Donnerstag, 18. Juli 2013

Sonne am 18.07.2013


Jedem Neueinsteiger in die visuelle Sonnenbeobachtung gibt man die Empfehlung, unser Tagesgestirn am besten morgens nach dem Aufgang oder abends vor dem Untergang zu beobachten, weil dann die Luft ruhig und ausgeglichen ist und man beste Beobachtungsbedingungen vorfindet. In norddeutschen Gefilden ist das nicht ungefährlich, denn hier gilt der Grundsatz: Hast Du die erste Chance für eine Sonnenbeobachtung nicht genutzt, bekommst Du keine zweite!

Daher beobachte ich in der Tat am Wochenende frühmorgens und am Nachmittag – zumindest in den Sommermonaten – gleich nachdem ich Zuhause angekommen bin. Dabei treffe ich dann oft auf miserables Seeing. So auch heute. Der Sonnenrand und die Oberfläche waren jedoch nicht so sehr in Bewegung, wie gestern. Dafür schien wieder mal ein leichter Schleier über allem zu liegen, denn außer der AR 11793, die ich in die Klasse F einstufte und der beiden neuen A-Gruppen am Ostrand (AR 11796 und 11797) und der AR 11791 sah ich erst einmal nichts. Eine größere Wolke führte auch heute zu einer längeren Unterbrechung der Beobachtung. Als diese dann endlich den Blick auf die Sonne frei gab, war die Sicht immer noch nicht besser geworden. Wie auch. Erst allmählich erkannte ich die auf der Südhalbkugel zwei B-Gruppen (die seltsamerweise heute wieder keine Nummer hatten), eine weitere A, die sich unterhalb der B befand und kam so auf 7 Fleckengruppen. Als ich am Abend dann noch mal die Sonne beobachtete, war das Seeing deutlich besser und so fand ich am Ostrand noch eine kleine A, die mitten in einem Fackelfeld stand, sodass ich heute nunmehr auf 8 Fleckengruppen kam.

Das PST zeigte dann allerdings keine besonders auffälligen Protuberanzen und Filamente. Ich konnte lediglich 15 kleine Materiebögen am Rand, 20 geradezu mickrige vor der Sonne und 7 chromosphärische Fackelgebiete. Daran änderte sich auch bei der Nachbeobachtung dann nichts mehr. 

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