Samstag, 3. August 2013

Sonne am 03.08.2013


Die Aussicht, an diesem Morgen die Sonne zu beobachten, war eigentlich sehr gering. Obwohl der Wetterbercith von ARD und ZDF seltsamer Weise klare Tage und Nächte ohne Wolken angekündigt hatten – schauen die auch mal nach draußen? - war schon gestern Abend eine aus Nordosten, später dann aus Südwesten, näher kommende Wolkenschicht zu sehen. Überdies hatte sich der Himmel in der Nacht dann doch irgendwie fast völlig zugezogen. Als ich später aufwachte, war der südöstliche Himmel zwar abgesypht, aber doch überwiegend blau. So konnte ich kurz nach 6:00 UT aus dem Dachbodenfenster heraus beobachten. Doch das Seeing war katastrophal. Die Flecken blähten sich scheinbar auf und fielen wieder in sich zusammen, der Sonnenrand war in heftiger wallender Bewegung. Erstaunlich, dass ich dennoch viele Detail sehen konnte.

Da seit der letzten Beobachtung am späten Abend nur wenige Stunden vergangen waren, hatte sich auf der Sonne auch noch nicht allzu viel verändert. Die AR 11807 nördlich der AR 11804, die als J-Gruppe nahe dem Westrand stand, konnte ich immer noch nicht sehen. Die AR 11808 und 11809 gehörten immer noch der Waldmeierklasse C an und dazwischen stand die AR 11811, nunmehr als A-Gruppe. Südlich dieser Gruppe war auch heute – trotz der widrigen Bedingungen – die weder von der NOAA noch von der Kanzelhöhe erfasste B-Gruppe zu sehen und die zweite, nicht erfasste B fand ich auch auf Anhieb, wie die 11810 als J und die AR 11806 als D auf der Südhalbkugel.

Nach einem schnellen Wechsel der Instrumente gönnte ich mir noch einen Blick in die Chromosphäre, die doch sehr ernüchternd war. Das Seeing war im H-alpha nicht ganz so übel wie im Weißlicht und so ließ sich doch eine ganze Menge ausmachen. Ich kam auf 15 Protuberanzen, die aber alle sehr klein und beinahe unauffällig waren. Die 6 chromosphärischen Fackeln waren da schon auffälliger. Nur die 18 Filamente waren oft so klein, dass man sie erst auf den zweiten Blick erfassen konnte. Und schon während ich diese Zeilen tippte, zog sich der Himmel völlig zu, nachdem der Syph das Sonnenlicht immer weiter reduziert hatte. Endlich mal Glück gehabt!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen