Freitag, 2. August 2013

Die Sonne im Juli 2013

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken: es drohen Augenschäden!

Das Marshall Space Flight Center der NASA verkündete schon im Juli und nun wieder im August, dass wir uns just zu dieser Zeit in dem sehr niedrigen Maximum des 24. Sonnenfleckenzyklus befinden würden. Dies sei das niedrigste seit 1906. 

Davon war aber im Juli nicht allzu viel zu bemerken. Es zeigte sich zunächst wieder das altbekannte Bild: schon am 1. waren fast alle Aktivitätsgebiete weit nach Westen vorgerückt, während der Osten nahezu frei blieb. Hier war lediglich eine einsam stehende A-Gruppe zu beobachten. Bereits einen Tag später schien die Aktivität regelrecht zu explodieren. Fünf neue Fleckengruppen waren binnen Stunden entstanden oder um den Ostrand herumgewandert. Besonders die am 2. noch extrem randnahe AR 11785 erwies sich schon am 3. als komplexe E-Gruppe mit weiteren kleinen Gebieten in ihrem Umfeld: auch hier war das Auseinanderhalten der einzelnen Aktiven Regionen ohne Zuhilfenahme eines Magnetogramms nahezu unmöglich. Und während die Fleckengebiete am Westrand verschwanden, gab es einen kräftigen Schub durch neue Gruppen am Ostrand. Die AR11785 wurde von der NOAA ab dem 4. als F-Gruppe eingestuft, auf der Kanzelhöhe blieb man bei der Waldmeierklasse E. 

Am 5. hatten die drei Aktivitätsgebiete 11784, 11785 und 11787 enorm an Fläche zugenommen, dafür hatten sich bis auf die AR 11781  eine kleine A-Gruppe  alle anderen gebiete aufgelöst. Das führte bei den Relativzahlen nur zu einem leichten Rückgang, weil hauptsächlich die Gruppenzahl aber nicht die der Einzelflecke zurückgegangen war. Allerdings war die Nordhälfte der Sonne vom 5. bis zum 11. und am 13. fleckenfrei. Ab dem 6. wurde auch die AR 11787 als E-Gruppe klassifiziert und man konnte sich schon ein wenig im Maximum wähnen. 

Der Fleckenkomplex näherte sich der Sonnenscheibenmitte, doch wer jetzt mit X-Flares und großen Ausbrüchen rechnete, die endlich auch mal großflächige Polarlichter hervorriefen, sah sich ein ums andere Mal bitter enttäuscht. Doch Mitte des Monats gab es einige Sichtungen fotografischer Polarlichter aus Norddeutschland. Der Anblick der Sonne im Weißlicht war in den folgenden Tagen schon ein wenig seltsam: zwei E-Gruppen, die lediglich von einer A und einer B begleitet wurden, und alles spielte sich auf der Südhalbkugel der Sonne ab. 

Am 10. gab es dann nur noch die beiden E-Gruppen  die Einschätzung der NOAA wurde von Tag zu Tag unrealistischer, weil die Länge der Fleckengruppe in heliographischen Graden nicht ausreichte  und ab dem 12. zerfielen diese, je mehr sie sich dem Westrand annäherten. In der Zwischenzeit kamen wieder vermehrt kleinere Gruppen bis zur Waldmeierklasse D um den Ostrand herum, dennoch blieb in jenen Tagen die Zahl der Fleckengruppen hoch, während die Zahl der einzelnen Sonnenflecken abnahm. So kletterten die Relativzahlen trotz 6 oder 7 Gruppen nicht über die 100, was durchaus bemerkenswert ist. Viele der Gruppen gehörten den Waldmeierklassen A und J an. Selbst die H-Gruppen waren relativ selten. 

Am 15. erschien die AR 11793 als D-Gruppe, die nach NOAA-Angaben ab dem 18. der Klasse E zuzuordnen, allerdings weniger aktiv war als die beiden letzten großen Gruppen. Die Kanzelhöhe hatte diese Gruppe bereits am 15. Als E klassifiziert. Sie lief übrigens auf der Nordhalbkugel über die Sonne und wurde gleich von mehreren D-Gruppen im Süden begleitet. Am 19. war die Zahl der Gruppen auf 7 angewachsen, von denen eine im Norden und der Rest im Süden zu finden war; Verhältnis 1:6. Vom 20. auf den 21. verschwanden jedoch fast alle kleinen Gruppen auf der Südhalbkugel, während die AR 11793 sowie ein paar koronale Löcher die Sonnenwindaktivität ein wenig anzuhebenvermochten, die zum besagten fotografischen Polarlicht führten. 

Am 22. hatte die AR 11793 die Grenze zur Klasse F überschritten, aber auch sie blieb im Grunde nahezu inaktiv. Nach einer zweitätigen Delle ind er Aktivität stieg diese bis zum Monatsende wieder an und gleich danach wieder abzufallen. Das einzig Beständige in dieser Zeit war der fast tägliche Wechsel. So blieb zwar die Zahl der Gruppen annähernd konstant oder ging nur leicht zurück, während die Zahl der einzelnen Flecken erst peu a peu abfiel, um an den beiden letzten Tagen wieder anzusteigen.

Im Hα war die Sonnenaktivität geringer, als im Weißlicht, zwar konnte bereits am 3. um 7:08 UT ein M1-Flare beobachtet werden, das war aber den ganzen Monat über der einzige dieser zweithöchsten Flare-Klasse. Am 19. blieb die Sonne sogar völlig flarefrei. Ansonsten gab es sie nur bis zur Klasse c. Protuberanzen und Filamente erreichten nur selten wirklich große Ausmaße. Lediglich an zwei Tagen konnten mal etwas größere Materiebögen am Sonnenrand gesichtet werden. Allerdings nahm im Berichtszeitraum die Zahl der koronalen Löcher deutlich zu. Diese sind Zonen geringerer Dichte und Temperatur in der Korona, durch die Strahlung ungehindert in den Weltraum austreten kann, was allgemein zu einer leichten Verstärkung des Sonnenwindes führt. So waren die Sichtungen von Polarlichter in den skandinavischen Länder bzw. den USA und Kanada im Juli auf diese Erscheinung zurückzuführen. Das gehäufte Auftreten von Koronalöchern ist allerdings ein starkes Indiz dafür, dass das Maximum des 24. Zyklus schon vorbei ist, denn die nun häufig in den Polgebieten der Sonne zu beobachtenden Phänomene treten erst nach den Höhepunkt im Fleckenzyklus und im Minimum in diesen Regionen auf.

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