Dienstag, 9. Juli 2013

Sonne am 08.07.2013


Es war wieder mal so einer dieser nervigen Tage: den ganzen Tag bei strahlendem im über 30° heißen Büro gesessen, aber als ich nach Feierabend nach Hause kam, war der Himmel zum Teil von Wolken verhangen. Just in Richtung Sonne stapelten sie sich und bewegten sich, da es kaum Wind gab und offenbar auch keine intensivenhenströmungen, kaum vom Fleck. So musste ich nach einem ersten Blick durch das Teleskop erst einmal über 20 Minuten bis zur nächsten Wolkenlücke warten, die sich dann auch prompt fast wieder schloss. So ging das Spiel erst einmal weiter. Ein Blick offenbarte, dass die einzige Wolkenbank in Norddeutschland quer über der Stadt lag. Erst nach über einer Stunde konnte die Beobachtung im Weißlicht und H-alpha abgeschlossen werden. Ohne Wolken wäre das nach 10 Minuten der Fall gewesen.

Im Weißlicht war alles sehr übersichtlich, denn alle Gruppen befanden sich auf der Südhalbkugel: die AR 11784 war weitestgehend zerfallen, ich sah sie nur noch als C-Gruppe. Die beiden großen Fleckengruppen AR 11785 und 11787 gehörten nun beide der Klasse E an und beeindruckten vor allem durch ihre filigrane Feinstruktur. Unterhalb der AR 11785 befand sich eine kleine B-Gruppe, die anfangs noch von der Kanzelhöhe als eigenständige Gruppe eingestuft wurde, aber bislang keine NOAA-Nummer erhalten hat.Ich wertete sie aufgrund ihrer Ausrichtung gegenüber der E-Gruppe, aber auch deshalbals eigenständige Gruppe, weil sie keinerlei Verbindung zur E aufwies.

Die AR 11787 war etwas weniger komplex, befand sich aber anscheinend noch in der Weiterentwicklung, denn sie wies  wie im Übrigen auch die AR 11785  eine here Zahl an Einzelflecken auf, als noch am Vortag. 
Quasi unter der AR 11787 stand dann noch die AR 11789, eine kleine B-Gruppe mit 3 Einzelflecken.

Im H-alpha war am heutigen Tage eine deutlich höhere Aktivität anzutreffen, als gestern: der Sonnenrand wurde von 17 Protuberanzen dominiert, von denen einige sogar etwas weiter in den umgebenden Weltraum hinaus griffen und weitere interessante Strukturenbildeten. Der riesige Komplex rund um die beiden derzeitigen Hauptgruppen war immer noch von einem gigantischen Feld von chromosphärischen Fackeln umgeben und zeigten nun auch ein sinusförmiges Filament über der AR 11785 und mehrere kleine, die aus ihren beiden Polen der Gruppe heraus kamen. Die AR 11787 war demgegenüber etwas inaktiver. Die meisten Filamente befanden sich aber in ganz anderen Regionen der Sonnenoberfläche. Ein sehr heller Bogen in der AR 11785 ließ die Hoffnung auf einen live zu beobachtenden Flare aufkommen, aber damit hatte ich auch an diesem Abend leiderkein Glück. Nach wie vor produzierten beide Gruppen nur Flares der Klassen b und c, somit gehörten auch sie zu den inaktiven großen Gruppen des 24. Fleckenzyklus.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen