Dienstag, 23. Juli 2013

Sonne am 23.07.2013


Seit Tagen immer das gleiche Bild: das Sonnenbild wird gegen Abend eher schlechter als besser, was wohl an der Wärmeabgabe meiner Hausmauer herrührt. Da ich nachmittags in der Regel den kleinen 80/400er Fraunhofer mit seinem Glassonnenfilter auf meiner Fensterbank in der Küche aufstelle, schaut das Scope wohl durch die hausnahe Seeingsuppe hinaus. Mit zunehmenden Außentemperaturen (das Thermometer zeigte vorhin 45° an) wird das Seeing immer schlechter. So habe ich fast gleichmäßig einen Wert von 4 für die Ruhe und 3 für die Bildschärfe. Da ich früh morgens aus dem Haus zur Arbeit gehe, bleibt mir leider nur dieses kleine Zeitfenster, um überhaupt noch was beobachten zu können.

Neben einem wallenden Sonnenrand war das Oberflächenbild durchaus passabel. So fand ich als erstes die AR 11793, die heute nur noch zur Klasse E gehörte, da sich der Abstand zwischen dem p- und dem f-Teil deutlich verringert hatte. Ein Kuriosum war die D-Gruppe im Süden, die ich für eine kompakte Aktive Region hielt – die Kanzelhöhe hatte sie in 2 Gruppen aufgeteilt. Schwieriger wurde es dann mit den anderen Gruppen, die alle noch ohne Nummer waren: die A1 unter der D war auf den ersten Blick zu erkennen, ebenso die namenlose J1 am Ostrand. Aber schon die von der Kanzelhöhe hinter der D verzeichnete B konnte ich nicht mehr finden, sie lag wohl knapp an oder unter der Nachweisgrenze meines Teleskops.

Die Hitze war fast unerträglich und so beeilte ich mich auch ein wenig mit der H-alpha-Beobachtung. Das Bild im Fernrohr war auch hier ziemlich gut. Dafür gab es nur noch 12 Protuberanzenherde, 5 chromosphärische Fackeln und 19 Filamente, von denen drei im Süden noch recht ansehnlich waren. Im Nordosten stand ein Filament senkrecht in die Höhe und wirkte dadurch plastisch und dreidimensional, der Rest war eher unscheinbar und bisweilen ziemlich mickrig.

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