Sonntag, 21. Juli 2013

Sonne am 21.07.2013


Dass ein blauer Himmel und gute Beobachtungsbedingungen nicht unebdingt Hand in Hand gehen müssen, hatte ich an dieser Stelle schon mehrfach betont. Heute war wieder so ein Tag: der Himmel erschien auf den ersten Blick richtig blau, aber schon im Weißlicht war der Hintergrund nicht mehr dunkel, sondern milchig weiß: eine leichte Dunstschicht verschleierte die Sicht und der „Daumentest“ ergab rund um die Sonne einen weißen statt eines blauen Himmels. Das Seeing war dementsprechend eher unterdurchschnittlich, aber noch brauchbar.

Gleich auf den ersten Blick war der weitere Rückgang der Sonnenaktivität zu sehen: nur noch zwei Fleckengruppen konnten gefunden werden. Die AR 11793 war weiter auf der Nordhalbkugel zu sehen – ich stufte sie nach der Waldmeierskala in die Klasse F ein -, sie zeigte aber in den Penumbren kaum Veränderungen gegenüber der gestrigen Beobachtung. Aus der AR 11800 war binnen eines Tages eine D-Gruppe geworden, mehr Gruppen waren in meinem 80/400er Refraktor nicht zu sehen und selbst Satellitenaufnahmen zeigten nur noch über drei oder vier Pixel verteilt eine schwache Struktur. So blieb es bei nur noch zwei Gruppen im Weißlicht.

Dafür ging im H-alpha heute richtig die Post ab: die große Protuberanz, die gestern schon schön anzusehen war, hatte sich erneut vergrößert und wies nun drei übereinander liegende Schichten auf. Der Bogen auf der anderen Seite war ebenfalls deutlich größer geworden, überdies waren am Rand viele kleine Protuben zu finden. Auch auf der Oberfläche war es spannend: Beim Zählen kam ich auf 19 Filamente. Am interessantesten war der Bereich, wo man gestern mehrere kleine Protuben sehen konnte, die wie an einer Perlschnur aufgehängt zu sein schienen, diese hatten sich nun offenbar teilweise verbunden und hatten sich weiter ausgedehnt. Leider machte sich dabei auch das nicht ganz so gute Seeing bemerkbar, denn der Hintergrund war orange und die Details verschwammen bisweilen, doch wenn die Sicht wieder besser wurde, konnte man sich vor Einzelheiten nicht retten.

Zumindest im H-alpha war die Aktivität wenigstens mal im Ansatz einem Maximum würdig!

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