Samstag, 13. Juli 2013

Sonne am 13.07.2013


Der Himmel war weiß, als ich mit der Beobachtung begann, und es zogen vereinzelte „Syphschichten“ durch, die die Himmelsqualität negativ beeinflussten, während es sonst eigentlich wolkenlos war.

Der nur in Richtung zum Sonnenaufgangspunkt extrem abgesyphte Himmel hatte auch sein Gutes: die natürliche Lichtdämpfung sorgte für ein einigermaßen brauchbares Bild im Okular. Schwierig wurde es zwischendurch, als die Helligkeit soweit reduziert war, dass man fast gar nichts mehr erkennen konnte.

Und dann gab es noch recht wenig zu sehen: Die AR 11785 war völlig in sich zusammengebrochen und teilweise um den Westrand herumrotiert, so dass mitten im Fackelfeld nur noch ein paar unscheinbare Flecken ohne Penumbra standen. Die AR 11787 war nur noch eine C-Gruppe, die den vorderen Teil ihrer p-Teils vollkommen verloren hatte. Im Osten stand die AR 11791 als D-und die AR 11792 als A-Gruppe, die aber sehr schwer zu erkennen war und nur ab und zu „aufblitzte“. Etwas besser war es bei der AR 11789, eine weiteres, kleines Aktivitätsgebiet der Waldmeierklasse A.

Im H-Alpha schlugen die Beobachtungsbedingungen dann negativ durch: der Himmelshintergrund war leicht orange – in dieser Wellenlänge immer ein Zeichen schlechten Himmels - und die Detail auf der Oberfläche nur mit Mühe zu erkennen. Am Rande zählte ich 12 Protuberanzen, von denen zwei der Erwähnung bedürfen: im Südosten stand die große Bogenprotuberanz, die man gestern schon sehr schön beobachten konnte. Praktisch dem gegenüber auf der anderen Seite erhob sich eine stabförmige Protuberanz, über der eine kleine Materiewolke querab stand. Offenbar hatte sich in der Nacht ein Teil der Protuberanz abgelöst und stand nun frei schwebend im Raum: eine Erscheinung, die sich vergleichsweise hoch über der Sonnenoberfläche erhob. Zwar kennt man aus vergangenen Zyklen Materieauswürfe, die mehr als das doppelte des Sonnendurchmessers weit in den Weltraum hinaus griffen, doch in diesem Zyklus ist man schon froh, wenn man etwas in minimalerer Distanz zu sehen bekommt. Das große Feld chromosphärischer Fackeln war nun auch an den Westrand gerückt und rund um die AR 11791 sowie in einem Bereich, wo im Weißlicht nichts zu sehen war, hatten sich neue helle Gebiete gebildet. Die Zahl der Filamente war leicht auf 14 zurück gegangen; nur 4 hatten noch eine respektable Größe, der Rest war – wie schon bei den Protuberanzen – klein und mickrig, eines Maximumsjahrs nicht würdig.

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