Freitag, 19. Juli 2013

Sonne am 19.07.2013

Auch wenn es fast eine Regel ist, dass das Seeing am frühen Morgen und am späten Abend am besten ist: heute traf das nicht zu. Begann der Tag noch mit strahlendem Sonnenschein, so zogen am frühen Nachmittag immer mehr Wolken herein und als ich das Teleskop aufbaute, war der Himmel schon reichlich mit Cirren verziert.

Im Weißlicht machte sich der Cirrus sehr störend bemerkbar, denn die gesamte Sonnenoberfläche schien mit einem leichten Schleier bedeckt. In der Folge war die Beobachtung und diue Erkennbarkeit gerade der schwachen Gruppen fast unmöglich. Auf den ersten Blick fand ich natürlich die AR 11793, die als F-Gruppe zur dominantesten Aktiven Region gehörte. Sie war nach wie vor die einzige, die über die Nordhalbkugel wanderte, während die übrigen Gruppen im Süden zu finden waren. Selten war der Fleckenüberschuss auf der Südhälfte so deutlich, wie heute.

Die AR 11791 war noch einigermaßen deutlich als A-Gruppe zu sehen, die AR 11797 – ebenfalls eine A - war da schon schwieriger zu erkennen. Noch schwieriger wurde es mit der nachfolgenden B, die – mal wieder – keine NOAA-Nummer erhalten hatte. Die dicht dabei stehende A wurde übersehen und war auch noch ohne Nummer. Der Komplex aus einer J und zwei A am Ostrand war nur noch teilweise zu erkennen, die AR 11799 verschwand im Seeinggeblubber immer wieder und tauchte kurz danach wieder auf.

Die Himmelsqualität wurde zunehmend schlechter und im Nordwesten baute sich eine massive Syphschicht auf, da musste ich mich mit der Beobachtung im H-alpha schon richtig beeilen, wenn ich noch etwas sehen wollte. Der Hintergrund erschien hellorange, was die Sichtbarkeit der Strukturen auf der Oberfläche stark beeinträchtigte, weswegen ich hier auch nur 14 Filamente und 6 chromosphärische Fackelgebiete erwischte. Die Protuberanzen waren noch problematischer, sie waren bei zunehmender Beobachtung kaum vom Hintergrund zu unterscheiden. Auch andere Filtereinstellungen halfen wenig. Am Ende zählte ich zwar 11 dieser faszinierenden Materiebögen, doch Details konnte ich in ihnen keine mehr sehen. Kurz nach dem Ende der Beobachtung zog aus Richtung Nordwest eine massive Wolkenschicht herein und beendete die sehr unter dem Seeing leidende Observation vorzeitig.

Trotz der hohen Zahl an Sonnenfleckengruppen ist die derzeitige Aktivität noch meilenweit von einer dem Maximum ähnelnden entfernt, da nur eine einzige F zu sehen war. In früheren Maxima, beispielsweise in den Jahren 1979/80 war die Sonne so voll mit E- und F-Gruppen besiedelt, dass man Schwierigkeiten hatte, die einzelnen Regionen auseinander zu halten. Das ist im aktuellen Zyklus noch nicht einmal der Fall gewesen.

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