Sonntag, 4. August 2013

Sonne am 04.08.2013

Dass astronomische Beobachtungen oft unter witterungsbedingten Einflüssen zu leiden haben, ist keine neue Erkenntnis und manch Ereignis, das nur an einem Tag im Jahr stattfindet, fällt mit dem einzigen bewölkten Tag in diesem Zeitraum zusammen. So ähnlich war es am heutigen Sonntagmorgen. Kaum das ich mein Teleskop auf dem Dachboden aufgebaut hatte – alle anderen möglichen Beobachtungsplätze sind von Bäumen verdeckt – zog eine dünne Wolkenschicht heran und verschleierte unseren G2V-Hauptreihenstern. Kuriosum: Der Rest des Himmels war blau und wolkenfrei. Die durchziehenden Wolken verhinderten somit eine einwandfreie Sicht und behinderte die Relativzahlbestimmung. Zwar waren die dünnen Wolken irgendwann wieder weg, dafür sorgten die Strömungen in den höheren Atmosphäreschichten für ein ausgesprochen schlechtes Seeing. bei dem die Werte für Ruhe und Schärfe bei jeweils 4 - von 5 Stufen – lag.

Einzelne Flecken verschwanden immer wieder in einer Seeingsuppe, Fleckengrupope der Klasse C sahen aus, wie H oder J-Gruppen, bis aus dem allgemeinen Geblubber die kleinen Einzelflecken auftauchten, um kurz danach wieder zu verschwinden. Das Sonnenobservatorium Kanzelhöhe zählte heute 9 Gruppen, ich konnte gerade mal 6 davon erkennen. Gerade die vielen A-Gruppen auf der Südhalbkugel waren bei den miesen Bedingungen nicht zu sehen.

Die Aktive Region Nr. 11801 stand fast am Westrand inmitten eines ausgedehnten Fackelfeldes. Bei der ihr nachfolgenden AR 11808 waren die Einzelflecken, die zur Einstufung in die Waldmeierklasse C führte, nur selten zu sehen. Etwas besser lief es bei der AR 11809. Die AR 11811 konnte ich nicht mehr finden. Auf der Südhalbkugel identifizierte ich die AR 11810 als J- und die AR 11806 als D-Gruppe. Letztere hatte anscheinend fast alle Einzelflecken zwischen den Polen verloren. Zwischen diesen beiden Gruppen sag ich an einer Stelle eine kleine A-Gruppe, die immer wieder meinem suchenden Blick entschwand, dann aber doch das eine oder andere Mal wiedergefunden wurde. Die übrigen kleinen Gruppen entzogen sich dem Auge.

Im H-alpha war die Situation kaum besser: der Sonnenrand mit seinen 11 Protuberanzen – davon eine wie eine liegende Acht – war permanent am Pumpen, und wallte so heftig, dass man regelrechte Wellen durch das Bild laufen sah. Immerhin: ich fand 8 chromosphärische Fackeln und 14, zumeist winzige, Filamente. Als gegen Ende der Beobachtung dann erneut Wolken die Sicht behinderten, gab ich es auf. Das Seeing war noch schlechter geworden und auch jetzt, wo diese Zeilen entstehen, tummeln sich Wolkengebilde in Richtung Südost, während der Rest des Himmels blau ist, und ohne die kleinen Störenfriede ...

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