Dienstag, 30. Juli 2013

Sonne am 30.07.2013

Zum ersten Mal nach einer gefühlten Ewigkeit traf heute das Sprichwort vom reinigenden Gewitter zu: als ich nach Feierabend nach Hause kam, erwartete mich kein Sonnenschein, sondern eine drohende dunkle Wolkenwand im Nordwesten. Kaum angekommen, ging es auch schon los mit Sturm und Regen. Das Gewitter gab es dazu in weiter Ferne in Form von leichtem Grollen. Etwa zwei Stunden später das Gegenteil: In einem kleinen, schmalen Streifen war die dichte Wolkendecke unterbrochen und genau dieses wolkenfreie Gebiet konnte ich für eine Beobachtung nutzen. Das Seeing war fast das beste, was ich seit langem erleben durfte: Keine Bewegung am Sonnenrand und auf der Sonne und alle Fleckendetails traten klar hervor, wenn auch der Anblick der Sonne im Weißlicht eher etwas enttäuschend war. Die AR 11805 stand fast am Sonnenrand und war nach wie vor eine D-Gruppe, während die AR 11801 ihre Klasse J hielt. Nördlich von ihr stand eine B, die nun die Nummer 11807 erhalten hatte, in Richtung Osten war die AR 11808 als C-Gruppe zu sehen.

Einzig die AR 11806 wies starke Veränderungen auf: gestern noch als E einzustufen, hatte sie heute wesentliche Teile ihrer Penumbren verloren und war nur noch eine unauffällige D-Gruppe mit Mini-Hofgebieten. Erst bei näherem Hinsehen und auf Hinweis eines langjährigen Freundes fand ich dann nachträglich dann noch eine kleine J-Gruppe hart am Ostrand, ob es eine große Gruppe war, die herumwandert, musste man abwarten. Auf jeden Fall gab es in der Region im H-Alpha eine kleine Ansammlung von Protuberanzen zu sehen.

Das gute Seeing machte sich endlich auch mal im H-alpha bemerkbar, wenn auch die 11 zu erfassenden Protuberanzen und die gerade mal 9 Filamente eher klein waren. Den größten Materiebögen gab es im Südosten, dazu ein paar kleinere „Spritzer“, mehr nicht. Darüber hinaus fand ich noch 5 chromosphärische Fackeln , die besonders in der Osthälfte besonders auffällig waren. Auch dieser schöne Anblick hatte nichts mit einer Maximumssonne gemein und glich eher einer kurz nach oder vor dem Minimum.

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