmel nicht ganz blau, sondern leicht verschmiert war, gelang dieses Mal auch die H-Alpha-Beobachtung. Rund um die AR 11785 gab es viele großflächige Flaregebiete. Da sich die Gruppe jetzt der Sonnenscheibenmitte annähert, darf auch mit erdwärts gerichteter Aktivität gerechnet werden, wenn diese AR auch bislang noch keine X-Flares zustande gebracht hat, die wenigstens eine kleine Garantie für Polarlichter geben könnte. Ansonsten war die H-Alpha-Sonne erstaunlich aktiv. Es gab nur 8 kleine Protuberanzen, 7 helle Flaregebiete und 13 zumeist unauffällige Filamente, von denen keines (!) bei der AR 11785 zu finden war.

Dafür gab es heute zwei KoronalöcherBereiche mit deutlich niedrigerer Temperatur und Dichte in der Korona der Sonne, die bevorzugt nach dem Maximum und während des Minimums auftreten. Ist entgegen aller Prognosen das Maximum schon Geschichte (eine Spitze gab es ja Ende 2011) und steht uns eingedenk mancher Horrorvision ein noch längeres und tieferes Minimum bevor? Gibt es gar ein zweites Maunder-oder Dalton-Minimum? Für das Marshall Space Flight Center der NASA findet das Maximum in diesem Sommer statt, was aber immer unwahrscheinlicher wird. Man wird im wahrsten Sinne des Wortes die Aktivität der Sonne beobachten müssen, um die Frage nach dem Maximumszeitpunkt zu bestimmen, wenngleich das auch erst mit Sicherheit gut 1 bis 2 Jahre nach dem Ereignis aufgrund der verwendeten Mittelungsverfahren möglich ist. Nur eines ist jetzt schon sicher: Der 24. Fleckenzyklus gehört zweifelsohne zu den denkwürdigsten seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen im 18. Jahrhundert.

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