Donnerstag, 8. August 2013

Sonne am 08.08.2013


Dass ich am heutigen Tag noch die Sonne beobachten könnte, damit konnte man am Morgen nicht wirklich rechnen, denn der Himmel war völlig von dunklen, tief hängenden Wolken verhängt und es hatte zeitweise leicht geregnet.

Doch gegen Abend klarte es immer mehr auf, auch wenn die Sonne länger von Wolken verhüllt blieb, als der übrige Himmel. Die Wolkenbank wollte sich auch nicht so recht von der Sonne trennen und so verschwand sie immer wieder hinter ihren Ausläufern. Das erschwerte die Beobachtung ganz erheblich und wie man fast erwarten konnte, war das Seeing mehr als grausig. Von den C-Gruppen waren die kleinen Flecken nicht mehr zu sehen, die J-Gruppen waren ständig am Pumpen, überdies zerrte aufkommender Wind ständig am Teleskop.

Als erstes war mir die AR 11813 als C-Gruppe auf der Südhalbkugel aufgefallen, in deren Umgebung sich die AR 11810 befand, die ich als B-Gruppe klassifizierte. Am Westrand stand die AR 11808 und ich meinte, hier noch im Seeinggeblubber – der Rand sah permanent ziemlich zackig aus – eine kleine A zu sehen, die dahinter befindliche AR 11815 hielt ich für eine weitere A. Am Ostrand waren in den letzten beiden Tagen – gestern hatte ich keine Gelegenheit für eine Beobachtung bekommen – die beiden Regionen AR 11814 und 11816 zu sehen. Mehr zufällig fand ich die AR 11809 als J und eine weitere kleine A zwischen der AR 11813 und der AR 11809.

Danach konnte ich mir erst einmal mit diesem Blogbeitrag beschäftigen, denn die einzige Wolke am Himmel behielt ihre Position in etwa bei und verdeckte die Sonne. Schließlich wich dann auch sie und ich konnte noch mein PST einsetzen. Das miese Seeing machte sich hier auch bemerkbar, aber nicht ganz so schlimm, wie im Weißlicht. 

Gerade mal 8 Protuberanzen und 5 chromosphärische Fackeln sowie 14 Filamente gingen mir ins Netz. Während die Protuberanzen eher klein und unscheinbar waren, erstreckte sich im Südosten ein großes, langes Filament, genau da, wo just die neuen Gruppen AR 11814 und 11816 standen. In der Nähe gab es ein weiteres großes Filament, welches aber im PST aufgrund der schlechten Beobachtungsbedingungen kaum wahrgenommen werden konnte. Hinzu kam, dass der Wind noch stärker am Teleskop zerrte und die Sonne – erstmals seit drei Monaten – wieder hinter einem meiner Nervbäume durchging. Der Tagbogen der Sonne verringert sich jetzt spürbar und Ende des Monats darf ich wieder mit den Unzulänglichkeiten meines Beobachtungsplatzes in Form von Häusern und Bäumen beschäftigen, die mir ein ums andere Mal eine Relativzahlbestimmung unmöglich machen.

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